Lachsangeln Victoria/Sooke, BC, Kanada

Moderatoren: Valestris, Onkel Tom, Derrik Figge, Moderatoren

Benutzeravatar
Derrik Figge
Moderator
Moderator
Beiträge: 5238
Registriert: 22.08.2004 - 8:53

Re: Lachsangeln Victoria/Sooke, BC, Kanada

Beitragvon Derrik Figge » 14.09.2018 - 15:24

Schicke Lachse, die Angelei hat mir damals richtig viel Spaß gemacht. Irgendwann waren die Finger so kaputt, dass ich kaum noch die Rolle halten konnte. Aber an Aufhören war nicht zu denken. Wenn der Urlaub im Paradies nur nicht immer so teuer wäre...
Ich suche immer alte ABU Angelrollen, Kartons und Papiere sowie Werbematerial.
Ich freue mich über Angebote aller Art per PN oder Mail. Danke

Benutzeravatar
Valestris
Moderator
Moderator
Beiträge: 5096
Registriert: 26.04.2013 - 1:56
Wohnort: Graal-Müritz

Re: Lachsangeln Victoria/Sooke, BC, Kanada

Beitragvon Valestris » 14.09.2018 - 15:48

Gerd hat geschrieben:Petri. So ein paar Regentage könnten wir hier auch mal brauchen. Nicht der Lachse wegen, auch nicht wegen der Waldbrände. Aber ich will endlich Pilze :(


Da kann ich mich nur anschließen. Petri :clap:
Sone schöne Pilzpfanne ist sau lecker!
Fish 4 Life!

Benutzeravatar
Argail
Zander
Zander
Beiträge: 666
Registriert: 05.05.2017 - 10:58
Wohnort: Bad Bevensen

Re: Lachsangeln Victoria/Sooke, BC, Kanada

Beitragvon Argail » 14.09.2018 - 19:40

Wie immer gilt: :clap: :clap: :clap: :clap:
Scheißwetter ist Beißwetter!!! :D

cohosalmon
Zander
Zander
Beiträge: 445
Registriert: 12.01.2011 - 0:49

Re: Lachsangeln Victoria/Sooke, BC, Kanada

Beitragvon cohosalmon » 17.09.2018 - 18:35

Ich wurde jetzt schon mehrmals gefragt ob und wie man an Lachse herankommt wenn im Fluss nichts geht. Da der Lachsaufstieg vorallem in regengespeisten Fliessgewaessern wie auf Vancouver Island z.B. nicht genau berechenbar ist und Touristen normalerweise nur so ein Zeitfenster von 2-3 Wochen haben, kann man die Lachse auf seiner Traumreise sogar komplett verpassen. Das passiert meistens wenn die Spaetsommer oder Herbstregen verspaetet sind. Dann sitzen die Lachse vor den Flussmuendungen im Meer fest. So wie und wo kommt man als Touriangler da am besten an die Lachse ran?

1) Wer das Budget hat kann natuerlich mit einem Guideboot die Lachse bequehm und fast mit Fanggarantie erreichen. Vielen ist das zu teuer und fuer einige ist der Reiz auch groesser die Lachse selber und mit eigenem Geraet zu ueberlisten.

2) An einigen wenigen Stellen gibt es Mietboote mit denen man es als Touri Lachsangeln im Meer probieren kann (Moutcha Bay Resort - Nootka, Pedder Bay Marina - Victoria, Horseshoe Bay - North Vancouver).

3) An der Kueste von Van Island kann man Lachse auch vom Ufer aus fangen. Die Arten die dazu infrage kommen sind vornehmlich Coho (Silber) und Pink (Buckel). Seltener gelingt der Fang eines Chinooks (Koenig) vom Ufer aus. Erst einmal muss man sagen, dass die Moeglichkeit auf diese 3 Arten ueberhaupt nur zwischen Juli und Sept besteht. Cohos und Pinks sind ausserhalb dieser Zeit weit offshore im Pazifik. Chinooks sind zwar ganzjaehrig in Kuestennaehe, aber nur in dieser Zeitspanne in Wurfweite vom Ufer.

