Nicht der Normalfall
Nein. Kleinere Hechte fallen nach dem Laichen nicht grundsätzlich ihren großen Artgenossen zum Opfer. Aber wenn der Größenunterschied zwischen den Fischen extrem groß ist, schwebt das kleinere Exemplar definitiv in höchster Gefahr, weil Hechte Kannibalen sind. Meist sind die Weibchen größer. Aber es kommt immer darauf an, welche Fische beim Laichen aufeinandertreffen. Meist haben sie ungefähr die gleiche Größe. Wenn ein beispielsweise 100 cm langes und ablaichreifes Weibchen von mehreren 80 cm langen Männchen begattet wird, geht es zwar sehr ruppig zur Sache, so dass die Fische danach durch Schrammen und Verletzungen deutlich vom Laichen gezeichnet sein können. Aber die Fische fressen sich nicht gegeneinander, weil es bei dem geringen Größenunterscheid schlicht und ergreifend gar nicht möglich ist.
Der Größenunterschied entscheidet
Wenn aber eine große Hecht-Mutti von 120 cm Länge laichbereit ist und sich ein nur 60 cm langes Hecht-Männchen mit ihr paaren möchte, sieht die Sache anders aus. Da kann es passieren, dass das Männchen nach der Eiablage als Nachtisch gefressen wird. Denn bei doppelter Länge passt der kleine Hecht locker ins Maul seiner großen Paarungspartnerin. Hin und wieder kommt es aber auch vor, dass sich der größere Hecht übernimmt und es nicht schafft, seinen kleineren Artgenossen zu schlucken und stattdessen an ihm erstickt. Aber das passiert bei Hechten als Kannibalen wirklich selten!

Bild: Frank Winhuysen
Beim Laichen kann es für kleinere Hechte auch mal gefährlich werden. Dieser Hecht wird es allerdings nicht schaffen, seinen kleineren Artgenossen auch wirklich zu fressen.
Hechte sind Kannibalen
Aber außerhalb der Laichzeit ist es völlig normal, dass Mini-Hechte von großen Hechten gefressen werden. Denn Hechte sind wie alle Raubfische gnadenlose Kannibalen. Sie verschonen keine Beutefische, nur weil sie Artgenossen sind. Alles, was vors Maul schwimmt und passt, wird attackiert und gefressen! Da Hechte aber normalerweise nicht ständig umherschwimmen, sondern lauern, werden kleine Hechte eher selten zum Opfer ihrer großen Artgenossen. Das bedeutet also, dass Hechte nicht auf Hechte als Beutefische spezialisiert sind!

Bild: AW
Man muss schon genau hinsehen, um zu erkennen, dass das keine echten Hechte sind, sondern Gummifische.
Große Kunstköder in Hecht-Optik
Trotzdem gibt es aber ganz viele Kunstköder für Hechte als Kannibalen, die wie kleine Hechte aussehen. Ein beeindruckendes Beispiel ist der „4D Line Thru Pike“ von Savage Gear. Das ist ein Gummifisch, der wie ein richtiger Hecht aussieht und in gigantischen Längen von 37 und sogar 48 cm erhältlich ist. Mit einem Gewicht von 820 g kann das 48-cm-Modell natürlich nicht mehr geworfen werden, sondern ist ein reiner Schleppköder für echte Optimisten. Denn wer mit so einem Schwergewicht angelt, hat es auf die ganz großen Hechte abgesehen! Aber auch von vielen anderen Herstellern gibt es diverse Gummifische und Wobbler, die echten Hechten zum Verwechseln ähnlich sehen.

Bild: AW
Hechte sind Kannibalen: Ein guter Hecht hat auf einen großen Gummifisch in Hecht-Design gebissen.
Das Laufverhalten entscheidet
Meist sind Köder in Hecht-Optik zwischen 10 und 20 cm lang. Wenn 2 bis 3 Monate nach dem Laichen im flachen Uferwasser viele kleine Hechte lauern, werden sie natürlich auch gefressen. Aber wie gesagt: Wirklich spezialisiert sind Hechte auf ihre kleinen Artgenossen nicht! Deshalb sind Farbe und Form dieser Köder eigentlich nur zweitrangig. Entscheidend sind die richtige Präsentation und das perfekte Laufverhalten. Wie Hechte aktuell gefangen werden, kann sehr gut an den Fangmeldungen bei den AngelMasters verfolgen.
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