Ein herzliches Dankeschön an unsere Fischreibehörden


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Ein herzliches Dankeschön an unsere Fischreibehörden

Beitragvon 45er Barsch » 17.12.2014 - 16:48

Herzliches Dankeschön an die Fischereibehörde

Ein ganz herzliches Dankeschön an dieser Stelle geht an die Fischereibehörden und alle Anderen die dafür verantwortlich sind das seit Mittwoch den 17.12.1014 ein absolutes Angelverbot im Hafen Gernsheim besteht.

Der Hafen Gernsheim war ein leicht erreichbares und einfach zugängliches Gewässer. Danke dafür das eine der ganz wenigen Möglichkeiten im Kreis GG, DA, HP, ... für Menschen mit Behinderungen ihrem Hobby nachzugehen nun der Vergangenheit angehört.

Ältere , nicht mehr ganz so agile Angelfreunde, konnten dort bequem an den angelegten Treppen ihrer Passion nachgehen.
Danke das dieses nun nicht mehr möglich ist.

Familienväter konnten ihren Nachwuchs ohne lange Fußmärsche und mit gelegentlichen, kleineren Fängen in einem angenehmen Stillwasser an das schönste Hobby der Welt heranführen.
Danke das der Nachwuchs nun über Steinpackungen stolpern muß und wahrscheinlich nach dem dritten mal Knie aufschürfen die Lust am Angeln verliert.

War der Anglernachwuchs dann soweit alleine loszuziehen war der Hafen eine beliebte Anlaufstelle um erste Barsche mit der Wurmrute zu überlisten oder einfach mit der Stippe den Weißfischen nachzustellen.
Viele Jungangler konnten so erste ansprechende Erfolge erzielen und mußten nicht mehrfach als Schneider nachhause ziehen, was sicherlich nicht Unförderlich für die ein oder andere weitere anglerische Laufbahn war.
Danke das Jungangler nun an den Hauptstrom ausweichen müssen und einige nach dem x-ten Schneidertag vielleicht das Angelgerät an den Nagel hängen.

Die Auflistung könnte man um beliebige Punkte weiterführen.

Von den Otto-Normalanglern, wie mir, will ich gar nicht erst anfangen.

… oder doch, warum nicht.

Bis vor kurzem konnten sich berufstätige noch schnell nach Feierabend auf eine gemütliche runde Spinnfischen oder für einen kurzen Ansitz treffen.
Besonders in den Monaten mit den kürzeren Tagen war durch einige Besonderheiten auch dann noch ein entspanntes angeln möglich.
Von der Atmosphäre und dem Ambiente durch die alljährliche Festbeleuchtung mal ganz abgesehen.
Danke dafür das Einige nun ihre Winterabende vor der Glotze verbringen werden oder in den weiten des I-nets versinken.

Auf den Grund des Verbotes möchte ich gar nicht weiter eingehen, insidern ist der sicherlich sehr wohl bekannt.

Das es eine sehr einfache Lösung des Problems bestanden hätte ist vielen klar, dafür wäre aber ein wenig Kopfarbeit nötig gewesen.
Ein Verbot kann man dagegen recht schnell und stumpf vom Schreibtisch aus beschließen.

Nochmal ein Danke dafür.
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Beitragvon Humbucker » 17.12.2014 - 17:01

Hallo Barsch,

Ich komme nicht aus deiner Gegend, bin demnach auch kein Insider. Mich würde aber trotzdem interessieren, auf welcher bürokratischen Höchstleistung dieses Verbot begründet wurde.

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Beitragvon Valestris » 17.12.2014 - 17:09

Das würde mich auch interessieren, denn ich höre das erste mal von so einer Aktion.
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Beitragvon Derrik Figge » 17.12.2014 - 17:41

Diese Punkte solltest Du mal auflisten und dann einem aufstrebenden Kommunalpolitiker persönlich vortragen. Da kann man sicher etwas machen, wenn das Verbot nicht aus wiederholten dämlichen Aktionen der Angler basieren sollte.

Bei uns wurde auch ein Hafen gesperrt, der als Rückzugsgebiet und Laichrevier diente. Die osteuropäischen Angelkameraden reisten teilweise aus 50 km ENtfernung an, um dort zu wildern. Es wurde alles und ich meine wortwörtlich alles, was Flossen hat entnommen. Da ist ein Verbot sinnvoll, da es der Bestandssicherung sehr zuträglich war.
Ich suche immer alte ABU Angelrollen, Kartons und Papiere sowie Werbematerial.
Ich freue mich über Angebote aller Art per PN oder Mail. Danke

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Beitragvon 45er Barsch » 17.12.2014 - 18:25

der offizielle grund, und keinen anderen poste ich hier, sind mehrere sachbeschädigungen in den vergangenen jahren.

der witz an der sache ist das man mit einigen wenigen kleinen maßnahmen hätte dem übel entgegenwirken können.

ein verbot ist aber billiger.
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Beitragvon Gerd » 17.12.2014 - 18:26

Derrik, genau dies ist das Positive, dass man der Sperrung des Hafens abgewinnen kann. Von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang wurde der Hafen von Heerscharen von 'Anglern' belagert - 7 Tage die Woche. Dabei wurde nahezu jeder Schwanz entnommen. Ein versierter Stipper hätte einen Tagesfang von locker 20 Kilo erzielen können. Bei den Anglern vor Ort waren es sicherlich täglich mehr als 5 Kilo pro Nase.

