Lachsangeln Victoria/Sooke, BC, Kanada

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Re: Lachsangeln Victoria/Sooke, BC, Kanada

Beitragvon #Allround#Nachhaltig » 14.11.2018 - 6:57

Petri heil!
Ihr fangt doch echt immer was oder?
Angeln :D

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Re: Lachsangeln Victoria/Sooke, BC, Kanada

Beitragvon Argail » 14.11.2018 - 7:29

Ein traumhaftes Revier und ein super Erlebnisbericht. Da fühlt man sich immer,als würde man mit am Wasser stehen. Klasse! :clap: :clap: :clap:
Scheißwetter ist Beißwetter!!! :D

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Re: Lachsangeln Victoria/Sooke, BC, Kanada

Beitragvon Gerd » 14.11.2018 - 8:50

Ist aber schon ziemlich heftiger Event, da sind doch einige Stromschnellen, die ich jetzt nicht unbedingt im Schlauchi oder anderen Kleinboot befahren wollte :shock:
Aber sehr vorbildlich, dass alle eine Rettungsweste anhaben :clap:
Petri zu den tollen Fängen und danke für den tollen Bericht.
Humor ist der Knopf der verhindert, daß einem der Kragen platzt

*Joachim Ringelnatz*

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Re: Lachsangeln Victoria/Sooke, BC, Kanada

Beitragvon Valestris » 14.11.2018 - 9:38

Absolut klasse!
Petri Heil und danke für den schönen Bericht :clap:
Fish 4 Life!

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Re: Lachsangeln Victoria/Sooke, BC, Kanada

Beitragvon mikesch » 14.11.2018 - 14:49

Gerd hat geschrieben:... Aber sehr vorbildlich, dass alle eine Rettungsweste anhaben :clap:
...
Ist in Kanada Pflicht.
fishing isn't a sport, it's a passion!
Gruß
Michael

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Re: Lachsangeln Victoria/Sooke, BC, Kanada

Beitragvon #Allround#Nachhaltig » 14.11.2018 - 17:17

Das durfe ich von der Polizei dort lernen :lol:
Ist nichts passiert die haben ein Auge zugedrückt
Angeln :D

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Re: Lachsangeln Victoria/Sooke, BC, Kanada

Beitragvon cohosalmon » 14.11.2018 - 19:26

Die Guides wuerden ihre Lizenz verlieren wenn sie Gaeste ohne Rettungsweste auf den Fluss mitnehmen wuerden. Die automatischen sind auch mittlerweile so bequehm, dass man fast gar nicht mehr merkt, dass man eine traegt.

Diese Driftschlauchboote sind natuerlich nicht die gleichen, die Du fuer 300 Euro bei Moritz kaufst. Eher mit den Rafting Schlauchis vergleichbar und die sind unschlagbar in den Stromschnellen. Ich wuerde lieber in einem Schlauchi einen wilden Fluss runterfahren als in irgendeinem anderen Gefaehrt. Platzmaessig fuer's Angeln ist ein Schlauchi etwas eingeschraenkt. Da mochte ich Nelson's Aluboot mehr.

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Re: Lachsangeln Victoria/Sooke, BC, Kanada

Beitragvon Gerd » 14.11.2018 - 21:30

mikesch hat geschrieben:
Gerd hat geschrieben:... Aber sehr vorbildlich, dass alle eine Rettungsweste anhaben :clap:
...
Ist in Kanada Pflicht.


Ich erinnere mich, hat mich schon mal jemand hier im Forum aufgeklärt.
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Beitragvon cohosalmon » 20.11.2018 - 2:26

Wow, fishing is ON FIRE! Es scheint gar keinen Unterschied zu machen ob im Suesswasser oder im Meer: es rappelt ueberall! Nach dem vergangenen Wochenende verkuendete ein Arbeitskollege, dass die Oak Bay Flats vor Victoria’s Tuer einige schoene Winter Chinooks hergegeben hatten. Das sah wirklich vernuenftig aus, was da auf den Bildern herueberkam. Da konnte ich doch einer Versuchung am letzten Sonntag nicht widerstehen! Mein Boot musste eh mal wieder bewegt werden und ich konnte auch noch eine Raeuchertonnenladung fuer die kommenden Weihnachtsfeiern gebrauchen. Ich hatte aber zwischen den familiaeren Pflichten nur ein beschraenktes Zeitfenster und so lud ich mir keinen meiner Angelkumpels ein – schade eigentlich!