4) Am ehesten hat man die Chance an Cohos vom Ufer aus heranzukommen. Stellen die dazu geeignet sind, sind Klippen mit tieferem Wasser und Kelppflanzenguertel davor. Frueh morgens und abends rauben an solchen Stellen garantiert ein paar Cohos. Besonders an der ganzen Westkueste Vancouver Islands ist das erfolgsversprechend. Aber auch an einigen Strecken der Sued und Ostkueste der Insel und an der Festlandkueste. Schlanke Blinker, kleine Pilker oder grosse Streamer an der Fliegenrute mit extrem schnellsinkender Schnur. Immer Ausschau nach an der Oberflaeche raubenden Fischen halten. Entweder sind das Felsenbarsche oder Cohos.

5) Ab Ende August bis Ende Okt sind die Sand-und Kiesstraende vor Flussmuendungen hochinteressant fuer Cohos und Pinks. Bei Ebbe eher im Salzwasser um die Muendung herum, bei Flut direkt im Muendungsbereich oder direkt im Fluss. Spinner, schlanke Blinker und vorallem Streamer sind hier erfolgreich. Auch hier Augen offenhalten, die Lachse verraten sich an der Oberflaeche. Fuer diese Angelei sind Wathosen ratsam. Gute Stellen auf Van Island fuer diese Fischerei: Port Renfrew - San Juan River Muendung, Campbell River - Campbell River Muendung, Oyster River Muendung, Big Qualicum River Muendung.

6) Die beste Chance einen Chinook vom Ufer aus zu fangen, abgesehen von Zufallsfaengen beim obengenannten Cohoangeln von Klippen, ist von menschengemachten Strukturen wie Piers und Molen. Da waeren z.B. die Mole (breakwater) in Victoria, der Pier in Sidney fuer eine halbe Chance auf Chinook; am besten geht's am Pier von Campbell River. Der ist extra in die Reiseroute aller Lachszuege hineingebaut worden um bootlosen Anglern eine faire Chance zu geben. Zwar wuerde ich da auch keine taegliche Fanggarantie geben, aber wer sich im August dort 3 Tage richtig Zeit dafuer nimmt, wird sehr wahrscheinlich mit einem Lachs belohnt. Die haben sogar Leihgeraet am Pier-Kiosk, Wenn man den Buckellachszug perfekt erwischt, kann man auch Sternstunden mit zweistelligen Ergebnissen haben. Der Trick ist seinen Pilker (60-100g) beim Stroemungsstillstand anzubieten. Ausserhalb dieses kurzen Zeitfensters reisst die Stoemung der Johnston Strait wie ein Fluss und man hat kaum eine Chance den Pilker in Grundnaehe zu kriegen. Tipp: knall-pinke Pilker versuchen!

cohosalmon
Zander
Zander
Beiträge: 445
Registriert: 12.01.2011 - 0:49

24.9.2018; Sooke

Beitragvon cohosalmon » 27.09.2018 - 1:38

Es ergab sich die seltene Gelegenheit mal ein paar Stunden unter der Woche auszubuechsen und das Boot ins Wasser zu schmeissen. Das Wetter war schoen und windstill, die Flut stand ab mitte Morgen an und die Cohos zogen vor Sooke ihren Heimatfluessen entgegen. Auch der eine oder andere Chinook wurde noch gefangen; wenn man jetzt einen erwischte, bestand die Chance auf einen besonders grossen! Es hielt mich nichts im Buero!
Gegen 11:00 Uhr war ich in Sooke auf dem Wasser, solo. Ich hatte noch ein paar eingefrorene und eingelegte Anchovies als Koederfische, die ich verwerten wollte. Ansonsten waren Cohos eigentlich immer gut auf Metall oder Plastik zu fangen. Man musste nur die Schulen der herumziehenden Cohos finden. Chinooks ziehen oft dicht unter Land und um Strukturen herum; Cohos sind da unberechenbarer. Manchmal muss man mehrere Kilometer offshore und manchmal jagen sie direkt an der Surflinie herum.

