Mit Sand locken/ Eisangeln


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Mit Sand locken/ Eisangeln

Beitragvon Godfried » 31.01.2009 - 0:19

Moin Leute,
war am letzten Sonntag Eisangeln (größeres Loch mit Holzkeil frei "gerammt"/ 2 normale Ruten v. Ufer) an Forellenteichen bei Hamm.

Hab mit hellem Bausand, versetzt mit Flavour und einer Hand voll kleinen Steinchen gelockt.
Hat die ältere Generation früher recht häufig beim Eisangeln, aufgrund des damals schon bestehenden Futterverbots (Forelli), gemacht.

Hab an dem Tag zwei schöne Portionsforellen gefangen (Bienenmade/ Fleischmade) und eine unter dem Eis verloren.
Hab auch in den wärmeren Monaten teilweise recht gut auf Locken mit Sand gefangen.

Hat sonst noch jemand Erfahrung

Grüße
Christoph

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Beitragvon rhinefisher » 31.01.2009 - 7:29

Hi! Zerriebene Eierschalen locken recht gut.. .
Petri!
DEUS LO VULT !

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Beitragvon Taxler » 31.01.2009 - 9:02

Die berühmte "handvoll Kies" lockt in den Forellenpuffs deshalb so hervorragend, weil die frisch eingesetzten "Opfer"
dieses Geräusch aus den Zuchtbecken, in denen sie herangewachsen sind, kennen und mit der Fütterung in Erinnerung bringen
Also, wenn ich Du wäre ..... dann wäre ich, ehrlich gesagt, doch lieber ich

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Beitragvon hechtspringer » 31.01.2009 - 13:59

Taxler hat geschrieben:Die berühmte "handvoll Kies" lockt in den Forellenpuffs deshalb so hervorragend, weil die frisch eingesetzten "Opfer"
dieses Geräusch aus den Zuchtbecken, in denen sie herangewachsen sind, kennen und mit der Fütterung in Erinnerung bringen


Da stellt sich mir die frage.(auch wenns generell nicht schwer ist an fopu´s) wo bleibt da die herausforderung seiner eigenen Angel künste wenn man versucht die Fische mit solch banalen "Lockgeräuschen" zu veräppeln? Ok ich möcht hier niemanden beleidigen, aber sind das nicht einfach nur billige Kochtopf Angler methoden?

@ Godfried: soll keine blöde anmache sein ;-)

jeder soll so Angeln wie er will, solang es Legal ist!
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Beitragvon reverend » 31.01.2009 - 14:39

Nun ja, ein Wort - nämlich "Kochtopfangler" - gehört jetzt eigentlich nicht in diese Diskussion. Hier geht es doch um keine Pro&Contra - Diskussion um C&R.

Was ist der wesentliche Unterschied zwischen Kunstköder und Kunstfutter?
In beiden Fällen werden die Fische mit Imitaten überlistet.
"Billig" wäre es hingegen, wenn man einen Liter Maden ins Eisloch verklappen, also tatsächlich anfüttern würde, oder? (Was z.B. die Carp-Specimen-Hunter ja auch mit allerlei Boilies, Pellets, Frolic, Teig etc. ungeniert tun - obwohl sie keine "Kochtopfangler" sind).
Cogito, ergo sum.
Credo, ergo intelligo.
Piscor, ergo vivo.

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Beitragvon hechtspringer » 31.01.2009 - 15:07

@ Reverend: hast ja recht §@*

Was ich eigentlich meinte war, dass man an kommerziellen Forellenteichen sowas doch eigentlich nicht nötig hat, oder? So wie viele behaupten, soll es ja nicht schwer sein an solchen Forellenteichen fische zu fangen, ok so wie im Winter wenn sie eher träge sind, dann find ich das ja in ordnung, dass sie mit Lockgeräuschen etwas zum biss ermuntert werden, aber ab frühling wenn sie nach der "schonzeit" wieder Aktiv werden sollte man doch eher auf seine Angelkünste hoffen ohne wie beschrieben "
handvoll Kies
"

anlocken zu müssen.
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Beitragvon Gerd » 31.01.2009 - 19:06

Es ist durchaus gängige Praxis, Fische mit Lärm an den Platz zu locken. An Gewässern, in denen viel gestippt wird, stellen die Fische das laute Plumpsen von Futterkugeln mit Nahrung gleich, je nach Erfahrung reagieren sie darauf positiv und kehren sofort an den Futterplatz oder aber sie verbinden die Geräusche mit Gefahr, was sofortiges Einstellen der Fressaktivität zur Folge hat.