Ich hatte Max Waldi um 10:00 Uhr an der Stadtrampe im Wasser und dueste ueber die leichtgekraeuselte See um die Ecke nach Oak Bay. 15 Minuten Fahrt und dem Motor tat die Bewegung gut. 2 oder 3 Boote waren schon unterwegs. Es war das Ende der Flut und noch stroemte es hart wie im Fluss. Ich begann in 40 m Tiefe und setzte den ersten Blinker auch dort ein. Dann kaempfte ich ein bisschen mit der 2. Rute und der Navigation denn der Wind wollte mich partout von meiner geplanten Route abdraengen. Ich hatte die zweite Rute noch nicht im Wasser als ich die erste losrappeln sah. Da sieh’ mal einer an, das geht ja flott heute!

Anschlag und Widerstand. Diese Rute fischte ich ohne Flasher, dh. zwei Flasher waren am Downriggerblei befestigt und nicht am Angelgeschirr. So hatte man wirklich nur den Fisch am anderen Ende und der konnte seine ganze Show entfalten. Es war kein Riese aber er hatte mit knapp 50 cm Mindestmass; aber ich hatte eine Ahnung da ginge heute noch mehr. Schwupp, und er sausste wieder ab. Dann hatte ich endlich beide Ruten im Einsatz und strebte meiner Zielstrecke zu. Eine Schleife bis ins 33m Flache und wieder ins tiefere. Da! Ein kraeftiger Ruck wieder an der ohne-Flasher Rute! Oha, der war besser, ich fuehlte gleich kraeftige Kopfstoesse und er nahm auch gleich ein Stueckchen Schnur. Da ich weit und breit kein anderes Boot oder anderes Hindernis um mich herum hatte, drehte ich den Motor auf Standgas und liess das Boot treiben. Feinfuehlig drillte ich den Burschen an die Oberflaeche und etwa 20 m hinter dem Boot durchbrach er das erste Mal die Oberflaeche. Der sah kraeftig aus und liess mich auch gleich wieder wissen, “so einfach wird das nicht, mein Freund!”.

Ohne Flasher hatte er volle Bewegungsfreiheit und er sprang also gleichmal und sauste danach hier und da hin. Das waren schon bange Minuten, machte zwar richtig Spas saber ich wollten den Fisch ja auch wirklich gerne landen. Paar mal konnte ich ihn neben das Boot bringen aber da buechste er mir gleich wieder aus. Gott sei Dank nicht in die andere Rute oder Downrigger. Ich langte nach dem Kescher und zog das Teleskop aus. Als der Fisch sich einmal eine Verschnaufpause neben dem Boot leistete, kauerte ich mich hin, zog die Rute weit hinter meinen Kopf zurueck und langte mit dem Kescher zu…. fast, ja fast, noch ein Stueckchen, da war er halb ueber dem Buegel und fing nun an sich zu baeumen aber da zog ich den Kescher schon hoch und zu und aus war der Kampf! Gewonnen!

