Lachsangeln Victoria/Sooke, BC, Kanada

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Re: Lachsangeln Victoria/Sooke, BC, Kanada

Beitragvon Gruni » 09.10.2019 - 14:57

Wow, tolle Sache so eine Möglichkeit zu haben und mitmachen zu dürfen!
Stelle ich mir Megainteressant vor!
Und wie immer sehr gut geschrieben und mit Bildern dokumentiert! ;)

Das mit den Politikern ist so`ne Sache.....als wir hier beim letzten Mal die Nidda vom Unrat befreit haben, sind wir auch in Wathosen durch den Fluß geturnt und haben Containerweise den Müll rausgeholt.
Als wir fertig waren, kam der Wagen vom Oberbürgermeister mit einem Pressetroß im Schlepptau um die Ecke, er hat sich das Jacket ausgezogen, die Ärmel hochgekrempelt, sein Zahnpastalächeln angeknipst und wurde diverse Male abgelichtet.
Als alle Bilder geschossen waren hat er sich kurz bedankt und ist wieder abgerauscht....
Umso mehr ist das dann wert wenn der Politiker sich wirklich in den Bach stellt und die Hände naß macht! :clap:
Allerdings werden Angler bei euch drüben auch weniger belächelt und mehr Ernst genommen wie hier....
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Re: Lachsangeln Victoria/Sooke, BC, Kanada

Beitragvon cohosalmon » 10.10.2019 - 8:45

Thorben hat geschrieben:Klasse Bilder und schöner Bericht! Danke dafür! Konnte bei der Aktion jeder mitmachen der sich dafür interessiert?

Ja, es war praktisch die ganze Kommune eingeladen. Die Freiwilligen der Jack Brooks Hatchery sind zum groessten Teil alternde Rentner und brauchen dringend jungen Nachwuchs. Waehrend der allergroesste Teil ihrer Arbeit sich immer still hinter den Kulissen abspielt, machen sie dann 1-2 Mal im Jahr so ein Spektakel um Interesse zu erzeugen. Aber es kommen eben immer mehr zum Feiern als zum Arbeiten.

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Re: Lachsangeln Victoria/Sooke, BC, Kanada

Beitragvon cohosalmon » 10.10.2019 - 8:54

Argail hat geschrieben:Das wäre ein Ereignis,da wäre ich "mittendrin statt nur dabei" :D :D :D
Was passiert eigentlich mit den abgetriffenen Fischen? Zurücksetzen wäre bei dem Streß und ohne Laich ja irgendwie sinnlos. Werden die vor Ort verwertet? Oder kann man so reife Lachse nicht mehr sinnvoll verwerten?


Die pazifischen Lachse werden nicht so zart abgestreift wie die Atlantischen denn hier sterben 100% der Lachse nach dem Laichen. Die reifen Rogner werden abgeschlagen, mit dem Kopf nach unten ausgeblutet und dann die Eier aus dem Bauch geschnitten. Wichtig ist, dass kein Blut an die Eier kommt. Den Milchnern wird lebend die Milch abgestreift und dann wird er auch getoetet. Die Kadaver werden dann in den Fluss geworfen um die andere wichtige Aufgabe der Lachse zu erfuellen: Nahrung fuer Wildtiere und Naehrstoffe fuer den Fluss zu verschaffen.

Essen kann man Lachse in diesem Zustand eh nicht mehr.

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Re: Lachsangeln Victoria/Sooke, BC, Kanada

Beitragvon Gerd » 11.10.2019 - 9:19

Mal wieder sehr interessant und lesenswert.
Was ich absolut toll finde : Du hälst den Thread jetzt seit 8 Jahren am Leben und bereicherst ihn immer wieder mit neuen Bildern und Faktes, vielen Dank dafür, da ziehe ich doch glatt meinen Hut
Hätte ich einen Weinberg, ich würde ihn 'Hang zum Alkohol' nennen

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Re: Lachsangeln Victoria/Sooke, BC, Kanada

Beitragvon cohosalmon » 11.10.2019 - 21:49

Gern geschehen! Solange Ihr Spass und Interesse daran habt…

Hier noch ein paar Bilder nachgereicht!

Naechsten Montag ist Stoerangeln am Fraser River geplant! Drueckt mir die Daumen!

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13.JPG (542.78 KiB) 1097 mal betrachtet


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Re: Lachsangeln Victoria/Sooke, BC, Kanada

Beitragvon Gerd » 12.10.2019 - 0:06

Dann hau mal ein ordentliches Urviech raus - ich drück Dir alle Daumen.
Hätte ich einen Weinberg, ich würde ihn 'Hang zum Alkohol' nennen

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Re: Lachsangeln Victoria/Sooke, BC, Kanada

Beitragvon Gruni » 13.10.2019 - 0:55

cohosalmon hat geschrieben: Naechsten Montag ist Stoerangeln am Fraser River geplant! Drueckt mir die Daumen!

