Farben im Forellensee

Am Forellensee spielen nicht nur die Köderfarben eine wichtige Rolle, sondern auch die Farben von Zubehör wie Posen und Sbirolinos.

Michael Kahlstadt Forelle

Bild: Michael Kahlstadt

Eine Bienenmade an der Pilotkugel verführte diese Lachsforelle.

Farben von Ködern und Komponenten

Nicht nur die Köderfarben sind am Forellensee wichtig, sondern auch die Farben von Posen, Sbiros und Piloten. Mal lösen sie bei den Forellen Neugier und Aggression aus, mal sorgen sie für Misstrauen. Und manchmal vertreiben sie die Fische sogar. Michael Kahlstadt erklärt, worauf es bei Posen- und Köderfarben wirklich ankommt und wie kleine Anpassungen ein paar Extraforellen bringen können. Denn oft entscheiden Kleinigkeiten über Fang oder Schneidertag. Zwei Angler fischen nebeneinander auf gleicher Tiefe, doch einer ist erfolgreicher. Neben Vorfachlänge, Hakengröße oder Köderführung spielt auch die Farbe der verwendeten Komponenten eine wichtige Rolle.

Scheuchwirkung bei Posen

Beim oberflächennahen Angeln im Forellensee, etwa beim Schleppen oder Tremarella, sind die Farben der unter Wasser befindlichen Posenkörper keineswegs egal. Mit der Polbrille lässt sich immer wieder beobachten, dass Forellen auf größere, knallige Schwimmer sensibel reagieren. Dies gilt auch für große orangefarbene oder neongrüne Wasserkugeln oder auch Sbirolinos. Zieht man mit solch einem Modell durch einen Schwarm, weichen die Forellen häufig sichtbar aus. Auch beim stationären Angeln bleiben sie nicht selten auf Abstand. Stehen die Fische tiefer als etwa 1,5 Meter, wird die Posenfarbe dagegen meist unwichtig, da sie außerhalb des direkten Sichtfelds liegt.

Ricarda Languis

Bild: Kahlstadt

Ricarda Langius fing diese Lachsforelle auf einen Sponn in Chartreuse. Kleine Köder dürfen ruhig bunt ausfallen. Große Bombarden eher nicht.

Größe und Oberfläche

Neben den Farben entscheidet im Forellensee auch die Größe der Komponenten. Kleine Pilotkugeln mit 8 bis 12 mm Durchmesser zeigen kaum Scheuchwirkung. Im Gegenteil, Bisse direkt auf den Piloten sind keine Seltenheit. Große Objekte wie voluminöse Wasserkugeln oder massive Sbirolinos fallen hingegen deutlich stärker auf und können Misstrauen wecken. Dies gilt umso mehr, je höher der Angeldruck ist, je kleiner das Gewässer ist und umso mehr Angler am Wasser stehen. An großen Baggerseen fällt die Farbe nicht so stark ins Gewicht. Trotzdem ist es auch hier besser, lange Vorfächer (2,5 – 3,0 m) bei der Pilotmontage zu benutzen, da sich so ein größerer Abstand zwischen Köder und Sbirolino ergibt. Bewährt haben sich matte, dunkle oder transparente Posenkörper. Schwarz oder klare Modelle wirken unauffällig, auch Weiß zeigt meist geringe Scheuchwirkung. Glänzende Oberflächen sollten vermieden werden, da sie zusätzlich Licht reflektieren. Die Antennenfarbe betrifft vor allem den Angler. Neonorange oder Neongelb sind bei diffusem Licht gut sichtbar, Schwarz bietet aber Vorteile im Gegenlicht und verhindert zugleich bunte Spiegelungen auf dem Wasser.

Forelle

Bild: Kahlstadt

Wird der Köder dicht unter der Oberfläche und nah an der Pose angeboten, so sollte das Unterteil möglichst unauffällig ausfallen.

Köderfarben: Reiz statt Risiko

Anders als große Schwimmer wirken kleine und grelle Köder meist nicht abschreckend, sondern reizvoll. Orange, Chartreuse oder Weiß können gerade bei kleinen Spoons, Gummiködern oder Bienenmaden starke Reize setzen. Solche Farbtupfer lösen häufig einen Aggressionsbiss aus. Die Forelle attackiert solche Köderfarben im Forellensee impulsiv, nicht unbedingt aus Hunger. Bei leicht getrübtem Wasser oder bedecktem Himmel sind auffällige Farben oft im Vorteil, weil sie sich besser vom Hintergrund abheben. Natürliche Farben sind in sehr klarem Wasser im Forellensee und bei hohem Angeldruck besser. Dort kann ein Übermaß an Neonfarben sogar zur Ablehnung führen. Werden die Fische ständig mit denselben grellen Tönen konfrontiert, reagieren sie irgendwann vorsichtiger. Dann sind gedeckte und natürliche Farben wie Braun, Oliv oder Grau häufig die bessere Wahl. Sie wirken unauffälliger und schaffen Vertrauen. Besonders bei klarem Wasser, Sonnenschein und wenn die Fische nahe der Oberfläche schwimmen.

Fazit

Große und knallige Objekte im Oberflächenbereich können Forellen verscheuchen, kleine auffällige Köder dagegen oft zum Biss reizen. Entscheidend sind Größe, Sichttiefe, Wassertrübung und Angeldruck. Wer bereit ist, auch bei der Farbwahl flexibel zu bleiben, wird am Ende konstanter fangen. Denn oft sind es genau diese Details wie die Farben am Forellöensee, die den Unterschied machen. Mehr Themen zum Forellenangeln gibt es auf dem Youtube-Kanal von Michael Kahlstadt.

Teig

Bild: Kahlstadt

Bei kleinen Pilotkugeln ist die Farbe unwichtig.

 

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