Fliegen und Geruchsstoffe


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Fliegen und Geruchsstoffe

Beitragvon Hogy » 07.06.2009 - 23:43

Hallo liebe Fliegenfischerkollegen,

Mich wuerde mal interessieren, weshalb es eigentlich unter Verfechtern der reinen Lehre so verpoent ist, mit Geruchsstoffen zu arbeiten?

Fische haben ja nun mal einen ausgezeichneten Geruchssinn und unsere Fliegen sind ja von sich aus alles andere als geruchsneutral. Selbst wenn sie mit "natuerlichen" Materialien gebunden sind, riechen sie nach Chemikalien wie Gerb- und Faerbemitteln, Lacken, Klebern, vom Geruch unserer Haende mal ganz abgesehen.

Wieso ist es ok, den Augensinn und das Vibrationsempfinden der Fische anzusprechen, aber nicht deren Geruchssinn? Es muessen ja nicht kuenstlich hergestellte Pheromone oder aehnliches sein, aber wieso nicht einen Tropfen Fischoel auf den Streamer?

Der Gedanke ist mir beim letzten Angeltrip wieder gekommen.
Das Wasser war nach einer sehr windigen Woche truebe und das Fischen entsprechend traege. Ein kleiner Trick, den ich in solchen Situationen manchmal anwende, ist den Streamer vor dem Angeln in einer Tuete mit ein paar Shrimps aufzubewahren. Dies macht einen grossen Unterschied, man faengt deutlich besser.

Auf die Idee bin ich gekommen, nachdem ich bemerkt habe, das frischgebundene Fliegen immer besser zu fangen scheinen, je mehr sie im (erfolgreichen) Einsatz waren. Meine Theorie ist, dass "kunstliche" Gerueche mit der Zeit auswaschen und Fischschleim, der den Streamer traenkt, ihm ihm einen "natuerlichen" Geruch gibt.

Muss man als "richtiger" Fliegenfischer also ein schlechtes Gewissen haben, wenn man sich diesen Effekt zu Nutze macht? Wenn ja, weshalb eigentlich?


Gruss, Hogy

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Beitragvon Holger Wulf » 08.06.2009 - 7:58

Ich hätte überhaupt kein schlechtes Gewissen...
Angeln, angeln, angeln und auch mal an die Leser denken!

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Beitragvon Taxler » 08.06.2009 - 9:14

Interessante Frage, Hogy!
Ich würde für mich behaupten, dass es völlig legitim und sinnvoll ist!

Bin gespannt, was die eingefleischten FliFi-Anhänger dazu meinen 8)
Also, wenn ich Du wäre ..... dann wäre ich, ehrlich gesagt, doch lieber ich

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Beitragvon Diox » 08.06.2009 - 14:09

Ich bin gerade am überlegen wieso ich eigentlich noch nie ein Mittel gesehen habe das wirklich speziell dazu dient Nymphen oder Streamer zu verfeinern. Weil an sich ist es ja eine mehr als gute Idee, die ich selber noch nie hatte.

Vielleicht lohnt es sich wirklich etwas mit Flavours zu probieren, doch stellt sich mir gleich die Frage ob die Forelle in den wenigen Sekunden in denen die Nymphe an ihr vorbeitreibt wirklich die Gelegenheit hat diesen Geruch wahrzunehmen oder ob sie sich nicht doch nur auf ihre Augen verlässt und erstmal zuschnappt.
Im Moment suche ich einen Programmierer der mit bei einem Projekt helfen würde! HTML und CSS gefragt! Jave Vorteilhaft!

Ansonsten Bla Blub

http://fliegenfischen.blog.de/

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Beitragvon dorfener » 08.06.2009 - 15:50

Tröpfchen Lockstoff auf die Fliege? Anfängerkram... Man nimmt eine Wasserpistole gefüllt mit Superwurm-Aroma mit und ballert in den Gumpen, in dem man anschließend fischen will. Wenn man dann die Fliege reinwirft, sitzen die Forellen schon mit umgebundener Serviette da und warten auf den Hauptgang. :lol:

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Beitragvon rhinefisher » 08.06.2009 - 16:17

Hi! Interessante Frage - warum bin ich da noch nicht drauf gekommen..... :?: .
Schlechtes Gewissen hätte ich da nicht zu fürchten.
Petri!
DEUS LO VULT !

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Beitragvon Hogy » 08.06.2009 - 20:35

Diox hat geschrieben:
Vielleicht lohnt es sich wirklich etwas mit Flavours zu probieren, doch stellt sich mir gleich die Frage ob die Forelle in den wenigen Sekunden in denen die Nymphe an ihr vorbeitreibt wirklich die Gelegenheit hat diesen Geruch wahrzunehmen oder ob sie sich nicht doch nur auf ihre Augen verlässt und erstmal zuschnappt.


