Vor der Küste von Teneriffa ist spanischen Meeresforschern eine außergewöhnliche Beobachtung gelungen: Sie filmten einen lebenden Tiefseeteufel nur knapp unter der Wasseroberfläche. Nach Angaben des Forschungsteams handelt es sich um die bislang erste dokumentierte Aufnahme eines lebenden Exemplars in so geringer Tiefe. Normalerweise bewohnen diese Fische die lichtlosen Zonen der Tiefsee in mehreren Hundert bis über Tausend Metern Tiefe.
Fisch mit „Angelorgan“
Beim beobachteten Tier handelt es sich um einen sogenannten Tiefseeteufel, der zur Ordnung der Armflosser (Lophiiformes) gehört. Charakteristisch für diese Fische ist ihr namensgebendes „Angelorgan“: Ein aus der Rückenflosse umgebildeter Fortsatz ragt wie eine Rute über dem Kopf und trägt an seiner Spitze ein Leuchtorgan. Mithilfe biolumineszenter Bakterien erzeugt es in der Dunkelheit der Tiefsee ein schwaches Licht, das Beutetiere anlockt.Tiefseeteufel besitzen einen verhältnismäßig großen Kopf, ein weites Maul und lange, nach innen gebogene Zähne. Diese Anatomie ermöglicht es ihnen, auch Beute zu verschlingen, die beinahe so groß ist wie sie selbst. Ihr Körper ist meist dunkel gefärbt – eine Anpassung an die völlige Finsternis ihres natürlichen Lebensraums.
Nur selten dokumentiertes Leben
Bemerkenswert ist auch ihre Fortpflanzungsstrategie: Bei vielen Arten sind die Männchen deutlich kleiner als die Weibchen. Sie heften sich dauerhaft an ein Weibchen an und verwachsen teilweise mit dessen Körper, wodurch sie über den Blutkreislauf mit Nährstoffen versorgt werden.
Warum das nun gefilmte Exemplar nahe der Oberfläche unterwegs war, ist nach wie vor – auch knapp ein Jahr nach der Entdeckung – unklar. Denkbar sind Krankheiten, Veränderungen der Meeresströmungen oder Störungen im Lebensraum. Die Beobachtung liefert jedoch wertvolle Einblicke in eine Tiergruppe, die aufgrund ihres extremen Lebensraums nur selten lebend dokumentiert werden kann.







