Winterangeln

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Derrik Figge
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Beitragvon Derrik Figge » 08.01.2007 - 21:42

Meine Erfahrungen zeigen, dass abends 2 Stunden den besten Erfolg bringen und in der kurzen Zeit kühlt man kaum aus. Habe dieses Jahr schon etliche Hechte gefangen, alles mit Gummifischen von 9-15 cm. Also nicht fragen, fischen :lol:

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Beitragvon Zanderschreck » 09.01.2007 - 7:06

ABUFreak hat geschrieben: Also nicht fragen, fischen :lol:


Falsch ! Erst Fragen, dann das Erfahrene gut umsetzen ;)
Gruß
Volker

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Beitragvon Gerd » 09.01.2007 - 7:41

Zanderschreck hat geschrieben:
ABUFreak hat geschrieben: Also nicht fragen, fischen :lol:


Falsch ! Erst Fragen, dann das Erfahrene gut umsetzen ;)


...und dann nochmal fragen, was man falsch gemacht hat :lol: :lol:
Gummifische zum Schnäppchenpreis
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Sven Halletz
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Beitragvon Sven Halletz » 09.01.2007 - 10:43

ABUFreak hat geschrieben:Meine Erfahrungen zeigen, dass abends 2 Stunden den besten Erfolg bringen und in der kurzen Zeit kühlt man kaum aus. Habe dieses Jahr schon etliche Hechte gefangen, alles mit Gummifischen von 9-15 cm. Also nicht fragen, fischen :lol:


Ich glaube, im Laufe vieler Jahre Winterangelei verschiedene Gesetzmäßigkeiten erkannt zu haben:

1. Herrschte nachts starker Frost, ist am folgenden Tag meistens der Nachmittag bis frühe Abend die beste Fangzeit. Vormittags ist dagegen relativ tot.

2. Nach milden, regnerisch-windigen Nächten ist meistens der folgende Vormittag bis Mittag ausgesprochen gut. Über Mittag wird das Beißverhalten ruhiger. Erst gegen Abend gibt es dann eine zweite gute Beißzeit, die aber meist zu kurz ist, um eine große Strecke zu machen.

3. Scheint die ganze Nacht ein heller Mond (um Vollmond), ist das Angeln am nächsten Vormittag meist grottenschlecht. Wenn überhaupt etwas geht, dann meistens erst ab Nachmittag. Insgesamt ist das Beißen um Vollmond schlecht, wenn nicht eine wetterbedingt starke Wolkendecke den Mond in seiner Wirkung dauerhaft ausschaltet.

4. Zander beißen tagsüber bei strahlendem Sonnenschein im Winter vor allem bei sichtigem Wasser meistens gar nicht bzw. ausgesprochen schlecht. Hier sind die Dämmerungsphasen die beste Beißzeit, wobei der Abend absolut top ist, falls man nicht die Möglichkeit hat, auf ausgesprochen tiefes Wasser auszuweichen.

5. Unter Eis ist das Beißen den ganzen Tag über ausgezeichnet, wenn die Sonne scheint. Je trüber das Eis ist und je stärker die Schneedecke darauf, umso mehr verbessert dabei die Sonne die Fangchancen. Hat man dagegen fensterscheibenklares Kerneis ohne Schnee darauf, ist heller Sonneschein schlecht und die Fische beißen erst, wenn die Sonne wieder tief steht.

6. Die sechste und wichtigste Regel: Fische können immer dann beißen, wenn ein Angler am Wasser steht und den Köder effektiv im Wasser anbietet. Denn nicht alle Raubfische kennen sämtliche Fangregeln aus dem Effeff - und daher hat man jederzeit die Chance auf einen Joker, auch Ehrentreffer oder Bonusfisch genannt. Unabhängig von den oben aufgestellten Regeln sollte man also immer dann angeln, wenn man Zeit und Lust dazu hat - und lediglich seine Erwartungen an die objektiven Gegebenheiten anpassen. Wenn man von vornherein mit wenig Fisch rechnen muss und daher intelligenterweise mit geringen Erwartungen ans Wasser kommt, kann man nicht mehr enttäuscht werden. Wenn ich aufgrund guter Bedingungen gutes Beißen erwarte, bemühe ich mich also auch darum, Strecke zu machen. An Tagen mit von vornherein schlechten Bedingungen mache ich das Fangen von vornherein zur Nebensache und zelebriere dann eher das Drumherum, um den Tag zu genießen. An dieser Stelle sei noch einmal mein bereits an anderer Stelle zitierter Glühwein mit Amaretto empfohlen. Der macht auch völlig bissfreie Tage zu einem runden Gesamterlebnis. Vorteilhaft wäre es dann aber, vorher festzulegen, wer hinterher den Fahrdienst übernimmt. :D :D :D

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Beitragvon Derrik Figge » 09.01.2007 - 15:58

Super Zusammenfassung! Ich stimme bis auf die Vollmonderfahrungen zu.

Auch ich habe bei Vollmond jahrelang nur Schneidertage erlebt. Seit ca. 4 Jahren hat sich das aber an meinem Hausgewässer schlagartig geändert. Den Grund hierfür konnte ich leider nie ermitteln, aber seitdem erkenne ich keine Veränderungen mehr. Schön, aber etwas verwirrend... :?

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Beitragvon Sven Halletz » 09.01.2007 - 16:26

ABUFreak, die Erklärung kann ich Dir liefern: Aus den Wasserwölfen wurden Werwölfe - und die sind bei Vollmond am aktivsten ;-] :badgrin:
Aber Scherz beiseite: Vielleicht hat sich ja die Wasserqualität verändert? Trübes Wasser setzt die Helligkeit von Mondlicht möglicherweise so weit herab, dass die Vollmondregel nicht mehr greift...

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Beitragvon Derrik Figge » 09.01.2007 - 16:35

Guter Ansatz, der See hat seit ich dort fische (13 Jahre) eine gleichbleibend gute Wasserqualität und extrem gute Sichtigkeit. Der Fischbestand war immer sehr gut, leidet derzeit nur unter den (scheiß) Kormoranen. Tagsüber sind dort viele Spaziergänger, nachts ist Ruhe. Die Besatzmaßnahmen sind all die Jahre ähnlich gewesen, daher denke ich auch nicht, dass der Grund hier zu suchen ist. Wir haben zwischenzeitlich mal die Lieferanten für unsere Fische gewechselt, aber ob sich das so auswirkt...!?

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Beitragvon Sven Halletz » 09.01.2007 - 17:34

Kormorane könnte das erklärende Stichwort sein. Die Vollmondflaute beruht ja meistens darauf, dass sich bei bei Vollmond die Räuber nachts die Plautze vollschlagen und dann bei Tage, wenn der Angler kommt, keinen Hunger mehr haben. Wenn ihnen jetzt die Kormorane den Futterfisch wegfressen, ist nicht mehr so viel da, dass sie bei Vollmond allein in der Nacht satt werden und müssen demzufolge trotz Vollmond auch am Tage jede Gelegenheit zum Futtern nutzen. Das würde zumindest die jetzige Beißwut bei Vollmond mit den mir bekannten Vollmonderfahrungen in einen logischen Zusammenhang bringen.

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Beitragvon Derrik Figge » 09.01.2007 - 17:46

Das macht Sinn! Hätte ich auch vorher drauf kommen können/müssen... Der Weißfischbestand ist quasi ausgelöscht und die Minibarsche, die wir zu tausenden hatten, sind auch stark dezimiert. Danke!