Döbel im Winter

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Döbel im Winter

Beitragvon andal » 08.11.2009 - 12:33

Der Döbel ist neben der Barbe ganz klar mein Lieblingsfisch. Besonders jetzt, wo das Wetter schmuddelig und das Wasser kalt wird. Wie sieht eure Winterfischerei auf Döbel aus?

Welche Gewässer(-abschnitte)?
Welches Gerät?
Welche Köder, welches Futter, wenn überhaupt gefüttert wird?
Welche Taktiken?

Mich interessieren hier wirklich nur die reinen Friedfischmethoden und nicht die Tatsache, dass Leuciscus cephalus auch mal auf Spinnköder geht!
Angler neigen sehr stark dazu, dort mit Lösungen aufzuwarten, wo gar keine Probleme bestehen.

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Beitragvon lelox » 08.11.2009 - 21:03

Sehr schöner Thread!
Gewässer: Kanäle im Elsaß. Ein Teilstück des Rhein-Rhone Kanales, das nicht mehr schiffbar ist und ein Kanal der seit ca. 1740 nicht mehr befahren wird. Ein anderes Gewässer habe ich erst im Mai erkundet, da stehen aber jede Menge Holzpodeste am Wasser, womöglich ist da im Winter Entenjagd.
Gerät: eine 10ft gespließte (1,5lb) oder eine 3,6m Float Rod (auch 1,5lb), an die ich einen Gewindespitzenring montiert habe oder eine Edgar Sealey Black Arrow 12ft. Als Rolle eine ältere Daiwa Heckbremser oder eine einfache Achsrolle. Eine weitere Kombo wird gerade "verhandelt".
Köder: Wurm, Leber (bevorzugt Hähnchen), Schinkenwurst, Fleischwurst, als Aroma kommt Thai Fischsoße dazu. Als Futter normalerweise der Hakenköder in kleinen Happen.
Taktik: auf Grund. Verschiebbarer Schnurstopper und Mono über die Schnur gelegt, darauf ein paar Schrote, Manchmal mit Vorfach, manchmal ohne. Weiche Köder auf den Haken, härtere, wie Schinkenwurst, an's "Spring Hair Rig".

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Re: Döbel im Winter

Beitragvon Taxler » 08.11.2009 - 22:46

andal hat geschrieben:Welche Gewässer(-abschnitte)?
Welches Gerät?
Welche Köder, welches Futter, wenn überhaupt gefüttert wird?
Welche Taktiken?

Sollte es mich diesen Winter zu den Döbeln hinausziehen, dann sieht mein Plan folgendermaßen aus:

zu 1) Mein schon bei vielen bekannter Vereinsbach ;)

zu 2) 2,40er bis 2,70 er Rute WG 5-40g, 2000er Rolle mit 20er Mono, leichte und frei auf der Hauptschnur laufende Bleiolive
unbeschwertes Vorfach mit max. 8er Haken

zu 3) Tau- bzw. Mistwurm

zu 4) Trotting, ausgespülte Kurven und Unterstandmöglichkeiten abklopfen
den Köder Laufabwärts in die Spots eintreiben lassen

... Bei dem Gedankenspiel soeben habe ich echt Lust bekommen, loszuziehen :)
Also, wenn ich Du wäre ..... dann wäre ich, ehrlich gesagt, doch lieber ich

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Beitragvon stratmann » 09.11.2009 - 16:25

1. Einige kleinere Nebenflüsse der Weser

2. Middy Matchrute (Baggin Mashine), 3000er Super GTM mit Crystal-Wagglern, Kettenbebleiung, 16er HS 12er - 14er VS und Haken 14-20.

3. Maden, Caster, Würmer, Tebos

4. Trotting.
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to the place where the eagle learns to fly!
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Re: Döbel im Winter

Beitragvon xAlex » 09.11.2009 - 17:08

andal hat geschrieben:Welche Gewässer(-abschnitte)?
Welches Gerät?
Welche Köder, welches Futter, wenn überhaupt gefüttert wird?
Welche Taktiken?


Werde es dieses Jahr auch mal im Winter probieren, meine Pläne sehen so aus.

Die Gewässer:
1.
Ich beagle den Pförreraugraben der Aal, Aitel und Forellen beherbergt und sowohl flache kiesige Abschnitte als auch tiefere schlammige Abschnitte. An den 5 Wehren hat das Gewässer dort mit 2 Meter und ca. 50 tiefe das höchste Wasservolumen. Entweder fängt man am Wehr Döbel oder Forelle.
Selten sieht man Döbel im Sommer im flachen, aber meisten hocken die im tieferem schlammigen bereichen.
80% des Gewässers ist nicht befischbar wg. Uferbewuchs, sumpfigen Ufern und Bäumen.

2.
Das zweite Gewässer die Goldach beherbergt Aal, Aitel, Äschen und Forellen hat an den meisten Stellen eine starke Ströhmung und kiesigen Boden. Der Bach ist stark begradigt und gut befischbar. Hat aber auch langsam ströhmende Bereiche mit schlammigen Untergrund und Gumpen.
Dort stecken die Döbel.

