Welche allround Spinnrute + Schnur


Moderatoren: Valestris, Onkel Tom, Derrik Figge, Moderatoren

Benutzeravatar
Dozer
Rotfeder
Rotfeder
Beiträge: 13
Registriert: 01.05.2010 - 11:59
Wohnort: Hamburg

Beitragvon Dozer » 05.05.2010 - 11:45

hab dir mal ne PN geschickt

Benutzeravatar
Schraube
Zander
Zander
Beiträge: 1193
Registriert: 06.09.2006 - 11:54
Wohnort: Bonn

Beitragvon Schraube » 05.05.2010 - 13:27

@ Jolyjoker: Ich weiß was ich mache beim angeln.... Das nebenbei.

Und wenn ein Anfänger auf Hecht losziehen will empfehle ich ihm eine Rute mit der er besser Druck auf den Fisch ausüben kann. Und du kannst mir nicht sagen das du mit einer 40 gr Rute einen Meterhecht von Krautfeldern oder Bäumen mit Druck weghalten kannst wenn der einmal loszieht. Das ist Schwachsinn. Da man sich die Größe eines Fisches nicht aussuchen kann sollte man lieber eine Nummer gröber nehmen. Kennst du dein Gewässer und weißt die Standardgröße liegt bei 50-70 cm reicht die leichte Rute.

Eine Rute wird auch dem Gewässer angepasst nicht nur den Ködern. Das ich nicht an jedem Gewässer mit 25 cm Gummis angel sollte klar sein. An kleinen Seen oder Flüssen wo keine Hindernisse zu erwarten sind reicht eine 40 gr Rute. Aber an Flüssen mit starker Strömung oder Seen mit vielen Hindernissen ist es sinnlos eine Rute mit wenig WG zu nehmen da man Abrisse riskiert.

Und wenn du eine 60 gr Rute einen Besenstiel nennst läuft was bei dir falsch....

Die Erfahrung das du sowieso gegen alles redest was andere hier sagen durfte ich ja schon machen deshalb könnte ich es auch getrost ignorieren. Allerdings geht es hier um einen Anfänger und nicht um jemanden der seit Jahren mit der Spinnrute loszieht und das angeln beherscht wie andere das Fahrrad fahren.
!!!mehr als nichtsfangen kann man nicht!!!

spreche hiermit für alle rhein herne kanal angler ;) ihr wisst was ich meine

Kai S.
Hecht
Hecht
Beiträge: 3473
Registriert: 14.11.2008 - 2:00
Wohnort: Ostfriesland

Beitragvon Kai S. » 05.05.2010 - 21:03

jolyjoker hat geschrieben:ich schicke sie Dir unfrei, das ist einfacher. Du zahlst bei Empfang die Portokosten
ich brauche nur Deine Adresse.
Falls Du in der Region Stuttgart wohnst, kannst Du sie auch abholen
joly


Vorsicht!
Unfrei kostet bei einem Paket schon 12 Euro, da solltet ihr erst einmal klären wieviel es mit Überlänge kostet. Nicht das es dann am Ende die Überraschung gibt, sei es beim Empfänger wie teuer es ist oder beim Versender wenn sie zurück kommt und er zahlen soll. Das nur als Tipp.

Ich knote die Geflochtene einfach an sich selber, wie ich es bei einer leeren Spule tun würde.
Ich bin der Meinung, dass im Fall der Fälle das die sicherere Variante ist. Ansonsten solltest du eine Mono nehmen, die von der Tragkraft her mindestens der Geflochtenen gleichkommt und mit Uni zu Uni verbinden.


Ok das ist dann auch eine Möglichkeit, klang vorher so als sei die gar nicht fest.
Der Albright Knoten ist auch noch eine Alternative. Den nehme ich z.B. gerne für die Verbindung Schlagschnur geflochtene beim Feedern.

Benutzeravatar
lelox
Zander
Zander
Beiträge: 574
Registriert: 30.01.2008 - 23:46
Wohnort: Dreyeckland

Beitragvon lelox » 05.05.2010 - 21:38

Nur so als Anmerkung zum Wurfgewicht:
ein Freund fischt eine Rute mit WG bis 28 Gramm. Sein letzter Meterhecht war nach weniger als 5 Minuten gelandet.
Die WG Angabe ist das Eine, die Rute hat auch eine Schnurklassenangabe von 20 lb und man kann eine Schnur mit 10 kg Tragkraft problemlos über den Blank abreissen.
Aber angesichts der Situation eines Anfängers, der eine Rute, die für den deutschen Angelgerätemarkt konzipiert wurde sucht, darf das WG schon etwas höher ausfallen für die Hechtelei.

