Fische aus tiefem wasser im Winter nicht zurücksetzen?

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Fische aus tiefem wasser im Winter nicht zurücksetzen?

Beitragvon Angus » 04.12.2011 - 15:13

Hallo,
im letzten Blinker stand das man Fische die man im winter im tiefen Wasser fängt nicht zurücksetzen sollte, stimmt das und wenn ja warum ist das so?
...draußen hängt ein Fuchsschwanz dran...

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Beitragvon Onkel Tom » 04.12.2011 - 17:20

Das hat weniger etwas mit dem Winter an sich zu tun, sondern viel mehr mit den Standplätzen der Fische zu dieser Jahreszeit. In tiefen Gewässern ohne Strömung stehen die meisten Fische im Winter sehr tief. Das können schon mal 20 Meter und mehr sein. Dort unten herrscht ein ziemlich hoher Druck. Wenn du nun in dieser Tiefe einen Fisch ans Band bekommst und diesen dann nach oben drillst, schafft es der Fisch in der kurzen Zeit nicht, den Druckunterschied auszugleichen. Die Folgen für den Fisch sind lebensgefährlich. Das ist wie bei Menschen, die gerne tauchen gehen. Auch diese müssen beim Aufstieg aus großen Tiefen so genannte Dekompressionspausen einlegen, um so den Druck kontrolliert zu vermindern. Geschieht der Aufstieg zu schnell, droht die Dekompressionskrankheit (Taucherkrankheit), die ohne schnelle Hilfe oft zu einem qualvollen Tot führt. Ein Fisch am Band hat diese Chance in der Regel nicht, selbst wenn du ganz langsam und vorsichtig drillst.

Die verschiedenen Fischarten regulieren den Druck auf unterschiedliche Weise, das hängt mit dem Aufbau der Schwimmblase zusammen. Generell sind barschartige Fische wie Flussbarsche und Zander deutlich empfindlicher als zum Beispiel Hechte. Das liegt daran, dass diese Fischarten eine Schwimmblase besitzen, die nur aus einer Kammer ohne Luftgang besteht, die zudem geschlossen ist. Bei anderen Fischarten sieht der Aufbau anders aus und die kommen etwas besser damit zurecht. Dennoch kann auch bei diesen Fischen der Effekt der Dekompressionskrankheit auftauchen.

Deshalb sollte man im Winter nur dann so tief angeln, wenn man die gefangenen Fische auch verwerten will. Ein zurücksetzen solcher Fische ist unverantwortlich.
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Beitragvon andal » 04.12.2011 - 17:38

Du bringst hier die sog. Trommelsucht und die Dekompressionskrankheit durcheinander!

Alleine entscheidend ist, ob die Fische eine Schwimmblase mit, oder ohne Luftgang haben. Barschartige haben keinen Lufgang und deshalb kaum Überlebenschancen, wenn sie aus großer Tiefe geholt werden. Corregonen dagegen stecken das locker weg. Sie können den überschüssigen Gasdruck der Schwimmblase regelrecht abrülpsen.
Angler neigen sehr stark dazu, dort mit Lösungen aufzuwarten, wo gar keine Probleme bestehen.

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Beitragvon Onkel Tom » 04.12.2011 - 17:58

@ Andal

Stimmt, falscher Begriff. :oops:
Aber der Inhalt hat ja annähernd gestimmt. :D
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Beitragvon Angus » 04.12.2011 - 18:48

Aber Meeresfische kann man doch auch zurücksetzen oder?
was ist denn mit Dorschen die man aus etwa 3m fängt, kann man die zurücksetzen?
...draußen hängt ein Fuchsschwanz dran...

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Beitragvon Taxler » 04.12.2011 - 18:58

Aus 3 m ist kein Problem

aber wenn Du mal Fische aus zig Metern Tiefe hochpumst dann weisst Du was gemeint ist

Ich guck mal rasch ob ich da Fotos dazu auf meiner Festplatte hier habe


edit: Jepp ... guck Dir mal den Darm an den es dem Steinbeisser heraus gedrückt hat

Dann siehst Du mal, wie Fische geschädigt werden wenn sie aus der Tiefe nach oben geholt werden

Bild
Zuletzt geändert von Taxler am 04.12.2011 - 19:02, insgesamt 1-mal geändert.
Also, wenn ich Du wäre ..... dann wäre ich, ehrlich gesagt, doch lieber ich

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Beitragvon Thuni » 04.12.2011 - 19:00

Schaut etwas unschön aus. Hatte schon 3 mal das Vergnügen beim Makrelenangeln auf Malle. Hab aus 120 Metern Tiefe das System schnell hochgekurbelt, weil ich dachte es hängt nix drann...
Fängt nicht gibts nicht...
Drilling dran und nei damit

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Beitragvon Angus » 10.12.2011 - 17:27

Mist hab michbvertippt, ich meinte 30m nicht 3 m,
aber das geht dann wohl auch nicht oder?
...draußen hängt ein Fuchsschwanz dran...

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Beitragvon Angus » 10.12.2011 - 17:29

ich hab da mal eine blöde, aber wie ich finde praktische frage: was macht man denn wenn man in norwegen angelt?
da kann man doch nicht jeden gefangenen meeresfisch mitnehmen, da gibt es doch auch ausfuhrbeschränlungen und ich ich würde auch eh nicht mehr als einige kilo fisch einfrieren
...draußen hängt ein Fuchsschwanz dran...

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Beitragvon Tom Rustmeier » 11.12.2011 - 10:39

Angus hat geschrieben:ich hab da mal eine blöde, aber wie ich finde praktische frage: was macht man denn wenn man in norwegen angelt?
da kann man doch nicht jeden gefangenen meeresfisch mitnehmen, da gibt es doch auch ausfuhrbeschränlungen und ich ich würde auch eh nicht mehr als einige kilo fisch einfrieren




Beim Fischer abgeben. In der Ferienanlage abgeben. Da gibt es einige möglichkeiten die besser sind als die toten Fische als Möwenfutter enden zu lassen. ;)
Chronisch unterfischt..... :-(


In diesem Sinne

Petri Heil
und Grüsse aus Kiel

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Beitragvon andal » 11.12.2011 - 10:56

...oder einfach Vernunft walten lassen und nur so viel fangen, wie man auch verwerten kann und darf. Es wird berichtet, dass man sich in Norwegen auch ohne Angel hervorragend unterhalten und beschäftigen kann. ;)
Angler neigen sehr stark dazu, dort mit Lösungen aufzuwarten, wo gar keine Probleme bestehen.

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Beitragvon Taxler » 11.12.2011 - 12:59

andal hat geschrieben:... dass man sich in Norwegen auch ohne Angel hervorragend unterhalten und beschäftigen kann. ;)


Oh ja .... >träum<

Die schönsten Fotos von meinem ersten Norwegenbesuch habe ich am letzten Tag geschossen
als meine Angelfreunde nochmal raus sind um ihre Kisten ein letztes Mal zu füllen ...

Ich dagegen hab mir ein Motorboot geschnappt und bin ohne Angel durch die Fjorde gefahren :p
Diese traumhafte Landschaft hatte ich die Tage davor nicht annähernd so intensiv wargenommen
wie an diesem angelfreien Tag ... ich möchte dieses Erlebnis nicht missen 8)
Also, wenn ich Du wäre ..... dann wäre ich, ehrlich gesagt, doch lieber ich