3.Das dritte Gewässer ist der Nasenbach. Die Goldach die durch einige zulaufende Bäche in den letzten Kilometern vor der Einmündung in die Isar an Volumen gewinnt. Der Fischbestand ergänzt sich zur Goldach mit Barben(bis 70 cm!), Hecht, Nasen,Nerfling und Quappen.
Sehr Naturbelassen führt sie durch die Isarau und ist eine Grüne Hölle.
Im Sommer gibs gar kein durchkommen....

Gerät:

Eine Sbirorute 4,3 bis 16 Gramm.
Avonrute 3,6 mit 1 lbs.
Aalrute 2,7 30-60 Gramm.
3000erRolle mit 20er Schnur.
Flurocarbonvorfächer(obs des bringt naja) mit Hakengröße(dickdrätig,Schwarz) um die 10.

Köder:
Ich bin absoluter Wurm Fan. Setz aber auch mal auf Pellets ein.
Im Sommer habe ich mit Futterkörben eher mäßigen Erfolg gehabt.
Auch das Anfüttern von einigen Stellen mit Frolic, Pellets und Mais hat nicht die Welt gebracht.
Frolic und Fischfetzen habe ich im Sommer als Hakenköder benutzt aber mit mäßigem Erfolg.
Mal sehen ob die im Winter besser sind.
Aroma werde ich keines verwendet, habe da nie einen Unterschied bemerken können(vom Aalangeln mal abgesehen)

Taktik:
1. Am Pförreraugraben verwende ich die Sbirorute um damit auch sicherer Entfernung über den Uferbewuchs den mit Wurm beköderten Haken in das Wasser plumpsen zu lassen zu können.
Da da Ufer schlammig ist und die Aiteln scheu sind ist der Sicherheitsabstand von 3 Metern die ich dann mit der Rute in etwa habe ganz gut.
Das Schrotblei was ich vor den Haken klemme hat mehr den sinn um die Montage besser steuern zu können.
Trotting habe ich versucht aber vor lauter Uferbewuchs sieht man oft dem Schwimmer nicht.
So achte ich lediglich auf die Spitze und spiele mit dem Köder.
Ich werde auch mal leichtes Füttern testen, vllt einzelne Pellets vll.t Maden, aber keine schweren Futterbälle.

2.An der Goldach/Nasenbach könnte ich mit Trotting antanzen und einen kleine Drennan Loafer einsetzen und dort überhängende Pflanzen und Gumpen ansteuern.
Durch die Wasserpflanzen ist Trotting nur im Frühjahr und Winter möglich.
Mich intressieren insb. die Standplätze der Döbel, da ich immer noch nicht herausgefunden habe ob die in den Überhängenden Uferpflanzen, in den Gumpen oder in den Wasserpflanzen stecken.
Auch wie weit die sich Standplätze mit den Forellen teilen.
Im Winter werden die Wasserpflanzen die einen das Angeln abgestorben sein, was hoffentlich mir mehr Einblick in das Wasser erlaubt.
In der ganzen Saison(ab Mai) konnte ich lediglich einige Forellen,1 Döbel und keine Äsche sehen, obwohl alle Fische mehr als reichlich vorhanden sind.
Wenn die Temperatur ansteigt, besonders bei Hitze haben die Döbel Nachts gebissen ohne Anfüttern und an jeder Stelle(egal ob man den Köder mittig oder am rande plaziert hat).
Was die Standplatzsuche erschwert.
Ich denke auch das ich die Tage wo ein Temperaturanstieg zu verzeichnen ist nutzen, besonders den Morgen und den Abend.

Neben Trotting möchte ich auch einen Ansitz wagen, an ausgewähten mit Pellet vorgefütterten Plätzen, mit einem 30 Gramm schweren Birnenblei. Den Haken werde ich mit Pellet beködern und ein PVA Bag mit Pellets mitschicken.
Das 30 Gramm Blei ist nötig wegen der Ströhmung und zudem ist der Selbsthakeffekt recht zuverlässig.
Im Sommer habe ich so recht gut mit Tauwurm in der Nacht gefangen.

Ich bin schon gespannt was das wird, den bei Kälte habe ich nie gut gefangen.

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Beitragvon Wormman » 09.11.2009 - 17:49

„Der Angler muss sich dem Fisch anpassen – umgekehrt wird es nie funktionieren!“ – diesen Lehrspruch kennt ihr sicher alle, und bei keiner Fischart trifft er mehr zu als beim Döbel! Nahezu jeden Monat muss man versuchen, ihm mit anderen Methoden und v.a. Ködern beizukommen.

Bevor ich mich hier lang und breit in theoretischen Ausführungen übe, verspreche ich lieber, nach dem übernächsten Wochenende einen aufschlussreichen Fangbericht einzustellen – mit allem Drum und Dran! :D

Nur soviel: Anfüttern und Pose sind für mich im Winter ein absolutes „no go“ für ein optimales Fangresultat. Im Supermarkt wird mein Weg mit Sicherheit an der Fleisch- und Wurstabteilung vorbeiführen, Maden und Würmer haben erst mal „Schonzeit“.

Bleibt nur zu hoffen, dass das Wetter passabel ist und kein familiäres Veto eingeht… Ansonsten verspreche ich einen prallen Setzkescher.
Hoffe ich zumindest… :doubt:
Carpe noctem!