Lockstoffe für Raubfische

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Christoph B.
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Beitragvon Christoph B. » 22.08.2013 - 7:57

Um mal wieder zum Thema zu kommen:

Also ich glaube selbst wenn das wirklich der Fanggarant sein sollte, würde ich mir meine Gummi's nicht damit einschmieren - die ganze Tacklebox, Flossen und mein Angelschrank stinkt dann nach Knobi oder sonstige, Betörenden Düften :D
Fisch on..!!

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andal
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Beitragvon andal » 22.08.2013 - 8:44

Es ist einfach ein unausrottbarer Mythos um die angeblich so sagenhaften "Düfte", die alle Fische magisch anziehen sollen. Und es ist Humbug. Das war schon bei Izaak Walton so, der hatte Mischungen, wo es einem beim Lesen schon den Magen umdreht und das wird immer so bleiben.

Man muss nur in einen Angelladen gehen. In jeder Ecke stinkt es anders. Die Gummifische stinken nicht nur nach frischem Gummi, sondern nach Sachen, die man gar nicht wissen will. Die Ecken mit den mysteriösen Zutaten für Stipper und Karpfenangler betritt man in der Furcht, es könnte sich einer dieser Behältnisse plötzlich öffnen und dann steht man ohne Gasmaske da. Einzig im Winkel der Fliegenfischer geht es. Die haben den Ball noch nicht aufgenommen und kommen ohne Gestank aus.

Da erscheint es beinahe als 27tes Weltwunder, dass so simple Dinge, wie Brot, ein totes Fischlein, oder der banale Blinker immer noch und vor allem regelmäßig schöne Fänge bescheren; ganz ohne beissende Düfte.

Nur Angler, die fängt der Dampf in rauen Mengen!
Angler neigen sehr stark dazu, dort mit Lösungen aufzuwarten, wo gar keine Probleme bestehen.

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Beitragvon RudivomSee » 22.08.2013 - 9:05

Habe seit etlichen Jahren ein Fläschchen "Raubfischkiller" nach einmaliger Nutzung mit allen Begleiterscheinungen: Finger stinken, Klamotten, Gerätebox und Übelkeit nach wenigen Minuten im Nebel des Nasenkillers habe ich besagtes Mittelchen in einen weiteren Glasbehälter luftdicht verpackt so das es keinen Schaden mehr anrichten kann. Nun steht es im Keller und wartet auf Entsorgung :D

Ach ja, an diesem Tag blieb ich Schneider.....
Ich bin wie ich bin; die einen kennen mich, die anderen können mich!!!
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Beitragvon andal » 22.08.2013 - 10:03

Das berühmt-berüchtigte "Reiher-Öl" hieß ja auch nur so, weil einen der Duft kotzen ließ, wie der gleichnamige Vogel! :badgrin:
Angler neigen sehr stark dazu, dort mit Lösungen aufzuwarten, wo gar keine Probleme bestehen.

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Beitragvon lelox » 22.08.2013 - 12:12

Gut gereihert schont den Hinterausgang. :badgrin:

Hensle
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Beitragvon Hensle » 22.08.2013 - 12:32

Vielen Dank , für die vielen Meinungen , die doch im grossen und Ganzen in die gleich Richtung gehen d.h. für mich , ich werde in Zukunft für das Zeugs kein Geld mehr ausgeben .

Fettes Petri an Alle ! ( auch ohne Stinkezeug )

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Beitragvon Heiner Hanenkamp » 22.08.2013 - 18:24

Man kann die Kohle dafür ganz sicher nützlicher anlegen.

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Beitragvon prinzbitburg112 » 24.08.2013 - 19:19

Also ich benutze seit einigen Jahren ein Paste für Gummifische.
An manchen Tagen mit Erfolg...aber nicht durch die Lockwirkung,sondern dadurch dass der Fisch den Köder einen Bruchteil länger im Maul behält.
Meine stinkt allerdings nicht so...keine Ahnung,was ihr da für Zeug kauft.

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Beitragvon Heiner Hanenkamp » 24.08.2013 - 23:37

Wenn überhaupt, ist das vielleicht der einzige Zweck solcher Tinkturen. Aber offen gesagt: Ich bezweifle selbst das noch.

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Beitragvon prinzbitburg112 » 25.08.2013 - 14:24

Aber offen gesagt: Ich bezweifle selbst das noch.

Der Erfolg gibt mir aber Recht ;)

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Beitragvon Heiner Hanenkamp » 25.08.2013 - 15:15

Na, wenn's denn so ist, hat's ja seinen Zweck. Für mich schaut es nach einigen systematischen Versuchen allerdings so aus, dass ich ohne solche Tinkturen keinen Deut schlechter fahre.