Sehr gut lassen sich z.B. auch Barben mit geklebtem Kies anlocken - sie reagieren sehr stark auf Geräusche. Deshalb ist es doch eigentlich clever, Forellen durch prasselnden Kies an den Angelplatz zu locken, da sie dieses Geräusch mit Pelletnahrung verbinden.
Hätte ich einen Weinberg, ich würde ihn 'Hang zum Alkohol' nennen

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Beitragvon reverend » 31.01.2009 - 20:48

@Hechtspringer:
Ich habe solcher Tricks auch nie bedurft.
Fliege präsentieren - und drillen. Das war's. :dance::
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Beitragvon hechtspringer » 01.02.2009 - 0:57

@ Reverend: {ß*#

vielleicht schaff ich es dieses jahr ja das Fliegenfischen zu erlernen^^ zumindest so dass ich die Fische net mehr verscheuch*lol*
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Die Fliege ist die diskretere Wahl

Beitragvon Godfried » 02.02.2009 - 23:59

Hola Hombres,
der Reverend hat zu Teilen schon recht, das Fischen mit der Fliege auf Forellen und Salmoniden hat, richtig verstanden, den diskreten Charme
veredelter Kunstfertigkeit, ohne Locken und glitternden Kunstteig.

Ich habe über die Jahre immer mal wieder Gelegenheit gehabt mit der Fliege zu fischen (die Gera/ Thüringen, die Ilm/ Thüringen, kleine Bäche/ Westfalen, kleiner See/ Salzkammergut) und schätze es durchaus als sportliche, herausfordernde und auch elegante Form der Fischerei.

Das stationäre Fischen mit sensiblen Ruten/ Leinen/ Posen/ Sbirulinos hat durch seine relative Beschaulichkeit, das Riechen und Fühlen v. Maden, Würmern, Teigen, Mais, Shrimps... einen anderen Reiz.

Es ist ein ganze Spur passiver, meditativer, da nicht der Fischer der Hauptakteur ist, sondern der Fisch/ die Forelle, die durch den Biss, die relative Lethargie des Geschehens aufhebt.

Ein kleiner gedanklicher Diskurs, er sei mir gestattet.

Ich freue mich auf Ende April/ Anfang Mai und eine gute Forelle abends nach der Gartenarbeit im hochwassergefluteten Schleusenpool des heimischen Baches im Münsterland.

Tired Lines Euch Brüdern in Petri
Christoph

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Re: Die Fliege ist die diskretere Wahl

Beitragvon Taxler » 03.02.2009 - 7:50

Godfried hat geschrieben:Es ist eine ganze Spur passiver, meditativer, da nicht der Fischer der Hauptakteur ist, sondern der Fisch/ die Forelle,
die durch den Biss, die relative Lethargie des Geschehens aufhebt.

Ein kleiner gedanklicher Diskurs, er sei mir gestattet.


Jederzeit und gerne wieder :clap:
Also, wenn ich Du wäre ..... dann wäre ich, ehrlich gesagt, doch lieber ich

Helmut1

Re: Die Fliege ist die diskretere Wahl

Beitragvon Helmut1 » 03.02.2009 - 7:59

Godfried hat geschrieben:Hola Hombres,
der Reverend hat zu Teilen schon recht, das Fischen mit der Fliege auf Forellen und Salmoniden hat, richtig verstanden, den diskreten Charme
veredelter Kunstfertigkeit, ohne Locken und glitternden Kunstteig.

Christoph

:evil: Ich erteil mir jetzt mal selber Redeverbot zu diesem Satz......

Zum Anlocken mit Sand:
Früher wurde beim Saiblingsfischen mit der Hegene oft ein wenig Quarzsand vom Boot ins Wasser gestreut, das hatt nicht mit dem Geräusch zu tun, lediglich das Glitzern des Sandes sollte die Saiblinge zu den Nymphen locken. Man sieht also nicht nur in Ferollenpuffs wird/wurde das angewandt ;)

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Beitragvon Onkel Tom » 03.02.2009 - 9:39

Hallo!

Ich weiß, ich bin hier im Forellenforum und somit habe ich hier eigentlich nichts verloren, da ich in meinem Leben noch nie eine Forelle gefangen habe.
Zum Thema Sand als Lockmittel kann ich jedoch auch etwas beisteuern.