Wie Geil ist das denn!?
Das ist leider so`n bissieh das Thema hier in Deutschland...der Zugang zum GameFishing ist eher...überschaubar... :roll:
Bin schon schwer auf den Bericht gespannt und natürlich mal sowas von fingers crossed! ;)
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Re: Lachsangeln Victoria/Sooke, BC, Kanada

Beitragvon Derrik Figge » 15.10.2019 - 8:58

Das steht auch noch auf meiner ToDo Liste, die Viecher sind Wahnsinn! love
Ich suche immer alte ABU Angelrollen, Kartons und Papiere sowie Werbematerial.
Ich freue mich über Angebote aller Art per PN oder Mail. Danke

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19.10.2019; Sooke River

Beitragvon cohosalmon » 24.10.2019 - 19:59

Bin am letzten Samstag mit meinen beiden Jungs und Alec mal frueh morgens zum Sooke River gefahren. Der Fluss war durch die juengsten Regenfaelle kraeftig angeschwollen und wir mussten uns stromauf gegen die huefthohe Flut vorkaempfen. Verschwitzt kamen wir an unserer Lieblingstelle an. Die Pools, die wir normalerweise hier befischen waren ziemlich leer - die Lachse waren auf Wanderung zu ihren finale Laichplaetzen stromauf. Wir erwischten sie in den flacheren Rieselstrecken. Man brauchte eine super-schnell sinkende Flugschnurspitze um bei der starken Stroemung die Fliegen ueberhaupt in Grundnaehe zu bekommen. Als wir das richtige Geraet gefunden hatten, kamen auch die Bisse. Und die kamen brachial hart in der schnellen Stroemung. Das schoene hier im Flachen war auch dass so ziemlich jeder Fisch ein sauberer Anbiss war und nicht wie manchmal beim Poolfischen der eine oder andere an der Rueckflosse oder am Schwanz gehakt war. Im Pool stehen die Lachse so dicht an dicht, dass man solche Fehlhakungen nicht ganz vermeiden kann wenn man die Fische anwirft. Hier im Flachen zogen die Lachse einzeln oder in Paaren und die Fische waren sauber im Maul gehakt.

Eine aergerliche Beobachtung und Close-Encounter hatten wir aber auch beim Fischen. Der hohe Wasserstand hatte es einigen dreisten Robben erlaubt bis hier hoch zu den Laichgruenden der Lachse zu schwimmen. Diese gefraesigen Raeuber holten sich doch die Lachse noch direkt von den Laichbetten. Und wir waren hier einige Kilometer flussauf – weit aus dem Brackwasserbereich heraus. Die Oldtimers unter den Anglern schuetteln nur die Koepfe – sowas gibt es erst seit einigen Jahren, seit die Robben und Seeloewenbestaende explodiert sind und ziemlich ausser Kontrolle sind. Die Jagd auf jegliche Meeressaeuger ist ja seit den spaeten 60ger Jahren verboten. Seitdem sind die Robben und Seeloewenbestaende extrem angewachsen. Wissenschaftler sehen inzwischen auch einen Zusammenhang zwischen den noch nie gesehenen Mengen an Robben und der Bestandsrueckgaenge vieler Lachsstaemme. Normalerweise ernaehren sich die meisten Robben und Seeloewen von Heringen und anderen Massenfischen. Die pazifischen Heringsbestaende sind jedoch bedroht und werden noch stark befischt und so haben sich die Meeressaeuger auf andere Nahrungsquellen eingeschossen.

Wenn im Fruehjahr die Lachs-Smolts die Fluesse runter ziehen, lauern nun hunderte Robben in den unteren Flusslaeufen und Muendungsgebieten auf diese Kleinlachsschwaerme. Bei einem Futterbedarf von bis zu 10kg pro Tag und einer Durchschnittgroesse der Kleinlachse von ca. 25g kann man sich ausrechnen was einige Dutzend Robben im Fluss da anrichten koennen. Smolts ziehen meist nachts um dem natuerlichen Frassdruck auszuweichen aber Highwaybruecken mit Strassenbeleuchtungen verschaffen an einigen Fluessen den Robben ein fettes naechtliches Buffet. Auch hilft es nicht, dass noch viele Lachsaufzuchtstationen ihre Lachsbrut in einem grossen Schwall immer am selben Tag im Jahr freisetzen waehrend natuerlich geschluepfte Lachse in kleineren Gruppen und Schwaermen ueber Wochen verteilt abwandern. Die Universitaet von BC hatte in Partnerschaft mit der Pacific Salmon Foundation eine mehrjaehrige Studie unternommen um diese neue Lachsbedrohung mal wissenschaftlich zu untersuchen. Die hatten einen Sensor in Form eines Hockeypucks entwickelt, der einigen dieser neuerlich spezialisierten Flussrobben auf den Kopf geschnallt wurde. Dann wurden in einigen Lachs-Brutstationen einigen tausend Lachsbabies ein Sender eingesetzt der beim Verschlucken des Lachses dicht genug am Sensor am Robbenkopf vorbeikam um dort registriert werden zu koennen. Das Ergebnis war erschreckend; in einigen Fluessen entfernen die Robben bis zu 50% der Chinook-Smolts bevor die auch nur eine Chance hatten das Meer zu erreichen.

