Blinker: Moin Lars. Angler werden nicht geboren, sondern irgendwann vom Angelvirus angesteckt. Wann war das bei dir der Fall?
Lars: Mit 6 Jahren habe ich mit dem Angeln angefangen. Das war bei einem Urlaub in den Niederlanden, in Friesland am Lauwersmeer.

Bild: W. Krause
Lars Lindemann soll die Marken Tubertini und Seika auf dem deutschen Markt vertreiben.
Blinker: Hat irgend jemand aus deiner Familie dich ans Angeln herangeführt?
Lars: Ja, ich hatte einen Onkel, der in den Niederlanden ein Ferienhaus hatte und der mir die ersten Schritte in Sachen Angeln beigebracht hat. Ansonsten gab es von familiärer Seite niemanden, der geangelt hätte.
Blinker: Wie ging es anglerisch weiter?
Lars: Bis zum 18. Lebensjahr war ich dann als Allrounder unterwegs, allerdings immer mit Schwerpunkt Forelle, weil es in Bottrup und Umgebung hauptsächlich Forellenseen und kaum andere Gewässer gab.
Blinker: Du hast immer schon den Wettkampf beim Angeln geliebt. Wie bist du in die Szene „reingerutscht?“
Lars: Mit 19 Jahren habe ich das erste Mal eine lange Kopfrute in der Hand gehalten. Das war mit einem Freund am Twente-Kanal. Und dann habe ich mich gesteigert. Dann kam das Feedern dazu. Ab 25 konnte ich mich zweimal für das prestigeträchtige „King of Clubs“ (KOC)-Angeln qualifizieren.
5.Blinker: Dann hast du in Italien das moderne Forellenangeln kennengelernt und versucht, das feine italienische Angeln den deutschen Anglern schmackhaft zu machen. Die angelten an den Seen hauptsächlich mit Wasserkugel oder Grundmontage. Wie wurde das neue Gerät angenommen?
Lars: Skeptisch, sehr skeptisch. „Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht!“ Doch in den nächsten eineinhalb Jahren setzte auch bei uns ein riesiger Forellenhype ein.
Blinker: Mit den neuen Geräten gingen neue Angelmethoden einher. Wie hast du diese verbreitet?
Lars: Indem mein Team und ich regelmäßig an verschiedenen Angelseen unterwegs waren und den Leuten dort erklärt und demonstriert haben, wie zum Beispiel eine Tremarella-Montage aussieht, oder wie man Bienenmaden richtig anködert. Das kam gut bei den Anglern an.
Blinker: Dann hast du 2009 die TFT (Trout Fishing Tackle)-Roadshow ins Leben gerufen, wo Angler sich in mehreren Qualifikationsfischen platzieren konnten und dann am Ende eines Jahres um den Pokal angelten. Was hat das bewirkt?
Lars: Dadurch wurde der Hype noch größer und schwappte dann von Italien nach Holland, Belgien, Deutschland und Dänemark über. Und die Qualifikationsangeln fanden immer an unterschiedlichen Teichen statt. Das erregte Aufmerksamkeit.
Blinker: Dann war bei dir mit einem Mal Sendepause mit Angeln. Du verschwandst von der Forellenszene und tauchtest erst im Dezember 2025 wieder auf. Was hast du gemacht?
Lars: Ich hatte neue berufliche Herausforderungen angenommen. Die bestanden im Management eines Tageszeitungsverlages mit dem Schwerpunkt Logistik.
Blinker: Dann tauchtest du im Dezember 2025 wie der Phönix aus der Asche wieder auf der Angelszene auf. Wie kommt das?
Lars: Durch die Trennung von Fishing Tackle Max (FTM) von Tubertini auf dem deutschen Markt, wurde in mir emotional etwas ausgelöst, das mich zurück zu meinen Wurzeln gebracht hat. Außerdem freut sich meine Frau Susanne, keine Hemden mehr bügeln zu müssen.
Blinker: Wie kam es zur Zusammenarbeit mit Tubertini?
Lars: Ende Juli 2025 sprach Tubertini-Chef Glauco mich an und meinte: „Komm zurück in die Familie!“. Daraufhin wurde die Zusammenarbeit nach mehreren persönlichen Gesprächen besiegelt.

Bild: W. Krause
Bei einem guten Kaffee kommt man leichter ins Gespräch. Blinker Redakteur André Pawlitzki befragt Lars Lindemann nach der Neuausrichtung von Tubertini.
Blinker: Was ist für das Jahr 2026 geplant?
Lars: Zuerst soll der Firmenname weiter bekannt gemacht werden. Dazu haben rund 700 Händler den Tubertini Katalog erhalten. Auch werde ich auf den Stippermessen in Hückelhoven und Bremen mit einem Stand vor Ort sein. Ab Oktober (zur Angelwelt Berlin) werden neue, komplett überarbeitete Seika Spinn-und Raubfischruten im Fachhandel erhältlich sein.

Bild: W. Krause
Tubertini hat ihre DNA in Italien bereits vorgestellt. Die Produkte sind ab Oktober auch in Deutschland erhältlich.
Blinker: Planst du ein Tubertini-Wettkampfteam aufbauen?
Lars: Ja, geplant ist ein Forellenteam. Dieses wird aus alten Weggefährten aber auch jungen Anglern bestehen. Beim Stippfischen bleiben viele bekannte Angler wie Claus Müller und Günter Horler der Marke Tubertini treu. Weiter ist ein Seika Team angedacht.
Blinker: Gibt es für dich ein Leben neben dem Angeln?
Lars: (muss lange überlegen) Auf jeden Fall. Ich mache gerne Urlaub auf Kreta. Könnte mir sogar vorstellen, dort permanent zu leben. Außerdem fordert meine Enkelin Lene ihre Zeit mit Opa ein.
Weitere Infos: www.tubertini.it,
Fotos: W. Krause






