"Schwieriges" Forellengewässer


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"Schwieriges" Forellengewässer

Beitragvon Vrensted » 11.03.2009 - 10:47

Hallo,

ich tat mich etwas schwer mit der Beschreibung meines Themas. Hoffentlich kommen trotzdem ein paar Tipps.

Mein Gewässer ist ein absolut klarer stillgelegter Baggersee, der überwiegend steil abfällt und überwiegend Tiefen zwischen 10 bis 25 m aufweist. Der Grossteil der Fische sind Forellen und Saiblinge.

Jetzt zum Problem:
Die Fänge in diesem Gewässer sind immer relativ selten, obwohl dort wirklich viel Fisch vorhanden ist (wurde durch örtliche Taucher berichtet und per Video dokumentiert). Jetzt war meine Idee, es doch einmal mit der Fliegenrute zu probieren.

Erst einmal grundsätzlich, liege ich verkehrt, wenn ich meine, dass man mit dem Fliegenfischen seine Fänge an so einem stark steigern kann?

Ein weiteres Problem sind die wenigen freien Stellen. Der Baumbestand und auch Büsche reichen bis nah ans Wasser. Dadurch, dass das Ufer steil abfällt, kann man auch mit der Wathose nicht viel erreichen.

Für Tipps und Tricks bin ich schon jetzt dankbar.

Grüsse
Oliver
PS. Sbirolino-Methode ist nicht mein Ding
PPS. Ein Buch zum Thema habe ich mir gestern bestellt, Hans Eiber "Das ist Fliegenfischen", bin also lernwillig

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Beitragvon Joscha » 11.03.2009 - 16:10

Hallo Vrensted, erst einmal eine kleine Verständnisfrage: Du willst an diesem See Fliegenfischen, hast aber (was durch den kauf eines solchen Buches deutlich wird) ansonstne relativ wenig Ahnung von Fliegenfischen - d.h. das war einfach mal nur eine Idee. Sehe ich das richtig ?

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Beitragvon Diox » 11.03.2009 - 16:10

Hallo Oliver, sind Boote oder Bellyboote erlaubt? Dies würde dir natürlich den nötigen Platz zum Fliegenfischen verschaffen das andere ist natürlich die Frage nach Schonzeit welche Momentan sein sollte.

Zu entscheiden ob es Sinn macht ist schwer, hast du den eine Ausrüstung oder müsstest du diese extra kaufen? Kannst du Forellen oder Saiblinge in den Morgen und Abendstunden beim steigen beobachten ?
Im Moment suche ich einen Programmierer der mit bei einem Projekt helfen würde! HTML und CSS gefragt! Jave Vorteilhaft!

Ansonsten Bla Blub

http://fliegenfischen.blog.de/

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Beitragvon Vrensted » 11.03.2009 - 16:31

Hallo Joscha,

ich habe noch keine Ausrüstung zum Flifi. Es ist also wirklich eine Idee. Allerdings hat mich diese Art des Fischens schon immer und ich denke, dass ich es dann auch in Zukunft öfter, vielleicht ausschliesslich machen werde.


Hallo Diox,

Boote sind vorhanden, allerdings ist diese Lösung nicht meine Favorit. Mit den Ruderbooten verursacht man relativ viel Unruhe im Wasser. Ob Bellys erlaubt sind, weiss ich nicht, lässt sich allerdings in Erfahrung bringen. Die Variante stelle ich mir auch wesentlich geschmeidiger vor als mit dem Boot.

Wenn das Wetter wärmer wird, kann man die Fischen steigen/jagen sehen. Da das Wasser allerdings z.Zt. sehr kalt ist, stehen die Fische recht tief.

Alles in allem sollte es eine dauerhafte Lösung sein, also mehr als ein Versuch. Dann kann man auch mal in Skandinavien oder in der Schweiz mal anders fischen :-)

(Buch ist gerade gekommen, also die Lektüre gesichert)

Grüsse
Oliver

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Beitragvon Vrensted » 11.03.2009 - 16:34

Ergänzung:

Watzeug ist bei mir vorhanden. Belly allerdings nicht. Rute, Rolle und Co. zum Flifi auch nicht. Da muss ich mich eh noch schlau machen, falls nicht einer den ultimativen Tipp hat. Aber die Infos hier im Forum gehen in alle möglichen Richtungen was die Preise und Hersteller angeht.