Gluecklich schwang ich den etwa 10 pfuendigen Chinook in das Boot. Der Haken sass fest im WInkel. Klasse! Mal sehen ob noch mehr davon da waren! Es war nun Stroemungsumschwung und die Wellen glaetteten sich. Ein paar Boote kamen dazu aber alle fischten etwas flacher als ich. Verpasste ich was? Ich kreuzte auch da hin und sah auch einen Lachs in einem Kescher verschwinden. Da ruckte wieder die flasherlose Rute los und ich war am Fisch. Der fuehlte sich aber wieder ein Stueck kleiner an und machte nicht allzuviel Radau. Um so verwunderter war ich als ein ordentlicher vielleicht 6 Pfuender ploetzlich neben dem Boot lag. Hm, Kescher war noch gar nicht fertig und als ich so hin und her ueberlegt, fing der Fisch ploetzlich an zu toben und …. machte jeden weiteren Gedanken ob mitnehmen oder nicht unnoetig, der Haken flog mir leer entgegen. Selbst Schuld wenn man so unentschlossen ist, dachte ich. Aber vielleicht war es auch gut so, ich konnte ja nur noch einen weiteren behalten und vielleicht ging ja noch mehr!?

Kaum hatte ich die Rute wieder im Halter und nahm Platz da ruckelte das erste Mal die Flasher-Rute los. “Ah, nur Grundkontakt”, also zog ich den Downrigger ein paar Fuss hoch. Aber die Rute ruckelte weiter und so riss ich die Rute raus und schlug an. Etwas war dran, aber es konnte nichts Gewaltiges sein. Ein kleiner Lingcod hing dran! Na so was! Der muss noch tuechtig wachsen, 60 cm Mindestmass! Aber endlich was an der Flasher Rute mit dem Coho Killer Blinker, einer meiner sonst unschlagbaren Koeder.

Dann fuhr ich wieder in tiefere Gefilde und weg von den anderen Booten. Ich war gerade mit einer 180 Grad Wendung fertig und beide Koeder mussten einiges ueber dem Boden laufen, da riss es die Coho Killer Rute mit einem Ruck aus dem Downriggerclip und die Rute wippte beachtlich los. Oja, das kann kein Kleingemuese sein! Und tatsaechlich fuehlte sich das andere Ende schwer an und war nicht zu bewegen. Stand still und stur in der Tiefe. Ich holte den Downrigger hoch und machte den Kescher schon mal klar und dann auf einmal sang die Rolle los. Jetzt ging er ab wie ein Rennpferd! Der Motor war schon wieder im Standgas aber ich hatte schon mal locker 50 m Schnur verloren. Aber dann kam die Kehrtwendung und nun musste ich kurbeln bis der Arm schmerzte! Aber ich behielt Kontakt. Ich brachte den Fisch doch tatsaechlich schon an die Oberflaeche und in Sichtweite. Wieder ein Guter, um die 10 Pfund, schaetzte ich! Aber der mochte gar kein Sonnenlicht und flog wieder nur so in die Tiefe.

So ging das noch ein paar Mal hin und her und ich hatte schon Sorge, dass der Einzelschonhaken sich herausarbeiten wuerde wenn es noch lange dauern wuerde. Aber irgendwann ging dem Athleten der Atem aus und ich zog ihn hart heran um dann gleichzeitig mit dem Kescher zuzustossen. “Hab’ Dich!”. Ich legte gleich einen kleinen Freudentanz hin. Ein wunderschoener 9 Pfuender kam an Bord. Herzlich Willkommen! Als ich ihn versorgt hatte und zu seinem Kollegen verstaut hatte, setzte ich mich erst mal hin und liess das Erfolgserlebnis sacken. Ich genoss die tolle Atmosphaere in der Sonne um mich herum, das tolle Bergpanorama, das ruhige aber fischtraechtige Meer. Und das alles vor der Tuer der Grosstadt, ist schon irgendwie irre und ich fuehlte wieder deutlich mein Privileg hier wohnen und fischen zu duerfen.

Waehrend ich so lautlos dahindriftete, packte ich mein Zeug zusammen; ich war ja am Limit fuer Chinooks und andere Lachssorten gab es hier nicht mehr im Meer um diese Jahreszeit. Es war erst 11:30 Uhr! Ich koennte noch ein bisschen Catch und Release angeln aber ich wollte den Trip mit dem Erfolg so ausklingen lassen. Wenn ich gewusst haette wie beisswillig die Winter Chinooks heute hier waren, haette ich 2 oder 3 Freunde mitgenommen und wir haetten bestimmt alle unser Limit gekriegt. Toller Tag, und toller Spass besonders am Blinker ohne Flasher.