Benutzeravatar
til
Hecht
Hecht
Beiträge: 3237
Registriert: 13.05.2003 - 14:44
Wohnort: Reinach bei Basel/Schweiz
Kontaktdaten:

Beitragvon til » 05.05.2010 - 22:10

Kai S. hat geschrieben:Der Albright Knoten ist auch noch eine Alternative. Den nehme ich z.B. gerne für die Verbindung Schlagschnur geflochtene beim Feedern.


Albright ist auch ok, aber nicht für Fluorocarbon.
Bild

Benutzeravatar
jolyjoker
Barsch
Barsch
Beiträge: 155
Registriert: 03.04.2010 - 17:47

Beitragvon jolyjoker » 06.05.2010 - 8:38

@Schraube
Ich angle mit 20ergeflochtener Sehne. Die hält mehr kg aus als ich mit meinen Armen auseinanderreissen kann. Hat schon irgendjemand mal gemessen mit wieviel kg ein Hecht an der Schnur zieht? Im See, in der Stömung eines kleinen Flusses oder im Rhein?
Ich glaube nicht dass da mehr als 8kg aufgebaut werden. Und das hält schon eine 12er aus. Wenn also Deine hechtmama losgeht dann leg die Rute in diese Richtung und hemme mit dem Finger den Schnurabzug. Wenn die Knoten halten, dann sind die Haken der nächste Schwachpunkt davor die Hechtlippen, wenn spitz gepackt wurde. Wer schon mal nen Hänger mit ner Geflochteten hatte weiß aus eigener Erfahrung, dass kein deutscher Hecht ne 20er zereisst. Warum also ein Wahnsinns WG? Das ist nur bei großen und übergroßen Köderfischen und unterarmlangen Kunstködern nötig. Und wer will so etwas denn schon werfen? Vielleicht mit ner Einhändigen? Dann lass dir beim Kauf gleich nen Jahresschein fürs Bodybuilding mitgeben.
Aber den Abzugsdruck eines Hechtes der würde mich wirklich interessieren. Kennt jemand diesbezügliche Erhebungen? Den stärksten Druck hatte ich beim Barbenfang in Kölln am Rhein. Dort wurden 50er Perlon oder 18er Geflochtene genommen. Abrisse hatten wir nie.
Joly

Benutzeravatar
til
Hecht
Hecht
Beiträge: 3237
Registriert: 13.05.2003 - 14:44
Wohnort: Reinach bei Basel/Schweiz
Kontaktdaten:

Beitragvon til » 06.05.2010 - 9:49

Also ich bin mir sicher dass ein Hecht kurzzeitig "im Sprint" einen enormen Druck aufbaut. Das soll dann Rute und Bremse abfedern. Von daher der Tipp "leg die Rute in diese Richtung und hemme mit dem Finger den Schnurabzug" nicht unbedingt sinnvoll.
Ich meine mich zu erinnern, dass man vom Schwarzbarsch sagt, seine Spitzenleistung sei c. das sechsfache des Körpergewichts. Aber natürlich muss wie gesagt die Schnur das nicht halten, das wird abgefedert weil es nur eine kurzzeitige Spitze ist, vergleichbar mit einem Schlag.
Eine wenig "extra" an Tragkraft bei Geflochtener ist eher wegen der Abriebschwäche von Vorteil als wegen der eigentlichen Tragkraft.
Bild

Benutzeravatar
jolyjoker
Barsch
Barsch
Beiträge: 155
Registriert: 03.04.2010 - 17:47

