Lachsangeln Victoria/Sooke, BC, Kanada

  • 30.3.2024; Victoria cont.


    Eine halbe Stunde spaeter sammelten wir dann auch die Boje wieder ein – gluecklicherweise war sie gross und orange genug um sie auch ueber fast einen Kilometer Entfernung noch zu sehen. Das Meer war auch schoen ruhig, das half. Dann hingen wir bald wieder vor Anker; diesmal ordentlich. Dann machten wir 2 Buttruten klar und das Warten begann. Die erste Stunde passierte gar nichts. Dann knabberten mal ein oder zwei Dornhaie an den Koedern – wenigstens ein Lebenszeichen vom Boden. Erstaunlicherweise war die Stroemung auch nach 14:00 Uhr noch total ruhig hier und wir konnten weiter angeln. Weiter draussen in der JDF Strait wuerde man schon keinen Koeder mehr am Boden halten koennen.


    Da blieb die rechte Rutenspitze ploetzlich stehen und unterliess das rythmische Ziehen in den seichten Wellen. Nanu? Dann ruckte es ploetzlich hart an der selben Rute. Ricardo sprang auf und zur Rute aber zoegerte mit einem Anschlag denn jetzt passierte nichts mehr. Mist, hat er wieder losgelassen? Das musste Butt gewesen sein, so beisst kein Hai. Wir warteten. Und tatsaechlich ploetzlich haemmerte es wieder zweimal hart in der Rute und Ricardo sah mich fragend an und ich nickte. Daraufhin kurbelte er hart an und die Rute zog sich krumm und blieb krumm. Jawoll, der hing! Ich kramte den Gimbal heraus und Ricardo konnte so die Rute aus dem Halter holen und den Fisch in der Hand drillen. Der machte wohl anstaendig Alarm und wir hofften auf ein gutes Kaliber. Ich riet Ricardo den Fisch vorsichtig zu drillen da der Haken, gemessen am Biss und verdachtartigen Anschlag, wohl nur knapp hing. Machte er klasse und bald tauchte ein Butt neben dem Boot auf. Naja, gross war er nicht aber mit ging der trotzdem. Er war wohl nur so 85 cm lang und vielleicht 10-12 Pfund. Aber besser als nichts und vielleicht ging ja noch mehr.


    Die Stroemung war auch um 15:00 Uhr noch befischbar und so blieben wir noch bis halb vier. Aber ausser dem einen oder anderen Dornhai wollte nichts brauchbares mehr beissen. So packten wir dann mit einem kleineren Lachs und kleineren Butt zusammen; nicht unzufrieden aber auch nicht gerade ueberwaeltigt vom grossen Fang. Da war noch Luft nach oben diese Saison aber der Anfang war gemacht und mein Filetiermesser durfte das erste Mal dieses Jahr angreifen.



  • 18./19.5. 2024; Victoria


    Hatte mal wieder Forumsmitgliederbesuch dieses Wochenende. Guenter und ich hatten schon seit Monaten kommuniziert und ich hatte ihm Angeloptionen im Mai hier auf Vancouver Island beschrieben. Er wusste also, dass keine Lachse in den Fluessen waeren und wir es hoechstens auf dem Meer mal auf Lachs versuchen koennten. Auch dafuer ist Mai keine Hochsaison weil es sozusagen der Uebergang von der Winter Chinooksaison (Fresslachssaison) zur Grosslachssaison ist. Die Winterchinooks duennen jetzt aus und die Grosslachse sind noch nicht richtig da. Aber wir wuerden es mal probieren. Dafuer ist Mai Hochsaison in den Seen auf Forelle und Barsch (wo es Barsche gibt). Das sollte auf jeden Fall gehen.


