Nutria-Kopfgeld: Deutsche Jäger erhalten Abschussprämie

Nutria sind extrem fruchtbar. Und da sich die Zahl der unersättlichen Nager in den letzten Jahren fast verdoppelt hat, haben einige Bundesländer bereits Abschussprämien ausgelobt. Doch es gibt auch Kritik.

Nutria im Wasser

Bild: F. Schlichting

Nutria im Wasser. Diese Biberratten sind in Deutschland zur Plage geworden.

Das größte Problem: Nutrias haben keine natürlichen Feinde. Und weil das so ist, fordert der Deutsche Jagdverband die Aufnahme von Nutria ins Bundesjagdgesetz. Und zwar deutschlandweit. Ursprünglich wurden die Nager in wenigen Farmen für ihre Pelze gezüchtet, aus denen immer wieder einzelne Tiere entkamen. Nun sind sie, quasi in freier Wildbahn, zur Plage geworden. Vor fünf Jahren waren sie im südlichen Ostholstein zum Beispiel kaum zu finden. Mittlerweile schießen die etwa 30 Jagdreviere in der Region rund 1.000 Nutrias pro Jahr. Die Nager graben Deiche an und behindern so den Hochwasserschutz. Daher dürfen die Nutria als invasive Art in Schleswig Holstein seit bereits 2024 ganzjährig geschossen werden. In Hamburg bekommt man pro Tier eine Prämie von 14 Euro. Im Landkreis Leer (Ostfriesland) sind es 8 Euro.

Nager auf dem Teller? Nutria sind extrem lecker!

Nutria fressen hauptsächlich Pflanzennahrung: Wasserpflanzen, Ackerfrüchte wie Rüben und Kartoffeln und eher selten tierische Kost wie z.B. Süßwassermuscheln, Schnecken und Würmer. Aufgrund ihrer Ernährung haben die Nager ein wohlschmeckendes Fleisch.  Deshalb werden die erlegten Exemplare sinnvoll verwertet. Das Nutriafleisch wird als Schmorbraten oder als Burger zubereitet. Gefangen werden die Nutria auch in Lebendfallen, die so abgedunkelt sind, dass die Tiere keinen Stress erleiden. Beim Entleeren der Fallen werden sie dann erschossen. Die Tierrechtsorganisation Peta kritisiert dieses Vorgehen: Wenn der Mensch keine Nutria gezüchtet hätte, gäbe es dieses Problem nicht.

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