Als ich früher als Grundschüler mit meinem Kumpel beinahe jeden Nachmittag mit der Stippe am Kanal verbrachte, gestaltete sich das Angeln oft sehr schwierig. Wir waren noch recht unerfahren und angelten mit den einfachsten Mitteln. Stippe, Schnur, Pose, Haken, Mistwurm, fertig. Eines Tages, wir fingen mal wieder nicht all zu viel, kam uns der Opa meines Kumpels besuchen. Wir berichteten ihm, dass wir gerne ein paar Barsche fangen würden und sich der Erfolg leider in Grenzen hält. Er lächelte, nahm eine Hand voll Sand und warf sie breit gefächert in Richtung unserer Posen. Dann sagte er, wir sollen uns noch einen kleinen Augenblick gedulden und dann würden wir Barsche fangen.

Und tatsächlich, schon nach kurzer Zeit fingen wir ein Barsch nach dem anderen, Kleine und Große. Der Opa meines Kumpels erklärte uns, dass da einwerfen von Sand für die Barsche den Eindruck erwecke, als wenn kleine Fischchen im Boden nach Nahrung gründeln würden und das hat sie wohl magisch angezogen. Wir verwendeten diesen „Trick“ immer wieder und es ließ sich sehr oft wiederholen. Ich finde es nicht verwerflich, wenn man sich Gedanken über das Verhalten seiner Zielfische macht, um sie dann mit solchen „Tricks“ zu überlisten. Ob das nun in einen Forellenteich nötig ist, vermag ich nicht zu beurteilen, da ich noch nie in einem solchen geangelt habe.
virtueller Schankwirt der Blinker-Onlinekneipe
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Beitragvon Der Junge mit der Angel » 02.03.2009 - 23:51

Taxler hat geschrieben:Die berühmte "handvoll Kies" lockt in den Forellenpuffs deshalb so hervorragend, weil die frisch eingesetzten "Opfer"
dieses Geräusch aus den Zuchtbecken, in denen sie herangewachsen sind, kennen und mit der Fütterung in Erinnerung bringen


Hi Taxler, interessante Aussage!
Welche Erfahrungen hast du schon mit Kies am Forellenanlagen gemacht? Wie sahen deine Erfolge im Vergleich zu nicht-Kies-werfenden Angelkollegen aus?
Oder beruht deine Aussage nur vom Hörensagen?



Meine Erfahrungen sehen nämlich völlig anders aus. Kies lockt weder hervorragend, noch gut. Es ist eine Verlegenheitsstrategie um Fische möglicherweise kurzfristig anzulocken, so weit gebe ich Taxler recht. es kann eine gewitze Möglichkeit sein um sich an einigen wenigen Tagen einen kleinen Vorteil zu verschaffen. Langfristig bringt Kies füttern garnix, weil die Trutten den Trick schnell druchschauen. Meist ist die Unruhe sogar kontraproduktiv und die Fische nehmen spätestens Reissaus wenn sie ein Steinchen getestet haben.
Dieser Methode wird in der Theorie sehr viel höhere Bedeutung zugemessen, als in der Praxis. An den Teichen und Seen ist sie nämlich kaum zu finden.

Kies-füttern ist also alles andere als signifikant fangsteigernd und schon gar keine Fanggarantier, wie hier einige zu glauben scheinen. Dass hier das Anfüttern generell, also auch in anderen Angelsparten belächelt wird finde ich verwunderlich, ist es doch in der Friedfischszene nicht mehr wegzudenken und selbst bei den Raubfischanglern im kommen...

(Es wäre übrigens intelligent und höflich, besonders von Seiten der Mods, wenn hier endlich mal zwischen "Teichanlagen" und "Badewannenartigen überbesetzten Puffs" unterschieden wird. Sonst kommen falsche Eindrücke wie
Was ich eigentlich meinte war, dass man an kommerziellen Forellenteichen sowas doch eigentlich nicht nötig hat, oder? So wie viele behaupten
heraus, welche die Lager der Angler noch weiter künstlich trennen, weil Schubladendenken propagiert wird.
Gerade hier im Forum wird massiv über einen Kamm geschoren, was sich darin äußert dass zu diesem Thema hier im Board sehr wenig Fachwissen zu finden ist, weil Fragesteller und Experten zu diesem Thema durch unsachliche Kommentare vergrault werden.
Das Thema wurde hier schon einmal ausführlicher durchgekaut, aber wie ich sehe hat sich hier wenig geändert.)
"Wenn man nicht ab und zu Pech im Leben hat, weiss man das Glück nicht zu würdigen...
Danke dafür!"

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Beitragvon andal » 03.03.2009 - 9:20

Jetzt gehts dann eh bald wieder ums Angeln mit einem Eis am Stil in der Hand.
Angler neigen sehr stark dazu, dort mit Lösungen aufzuwarten, wo gar keine Probleme bestehen.