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Re: Lachsangeln Victoria/Sooke, BC, Kanada

Beitragvon Gerd » 20.11.2018 - 6:35

Petri zum gelungenen Angeltag bei traumhaftem Wetter. Ich finde immer wieder die Aktion dieser Ruten sensationell :D
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Re: Lachsangeln Victoria/Sooke, BC, Kanada

Beitragvon Argail » 20.11.2018 - 9:03

Läuft bei dir, dickes Petri! :clap:
Scheißwetter ist Beißwetter!!! :D

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Re: Lachsangeln Victoria/Sooke, BC, Kanada

Beitragvon Derrik Figge » 07.12.2018 - 23:44

Die Bilder machen Lust auf die nächste Tour! :)
Ich suche immer alte ABU Angelrollen, Kartons und Papiere sowie Werbematerial.
Ich freue mich über Angebote aller Art per PN oder Mail. Danke

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Ein fischiges neues Jahr....

Beitragvon cohosalmon » 31.12.2018 - 15:34

... wuensche ich allen Anglern in Deutschland und darueberhinaus! Moegen Eure Haken scharf sein, die Fische hungrig und in Kampflaune! Habt Spass mit unserem einzigartigen Hobby, miteinander als Anglergemeinschaft und tut bitte Euren Anteil unser Hobby und unsere Leidenschaft fuer Fische lautstark und bestimmt oeffentlich zu vertreten, so dass auch zukuenftige Generationen die Moeglichkeiten dazu haben! Ein frohes und gesundes 2019 fuer Euch alle!

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Re: Lachsangeln Victoria/Sooke, BC, Kanada

Beitragvon Gerd » 31.12.2018 - 17:10

Same to you
Ich hoffe , dass Du uns auch in 2019 mit Berichten und Bildern aus der Ferne versorgst.
Humor ist der Knopf der verhindert, daß einem der Kragen platzt

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1.1.2019; Victoria

Beitragvon cohosalmon » 02.01.2019 - 21:33

Ein frohes und fischiges Jahr Euch allen! Und es wird ein fischiges, das kann ich schon mal behaupten. Woher ich das weiss? Ich hab’s gestern am 1.1. gleich mal ausprobiert! Da ich mich jeglicher lasterartigen Betaetigung am Silvesterabend enthalten hatte, war ich frisch, ausgeschlafen und tatenduerstig. Als dann noch der Windbericht von absoluter Windstille berichtete, hielt mich nichts mehr im Haus!
Ich fuhr nur zur Bootrampe in der Stadt und waehrend ich so gegen 11:00 Uhr das Boot zu Wasser liess, kamen schon einige Angler zurueck und erzaehlten von zahlreichen Lachsfaengen nur 5 Minuten vom Hafen weg. Bei Albert Head sollte es in 40m Tiefe rappeln. Hm, eigentlich wollte ich mal meinen neuen Edelstahlpropeller richtig ausprobieren aber so einem Tipp kann man wohl schlecht uebergehen; also fuhr ich ruckzuck zur besagten Stelle. Hier waren schon etwa 6-7 Boote unterwegs. Die Stelle war eigentlich einfach zu beangeln, sandig, kiesiger Boden um zwei Felshuegel herum. Es lagen aber 2 grosse Frachtschiffe vor Anker und ausserdem hatte ein Berufskrabbenfischer seine Fallen hier ausgelegt wie die etlichen Bojen bezeugten. Es hiess also Augen aufhalten.

Ich setzte eine Rute nur mit Blinker am Downrigger ein, die andere mit einem Cohokillerblinker und Flasher. Ich war noch mit damit beschaeftigt die Cohokillerrute fertigzumachen, da ruckelte schon was am Blinker. Shaker! Kaum war der Cohokiller hart am Grund, ruckte diese Rute los. Der war besser! Jetzt merkte ich, dass ich meine Schleppmotoren-Fernsteuerung zuhause vergessen hatte; aergerlich, habe mich doch schon so an den Komfort gewoehnt, dass es mir jetzt schwerfiel im Drill die Motordrehzahl manuell zubedienen. Ich brachte einen etwa 6 pfuendigen Winter Chinook ans Boot. “Soll ich den mitnehmen?”, fragte ich mich? Vielleicht kamen ja noch groessere? Ich hakte meinen ersten 2019 Keeper wieder ab. Wenn das mal kein gutes Zeichen setzt!

