Wobblerbau...ich war in meinem Bastelstübchen ;-)

  • Moinsen,


    vorab: Nicht zwingend aus Kostengründen (aber wohl auch? :roll: ) sondern wie immer aus Spaß an der Sache und angeregt
    durch den brauchbaren Nutzen baue ich mir meine Wobbler jetzt selbst.


    Wie immer sind solche Basteleien - wenn sie auch wirklich brauchbar werden sollen - nicht als Schnellschuß zu betrachten.
    Da ich seit jetzt fast 20. Jahren im privaten Bereich Formenbau betreibe habe ich mich - auch angeregt durch den Fat-Iris -
    einmal an diese Thematik rangemacht. Für den Tiedenbereich benötige ich einen anderen Wobbler als in einem langsam fliessenden
    Fluß oder einem See, soweit so gut. Ich konzentriere mich hier als erstes auf einen Wobbler für die Elbe, bedeutet er soll
    grundsätzlich schwimmen, gegen der Strömung selbstständig leicht absacken, mit der Strömung durch z.B. eine Kurbelumdrehung
    ebenfalls leicht abtauchen und ganz langsam wieder nach oben schwimmen.


    Am Anfang steht viel Getüftel und bis zum ersten, gut laufenden Wobbler vergeht so einige Zeit. Und nein, ich baue nicht mit
    Holz.


    Der erste fertige Wobbler wird erst die Tage hergestellt, die Vorbereitungen dazu laufen ja. Hier erst einmal Basics...

  • Als erstes habe ich mir - natürlich - einen Rohling gebaut. Die Maße habe ich von einen "bekannten"
    Wobbler abgenommen.


    Die Ösen sind nur proforma eingesetzt damit die Lage später in der Form erkennbar sind. Die obere "Haiflosse"
    ist nur für den Gießkanal und wird danach weggeschliffen. Selbstverständlich wird der Rohling noch sauber grundiert. ;)

  • Die Varianten der Farbe werden vielfältig sein, ich arbeite nämlich in einer Farbenbude und habe Zugriff auf
    alle Arten von Pigmenten, UV-Pulver, Iriodine, Flitter etc.


    Die Augenaushöhlungen habe ich auf die zukünftigen Augen angepasst, würde dann später evtl. so aussehen:

  • Thematik Haken- und Wirbelösen.


    Es handelt sich um einen 0,6mm starken, verzinkten Draht (Zugkraft ca. 600Nm), den ich mir zukünftig nach einer erstellten Schablone
    genau auf Maß biege und die Ösen zusätzlich sauber verlöte. Die oberen Stege sind dazu da den Auftriebskörper zu fixieren.

  • Die Negativform ist gerade in der Mache. Der Draht und der Auftriebskörper wird exakt mittig in der Form fixiert
    und dann komplett mit eingegossen. Die Option eines zweiten Drillings unten ist natürlich mit eingeplant.


    Der Erste "Schwimmtest" im Eimer war sehr ordentlich. Das Gießmaterial hat eine Dichte von 1, der Wobbler hat somit
    momentan ein Gewicht von etwa 12g, dazu kommen etwa 3g für den Draht und der Drillinge - abzüglich der Materialeinsparung
    durch den Schwimmkörper von wiederum 3g bleibt es bei etwa 12g.


    Ein "leichter Stups" im Eimer brachte den Wobbler, schon gerade schwimmend, kurz nach unten und er tauchte langsam wieder
    an die Oberfläche. Varianten durch Vergrößerung des Schwimmkörpers oder einsetzen eines kleinen Bleis im unteren Bereich
    sind natürlich immer gegeben.


    Ach ja: Der Materialpreis (jaja, das Meiste habe ich sowieso rumliegen :lol: ) eines fertigen Wobblers liegt dann ungefähr
    bei € 0,30,-- , dazu kämen ein oder zwei Drillinge.


