Schiefgegangen

  • Hallo,


    die heutige Fischzubereitung des vorletzten Fangs ging gehörig in die Hose. Es gab drei kleinere Brassen und eine Forelle aus der Kühltruhe (gefangen im September), in der Pfanne gebraten. Die Brassen wurden am Tag vorher mit Zitronensaft mariniert und über nacht darin ziehen gelassen. Das hätten wir besser nicht getan, denn die ansonsten leckeren Fische schmeckten stellenweise so sauer, daß ich es nach den ersten Bissen lieber bleiben ließ. Die Forelle machte diese Prozedur nicht mit, und darum hatte ich auch schon wieder Hoffnung...aber das Teil hatte dann einen dermaßen modrigen Nachgeschmack, daß wir sie gleich an den Hund verfüttert haben. Es war eine Regenbogenforelle aus dem 'Forellenpuff' - könnte es daran gelegen haben? Bachforellen oder 'freie' Regenbogner haben diesen Nachgeschmack doch bestimmt nicht - oder muß ich nun auf das Forellenessen verzichten?

  • Wenn Forellen überhaupt mooseln, dann nur P***-Tiere, die mit künstlicher Nahrung gemästet werden.
    Bei Bachforellen aus unserem Fließgewässer brauch ich bei der Zubereitung nur ein wenig Zitronensaft, Salz, Pfeffer und Mehl zum Wenden. Sie haben - vor allem fangfrisch verwertet - einen wunderbaren Eigengeschmack.

  • Ich kenne das gar nicht anders. Vor 11 Jahren, als ich das erste mal angelte (damals nur für einige Wochen), ging ich mit meinen Kumpels mehrmals an einen Forellenweiher. Einmal hatte ich Glück und fing fünf oder sechs Forellen - aber das war bei denen auch so: Ungenießbarkeit dank stark modrigem Nachgeschmack. Ich wollte am Wochenende noch mal an den Forellenweiher gehen, doch da man die Fische von dort offenbar nicht essen kann, verkneif ich mir das lieber und gehe an einen richtigen Weiher oder gleich an den Fluß. Das hat außerdem noch den Vorteil, daß ich nicht schon pünktlich um 8 da sein muß, wenn die Forellen eingesetzt werden - denn es ist nicht unbedingt ein Vergnügen bei der Kälte. Da warte ich lieber bis zur Mittagssonne :)

  • Das moddrige kriegt man bei Forellen weitgehend weg, wenn man:
    Filets schneidet, die Haut abtrennt und dann den dunklen Seitenstreifen rausschneidet (mit einem scharfen Messer einmal rechts und einmal links so schräg drunter schneiden). Und ein bisschen Zitrone schadet auch nicht, aber nicht über Nacht drin ziehenlassen!
    Leider gibts in meinem Bach auch moddrige Forellen, vor allem unterhalb der Kläranlagen :( aber die werden bald direkt in den Rhein geleitet :)

  • Mit moselnden Fischen habe ich hier bei uns kaum zu tun,selbst bei Karpfen nicht.
    Auf Zitronensaft, also das Säuern verzichte ich grundsätzlich, weil ich es einfach nicht mag.
    Mupfige Forellen(Puff) habe ich auch schon erlebt, allerdings in Dänemark.

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  • Ich sags gerne nochmal, es liegt bei Zuchtforellen nicht an dem Futter, sondern immer an dem Wasser in dem die Fische Leben. Wenn das eine Anlage ist, wo z.b. Wasser aus einem Bachlauf durchfließt, dann schmecken die Fische Vorzüglich.

  • Beim Säuern, b.z.w. dem Marinieren in Zitronensaft sollte man es nicht übertreiben. Sowohl nicht mit der Menge des Saftes und der Dauer der Behandlung. Anschließend spüle ich den Fisch mit klarem Wasser und tupfe ihn gut trocken. Dann zieht es einem beim Essen auch nicht das Hemd hinten rein!

  • Das Säuern dient ja nicht in erster Linie dem Geschmack, sondern das Fischeiweiß reagiert mit der Säure und wird so besser gebunden. Filets fallen dann z.B. nicht so schnell auseinander.


    Zitronensaft mach ich allerdings auch nicht, der überton schnell mal den Fischgeschmack. Ich nehm dann lieber ein bisschen Essig, aber selbstverständlich nur ganz sparsam.

    Fischer mit Segelbooten glauben leichter an Gott als Fischer mit Motorbooten. (Bertrand Russell)


    Ich hab höchstens ein Ruderboot!

  • wir haben einen teich gepartet und dort setzten wir immer forellen ein ..ich habe noch nie erlebt das die forellen modrig geschmeckt haben .
    in diesem weier gibt es jedoch auch eine große saubere quelle .daran könnte es auch liegen...

  • zum "moseln" der forellen ist zu sagen, dass dieser grausame beigeschmack auf eine blaualge zurückzuführen ist, die beim bachflohkrebs-mahl der fische mit aufgenommen wird. die alge breitet sich über enten und andere wasservögel aus und verschont auch quellgewässer nicht. da diese allerdings eher kalt sind, kann sich die blaualge als wärmeliebende art dort nicht sehr lange halten. forellenpuffs mit ihrem stehenden, relativ warmen und überdüngten wasser hingegen sind ein fast idealer lebensraum für die algen, weshalb die puff-forellen auch öfters modrig schmecken.


    zur zubereitung solcher fische:
    der gewässerwart meines vereins war vor kurzem im niederbayrischen unterwegs, um seine knochen im bäderdreieck um bad füssing zu kurieren. dort wurde in einem landgasthof "frischer innhuchen" auf der karte angeboten. dieser wurde auch bestellt und schmeckte nach auskunft vom franz ganz hervorragend. als alter angler kam er natürlich gleich mit wirt und koch ins gespräch um den huchen. der wurde von einem angler(!!) an den gasthof verkauft :shock: :evil: .
    leider stellte der koch beim aufschneiden fest, dass der 25-pfünder furchtbar moselte. nach drei bärwurz gab er dann das geheimnis preis, wie man den fisch trotzdem anbieten konnte :idea: : der huchen wurde filetiert und über nacht in BUTTERMILCH eingelegt. diese hätte dann den modrigen geschmack aufgenommen.
    ich kenn das prozedere eigentlich nur vom wild. da klappts bestens - bei fischen hab ichs bisher noch nicht probiert.
    vielleicht klappt ja das wirklich...


    gruss ausm wilden süden

  • Das mit der Buttermilch klappt tasächlich . Panfish sind auch immer so schrecklich modrig . Dank einer Nacht in Buttermilch oder normaler Milch geht das komplett weg und die Barsche sind wirklich köstlich vor allem wie es der Name schon sagt aus der Pfanne .


    Cu

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