Beitragvon jolyjoker » 06.05.2010 - 10:36

@Til: klar, ich weiß was Rute und Bremse bewirken sollen. dieses Konzept wurde entwickelt als man versuchte mit möglichst dünnem Nylon(Wasserdruck, flexibilität, etc) und unzureichendem Rutenmaterial (Holz und Glasfaser) optimale Gerätezusammenstellungen zu erreichen.
Mit den Geflochtenen stehen wir doch jetzt und schon seit längerem vor der Situation, dass die Sehne nie mehr durch den Fisch zerissen werden kann. Im Prinzip reichen 5 kg Perlon für nen Hecht. Das hat aber auch schon eine Geflochtene mit 0,05 mm. Also dünner als ein Haar würde für die meisten Fische reichen. Und mit was gehen wit Angeln? Mit 0,20mm. Vom Bruchverhalten völlig überdimensioniert. Der alte Satz die Bremse so einstellen, dass die Schnur nicht reißt, hätte Rutenbruch zur Folge. Entsprechend bräuchten wir Ruten deren Spitzen 20 kg aushalten - Besenstiele halt. Oder Haardurchmesser für Hechte.
Angenommen wir hätten eine unzerbrechbare Rhinorute mit 20er Geflochtener und zugedrehter Bremse - kein Hecht käme davon. Er würde Springen oder hin und her schwimmen. Solange bis er kescherreif ist. Die Verlezungen wären evtl. entsprechend tiefer. Das wärs dann aber auch. Warum brauchen wir hohes WG? Weil die Geräteindustrie Umsatz braucht. Riesenwobbler, Riesengummies usw. Jeder spricht vom Lebenstraumfisch; Deshalb werden Zielfischruten,-rollen,-Schnüre,-Haken,-Vorfächer,-Köder usw hergestellt. Und?
Wer von uns steht gaaaaaanz oben in der Rekordliste? Opa der 24 Stunden an 300 Tagen am Wasser sitzt und die Zeit totschlägt. Meistens jedenfalls. Aber es ist der Faktor Zeit, der über den Erfolg entscheidet und nicht die super dupa Ausrüstung.
Joly

Benutzeravatar
til
Hecht
Hecht
Beiträge: 3237
Registriert: 13.05.2003 - 14:44
Wohnort: Reinach bei Basel/Schweiz
Kontaktdaten:

Beitragvon til » 06.05.2010 - 11:17

Was du über den Durchmesser von Geflochtenen sagst ist nicht richtig. Die sind doch etwas dicker als allgemein auf der Verpackung angegeben. 5kg Tragkraft gibts bei etwa 0,18mm realem Durchmesser. Daher sagen mir Durchmesserangaben bei geflochtenen garnichts, sinnvoller ist die Tragkraft anzugeben. Doch das nur am Rande.
Die Bremse sollte man auf die Trakgraft der schwächsten Komponente abstimmen. Wenn man mit Geflochtener fischt, ist das meist nicht die Schnur. Wenn man es genau nimmt sollte aber die Bremse auf die Tragkraft der schwächsten Komponente abstimmen und zwar nicht im Neuzustand sondern im "anzunehmenden ungünstigen Verschleissfall".
Die Federung der Rute und die Bremse braucht man in jedem Fall gegen ruckartige Belastungen. Frag mal einen Jerkbaitangler welche Schnurtragkräfte von Ködern zerfetzt werden, die mitten im Flug durch ein Perücke gestoppt werden. Ein 100g Köder im Flug zerreist eine 12kg Geflochtene locker! Glaubst du ein anständiger Hecht kriegt keinen gleichwertigen Ruck zustande?
Bild

gummipro
Zander
Zander
Beiträge: 706
Registriert: 14.06.2007 - 20:34

Beitragvon gummipro » 06.05.2010 - 11:42

zum. nicht so einen aprupten Ruck....

Trotzdem tendiere ich zu einer 10-12 kg Schnur für leichtes Spinnangeln (GuFis bis 12 cm) und leichte Blinker oder Wobbler.
Wenns um Jerken geht, dann eher in Richtung 20 kg.
Bisher hatte niemand von uns (meisten sind wir zu 3. oder 4. unterwegs) Probleme einen 90er Hecht (auch schon größere) damit zu landen. Das A&O ist ein gescheite Bremseinstellung.
Größere Probleme sollte es eher durch das Ködergewicht geben.
Wir fischen allerdings in im Rhein oder in einem relativ hängerfreien See, wo ein größerer Fisch auch mal Schnur nehmen kann ohne nach 5 m im nächsten Unterwasserbaum oder Schilfgürtel zu hängen.

Benutzeravatar
jolyjoker
Barsch
Barsch
Beiträge: 155
Registriert: 03.04.2010 - 17:47