Das mag fuer Raubfische in glasklaren Fliessgewaesser zutreffen, aber es gibt ja genug Situationen, wo wir Fliegenfischer erstmal im Nachteil sind. Ich kann jedenfalls berichten, das der Erfolg auf Karpfen in trueberen Teichen zunimmt, wenn die Nymphe ein bisschen nach Anisoel riecht...

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Beitragvon andal » 08.06.2009 - 20:40

Viele, vor allem schwarmbildende Arten können sich über eine Art Schreckstoffe "unterhalten". Wird ein Individuum angegriffen, so sondert es über die Schleimhat diese Stoffe ab, die seine Artgenossen warnen.

Das würde ggf. erklären, warum unbenutzte Fliegen besser fangen, als solche, die bereits mit diesen Stoffen in Berührung kamen.
Angler neigen sehr stark dazu, dort mit Lösungen aufzuwarten, wo gar keine Probleme bestehen.

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Beitragvon Raubfischer92 » 08.06.2009 - 20:44

Das würde ggf. erklären, warum unbenutzte Fliegen besser fangen, als solche, die bereits mit diesen Stoffen in Berührung kamen.

Aber hier geht es doch darum, das diese oft schlechter fangen...
G-Loomis Fear no fish

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Beitragvon andal » 08.06.2009 - 20:49

O.k., das habe ich zwar überlesen. Trotzdem gibts solche Stoffe.
Angler neigen sehr stark dazu, dort mit Lösungen aufzuwarten, wo gar keine Probleme bestehen.

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Re: Fliegen und Geruchsstoffe

Beitragvon Taxler » 08.06.2009 - 20:54

Hogy hat geschrieben:... das frischgebundene Fliegen immer besser zu fangen scheinen, je mehr sie im (erfolgreichen) Einsatz waren.

Meine Theorie ist, dass "kunstliche" Gerueche mit der Zeit auswaschen und Fischschleim, der den Streamer traenkt, ihm ihm einen "natuerlichen" Geruch gibt.


@ Hogy
Das beisst sich wirklich ... :?
Kannst Du die beiden Sätze nochmal in einen Bezug bringen, dass wir wissen was sie aussagen sollen?
Also, wenn ich Du wäre ..... dann wäre ich, ehrlich gesagt, doch lieber ich

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Re: Fliegen und Geruchsstoffe

Beitragvon Hogy » 08.06.2009 - 21:02

Taxler hat geschrieben:
Hogy hat geschrieben:... das frischgebundene Fliegen immer besser zu fangen scheinen, je mehr sie im (erfolgreichen) Einsatz waren.

Meine Theorie ist, dass "kunstliche" Gerueche mit der Zeit auswaschen und Fischschleim, der den Streamer traenkt, ihm ihm einen "natuerlichen" Geruch gibt.


@ Hogy
Das beisst sich wirklich ... :?
Kannst Du die beiden Sätze nochmal in einen Bezug bringen, dass wir wissen was sie aussagen sollen?


Ok, neuer Versuch: Wenn ich zwei identische Fliegen habe, die sich optisch nicht unterscheiden, aber eine ist nagelneu und die andere hat schon einige Fische hinter sich, scheint es mir als ob die gebrauchte Fliege besser faengt.

Vielleicht, weil die neue Fliege nach Chemie riecht, und die alte nach Natur (Wasser, Schlamm, Fischschleim, Blut, etc.)?

Macht das so mehr Sinn?

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Beitragvon lounger » 08.06.2009 - 21:44

Ich kann mir schon vorstellen, dass bestimmte Gerb-, Färb- und Klebemittel durch Wasserkontakt ausgespült werden. Ob es die normalen anglerischen Gerüche wie Wasser oder Schlamm bringen - da hätte ich so meine Zweifel.
Jede auch noch so gut getreu irgendwelcher Anleitungen gebundene Fliege ist ein Unikat - manche fangen halt auch ohne Geruch oder Geschmack einfach besser. Und was auf jeden Fall was bringt, ist die Gewissheit (! 8) ), dass die Fliege fischig ist.

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Beitragvon lounger » 08.06.2009 - 21:46

Ich würde aber meine Fliegen nicht mit irgendwas beträufeln. Das habe ich mal bei nem Wobbler gemacht und dann hat es beim Auswerfen dufte geregnet :-& .
Aber wenn Du ohnehin eine Shrimpstüte dabei hast ... klar.

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Beitragvon Diox » 08.06.2009 - 22:43

Ich werd den Versuch mal machen, hab ja genug Zeit. Ich werf einfach mal ne Hand vol Nymphen in ne Tüte mit Flauvour und dann wird getestet... ich werd berichten.
Im Moment suche ich einen Programmierer der mit bei einem Projekt helfen würde! HTML und CSS gefragt! Jave Vorteilhaft!



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