Ich setzte 2 Ruten an den Downriggern ein sobald ich vor dem Sooke Hafenfjord angekommen war. Es war hier nur 30 m tief und ich liess eine Rute mit einem glow-weissen Squidimitat bis in Grundnaehe herab, waehrend die andere mit Koederfisch auf Halbtiefe gehen sollte. Ich war gerade noch beim Zusammenstellen der Koederfischrute beschaeftigt, als ich ein aechzendes Geraeusch von der fischenden Rute hoerte. Ein Blick und die Rute wurde hart nach hinten gerissen, war praktisch horizontal und die Rolle liess widerwillig Schnur ab. Ich liess alles fallen und rettete meine Rute – wer weiss wie lange Halter und Rute diesem Druck noch standgehalten haetten!

Der Fisch kam sofort an die Oberflaeche geschossen und katapultierte sich zweimal voll aus dem Wasser; das zweite Mal mit tollem Salto. Wow! Ich benutzte Release-Flasher die nach einem harten Ruck ausloesten und danach nur noch schlapp auf der Schnur glitten ohne Widerstand zu leisten. Damit konnte der Fisch ungehindert akrobatisch werden und man hatte einen direkten und unbehinderten Draht zum Fisch. Viel mehr Spass! Und dieser Coho nutzte diese Freiheit voll aus. Er tobte eine Weile an der Oberflaeche und schoss dann wieder tief. Der war ein guter, um die 10 Pfund. Es sollten auch einige in der 15 Pfund Klasse gefangen worden sein! Cohos sind zwar nicht ganz so kraftvoll wie grosse Chinooks, einfach der geringeren Gewichtsklasse wegen, aber Pfund fuer Pfund verkaufen sich die Cohos fantastisch und liefern einen atemberaubenden Drill.

Bald hatte ich den Burschen in Bootsnaehe aber damit war der Kampf noch lange nicht vorbei. Neben dem Boot drehte er wieder auf und raste nach vorne, ueberholte mein Boot und wollte vorn quer kreuzen. Die andere Seite war noch frei weil die zweite Rute noch gar nicht drin war. Ich steckte meine Rute tief ins Wasser und zog die Schnur unter den Motoren und dem Boot auf die andere Bootsseite. Jetzt wurde es spannend: handelte es sich um einen markierten oder unmarkierten? Bis 1.10. konnte man nur markierte Cohos mitnehmen, alle anderen mussten schonend wieder freigelassen werden. Waehrend der Fisch nun neben dem Boot etwas Luft holte, versuchte ich eine Fettflosse zu erkennen. Nicht ganz einfach mit der Lichtreflektion auf dem Wasser und den Wellchen. Da war sie, Fettflosse war dran, der musste wieder los. Ich hatte meine Kamera noch gar nicht ausgepackt, also nur kurz die Zange geschnappt, das Vorfach festgehalten und einen guestigen Moment mitten im wild Herumschlagen des Fisches zu finden um den Einzel-Schonhaken auszuklinken. Schwupps, schon war er weg! Na das war ein toller Anfang gewesen!

Ich musste mich erst einmal wieder auf Kurs bringen und das Chaos auf dem Deck lichten. Nach einigen Minuten waren dann beide Ruten im Wasser und ich steuerte wieder die Fangstelle an. Es gab an dieser Stelle zwar keinerlei Untergrundstrukture, die die Fische anlocken koennte, aber ich machte einen Stroemungssaum unweit von mir aus. Da brach sich die einsetzende Flutstroemung an einer Kehrstroemung. Zwar war es dort etwas wackeliger und es war auch eine Menge Schwimmkraut und Holz an der Oberflaeche, aber sowas roch immer nach Fisch. Ich versuchte knapp ausserhalb des Gemenge zu bleiben. Nach einer Weile wollte ich diese Strategies schon aufgeben als sich ploetzlich und ohne Vorwarnung wieder die Squidrute wild verneigte. Man konnte glauben, dass der Rutenhalter fast nachgeben muesste, so hart riss es an der Rute. Mann, die waren heute aggressiv! Die kamen wohl mit 50 km/h angeflogen und stoppten zum Anbiss nicht einmal ab!