Bei solchem Frassdruck braucht man sich dann nicht mehr wundern warum die Lachsbestaende einbrechen. Und dann kommt da noch der Frassdruck an den Lachsrueckkehrern dazu, den wir letzten Samstag selber beobachten konnten. Im Ozean haben Robben und Seeloewen kaum eine Chance einen gesunden Lachs zu fangen. Dafuer sind sie nicht schnell genug. Da haben die Meeressaeuger hoechstens einen Fischpolizeinutzen indem sie kranke oder schwache Lachse herausfischen. Aber in den Muendungsgebieten und in Fluessen selber koennen sie die Lachse einkesseln und abschlachten. Das ist ein ziemlich neu-angelerntes Verhalten von seitens der Robben da die wachsende Population neue Nahrungsquellen sucht. Ist auch nicht beschraenkt auf Vancouver Island sondern die ganze Pazifikkueste von Kalifornien bis Alaska hoch und runter. Frueher hatten die Eingeborenen eine rege Robben – Seeloewenjagd und hielten solche leicht zu jagenden Flussrobben kurz. Jetzt essen die Indianer auch lieber MacDonalds. Die Berufsjagd auf Meeressaeuger aller Art wurde wie gesagt Ende der 60ger eingestellt. Es ist auch kein Bedarf fuer Robbenfelle oder Robbenoel mehr da.

Wiedermal ein Beispiel wie ein Oekosystem aus den Fugen geraet weil der Mensch an allen Stellschrauben herumgedreht hat. Es gibt Initiativen um die kommerzielle Heringsfischerei zu reduzieren oder ganz abzuschaffen denn angeblich ist der Heringsrogen, weswegen die Heringe ausschliesslich gefangen werden, gar nicht mehr so beliebt und gebraucht in Japan. Auch stellen sich Lachsaufzuchtstationen um und lassen ihre Brut in kleineren Mengen ueber Tage und Wochen verteilt frei. Und dann gibt es Antraege um einige der problematischen Flussrobben zu schiessen. In Oregon, US, unterhalb des Bonneville Damms wurden mittlerweile einige hundert Seeloewen geschossen nachdem die Fischereibehoerde ueber Jahre versucht hatte die Raeuber nur zu betaeuben und dann ins Meer umzusetzen. GPS Sensoren bewiesen, dass die allermeisten dieser Unholde innerhalb von Tagen wieder zurueckkamen. Endlich hatte man genug und erlaubte den Abschuss. Danach sah man erstaunliche Rueckkehrraten von Steelheads und Lachsen in den Fluessen oberhalb des Damms. Es ist halt in Zeiten von PETA und anderen extremen Gruppierungen schwer durchzusetzen, eine Kugel zwischen diese ach so treuen und lieben Robbenaugen zu setzen. Aber wenn wir noch Lachse und Steelheads in unseren aus dem Gleichgewicht geratenen Oekosystemen behalten wollen, dann muessen wir eben auch dazu bereit sein. Oder wir lassen der uebriggebliebenen Natur ihren Lauf und warten ab wie ein neues Gleichgewicht dann aussieht. Allerdings vermute ich mal sind da keine Lachse mehr dabei und nach dem Verschwinden der Lachse werden auch zig-tausende Robben eines Hungertodes sterben. Ist das die bessere Alternative?

Alexander hat wohl jetzt auch nichts mehr gegen einen Robbenabschuss nachdem ihn eine Robbe im Fluss stehend fasst gerammt hatte und ihm dann seinen Lachs von Haken stehlen wollte. Wir haben gut gelacht und dann ordentlich Steine geworfen. Ups, darf ich das ueberhaupt sagen?

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Re: Lachsangeln Victoria/Sooke, BC, Kanada

Beitragvon Valestris » 24.10.2019 - 20:20

Mega!!! :clap:
Ich bin immer mehr geneigt mal vorbei zu kommen :D
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Re: Lachsangeln Victoria/Sooke, BC, Kanada

Beitragvon Tidi » 24.10.2019 - 22:06

Klasse Bericht und tolle Bilder/Fische!