    Ich werde weiter berichten.


    Und immer schön kreativ bleiben! ;)

  • Moin Olaf, sieht sehr interessant aus. Falls du mal die Herausforderung suchst kannst du ja einige Kleinstwobbler für den FoPu basteln. Würde ich dir glatt abnehmen und ist ja auch nicht so weit weg von mir, persönliche Abholung inklusive. 8) Müssten aber auf jeden Fall Forellen bis 7 Kilo packen können ohne in ihre Bestandteile zu zerfallen :lol:

  • Zitat von Argail

    Müssten aber auf jeden Fall Forellen bis 7 Kilo packen können ohne in ihre Bestandteile zu zerfallen :lol:


    Das sollte bei der Konstruktion kein Problem sein, weil die ganzen Kräfte vom durchgehenden Draht getragen werden. Solange der nicht dünner ist, hält er wohl das Gleiche aus.


    Ich muss echt mal mit den Gelatine-Gufis in die Pötte kommen...

  • Zitat von Colamann


    Das sollte bei der Konstruktion kein Problem sein, weil die ganzen Kräfte vom durchgehenden Draht getragen werden. Solange der nicht dünner ist, hält er wohl das Gleiche aus.


    Ich muss echt mal mit den Gelatine-Gufis in die Pötte kommen...


    Moin,


    ja, so sieht es aus. Bei 600Nm sollte er Forellen bis knapp 60kg aushalten. :lol: ;)


    Ursprünglich wollte ich 0,4mm Edelstahldraht nehmen, aber den müsste ich "verdrillen" weil natürlich nicht lötbar.

  • Zitat von Tiedenspringer

    Moin,


    ja, so sieht es aus. Bei 600Nm sollte er Forellen bis knapp 60kg aushalten. :lol: ;)


    Ursprünglich wollte ich 0,4mm Edelstahldraht nehmen, aber den müsste ich "verdrillen" weil natürlich nicht lötbar.


    Würde ich so mal nicht stehen lassen, mit dem löten.
    Edelstahl ist lötbar, brauchst aber dafür anderes Lötwasser und ist weichgelötet.
    Bei Hartlöten oder schweißen bin ich bei dir, das wir bei 0,4 mm verdammt schwierig bis unmöglich.
    In meinem Betrieb verlöten wir zum Teil Edelstahlbleche für den Einsatz im Dachbereich.

  • Zitat von ToTi

    Würde ich so mal nicht stehen lassen, mit dem löten.
    Edelstahl ist lötbar, brauchst aber dafür anderes Lötwasser und ist weichgelötet.
    Bei Hartlöten oder schweißen bin ich bei dir, das wir bei 0,4 mm verdammt schwierig bis unmöglich.
    In meinem Betrieb verlöten wir zum Teil Edelstahlbleche für den Einsatz im Dachbereich.


    Moin,


    ja, das hast Du natürlich nicht unrecht!


    Aber dann hätte ich mir noch extra andere Lote und Flussmittel besorgen müssen - da greife ich dann doch lieber zum Fundus. ;)

  • So, die ersten Versuche waren hauptsächlich dazu gedacht die Dinger ordentlich auszutarieren. Klappte es mit einem Drilling am "Hintern" noch ganz gut (dazu ein eingesetztes 0,3g-Blei in vorderem Bereich) ist es bei zwei Drillingen plus mittlere Verbindung leicht "Arschlastig" geworden. Das macht aber nichts, da es ja Versuche sind - am Wasser benutzen kann ich sie aber probeweise trotzdem. Es benötigt nur minimal mehr Auftrieb - das ist technisch kein großes Problem. Z.Zt. liegt das Gewicht bei 14,2g.


    Wundert euch nicht über die Farbgebung (auch Test), das Material ist durchgefärbt und ich benutze bei blauen Himmel und Sonnenschein lieber den dunkleren Bauch anstatt die Klassiker. Das Weiß und das Grau haben einen Perlglanzeffekt was auf dem Photo leider nicht zu erkennen ist. :roll:


    Ich werde die Teile nicht mit Klarlack überziehen, ich gehe da noch eher auf fluoreszierende Farben. ;)

  • Zitat von 49er

    Wie sieht denn Dein Wobbler mittlerweile aus?
    Würde mich interessieren, was Du noch so zauberst! :)


    Viele Grüße
    Michael


    Moin Michael,


    jetzt war ich erst einmal im Kurzurlaub (Usedom/Swinemünde). Die Tage gehe ich einmal wieder in den Keller und gucke mal weiter... ;)


    Vorher - wohl jetzt am WoEnde - möchte ich den Wobbler erst einmal am Gewässer testen bezügl. der Austarierung und wie er läuft. In der Badewanne sah es schon ganz gut aus. :lol:

  • Moin,


    vorgestern habe ich den Wobbler einmal am Wasser gestestet und er lief (nach dem austarieren in einem Wassereimer) sehr gut. Grundsätzlich wollte ich ihn schwimmend, d.h. das er bei etwa drei schnellen Kurbelumdrehungen (ich habe eine Daiwa mit der Übersetzung 6,2:1 benutzt) bei etwa 3m Einzug kurz bis auf den Boden (etwa 2m Wassertiefe) zieht. Stoppt man taucht er nach etwa 8-10 Sekunden wieder an der Oberfläche auf.
    Kurbelt man mit kontinuierlicher Geschwindigkeit - Übungssache, noch zu testen - wird man den Wobbler immer Richtung Bodengrund führen können, ergo ist der erste Abriss auch schon vorprogrammiert. :lol:


    Heute zum Mittag wird am Wasser noch einmal getestet. Hier die Variante Weiss/Schwarz nass in nass gegossen:

  • Zitat von Tiedenspringer

    Moin,


    vorgestern habe ich den Wobbler einmal am Wasser gestestet und er lief (nach dem austarieren in einem Wassereimer) sehr gut. Grundsätzlich wollte ich ihn schwimmend, d.h. das er bei etwa drei schnellen Kurbelumdrehungen (ich habe eine Daiwa mit der Übersetzung 6,2:1 benutzt) bei etwa 3m Einzug kurz bis auf den Boden (etwa 2m Wassertiefe) zieht. Stoppt man taucht er nach etwa 8-10 Sekunden wieder an der Oberfläche auf.
    Kurbelt man mit kontinuierlicher Geschwindigkeit - Übungssache, noch zu testen - wird man den Wobbler immer Richtung Bodengrund führen können, ergo ist der erste Abriss auch schon vorprogrammiert. :lol:


    Heute zum Mittag wird am Wasser noch einmal getestet. Hier die Variante Weiss/Schwarz nass in nass gegossen:


    Sieht sehr gut aus :clap:
    Mich würde interessieren aus was für einen Material du den Wobbler hergestellt hast.
    ( Meine das Gießen des Wobblers)



    Mfg
    Jan

  • Zitat von Jan89


    Sieht sehr gut aus :clap:
    Mich würde interessieren aus was für einen Material du den Wobbler hergestellt hast.
    ( Meine das Gießen des Wobblers)


    Mfg
    Jan


    Moin Jan,


    mal ganz fachlich: Dehydriertes Naturharz oder eine Polymerverbindung. Sorry, gehört teilweise zu meinem Job. ;)


    Einfacher: Gießharz (Epoxid).


    Je nach Gießharz variabel (Dichte bzw. Gewicht) oder Stabilität (hart oder leicht flexibel). Flexibel ist schon besser, dann kann man mit etwas Wärme u.a. die Stellung der Schaufel kurzfristig ändern.


  • Nabend , kein Problem gehört teilweise auch zu meinem Job :)
    EP Harz gehört aber nicht zu den Naturharzen. ;)

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