Wieder erlebte ich einen heissen Tanz, auch wenn dieser hier nicht ganz so springfreudig war. Dafuer schlug er bald in Bootsnaehe fast minutenlang Weisswasser; ich hatte keine Chance auch nur die volle Gestalt des Fisches zu erkennen so wild gebaerdete sich der Fisch. Wieder wollte er unter dem Boot durch aber diesmal konnte ich das nicht zulassen. Die Fernsteuerung fuer den Schleppmotor um meinen Hals war ein Segen bei so einem Solodrill. Dann stand der Coho mal ruhig neben dem Boot; aha, wieder ein wilder, so zwischen 8 und 9 Pfund. Schnell abgehakt und auf die Weiterreise geschickt. Das machte so viel Spass! Ich hatte sicher ein grossen Grinsen auf dem Gesicht!

Komisch, dass auf Koederfisch nichts ging. Ich haette erwartet, dass das erste Wahl gewesen waere. Da ich die Squidrute tiefer gefischt hatte, liess ich den Koederfisch auch etwas tiefer herunter. Es schien, dass die Cohos heute 30 m und tiefer zogen, etwas ungewoehnlich. Und so trieb ich mich weiter in dieser Gegend herum. Da, ein Ruckeln am Koederfisch! Ich schlug an und fuehlte ein bisschen Gegenwehr; Shaker. Noch waehrend ich die Rute einzog, ruckelte auch die andere Rute los. Oh je. Ich war in einen grossen Schwarm Kleinlachse geraten. 30 cm Chinooks und noch kleinere Cohos; die sprangen jetzt einer nach dem anderen an die Haken. Die schienen ueberall zu sein. Nach dem 4. oder 5. machte ich hier Schluss; ich wollte die naechste Generation nicht verangeln. Es bestand immer die Gefahr, dass die grossen Einzelhaken durch das Auge oder durch die Kiemen gingen und dann die Ueberlebenschancen der kleinen Lachse stark reduziert wurde.

Ich fuhr weiter raus wo ich einige andere Boote herumzirkeln sah. Um diese Jahreszeit schienen 3 Boote auf einen Quadratkilometer schon viel. Es ist sehr erholsam um diese Jahreszeit auf dem Meer zu fischen, besonders in der Woche; kaum Verkehr an den Marinas und an den Topstellen und wenn das Wetter noch so wunderschoen ist dann kann man relaxte Sternstunden beim Angeln erleben. Ich setzte die Koederfischrute noch tiefer, auf ca. 40m. Das Wasser war hier 130m tief. Ich fischte hier an einer scharfen Scharkante entlang. Da riss es auf einmal an der Koederfischrute. Sie ruckte noch wild bis ich sie aus dem Halter nahm, aber als ich anzog, war der Widerstand weg. Mist! Der Koederfisch war total zerfleddert. Schnell erneuerte ich den Koeder und liess wieder zur gleichen Tiefe ab. Nach 10 Minuten wieder das gleiche Spiel; ein wilder Biss aber nichts hing mehr dran als ich Kontakt aufnehmen wollte. Wie konnten diese Fisch nur einen Drilling und einen sauscharfen Angsthaken umgehen, aber den groessten Teil des Koederfisches erwischen? Gerissene Luder!

Die Flutstroemung hatte mittlerweile ungemein Fahr aufgenommen und wenn man nicht gerade auf der Stelle bleiben wollte, blieb einem nichts anderes uebrig als langsam mitzudriften oder rasend schnell mit der Stroemung zu schleppen. Ich machte so ein Mittelding quer zur Stroemung und steuerte eine etwas ruhigere Kehrstroemung an. Hier war das Wasser wie Glas und ich konnte hin und wieder Koederfische aus dem Wasser springen sehen. Ich sah auch eine kleine Gruppe groesserer Fisch an der Oberflaeche finnen – das war wahrscheinlich eine Vorhut der Chums (Hundslachse), die sich gerne so verhielten. Auch sah ich zweimal einen Coho springen. Und letztlich tauchte auch noch ein Buckelwal ca. 100 m vor meinem Boot auf. Hier war Leben!