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Re: Lachsangeln Victoria/Sooke, BC, Kanada

Beitragvon Argail » 25.10.2019 - 7:10

Was bei uns Anglern die Robben/Otter/Kormoranproblematik ist, ist bei den Hausgeflügelzüchtern die Greifvogelproblematik und bei den Nutztierhaltern die Wolfsproblematik. Große Naturschutzverbände haben noch nicht erkannt,dass das Protegieren von Raubtieren zu "Naturschutzzwecken" in etwa genauso effektiv und sinnvoll ist wie wenn man ein Haus bauen will und mit dem DACH anfängt!!!!

Schöne Bilder, gut geschriebener Bericht....allerdings würde ich selbst niemals auf laichende Fische angeln.
Ein Mann muss tun,was ein Mnommnommnommann tun muss!!!

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Re: Lachsangeln Victoria/Sooke, BC, Kanada

Beitragvon cohosalmon » 26.10.2019 - 8:08

Das ist eine verstaendliche Einstellung, Argail, die ich grundsaetzlich durchaus teile. Nur haben meine Jungs mich nun einige Male mit zum Fluss geschleppt und ihre Begeisterung fuer diese Angelei ist sehr ansteckend. Ich kann allerdings auch stundenlang am Fluss sitzen und nur den Lachsen zuschauen. Ich habe bei den Lachsen im Fluss nicht so das dringende Beduerfnis eine Rute auszuwerfen wie unter anderen Umstaenden. Der ganze Lachsaufstieg alleine ist schon ein faszinierendes Schauspiel. Allerdings, und ich habe das fuer mich selber auch oefter kritisch durchdacht, ist die hiesige Flussangelei auf die Lachse relativ harmlos und verkraftbar fuer die Lachse. Wir angeln mit Schonfliegen die kaum groesseren Schaden verursachen. Die Lachse verlassen nur sekundenweise das Wasser bevor sie freigelassen werden. Ich habe noch keinen freigelassenen Lachs straucheln sehen. Die Lachse bei uns sind im Prinzip schon am Ziel und muessen nicht noch hunderte Kilometer aufsteigen. Die meisten leben nur noch 1-2 vielleicht mal 3 Wochen. Ihr ganzer Koerper ist nur noch auf Abrieb eingestellt - Schleimschichtschutz etc spielt bei ihrer verbleibenden Lebensweise keine Rolle mehr. Die koerperliche Belastung, die sich die Lachse selber in dieser Zeit antun, stellt jegliche Belastung durch einen Drill in den Schatten. Die Lachse rammen gegen Felsbloecke beim Aufstieg, schleifen sich halb aus dem Wasser durch Flachstellen im Fluss, waehrend Moewen, Adler oder Raubtiere an ihren herausragenden Koerperteilen herumnagen. Robben, Seeloewen, Otter verursachen tiefe Fleischwunden falls der Lachs entkommt, und dann am Laichplatz angekommen, pruegeln, beissen und rammen sich die Lachse gegenseitig um zum Zuge zu kommen. Viele Lachse sehen kurz nach dem finalen Sex aus wie Zombies. Dagegen ist so ein sanfter Anglerdrill der reinste Kindergeburtstag. Und nach dem Laichakt ist es fuer die pazifischen Lachse eh vorrueber.

Mit diesem Wissen und aus diesen Beobachtungen heraus, kann ich das Lachsangeln im Fluss vor mir selber rechtfertigen. Fuer andere Fischarten und unter anderen Umstaenden wuerde ich eine Fischerei zur Laichzeit auch nicht in Betracht ziehen. Ich hoffe das macht Sinn.

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Re: Lachsangeln Victoria/Sooke, BC, Kanada

Beitragvon Argail » 27.10.2019 - 17:58

Moin, ist mir schon durchaus klar,was du schreibst. Hat ja auch alles seine Richtigkeit. Ist halt etwas, das für mich persönlich ein selbst gesetztes No-Go ist, egal um welche Fischart es sich handelt.Ich verurteile aber Keinen,der auf eure aufgestiegenen Lachse angelt. Alles ok von meiner Warthe aus. {ß*#
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Re: Lachsangeln Victoria/Sooke, BC, Kanada

Beitragvon Thorben » 28.10.2019 - 6:19

Sooo habe mir den Bericht bis zum Ende aufgespart (das Beste kommt ja immer zum Schluss). Sehr schön geschrieben und vor allem sehr lehrreich. Die Robbenproblematik kannte ich bis dato nicht.