    Guenter und Gabi kamen Freitag Abend mit ihrem Wohnmobil an und wir hatten einen Abend Zeit uns schon mal etwas kennenzulernen. Guenter ist ein gestandener Norwegenexperte mit imposanten Faengen und Geschichten, und ueberhaupt ordentlich angelverrueckt. Nach seinen Geschichten wollte ich gleich wieder einen Trip nach Norge buchen! Gabi kam gerne mal mit auf’s Wasser, mehr fuer das Erlebnis als den Fang ihres Lebens. BC war fuer beide noch ziemliches Neuland. Also sollte ich ihnen mal die Fisch und Wasserwelt zeigen. Samstag war es unbestaendiges Wetter mit viel Wind. Da hatte eine Meerestour kaum Sinn. Sonntag sollte es besser werden. Also beschlossen wir am Samstag mein Faltboot fertigzumachen um den Prospect Lake in Victoria zu befischen. Mein Sohn Alex und seine Kumpels waren da die letzten Wochen schon fleissig unterwegs gewesen und hatten gut gefangen. Ich war zuversichtlich die beiden an ein paar ordentliche Fische zu kriegen. Wir wollten es auf Forelle und Barsch (also Schwarz- und Forellenbarsch) versuchen. Fuer die Barsche hatten wir jeweils eine Spinn- oder Gummikoederrute dabei, und fuer die Forellen packte ich 2 Fliegenruten ein.


    Zu dritt hatten wir ruckzuck das Boot an der Rampe zusammengebaut und fuhren dann zuerst zum suedlichen Ende des Sees wo es windgeschuetzt war. Guenter fing mit Spinner an und ich montierte einen Yum-Wurm. Guenter hatte bald paar kleinere Barsche gefangen; beide Barscharten. An einer Untiefe hatte ich dann einen harten Biss am Gummiwurm und der Fisch hatte es auch gleich in sich. Der wuchtete ordentlich am feinen Geraet und nahm auch mal kurz Schnur. Dann sackte ihn Guenter im Kescher ein: ein feiner 4 plus Pfund Forellenbarsch! Klasse Anfang. In einer verkrauteten Bucht fing Guenter dann 2 kleinere Kehlschnittforellen die aber wieder schwimmen durften. Ein paar Fische wollten beide schon auf Ihrer Reise zum Essen mitnehmen, aber nur groessere.


    Wir versuchten noch eine Weile weitere Grossbarsche aufzuspueren aber die hatten keine Lust mehr. So schleppten wir wieder zum noerdlichen Seeteil. Unterwegs hatten wir nur zweimal kurze Bisse aber keiner blieb haengen. Ich hoffte das wuerde sich bald aendern wenn wir die uebliche Forellenstrecke am Suedufer abschleppten. Ich hatte Guenter eine Pumpkin-Wooly Bugger Fliege an der Schnellsinkschnur montiert. Ich selber hatte ein kleines schwarz-rotes Egelimitat dran. Bald bekam Guenter Biss auf Biss und die erste Forelle die er landete war auch gleich eine UE40. Nach der 3. oder 4. Forelle die Guenter fing waehrend ich bissfrei blieb, wechselte auch ich zu seiner Fliege. Und ab da rappelte es an beiden Ruten. Es machte Spass, die Bisse kamen oft hart und die Fische kaempften fantastisch an dem feinen Geschirr. Guenter hatte eher die groesseren Fische am Band, ich eine Vielzahl and Standard 30-35cm Forellen. Wir behielten letztendlich nur die 3 Groessten, alle weit ueber 40 cm.


    Den kuriosesten Fang verzeichnete natuerlich Guenter; wieder einmal hing was Schwereres an seiner Rute und er holte nach und nach ein. Eine gelbe geflochtene Schnur kam zu Tage und als er bestimmt 50m dieser ins Boot geholt hatte, kam die Endmontage mit Gundblei, Wirbeln und Vorfach zu Tage und am Haken hing eine halbverweste ziemlich grosse Forelle. Sachen gibts. Die ekelige Forelle schwamm davon und ploetzlich rauschte es und ein Seeadler donnerte runter und griff sich den alten Fisch dicht neben dem Boot. Fuer Gabi ein tolles Schauspiel. In der Natur wird eben nichts verschwendet. Apropo Gabi, ich uebergab dann ihr meine Rute damit sie auch noch einen Fisch fing. Mittlerweise kamen feste Regen und auch Hagelschauer auf uns herab und Gabi sollte sich mal besser beeilen mit dem Fangen damit wir bald Schluss machen konnten. Sie machte es aber noch eine Weile spannend weil ihr die ersten 5 oder 6 Fische im Drill wieder ausstiegen. Aber dann fings sie doch noch ihre Portionsforelle und wir konnten rundherum zufrieden einpacken.