Ich stellte beide Ruten wieder etwas flacher. Da! Die Koederfischrute loeste aus und ruckte los. Ich war gleich dabei und schlug an. Widerstand und Kopfstoesse, der hing. Waehrend ich mich auf den Drill vorbereitete, sah ich nun auch die Squidrute ausloesen und wild ruckeln. Na das konnte ja heiter werden, Doppelbiss! Ich drehte die Bremse der anderen Rolle etwas lockerer so dass der Fisch ersteinmal Schnur nehmen konnte und konzentrierte mich nun voll auf die Rute in meiner Hand. Vielleicht hatte ich ja Glueck und der Haken an der anderen Rute hielt bis ich mit dem hier fertig war!
Ich machte ordentlich Druck aber der Fisch liess sich nicht draengen. Er zog ersteinmal stur seine Bahnen und hatte so seine Ideen. Auch dieser setzte einmal zur Flugakrobatik an und wollte dann partout auf die andere Bootsseite. Kostete mich einige Anstrengung das zu verhindern. Als ich den ersten guten Blick auf den Fisch werfen konnte, stach gleich eine schoene fette Fettflosse heraus. Aha, der musste eh wieder schwimmen. So forcierte ich den Drill denn ich sah, dass die andere Rute im Halter immer noch herumwippte. Beim Versuch den Coho am Vorfach zum Boots zu zerren und den Haken zu entfernen, bekam ich eine ordentliche Dusche und ich musste die Schnur wieder fahren lassen. Beim dritten Versuch hatte ich endlich Zugriff und hebelte den Drilling aus dem Mundwinkel. Der Drilling kam total zermuellert heraus und der Fisch schoss davon. Ich raeumte schnell die Rute weg und schnappte mir die andere. Der Fisch hing immer noch und weil ich erwartet hatte, dass er sich bis jetzt schon ausgetobt hatte, war ich ueberrascht was dieser Kerl noch so alles drauf hatte.

Es ging noch paar Mal hin und her und ich musste noch ein paar Male Schnur geben. Selbst neben dem Boot gebaerdete sich der Fisch wie ein Verrueckter und schlug Schaum und sprang und sausste hin und her. Ich nahm die Kamera und schoss ein paar Fotos waehrend er sich austobte. In einer Ruhephase bekam ich mal einen guten Blickwinkel auf den Fisch und siehe da dieser war markiert! Ich hatte den Kescher gar nicht griffbereit und so packte ich nur das 40 Pfund Vorfach und schwuppte den Fisch ins Boot. Gelungen! Hier tobte er noch eine Weile herum und das Boot sah aus wie eine Schlachtbank. Ein feister 9 Pfuender! Nicht schlecht, dachte ich!

Es dauerte eine Weile bis ich alles geordnet, bekoedert und wieder eingesetzt hatte. Ich drehte nun weitere Runden an dieser fischigen Stelle und wurde in den naechsten 1,5 Stunden noch mit zwei weiteren Cohos belohnt. Einer am Squid und einer am Koederfisch. Beide um die 10 Pfund und schoene Milchner mit Laichhakenansatz. Aber beide waren unmarkiert und durften weiterschwimmen.

Ich verpasste noch ein/zwei Bisse und musste insgesamt feststellen, dass die Lachse jetzt nicht mehr so aggressiv wie noch heute vormittag bissen. Dann war auch mal eine Beisspause angesagt. Ich probierte sogar eine dritte Rute mit einem tieflaufenden Wobbler. Leider war das aber nicht so beliebt wie ich gehofft hatte. Ich hoerte ueber Funk, dass einige Cohos bei Secretary Island gefangen wurden und konnte dort in ca. 1 km Entfernung auch ein paar Boote ausmachen. So liess ich mich mit der Flut dahintreiben. Unterwegs kam ich wieder in einen Schwarm kleiner Chinooks hinein, die meinen Koederfischvorrat arg schroepften. Aber ich wollte eh bald einpacken. Vor der Insel zog ich ein paar Runden von dicht unter Land bis ueber tiefes Wasser. Ein Ruck an der Koederfischrute liess mich aufblicken, die Rute loeste aus aber blieb ruhig. Nichts, es kam kein Nachfasser. Der Koederfisch war wieder vollkommen zerstoert. Ich montierte einen meiner letzten Koederfische und setzte diese Rute wieder etwas tiefer.

