Großeinsatz in Stralsund: Angler löst Rettungskette aus

Dramatische Suche an der Nordmole: Herrenlose Angelsachen und ein Eimer voller Heringe ließen Schlimmes vermuten. Doch das Ende der Geschichte ist ebenso kurios wie folgenreich.

Großeinsatz in Stralsund

Bild: KI

Reserviert bis zum Rettungseinsatz: Verlassene Angelutensilien auf der Nordmole in Stralsund lösten eine großangelegte Suchaktion von Polizei, Feuerwehr und DGzRS aus, während der Besitzer wohlbehalten in seinem Auto schlief.(Symbolbild)

Verlassener Angelplatz löst Großeinsatz in Stralsund

Am späten Samstagabend, den 11. April 2026, herrschte helle Aufregung in der Citymarina Stralsund. Gegen 22:00 Uhr entdeckten Passanten am Ende der Nordmole eine einsame Angelrute, einen Stuhl und einen Eimer mit bereits gefangenen Heringen. Da weit und breit kein Besitzer ausfindig zu machen war, musste die Wasserschutzpolizeiinspektion (WSPI) Stralsund vom Schlimmsten ausgehen: Ein Sturz ins Hafenbecken konnte nicht ausgeschlossen werden.

Massive Suche zu Land und zu Wasser

Was folgte, war eine großangelegte Suchaktion unter Hochdruck. Die Freiwilligenstation der DGzRS rückte mit dem Seenotrettungsboot HERTHA JEEP aus, unterstützt von sechs Schlauchbooten der Berufsfeuerwehr Stralsund. Sogar Sonargeräte kamen zum Einsatz, um den Grund des Hafenbeckens abzusuchen. Nach drei intensiven Stunden musste die Suche bei Dunkelheit zunächst ohne Ergebnis unterbrochen werden.

Die Auflösung: „Reservierung“ auf die harte Tour

Gegen 01:15 Uhr dann die überraschende Wendung: Beamte der Berufsfeuerwehr entdeckten auf einem nahen Parkplatz einen 43-jährigen Mann, der tief schlafend in seinem Auto lag. Der Mann aus Brandenburg war nicht nur der Eigentümer der Angelsachen, sondern mit 1,3 Promille auch erheblich alkoholisiert.

Seine Begründung für das Chaos: Er wollte sich den begehrten Platz auf der Nordmole für den nächsten Tag „reservieren“ und ließ sein Tackle deshalb einfach stehen, um im Auto vorzuschlafen. Dass er damit Dutzende Rettungskräfte in Atem hielt, war ihm sichtlich nicht bewusst.

Experten-Tipp von Chefredakteur Michael Werner

„Der Großeinsatz in Stralsund zeigt deutlich: Lassen Sie Ihr Tackle niemals unbeaufsichtigt am Wasser stehen! Abgesehen vom Risiko eines Diebstahls, lösen herrenlose Gegenstände an Kaimauern oder Brücken fast zwangsläufig eine Rettungskette aus. Wer für die Kosten eines solchen Fehleinsatzes aufkommen muss, wird oft juristisch geklärt – und das kann extrem teuer werden. Mein Rat: Wer sich einen Platz sichern will, muss vor Ort bleiben oder sein Zeug wieder einpacken. Und: Alkohol und Angeln vertragen sich weder auf dem Boot noch an der Kaikante!“

Auch interessant


12 x Blinker

+ Fanatik Köderbox

Cover der AngelWoche 09/2026: Es riecht bereits nach Hecht!

AngelWoche

AngelWoche ist die aktuellste und meist verkaufte Angelzeitung auf dem deutschen Markt. News aus der Industrie, aktuelles von den Angelgewässern, reich bebilderte, kurz und verständlich gehaltene Artikel, verbunden mit einer großen Themenvielfalt charakterisieren die AngelWoche.

Ihre FliegenFischen Ausgaben

in einem einzigartigen Nachschlagewerk

JETZT SAMMELN!

 

Sammeln Sie Ihre Ausgaben zu einem einzigartigen Nachschlagewerk!

Next Prev
Blinker
AngelWoche
FliegenFischen
Kutter & Küste