    Am naechsten Tag nahmen wir MaxWaldi nach Pedder Bay Marina mit. Wegen des Windausfalltages gestern war ganz schoen Betrieb an der Rampe. Und dazu nicht die allzu erfahrensten Kapitaene. Irgendwann waren wir dann endlich auf dem Wasser und duesten den kurzen Fjord hinaus in die Juan de Fuca Strait. Da es immer noch ein wenig windig war und Guenter nicht besonders seefest ist, wagte ich keine grosse Tour heute. Es war genau Stroemungsstillstand als wir rauskamen. So beschlossen wir zuerst zu pilken. Wenn die Flut einsetzte, konnten wir immer noch auf Lachs schleppen. Ich suchte uns eine vielversprechende Untiefe und haendigte Guenter die geladene Pilkrute. Neben uns fing man schon auf einem anderen Boot. Und es dauerte nicht lange bis Guenter auch Fischkontakt hatte. Er brachte einige ordentliche Felsenbarsche hoch. Dann mal einen kleinen Lingcod. Das war kurzweilig und interessant wenn man mal die verschiedenen Arten kennenlernen wollte. Aber ein richtiger Brummer war leider nicht zu finden.


    Dann fuhren wir mal zu den Klippen und Inseln um Race Rock und schauten uns die Seeloewenkolonien an. Schon gewaltig diese fetten Bullen. Wir hofften natuerlich das sich auch mal ein Wal blicken lassen wuerde aber die Whale Watching Boote fuhren alle weiter nach Westen – keiner blieb in unserer Gegend stehen. Dann fuhr ich uns in die Whirl Bay und wir packten das Lachszeug aus. Ich zog uns eine komplette Runde durch die grosse Bucht aber wir sahen absolut kein Futter und auch keine Fischechos. Totes Meer hier. Dann schleppten wir mit der nun starken Flutstroemung bis in die Pedder Bay zurueck. Auch auf dieser Strecke sahen wir nichts vielversprechendes auf dem Echo. Direkt am Fjordeingang tauchte ploetzlich eine Futterwolke am Echo auf. Ich zog 2 oder 3 enge Schleifen daherum. Kein Anfasser. Es waren aber hier und da Fischsicheln zu sehen. Die wollten bloss nicht. Vielleicht koennte man die mit einem Pilker aus der Reserve locken? So stellten wir wieder auf Pilken um.


    Nach einigem Suchen fand ich das Futter wieder und gleich darauf eine Anzahl grosser Sicheln. Guenter liess runter und ich sah seinen Pilker am Echo ueber Grund huepfen. Bisschen hoeher – jetzt war er direkt in den Fischsicheln – jetzt muesste es beissen! Und Guenter ruckte gerade an – die Rute war krumm. Na also! War es Lachs? Muesste eigentlich sein – hier war sandig/kiesiger Boden und keine Struktur – da sollten sich eigentlich keine Rifffische aufhalten. Und trotzdem brachte Guenter einen feinen Kupfer-Felsenbarsch hoch. Der lohnte sich schon mitzunehmen. Kurz darauf hatte er noch einen etwas groesseren Quillback Felsenbarsch der wieder schwimmen durfte. Sehr merkwuerdig, das diese eigentlich standorttreuen Riffjaeger hier den Futterfischen hinterherjagten. Haette ich nicht mit gerechnet und habe ich auch so noch nicht erlebt. Aber von Lachs weit und breit keine Spur.


    Und so packten wir dann ein. Die Krabbenfalle hatte einige Insassen aber alle ein paar Millimeter zu klein oder weiblich. So konnte Gabi nicht in den feinen Westkuestengenuss eines Dungenesskrabbenmahls kommen; zumindest nicht heute. Aber es war trotzdem ein schoener sonniger Tag und wir hatten Spass zusammen gehabt. Fuer die beiden fing ja erst ihr Inselabenteuer an! Mal sehen ob da noch mehr Fischstories von Guenter kommen!


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