Ich war schon in meinen letzten 5 Minuten als die Koederfischrute nochmal anruckte. Diesmal stand ich gleich daneben und bekam schnell den Kontakt. Der hing! Ich genoss nochmal einen sportlichen Drill mit allem Spektakel den Cohos nun mal so bieten. Meine Jungs waeren jetzt so neidisch auf mich, dachte ich nur! Als ich den vielleicht 7 Pfuender am Boot hatte, war ich regelrecht ueberrascht noch mal einen markierten Coho zu sehen. Der durfte als Abschiedsfisch noch mit! Fantastisch! Wieder wuppte ich den Fisch nur ins Boot – es lohnt sich ja nicht den Kescher noch in der letzten Minute schleimig und nass zu machen! Damit war ich am Coho Limit. War auch Zeit einzupacken, musste ja noch filettieren! Ein klasse Tag, regelmaessig was am Haken, tolle Drills, bestes Spaetsommerwetter und 4 schoenste Filets zum mitnehmen! Schwer zu toppen!

1.jpg
1.jpg (121.34 KiB) 1390 mal betrachtet


2.jpg
2.jpg (74.42 KiB) 1390 mal betrachtet


3.jpg
3.jpg (53.8 KiB) 1390 mal betrachtet


4.jpg
4.jpg (65.45 KiB) 1390 mal betrachtet


5a.jpg
5a.jpg (79.74 KiB) 1390 mal betrachtet


5b.jpg
5b.jpg (105.29 KiB) 1390 mal betrachtet


5c.jpg
5c.jpg (83.14 KiB) 1390 mal betrachtet


5d.jpg
5d.jpg (143.28 KiB) 1390 mal betrachtet


5e.jpg
5e.jpg (176.42 KiB) 1390 mal betrachtet

cohosalmon
Zander
Zander
Beiträge: 445
Registriert: 12.01.2011 - 0:49

24.9.2018; Sooke

Beitragvon cohosalmon » 27.09.2018 - 1:39

Cont.

6a.jpg
6a.jpg (65.81 KiB) 1389 mal betrachtet


6b.jpg
6b.jpg (48.54 KiB) 1389 mal betrachtet


6c.jpg
6c.jpg (72.13 KiB) 1389 mal betrachtet


6d.jpg
6d.jpg (83.4 KiB) 1389 mal betrachtet


7.jpg
7.jpg (187.47 KiB) 1389 mal betrachtet


8.jpg
8.jpg (153.61 KiB) 1389 mal betrachtet


9.jpg
9.jpg (136.06 KiB) 1389 mal betrachtet

Benutzeravatar
Gerd
Hecht
Hecht
Beiträge: 10715
Registriert: 17.09.2005 - 12:34
Wohnort: Lkrs. Bergstraße / Hessen

Re: Lachsangeln Victoria/Sooke, BC, Kanada

Beitragvon Gerd » 27.09.2018 - 6:29

Einfach immer wieder toll zu lesen und vor allem weltklasse Bilder. Ich bin immer wieder begeistert von Deinen (mooching??)-Ruten , die schon bis ins Handteil gehen, ohne dass ein Fisch hängt.
Mal eine Frage zu dem lecker Filet-Bild. Es sieht so aus, als hättest Du Dich bei allen vier Filet 'verschnitten' und zwar genau an der Stelle, an der die Wirbelsäule verläuft, also die Fleischgräten sind. Offenbar schneidest Du diese komplett aus dem Filet raus. Ich mach mir immer die Mühe, und ziehe diese Gräten mit einer Pinzette, bekommst Du die Gräten alle mit dem Schnitt raus?
Humor ist der Knopf der verhindert, daß einem der Kragen platzt