Das Echolot war voll mit Futterfisch und Jaegern. Es biss jetzt im Minutentakt, und nicht nur bei mir, ich sah auch die anderen Boote mit krummen Ruten hantieren. Wir standen voll im Fisch. Leider konnte ich keine besseren Lachse haken; es war alles nur Kleinzeug zwischen 3 und 4 Pfund, hoechstens. Ich schleppte in etwas tieferes Wasser; vielleicht trieb sich dort ja ein Schwarm groesserer Lachse herum. Immerhin, beim kuerzlichen Boxing Day Derby (26.12.) hatte ein 22 Pfuender den Preis gewonnen. Ein Ausnahmefisch um diese Jahreszeit! Jetzt wurde es aber ruhig an den Ruten. Auch als ich wieder zurueck ins flacherer Wasser zog, schien der Spuk vorbei zu sein.

Ich entschied mich zu einem Stellenwechsel, auch um meinen Propeller mal richtig zu testen. So fuhr ich kurzerhand zur ca. 5km entfernten Constance Bank. Tolle Stimmung dort draussen; glattes Wasser, die Sonne brach hier und da mal durch die Wolken und die Berge auf der US Seite schienen durch. Aber von Fischen keine Spur auf der Bank. Was jetzt? Es war noch etwa 2 Stunden hell und ich wollte aber noch im Hellen das Boot zuhause wieder einpacken. Also schnell nochmal zum Albert Head und vielleicht doch noch einen oder zwei Keeper finden. Winterlachse sind besonders fettreich und daher sehr lecker.

Mittlerweile war dort kein einziges Boot mehr. Entweder waren alles schon mit ihrem Limit zurueck oder es waren einfach keine Lachse mehr da. Aber ich hatte kaum meine 2 Ruten im Wasser, eine kurz ueber Grund, eine direkt am Grund, da ging es los. Erst die flachere und als ich noch drillte, ruckte die andere los und loeste aus. Ich liess die erste Rute los und sprang zur zweiten hin – welcher Fisch war wohl groesser? Einer war ein Shaker der andere reichlich 4 Pfund – ok, der durfte schon mal mit. Es ging jetzt Schlag auf Schlag und ich schaffte es manchmal nicht die zweite Rute ins Wasser zu bringen bevor wieder ein Lachs biss. Meistens waren es wieder kleinere und ich liess alle wieder frei. Es war aber ein Heidenspass – besonders die Rute ohne Flasher. Fuer die kleine Groesse machten die Lachse ordentlich Alarm an den Ruten. Ich musste immermal aufschauen und den Kurs korrigieren damit ich nicht in die Frachtschiffanker oder die Krabbenfallen fuhr. Es war regelrecht anstrengend in diesem Tempo zu fischen! Als ich dann gegen 15:00 Uhr mal einen am Boot hatte der knapp 6 Pfund hatte, schwuppte ich ihn gleich am Vorfach ins Boot und hatte damit mein Limit.

Erschoepft aber sehr zufrieden packte ich zusammen, genoss dabei noch die Daemmerungsstimmung und fuhr dann zurueck zur Marina. Ich musste wohl um die 15-16 Fische gefangen haben; fuer einen relativ kurzen Tripp ein fantastisches Ergebnis. Schade nur, dass nicht ein oder zwei groessere Brocken dabei waren. Aber wenn dieser Schwarm hier in der Gegend blieb und schoen weiterfrass, dann koennen wir uns auf eine tolle Fischerei mit 10-15 Pfuendern im Maerz und April freuen! Petri Heil!

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