Das sind Nachrichten, die man kaum fassen kann und die uns in der Angelredaktion tief erschüttern. Was ist passiert? Was ein entspannter Angelnachmittag am Wasser werden sollte, endete in einer beispiellosen Tragödie. Im nordfranzösischen Rennes verlor ein elfjähriger Junge sein Leben, mutmaßlich getötet von zwei älteren Jugendlichen. Der unfassbare Grund: Ein Streit um Angelzubehör im Wert von wenigen Euro.
Was passierte am Flussufer der Vilaine?
Am vergangenen Sonntagnachmittag zog der elfjährige Théo voller Vorfreude mit seiner Rute los, um am Ufer des Flusses Vilaine in Rennes (Bretagne) zu fischen. Begleitet wurde er von zwei Jugendlichen im Alter von 15 und 16 Jahren, die dieselbe Schule wie er besuchten. Was als gemeinsamer Ausflug unter Gleichgesinnten begann, schlug am späten Nachmittag in blanken Horror um.
Anwohner hörten plötzliche Kinderschreie vom Flussufer und alarmierten sofort die Polizei. Für den kleinen Théo kam jedoch jede Hilfe zu spät: Einsatzkräfte fanden den Jungen leblos am Wasser. Die anschließende Obduktion brachte die traurige Gewissheit über die Todesursache. Der Junge wurde mit einem Badetuch stranguliert.
Warum wurde der junge Angler Théo getötet?
Die beiden Tatverdächtigen flüchteten zunächst vom Tatort, konnten aber dank aufmerksamer Zeugen schnell von der Polizei festgenommen werden. Inzwischen liegt ein Geständnis der beiden Jugendlichen vor. Das Motiv macht fassungslos: Es ging um angeblich gestohlenes Angelzubehör (Köder und Zubehör) im Wert von wenigen Euro.
Die älteren Jugendlichen warfen dem Elfjährigen vor, die Sachen geklaut zu haben, und wollten sich nach eigenen Angaben an ihm „rächen“, um sich das Material zurückzuholen. Dem widerspricht die Version, die Théo zuvor seinen Eltern erzählt hatte: Demnach habe der 16-Jährige ihm die Köder geschenkt.
Fakt ist: Der junge Angler Théo wurde getötet und nach der Tat nahmen die beiden Jugendlichen die gesamte Angelausrüstung des Opfers an sich. Die Staatsanwaltschaft Rennes ermittelt nun wegen Mordes an einem Minderjährigen, da der Entschluss zur Tat offenbar schon vor dem Treffen feststand.
Kommentar von Blinker-Chefredakteur Michael Werner: „Beim Lesen des Polizeiberichts erinnerte ich mich an eine eigene, glücklicherweise glimpflich verlaufene Geschichte aus meiner Jugend. Ich war 12 oder 13 Jahre alt. Damals hatten mir zwei etwas ältere Jungs beim Angeln an der Spandauer Schleuse meine Angelpapiere aus dem Koffer geklaut. Am Abend meldete sich deren Mutter. Die Jungs hätten die Papiere ‚gefunden‘ und ich könne sie gegen einen ‚Finderlohn‘ von 20 Mark abholen. Ich habe gezahlt, wütend und wehrlos. Ein mieses, erpresserisches Geschäft unter Jugendlichen. Doch dass ein Streit um ein bisschen Tackle heute solche Ausmaße annimmt, dass ein Kind dafür sterben muss, hinterlässt mich absolut sprachlos und traurig.“