*Joachim Ringelnatz*

cohosalmon
Zander
Zander
Beiträge: 445
Registriert: 12.01.2011 - 0:49

Re: Lachsangeln Victoria/Sooke, BC, Kanada

Beitragvon cohosalmon » 27.09.2018 - 8:54

Gut gesehen, Gerd. Genau so. Weil meine bessere Haelfte ohne Graetenfreigarantie keinen Fisch essen wuerde, habe ich mir angewoehnt die Graetenzeile in jedem Filet gleich herauszuschneiden. Das dauert hoechstens eine Minute pro Filet bei den einfachen Fischen (Lachs, Forelle, Barsch, Ling, Heilbutt, Zander, Dorschartige). Bei Hecht oder Gott behuete Karpfen doktort man da schon laenger herum. Ich erfuehle erst mit den Fingern kurz den Graetenverlauf und schneide dann an den Graeten entlang bis zur Haut durch und laengs der Zeile entlang. Am hinteren Teil verliert man das Gefuehl der Graeten weil die dort schon sehr weich sind. Ich kenne den weiteren Verlauf schon aus Erfahrung und schneide so noch ein paar cm weiter. Danach ist es eh egal ob man auch die allerletzte erwischt weil sie dort nur noch hauchduenn und unmerkbar sind, selbst fuer meine pingelige Frau! Der einzige Trick des ersten Schnitt entlang der Graeten ist, dass man das Messer beim Tieferschneiden von einer vertikalen Haltung mit zunehmender Tiefe mehr horizontal rotiert um dem Graetenverlauf exakt zu folgen. Nach diesem ersten Schnitt nehme ich das Filet auf und fummele das Messer von der Schwanzseite her direkt hinter die Graetenzeile und lege nun Stueck fuer Stueck die Graetenzeile von der zweiten Seite frei. Dazu presst man nur das Messer dicht an die Graeten, und zwar diesmal von unten nach oben - also von der Haut zur Oberflaeche hochziehen - man kann die Klinge dabei schoen vom ersten Schnitt her durchschimmern sehen so das man kein Fleisch verschwendet. Wenn das Messer vorne am Kopftteil des Filets ankommt, hat man die komplette Graetenzeile freigelegt. Jetzt reisse ich diese Zeile nur noch von der Haut los und verfuettere sie an die Moewen oder Robben, fertig. Keine Fummelei mit Pinzette oder Zange um dann doch welche zu vergessen und Aerger zu kriegen!

Benutzeravatar
Gerd
Hecht
Hecht
Beiträge: 10715
Registriert: 17.09.2005 - 12:34
Wohnort: Lkrs. Bergstraße / Hessen

Re: Lachsangeln Victoria/Sooke, BC, Kanada

Beitragvon Gerd » 27.09.2018 - 9:03

Das liest sich jetzt höchst kompliziert, ist aber vermutlich nur beim ersten mal schwer. Ich werde es mal bei nächster Gelegenheit testen, wenn ich mal wieder 'Graved' mache.
Humor ist der Knopf der verhindert, daß einem der Kragen platzt

*Joachim Ringelnatz*

cohosalmon
Zander
Zander
Beiträge: 445
Registriert: 12.01.2011 - 0:49

30.9.2018; Sooke

Beitragvon cohosalmon » 03.10.2018 - 0:31

War am Sonntage nochmal mit meinem Sohn und seinem Freund Alec draussen. Es sind immer noch gute Coho Schulen unterwegs wenn es auch nicht gerade red hot fuer uns war. Ricardo hatte 2 schoene Cohos von vielleicht 8-9 Pfund ans Boot gebracht und Alec hatte auch zwei besseren am Band aber beide verloren. Auch wieder einige gefraessige Kleinlachse die staendig fuer Unruhe sorgten. Best war aber eine tolle Orca Show, wir hatten alles ausgestellt und sind lautlaus herumgedriftet waehrend die Orcas um uns herum spielten, jagten. Fantastisch!