Helmut1

Beitragvon Helmut1 » 11.03.2009 - 17:09

Nur ein Wort:
Hegenenfischen ;)

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Beitragvon Blubb » 11.03.2009 - 18:24

Hi,

Das mit dem Boot klingt doch super, besser kann es eigentlich nicht sein, rausfahren, leise driften lassen und halbwegs ruhig verhalten, dann passt das. Belly Boot wäre natürlich noch unauffälliger und in meinen Augen universeller (kannste mitnehmen usw), aber das ist für den Anfang dann doch kein Kriterium.

Für die Seenfischerei sind in meinen Augen folgende Dinge besonders wichtig:
- Passabler Wurfstil, das heißt: Wurfkurs, etwa einen Tag. Du brauchst keine Rollwürfe, Switchcasts, Snap-T's, Vodoocasts und sonst was, dir reicht ein sauberer Überkopfwurf, 15 bis 20 m sollten reichen, das ist recht leicht zu erlernen. Anpirschen ist kaum, von daher muss die Fliege zum Fisch geworfen werden.
- Ausdauer, Seenfischerei kann langwierig sein. 6 Stunden werfen, einstrippen, werfen, einstrippen usw können durchaus sein. Das geht aufs Gemüt. Aber wenns dann ordentlich rumpelt weist du, dass es sich gelohnt hat. ;)
- Zwei Schnüre, eine Sinkschnur und eine Schwimmschnur. Wenn die Fische zw. 0 und 1,5m Tiefe patroulieren kannst du die Schwimmschnur nehmen, darunter kommt die Sinkschnur (bzw. wenns nicht besonders tief sein muss eine Sinktip (besser zu handhaben) zum Einsatz)

Das Gerät muss nichts besonderes sein, ich würd für den Anfang eine Rute Klasse 6 in 9' vorschlagen, am See ist etwas kräftiger besser (wirft sich in meinen Augen leichter). Kleiner Dämpfer: grob überschlagen kostet ein Arbeitsgerät (also wirklich auch Nutzbarkeit geachtet, nicht auf Namen und co) und dem Fall rund 300 Euro zzgl Fliegen. In meinen Augen lohnt sich das, das Fliegenfischen lässt einen nicht mehr los.

Wenn du noch mehr Fragen hast, nur zu, dafür sind wir da.

Grüße
Fabian
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Beitragvon Joscha » 11.03.2009 - 21:01

Ich würde wirklich erst mal alles andere ausprobieren, bevor ich zum Fliegenfischen übergehen würde ! Nicht dass ich irgendetwas gegen das Fliegenfsichen habe (fische selber ab und an mit der Fliege), aber es gibt m.M. nach doch einige techniken, die etwas besser geeignet sind. Gerade Helmuts Vorschlag mit der Hegene hört sich richtig gut an (zumal wir mit Helmut ja auch einen richtigen Experten hier im Forum haben - da bekommst du auf jede Frage eine professionelle Antwort ;) ).

Was gegen das Fliegenfischen spricht, sind einfach die hohen Kosten (mehrere hundert Euronen), die gewisse Einübungszeit (bis die Würfe wirklich sitzen und die auch über längere Zeit ermüdungsfrei Fischen kannst musst du doch einige Stunden investieren) und die große Auswahl an billigeren Alternativen. Und sollte dir Fliegenfischen im Endeffekt doch nicht den erwünschten Spaß und Erfolg bringen, dann wäre einfach jede Menge Geld und Zeit drauf gegangen! Und das will doch keiner 8)

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Beitragvon Vrensted » 11.03.2009 - 21:37

Unabhängig der Variante einer besseren Methode, möchte ich mich allerdings schon mit dem Fliegenfischen beschäftigen. Also bleiben wir mal bei dieser Variante, bitte.

Grüsse
Oliver

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Re: "Schwieriges" Forellengewässer

Beitragvon Taxler » 11.03.2009 - 21:44

Vrensted hat geschrieben:Mein Gewässer ist ein absolut klarer stillgelegter Baggersee,
der überwiegend steil abfällt und überwiegend Tiefen zwischen 10 bis 25 m aufweist.

......

Ein weiteres Problem sind die wenigen freien Stellen. Der Baumbestand und auch Büsche reichen bis nah ans Wasser. Dadurch, dass das Ufer steil abfällt,


Sorry - aber das spricht, um wirklich dauerhaft erfolgreich die Salmoniden zu beangeln,
komplett gegen den Einsatz einer Fliegenfischerausrüstung.