Ich sehe das eher unter der gleichen Rubrik wie, sagen wir, die "lautlose Schnur" oder die "einzig richtige" Köderfarbe: Wenn man daran glaubt, mag es ja einen psychologischen Effekt haben, der die Motivation befördert. Allein, mir fehlt der Glaube an solch monokausale Deutungen. Andere Faktoren, meist kombiniert und also nicht monokausal daher kommend, sind erheblich relevanter, denke ich. Und in aller Regel sind es solche, deren Lösung nicht gerade als fertige Wunderkur in den Auslagen der Geschäfte zu liegen pflegt.

Der Effekt, den Du angibst, ist eben jener, mit dem solche Tinkturen von Anfang an beworben wurden als Verkaufsargument. Bei solch frohen Botschaften bin ich allerdings mit den Jahren, wie soll ich sagen, zusehends weniger gläubig geworden. Ist aber sicherlich ein hartes Brot, auf einem sowieso schon arg überschwemmtem Markt noch eine lukrative Lücke zu finden.

Aber ich glaube ja: Die kaum mehr überschaubare Menge des Angebotes steht in einem umgekehrt proportionalen Verhältnis zu den Erträgen, die sich aus so einigen deutschen Gewässern noch herausholen lassen. Vor allem bei den Raubfischen. Ein Schelm natürlich nur, wer da einen direkten Zusammenhang erspäht. Aber nicht ohne Grund kamen in der jüngsten Zeit die meisten Innovationen auf dem Kunstködermarkt aus Japan. Denn dort schaut's noch ein ganzes Stückchen übler aus.

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Beitragvon Hensle » 26.08.2013 - 12:15

..."monokausale Deutungen"..!?,ganz schön hochgestochen !
Jeder wie er will und kann , aber ich finde man sollte bei seinen Formulierungen auch an die Leute denken , die keine Germanistikstudenten, Astrophysiker oder ähnliches sind.

Mir ist das zu hoch und ich weiß echt nicht was monokausal bedeutet , denn ich bin "nur " Angler!

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Beitragvon RudivomSee » 26.08.2013 - 12:25

Hensle hat geschrieben:Mir ist das zu hoch und ich weiß echt nicht was monokausal bedeutet , denn ich bin "nur " Angler!


Ok. Den Duden gibt es auch Online :oops:

Fürs einfache lesen könnten solche Worte verständlicher geschrieben werden :D
Ist bei Heiner eigentlich egal ob solch eine Umschreibung ein paar Worte mehr umfasst....
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Beitragvon Heiner Hanenkamp » 26.08.2013 - 21:01

Nun schön, sorry, monokausal bedeutet einfach: Abhängig von einem einzigen Faktor, in diesem Falle Lockstoff.

Gibt ja viele solche Annahmen, wer kennt sie nicht. "Die einzig richtige Farbe", "der einzig richtige Bait" und so weiter. Ich für meinen Teil glaube daran nicht mehr, denn fast immer hängt es von mehreren Variablen ab, ob es klappt oder nicht, und nicht bloß von einer einzigen. Schon gar nicht solchen, die sich fix und fertig im Laden kaufen lassen.

Die naheliegendste aller "Variablen" für ein Schneiderlein: Falscher Ort zur falschen Zeit. Das potenziert sich noch, wo die Bestände bescheiden sind, dagegen helfen Wundermittel nur höchst selten. Dem kann man ein klein wenig entrinnen, wenn man "breitbandig" auf alles Mögliche fischt. Wenn nicht, nicht.

Wer, sagen wir, mitten im Hochsommer bei strahlender Sonne und 30° im Schatten loszieht an eines der vielen allenfalls mittelprächtigen Gewässer mit dem Vorsatz: "Heute hole ich einen guten Hecht heraus", der wird halt öfter mal enttäuscht nach Hause fahren müssen. Es wäre denn, er nähme solche kleinen Unannehmlichkeiten als unvermeidlich bewusst in Kauf. Wird aber keiner tun, der sich nicht gerade auf Hecht spezialisiert hat.

Aber ich kann gut verstehen, wenn man ab und an darauf verfällt, es müsse irgendein kinderleichtes Zaubermittel geben, das einem die Fische quasi automatisch an den Haken treibt. Hat ja jeder schon mal gehabt, solche Vorstellungen, wenn's gerade wieder nicht so gut läuft. Woher sonst kommen die Bait-Friedhöfe in diversen Kellern, allesamt Relikte solcher Simpelannahmen, die nur höchst selten wirklich stechen, wenn keine weiteren begründeten Überlegungen dahinter stehen.

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Beitragvon rhinefisher » 27.08.2013 - 7:11

Es gibt dieses Zaubermittel durchaus: Man nennt es Geld.
Mit Geld lässt sich besser angeln.
Und erfolgreicher.. .
DEUS LO VULT !