a.jpg
a.jpg (108.25 KiB) 1316 mal betrachtet


b.jpg
b.jpg (105.74 KiB) 1316 mal betrachtet


c.jpg
c.jpg (93.46 KiB) 1316 mal betrachtet


d.jpg
d.jpg (88.13 KiB) 1316 mal betrachtet


e.jpg
e.jpg (62.23 KiB) 1316 mal betrachtet


f.jpg
f.jpg (55.05 KiB) 1316 mal betrachtet


g.jpg
g.jpg (50.08 KiB) 1316 mal betrachtet


h.jpg
h.jpg (40.78 KiB) 1316 mal betrachtet

Benutzeravatar
#Allround#Nachhaltig
Hecht
Hecht
Beiträge: 3377
Registriert: 18.08.2014 - 16:01
Wohnort: Heilbronn

Re: Lachsangeln Victoria/Sooke, BC, Kanada

Beitragvon #Allround#Nachhaltig » 03.10.2018 - 10:45

Wäre ich d0ch bl0s in Kanada geblieben...
Angeln :D

Benutzeravatar
Derrik Figge
Moderator
Moderator
Beiträge: 5238
Registriert: 22.08.2004 - 8:53

Re: Lachsangeln Victoria/Sooke, BC, Kanada

Beitragvon Derrik Figge » 09.10.2018 - 15:08

Wenn ich das dunkle Fleisch sehe, knurrt mir spontan der Magen. Meine Kollegen und ich erinnern uns immer gerne zurück an den Lachs aus Alaska - man war der lecker! Und das sage ich, wo ich (fast) keinen Fisch esse :roll:
Ich suche immer alte ABU Angelrollen, Kartons und Papiere sowie Werbematerial.

Ich freue mich über Angebote aller Art per PN oder Mail. Danke

cohosalmon
Zander
Zander
Beiträge: 445
Registriert: 12.01.2011 - 0:49

Kurzurlaub, Okt 2018

Beitragvon cohosalmon » 16.10.2018 - 1:15

Und hier macht man Urlaub wenn man an der kanadischen Westkueste lebt! Wer erraten kann wo das ist, gewinnt eine Uebernachtung und einen Bootstrip auf Lachs/Heilbutt vor Victoria auf Vancouver Island :-)

So eine Stadtromantik hat schon auch etwas, besondern in solchen verrueckten Farben. Und wenn es dann auch mit den Fischen klappt...!? Ich scheine es noch nicht verlernt zu haben. War Spass!

a.jpg
a.jpg (69.06 KiB) 1106 mal betrachtet


b.jpg
b.jpg (103.95 KiB) 1106 mal betrachtet


c.jpg
c.jpg (82.67 KiB) 1106 mal betrachtet


d.jpg
d.jpg (215.06 KiB) 1106 mal betrachtet


e.jpg
e.jpg (114.09 KiB) 1106 mal betrachtet

Benutzeravatar
Gerd
Hecht
Hecht
Beiträge: 10715
Registriert: 17.09.2005 - 12:34
Wohnort: Lkrs. Bergstraße / Hessen

Re: Lachsangeln Victoria/Sooke, BC, Kanada

Beitragvon Gerd » 16.10.2018 - 6:15

Wie ungewohnt, Bilder von Zandern :shock: Oder sind das Walleyes ? Auf jeden Fall Petri. Und um mein Los in den Ratespiel-Topf zu werfen : Die Bilder sind aus Köln und Du gerade in Deutschland :p
Humor ist der Knopf der verhindert, daß einem der Kragen platzt

*Joachim Ringelnatz*

rhinefisher
Hecht
Hecht
Beiträge: 5727
Registriert: 05.09.2006 - 20:19
Wohnort: Krefeld

Re: Lachsangeln Victoria/Sooke, BC, Kanada

Beitragvon rhinefisher » 16.10.2018 - 6:57

Rhein - Erftmündung... :lol:
DEUS LO VULT !