Die Begründung der Sperrung ist, dass ein Großteil der Angler nicht vor, sondern über den Bootsstegen geangelt hat, mit entsprechend Abrissen von Montagen und Fischen. Das sich der Eigner des Hafens sich das nicht mehr lange bieten lässt war nur eine Frage der Zeit. Leidtragende sind eine handvoll Angler, die sich einigermaßen normal verhalten haben.
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Beitragvon Humbucker » 17.12.2014 - 20:47

@ Barsch: Danke für die PN.

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Beitragvon Bachforellenangler » 17.12.2014 - 21:17

An meiner Ecke der Weser gibt es auch einen Hafen/ Warmwasserkanal, an dem wegen unserer geliebten osteuropäischen Angelfreunde das Angeln stark eingeschränkt wurde. Somit ist das Angeln nur in den hellen Tagesstunden erlaubt und im Zeitraum vom 01.01 bis zum 31.05 komplett verboten, da der Hafen als Laichgebiet für viele Friedfische dient. Bevor dieser Einschränkung wurde, wie in Derriks Fall, alles was Schuppen hat abgeschlagen, speziell die großen Laichfische.
Ab und an hört man auch mal, das der Hafen komplett dicht gemacht werden soll.
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Beitragvon Valestris » 17.12.2014 - 21:22

Also wenn es wirklich so extrem ist und alle Fische, egal welche Größe, abgeschlagen werden, kann ich ein Verbot durchaus verstehen. Es ist natürlich nur wieder für die Angler ärgerlich, die sich vernünftig am Wasser verhalten.
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Beitragvon Bachforellenangler » 17.12.2014 - 21:37

Sehe ich genau so wie du.
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Beitragvon Colin mag Barsche » 17.12.2014 - 22:19

Ich hab gestern erst wieder Russen drann gehindert einen untermaßigen Zander zu töten.
Einmal hat eine Russische Familie einen 20 Litter Eimer mini Barsche voll gemacht. .. :(
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Beitragvon Valestris » 17.12.2014 - 22:40

Ja sowas ist ärgerlich! Aber verallgemeinern auf russische Angler würde ich es auch nicht, es gibt auch genug deutsche Angler die genauso Mist bauen! Ist mir dieses Jahr auch passiert, da gings um untermaßige Aale und Welse. Der Mann lies aber vernünftig mit sich reden und hat die Fische auch wieder freigelassen.
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Beitragvon Bachforellenangler » 18.12.2014 - 1:02

Ich bin zwar auch ein Gegner des Verallgemeinerns, aber leider ist ein großer Teil der russischen Angler so drauf. Das ist dann natürlich auch scheiße für jeden anständigen russischen Angler, den der muss dann mit den Vorurteilen kämpfen. Wir Deutschen tragen ja auch nicht alle Lederhosen oder sind rechtsextrem ;)

Die Aalopa-Geschichte kenn ich ja schon ^^
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Beitragvon Gerd » 18.12.2014 - 7:18

Grundsätzlich ist in Hessen das Angeln in den 'privaten' Rheinhäfen nicht erlaubt, wird / wurde allerdings geduldet. Das Problem im Gernsheimer Hafen ist nicht die Entnahme der Fische (daran stört sich ja leider kein Schwein), sondern das Verhalten der angelnden Personen.

Es wurde über die Bootsstege geworfen um an die Fische zu kommen und das sowohl von den Weißfischanglern mit Migrationshintergrund als auch von Spinnanglern aus umliegenden Gemeinden.

Regelmäßig wurden Montagen mit und ohne Fisch an den Stegen abgerissen, stellenweise sahen die Stege aus wie geschmückte Weihnachtsbäume. Auch kam es zu Beschädigungen an den anliegenden Booten. Nunmehr hat sich die Steggemeinschaft erfolgreich gegen diese Sachbeschädigungen gewendet und der Hafenpächter hat von seinem Hausrecht Gebrauch gemacht und das herrschende Angelverbot durchgesetzt.

Ich persönlich habe dafür absolutes Verständnis und hätte an seiner Stelle genau so gehandelt, allerdings schon viel früher, auch wenn ich selbst einer der Leidtragenden bin.

Ein weiterer Punkt für die Sperrung ist der, dass es dort einfach viel zu wenig Mülleimer zu geben scheint. Die aufgehängten ca 15 Tonnen sind nicht beleuchtet, so dass die Angler sie gar nicht finden und Ihren Müll -sowohl Maden -, Wurm - und Maisdosen als auch diverse Kunstköderverpackungen, Schnurreste und anderes Angelzubehör direkt am Ufer entsorgen müssen.

Dieses durchgesetzte Angelverbot haben sich die Angler -und nur die Angler- selbst zuzuschreiben. Dafür kann man nicht die sonstigen üblichen Verdächtigen Spaziergänger, Jugendliche und sonstige Umweltfrevler verantwortlich machen, einzig und alleine die Angler haben dafür gesorgt, dass eine jahrelange Duldung nunmehr nicht mehr erfolgt.
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Beitragvon Valestris » 18.12.2014 - 11:35

Danke Gerd für die Info, dass lässt natürlich auch die Reaktion mit dem Verbot verstehen.
Wie gesagt es ist nur schade für die Angler die sich vernünftig am Wasser (egal wo) verhalten.
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