Aber jedem wie er will ;)
Also, wenn ich Du wäre ..... dann wäre ich, ehrlich gesagt, doch lieber ich

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Beitragvon Blubb » 11.03.2009 - 22:41

Hi Peter,

Nicht zwangsläufig, solange er vom Boot fischen kann passt das doch super. Die Tiefe wird nur tagsüber im Hochsommer und im Winter schwierig werden, wenn die Forellen in die Tiefe ziehen.

Grüße
Fabian
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Beitragvon Blubb » 11.03.2009 - 22:55

Joscha hat geschrieben:Ich würde wirklich erst mal alles andere ausprobieren, bevor ich zum Fliegenfischen übergehen würde ! Nicht dass ich irgendetwas gegen das Fliegenfsichen habe (fische selber ab und an mit der Fliege), aber es gibt m.M. nach doch einige techniken, die etwas besser geeignet sind. Gerade Helmuts Vorschlag mit der Hegene hört sich richtig gut an (zumal wir mit Helmut ja auch einen richtigen Experten hier im Forum haben - da bekommst du auf jede Frage eine professionelle Antwort ;) ).

Was gegen das Fliegenfischen spricht, sind einfach die hohen Kosten (mehrere hundert Euronen), die gewisse Einübungszeit (bis die Würfe wirklich sitzen und die auch über längere Zeit ermüdungsfrei Fischen kannst musst du doch einige Stunden investieren) und die große Auswahl an billigeren Alternativen. Und sollte dir Fliegenfischen im Endeffekt doch nicht den erwünschten Spaß und Erfolg bringen, dann wäre einfach jede Menge Geld und Zeit drauf gegangen! Und das will doch keiner 8)


Hi Joscha,

Die Hegene hat für mich einen eklatanten Nachteil, wenn die Fische wirklich steigen und keine Aufsteiger nehmen bin ich damit machtlos. Genau so, wenn sie recht flach stehen, etwas Respekt vor dem Boot werden die meisten Fische dann doch haben.

Wie schwer die Nachteile wiegen muss jeder für sich selber entscheiden, aber ich wollte anmerken, dass die Invesition in Gerät eine einmalige ist, wenn du das Gerät ein paar Jahre fischst wiegt das nicht so schwer (klar, der Batzen muss trotzdem einmal gestemmt werden).
Die Zeit zum einüben ist ja keine vergeudete Zeit, man hat ja auch beim Üben Spaß. So schwer, dass du da ewig viel Zeit brauchst ist es ja nicht, ein Tag Kurs mit 6 Stunden reicht locker für die ersten Würfe (ich hab ohne Kurs angefangen und nach 2,5 Jahren einen bei Michael Mauri gemacht - super Sache) und den Rest übt man einfach beim Fischen.

Im Endeffekt hat alles Vor- und Nachteile. Ich bin der Meinung, dass es nie schaden kann, eine neue Technik zu erlernen. Ob man dabei bleibt ist dann die andere Frage.

Grüße
Fabian

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Beitragvon reverend » 11.03.2009 - 23:58

Ich würde es so machen, wie Blubb beschrieben hat:
Boot oder Belly-Boot, etwas rausfahren und vom treibenden Boot aus wedeln.
Cogito, ergo sum.
Credo, ergo intelligo.
Piscor, ergo vivo.

P.S.: Don't buy a fly - just tie!

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Beitragvon Vrensted » 12.03.2009 - 8:38

Also gut, wie schon angemerkt wurde, ist es bei mir auch einfach die Lust etwas neues zu erlernen. Und man kann das erlernte ja flexibel einsetzen, lassen wir den Fangerfolg mal aussen vor.

Scheinbar ist dann das treibende Boot DIE LÖSUNG.

Auch wenn die Frage schon sehr oft gestellt wurde:

Welche Rute und welche Rolle, Schnur etc.

Klasse 5 wäre doch in Ordnung?

Grüsse
Oliver

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Beitragvon Helmut1 » 12.03.2009 - 14:10

reverend hat geschrieben:Boot oder Belly-Boot, etwas rausfahren und vom treibenden Boot aus wedeln.

Also für tiefen zwischen 10 und 25 Metern gibt es bei weitem besseres als Fliegenfischen, aber man kann ja auch mit der Multi auf Karpfen fischen Bild
Das Fliegenfischen hat sicherlich seine Plätze wo es am besten fängt, aber sicherlich nicht hier :!: