Fliegenfischerforumstreffen 2009


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Beitragvon Taxler » 05.07.2009 - 23:01

Na nu bin ich aber gespannt auf den ausführlichen Bericht.
Ich hoffe doch sehr dass wir nicht nur mit nem Link abgespeist werden ;)
Also, wenn ich Du wäre ..... dann wäre ich, ehrlich gesagt, doch lieber ich

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Beitragvon reverend » 06.07.2009 - 9:48

Auch, wenn im Vorfeld ein paar unschöne verbale Breitseiten auf das FliFi-Treffen abgeschossen wurden, betrachte ich es als eine Veranstaltung des Blinker-Forums und werde exklusiv hier darüber berichten, sobald weitere Fotos von anderen Teilnehmern hier eingestellt worden sind. Ich hatte die Kamera leider nur am Sonntag dabei.

Viele waren wir ja diesmal nicht; außer Lounger (der am Samstag mitgefischt hat), Dorfener und meiner Wenigkeit war niemand dabei.
Medfish ist der Keller abgesoffen - darum war er kurzfristig verhindert. Wenn die Öltanks davonzuschwimmen drohen, ist das gut nachzuvollziehen.
Auf mce haben wir am Sonntag bis 9:30h an der Feldollinger Brücke gewartet...
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Beitragvon dorfener » 06.07.2009 - 13:33

Ich will Gerhards Bericht nicht vorgreifen oder ihn ersetzen, schließlich habe ich in meinem Gedächtnisprotokoll sicher etliches vergessen. Aber anschließend ein paar Zeilen aus meiner Erinnerung zum Treffen an der Mangfall, nachdem an dieser Stelle bereits darauf gedrängt wird:


Im Angelzentrum Rosenheim haben sie uns am Samstagvormittag angesehen, als ob wir einen an der Waffel hätten: Was wollt ihr? Fliegenfischen? In der Mangfall? Schon mal was von Hochwasser gehört? Gerhard (Reverend), Ulf (Lounger) und ich (Dorfener) erklären, dass es sich um lang geplantes Treffen handelt und wir den Termin nicht einfach umändern konnten. Wir zahlen die Karten und man gibt uns noch ein paar mitfühlende Worte mit auf den Weg: Wenn unsere Wasserleichen durch Rosenheim treiben, würden sie uns zumindest rausfischen.

Es ist kein Jux: Die reine Fliegenstrecke flußaufwärts der Feldollinger Brücke wäre etwas für erfahrene Wildwasser-Kanuten. Da sie vom Ufer aus nicht befischbar ist, bliebe nur Waten. Aber das wäre Wahnsinn. Wir entscheiden uns für die gemischteStrecke weiter unten, wo mehrere Sohlschwellen die Strömung etwas zähmen. Trotzdem gibt es auch dort nur eine Handvoll Bereiche, in denen Waten ratsam ist.

Aber wir fangen trotzdem. Die Hochwassernymphe, eine Goldkopf mit einem Schwänzchen aus perlmuttfarbigem Pearlflash, einem Körper aus goldgerippten bernsteinfarbenen Eichhörnchen-Dubbing und einem orangen Kragen verführt schon nach einer Viertelstunde die erste Bachforelle zum Anbiss. Untermaßig, aber egal, Hauptsache, sie beißen. Und weil wir die Widerhaken andrücken, können sie auch schonend zurückgesetzt werden. Kurz darauf beißt noch eine kleine Regenbogen, Ulf knüpft nun auch eine Hochwassernymphe an und hat damit Erfolg. Nach der vierten kleinen Forelle montiere ich einen orangen Blob, einen Streamer, und sag noch im Scherz: Mal sehen, was da außer dem Kindergarten noch rumschwimmt. Schon beim zweiten Wurf gibt es einen solchen Schlag in der Rute, dass Ulf meint, ich hätte einen Hänger. Aber es ist eine stattliche Regenbogenforelle, eine starke Kämpferin. Sie macht einen derartigen Rabatz, dass ich froh bin, dass Gerhard beim Keschern hilft.

Dann kommt ein kurzer Schauer an diesem sonst sonnigen Samstagvormittag runter und wir unterbrechen für eine Brotzeit.
Frisch gestärkt macht Gerhard ebenfalls ein paar Würfe mit einem Blob und innerhalb von fünf Minuten hat er eine 38er Regenbogen gefangen. Auch Ulf hakt einen dicken Brocken. Aber sie steigt ihm beim Drill mit einem kraftvollen Sprung aus.

Mittlerweile ist das Wasser sogar klar geworden, was uns das Waten sehr erleichtert. Wir steigen auch von den Reizmustern um auf realistische Imitationen und fischen mit Fasanenschwanz-Nymphen weiter. Jeder fängt noch ein paar Untermaßige, die alle schön gezeichnet sind. Am späten Nachmittag geht mir noch eine 33er Bachforelle auf ein Fasanenschwanzerl, die ebenfalls für den Räucherofen entnommen wird. Im Magen hat sie Köcherfliegenlarven, das orange Fleisch sieht auch nach einer Bachflohkrebs-Feinschmeckerin aus.

Ulf, der nur einen Tag Zeit zum Fischen hatte, verabschiedet sich und macht sich auf den Heimweg. Wir fahren zurück nach Bad Endorf, zu Gerhard. Dort landen die drei großen Forellen in Gerhards spezieller Räucherbeize. Es ist ein herrlicher Abend, warm bis spät in die Nacht. Und genau an diesem Abend feiert die 7000 Einwohner-Gemeinde ihr Dorffest. Gerhard nimmt seine Tochter Miriam und seinen Sohn Stefan mit und wir gehen runter ins Zentrum. Wir holen uns was Leckeres vom Grill und stoßen mit einem kühlen Bier auf den gelungenen Tag an.

Am nächsten Morgen brechen wir zeitig auf, um, wie vereinbart, MCE um 9 Uhr an der Feldollinger Brücke zu treffen. Der Siebenschläfer taucht jedoch nicht auf und wir ziehen zu zweit los. Wir unternehmen wieder einen Versuch in der Fly-only-Strecke. Das Wasser ist zwar klar, aber der Pegel ist spürbar über normal und der Strömungsdruck entsprechend hoch. Gerhard kommt einigermaßen vorwärts, weil er etwa eineinhalb mal so schwer und mindestens doppelt so groß ist wie ich. Mir knallt die Strömung nicht gegen die Knie, sondern schon gegen den Bauchnabel und bei jedem Schritt im Wasser zieht es mir fast die Füße weg. Aber auch für Gerhard ist es kein Spaß. Wir kehren um und fischen erneut in der gemischten Strecke, wir wollen Fliegenfischen, kein Survival-Training.

Zumindest meint es Petrus weiterhin gut mit uns. Wie am Samstag haben wir auch am Sonntagvormittag strahlend blauen Himmel. Wir sehen allmählich aus, als wären wir im Solarium eingeschlafen. Nur den Fischen ist es allmählich zu heiß zum beißen. Am Vormittag ist tote Hose. Erst als gegen Mittag ein Gewitter heranzieht, geht es los. Als die ersten Regentropfen runterprasseln, geht es Schlag auf Schlag: Zuerst beißt eine 38er Bachforelle und zieht im Drill alle Register. Als sie schließlich im Fischkorb liegt, geht der 20er Nachwuchs an den Haken. Und nur fünf Würfe später eine - geschätzt - 40er Regenbogenforelle, die sich aber im Drill mit einem filmreifen Salto verabschiedet. Gerhard fängt ebenfalls eine 38er, eine Regenbogen. Auch sie ist eine hervorragende Springerin -- Mangfallfische haben Muckis.

Gegen 15 Uhr brechen wir ab. Gerhard will die Fische noch räuchern, die er am Vorabend in die Beize gelegt hat, ich habe vom Strömungsdruck einen Muskelkater. Dann geht auch noch ein Schauer nieder, der bei der Rückfahrt einen Regenbogen am Himmel erstrahlen lässt. In Bad Endorf heizt Gerhard den Räucherofen an und packt mir die goldfarbenen Fische in Küchenkrepp und Alufolie ein, so das ich sie noch warm zum Abendessen meiner Familie mitbringen kann. Sie sind ein kulinarisches Gedicht. Danke Gerhard. Und an dieser Stelle auch viele Grüße an Ulf (Lounger). Es war ein unvergessliches Wochenende.

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Beitragvon Taxler » 06.07.2009 - 13:54

reverend hat geschrieben:Auch, wenn im Vorfeld ein paar unschöne verbale Breitseiten auf das FliFi-Treffen abgeschossen wurden,...

Absoluter Quatsch
Es ging ums FliFi allgemein und um den Preis von Gewässerkarten.
Keiner wurde persönlich angesprochen - ausser er hat sich mit Enthusiasmus den Schuh selbst angezogen..

Aber ich würde sagen wir lassen das ganze ruhen ....
Die Nerven und die Häute scheinen sich an den Durchmessern der benutzten Tippetspitzen messen zu lassen ;)
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Beitragvon reverend » 06.07.2009 - 14:06

Den Bericht hast du, lieber Tomm, ja nun schon mit journalistischer Professionalität niedergeschrieben.

Ich schlage vor, wir lassen Lounger (ulf) noch seine Fotos hochladen und fangen dann einen neuen Thread an - dein Bericht und dort hinein kopiert dann die Bilder.
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Beitragvon dorfener » 06.07.2009 - 14:17

Sind doch nur ein paar Notizen, die ich mir gestern Abend noch gemacht habe, als die Eindrücke noch frisch im Gedächtnis waren.
Aber Du hast recht, dass ein paar Fotos noch schön wären. Ich schau auch mal bei meinen Handyfotos nach, vielleicht sind ein oder zwei brauchbare dabei.
Viele Grüße
Tom

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Beitragvon Taxler » 06.07.2009 - 14:34

Na das liest sich doch wirklich gut!
Da habt Ihr trotz widriger Wasserverhältnisse recht gut gefangen :clap:

Ein dickes Petri heil Euch allen! :)
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Beitragvon dorfener » 06.07.2009 - 15:40

Petri Dank, Taxler. Nach den häufigen Regenfällen dieses so genannten Sommers hat man allmählich schon Übung, wie man unter widrigen Verhältnissen trotzdem fischen kann ;)

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Beitragvon Mce » 07.07.2009 - 9:44

Will mich in aller Form bei euch entschuldigen dass ich nicht gekommen bin, entgegen meinem Versprechen. Mir ist aber leider Samstagabend was dazwischengekommen, so dass ich am Sonntag nicht kommen konnte.

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Beitragvon reverend » 07.07.2009 - 20:59

Naja, Peter, jetzt hast du ein Geweih und ich eine saumäßige Erkältung.
Aber das war das Fischen wert.
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Beitragvon lounger » 09.07.2009 - 10:57

So nun schaff ich es endlich auch mich zum Fliegenfischertreffen zu melden. Ich war nur den ersten Tag dabei, hatte da aber großen Spaß!

Als ich es nach einer tückischen und deutlich länger als geplanten Anreise endlich geschafft hatte den Ort des Geschehens zu finden, erwarteten mich dort neben Gerhard und seinen beiden Kindern Dorfner/Tom, und Mikesch, wobei letzterer nur für geselligen Teil Zeit hatte und nicht mitfischen konnte.
In idyllischer Umgebung haben wir dann einen netten Abend verbracht. Die Nacht, die Tom und ich in dem ansehnlichen Gemeindesaal (mit lauschiger Kaminecke!) verbrachten war kurz … was allerdings auch an unsrer „präsenilen Bettflucht“, so Tom, lag - wir sind einfach zu früh wach geworden und haben uns auf ein falsches Zeitgefühl verlassen. Nach einem leckeren Frühstück gings zum Kartenholen, wo wie von bereits Tom beschrieben, uns widrige Bedingungen vorausgesagt wurden.

Die Bedingungen waren nicht optimal, dass Wetter war in der Summe aber ok, strahlender Sonnenschein wechselte sich mit kürzeren Schauern ab. Das Wasser sieh sicherlich unter normalen Bedingungen deutlich besser aus – dem Spaß an der Fischerei hat es keinen Abbruch getan. Das wir trotzdem erfolgreich waren, lag auch an Toms Wunderfliegen, die nicht nur sehr ansehnlich sind, sondern, die auch in ausreichender Zahl für alle dabei waren.

Nach der Brotzeit und der Parkplatzverlagerung wurde die Sichtigkeit des Wassers deutlich besser und auch die Zahl der Fänge besser. Die einzigen Fotos, die ich gemacht habe (ich habe ehrlich gesagt ein ungewolltes Bad für nicht so unwahrscheinlich gehalten und Handy und Fotoapperat im Auto gelassen), entstanden dann diese Bilder

Tom beim Klamottenwechsel

Bild

und Gerhard hat gerade als ich ihn fotografieren will einen Biss, den ich samt Drill und Fang ablichten kann (und zwischendurch an etwas kniffeliger Stelle beim Keschern helfen kann :) )

Bild
Bild
Bild

Leider hat irgendwann die Mangfall meinen Watstock entführt, was an meiner Dummheit lag den Stock nicht richtig zu sichern - der Bilanz des Tages tat dies aber keinen ernsthaften Abbruch.
Gegen frühen Abend war dann Schluss, nach einem schönen Tag in bayrischer Gastfreundschaft und netter Gesellschaft. Für mich als Gelegenheitsfliegenfischer war es eine interessante Erfahrung und die heiß diskutierte Mangfall habe ich nun auch mal aus erster Hand gesehen – am Ende des Tages gab es zwischen den Wolken sogar mal den Blick auf die Berge – wirklich klasse.

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Beitragvon Taxler » 09.07.2009 - 11:15

lounger hat geschrieben:... am Ende des Tages gab es zwischen den Wolken sogar mal den Blick auf die Berge – wirklich klasse.

Bayern ist schon ein schöner Flecken Erde ... :)

... wenn einem die Berge nicht so dermaßen die Sicht versperren würden :badgrin:
Also, wenn ich Du wäre ..... dann wäre ich, ehrlich gesagt, doch lieber ich

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Beitragvon lounger » 09.07.2009 - 11:55

In dem Fall waren es die Wolken ... und begann vorher direkt an der Stelle der Autobahn, wo man zum ersten Mal das Bergpanaroma geliefert bekommt ein leidiger Stau ... was aber Zeit zum ausgiebigen Bewundern gelassen hat
8) .

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Beitragvon medfisch » 09.07.2009 - 16:27

Hallo,
schön, dass Ihr doch noch erfolgreich ans Wasser gekommen seid,
ich glaube insgesamt war das Wetter besser als letztes Jahr. Ein wenig Neid kann ich nicht verleugnen,
Ihr werdet auch verstehen warum, wenn Ihr die folgenden Bilder seht
Bild

die Pumpe verfügt über ein C-Rohr, insgesamt fielen pro Stunde
ca 22 Kubikmeter Wasser an,der Unterrand des Kellerfensters ist
gut zu sehen, dahinter stehen die Öltanks.

Bild

nach Minibaggereinsatz fliesst der Quell


Bild

jetzt war Ruhe.
Insgesamt auch eine Art spannendes Wochenende in der Natur und am Wasser.....

Viele Grüsse und Petri Heil

Giselher

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Beitragvon mikesch » 09.07.2009 - 23:15

Hallo zusammen,
hätte gerne an der Mangfall mitgefischt, allerdings hatte ich einen Vereinstermin (Königsfischen) bei dem die Vorstandsmitglieder nicht fehlen sollten, da beim anschließenden Beisammensein auch noch einige Mitglieder zu ehren waren. Immerhin habe ich es schon zweimal geschafft beim Grillen am Vorabend dabei zu sein. Irgendwann werde ich hoffentlich auch mal an der Mangfall mitfischen.
fishing isn't a sport, it's a passion!
Gruß
Michael