Beitragvon jolyjoker » 06.05.2010 - 11:54

@Till:
ich habe noch keine Perücke in so schwere Köder bekommen. Diese Kräfte entfalten sich ruckartig. Da ist der Impuls und das Momentum die Bruchursache, vergleichbar mit dem Handkantenschlag auf 10 gestapelte Ziegelsteine. Im Wasser sieht das ganz anders aus. Der Hecht ist schmal, lang und strömungsförmig. Er hat sein Profil auf minimalen Wasserwiderstand optimiert. Er kann keinen Druck aufbauen wie zum Beispiel ein Karpfen. Schnelle ruckartige Bewegungen werden im Wasser abgefedert. Und ein Hechtmaul gibt ab einer bestimmten Belastung nach. Das macht ein 100g Pilker nicht. Ich habe selbst einmal einen Hecht gefangen dessen Unterkiefer um 90 Grad nach unten zeigte. Dieser Bruch war zusammengewachsen und der Fisch war nicht mager. Wenn ich mit einer 5er Fliegenrute auf Köderfische gehe, passiert es mir öfters, dass fingelange Döbel und Lauben beim Rückschwung beissen und durch die Luft mir entgegenfliegen. Bei einem 14er Vorfach. Ähnlich dürfte es allen hechtähnlichen Körpern gehen. Der Zug wendet den Fisch und lässt ihn kreisförmig um den Angler schwimmen. Im Bellyboat und im kleinem Angelboot ist das sehr schön zu sehen.
Das mit den Geflochtenen habe ich mir mal in einer Angelzeitung angelesen. Dort hat man einzelne Fasern des Geflechtes auf ihre Reisfähigkeit getestet. Unter optimalen Trockenbedingungen und ohne Knoten. haardünne Fäden stellten die besten 25er Nylons in den Schatten. Wir haben also Ruten und Rollen mit geflochtenen Schnüren bespult, die für unser Angelgerät überdimensioniert sind. Deshalb halte ich meinen Finger auf die Spule und zeige mit der Rutenspitze Richtung Fisch, wenn die Rute sich zu sehr beugt. Beim Big Game ist das durchaus üblich. Und dort sind die Verhältnisse der Kräfte noch viel ungünstiger. Was wiederum für die Richtigkeit meiner Meinung spricht
Joly

Benutzeravatar
Taxler
Hecht
Hecht
Beiträge: 16773
Registriert: 19.04.2003 - 22:28
Wohnort: München

Beitragvon Taxler » 06.05.2010 - 12:12

Äusserst interessante Diskussion :clap:

Macht echt Laune hier mit zu lesen! :)
Also, wenn ich Du wäre ..... dann wäre ich, ehrlich gesagt, doch lieber ich

Benutzeravatar
jolyjoker
Barsch
Barsch
Beiträge: 155
Registriert: 03.04.2010 - 17:47

Beitragvon jolyjoker » 06.05.2010 - 12:32

@ Taxler

Und wie ist Deine Meinung? kannst Du links beisteuern zur Zugkraft flüchtender Hechte oder anderer Fische?
Joly

Benutzeravatar
Onkel Tom
Admin
Admin
Beiträge: 7168
Registriert: 23.01.2008 - 20:15
Wohnort: Eisenhüttenstadt

Beitragvon Onkel Tom » 06.05.2010 - 13:43

Ein wirklich sehr interessante Thema hier und vieles was Jolyjoker schreibt kann ich gut nachvollziehen und auch so bestätigen.

Vielleicht hilft es uns auch ein wenig weiter, wenn wir uns mal die "realistischen" maximalen Bremsleistungen, unserer Spinnrollen anschauen. Diese Erkenntnisse sind nämlich sehr förderlich für unseren Gedankenaustausch hier.

Ich persönlich verwende beim Spinnangeln ausschließlich Rollen der Firma Shimano in den Größen 2500 und 4000. Weiterhin besitze ich einige Freilaufrollen der selben Firma in den Größen 4000 bis 6000.

Die maximale Bremsleistung (also bei voll zugedrehter Bremse) dieser Rollen ist mir in etwa bekannt. Ich würde sagen, dass es in etwa so aussieht:


Shimano Spinnrollen der Größe 2500 mit Frontbremse (Technium MgS & Fireblood)

Maximale Bremsleistung: 2 kg - 3,5 kg

Shimano Spinnrollen der Größe 4000 mit Frontbremse (Stradic)

Maximale Bremsleistung: 5 kg - 7 kg

Shimano Freilaufrollen der Größe 4000&6000 mit Frontbremse (Baitrunner & US Baitrunner)

Maximale Bremsleistung: 6 kg - 8 kg (eventuell 10 kg)


Nagelt mich jetzt nicht genau auf diese Werte fest, sie sollen mal als Anhaltspunkte herhalten. ;)

Was sagt uns das nun?

Ich denke, dass man damit zumindest schon mal die unterste Grenze der Zugkraft eines Hechtes bestimmen kann. Wenigstens in etwa.

An meiner leichten/mittleren Hechtausrüstung sieht das ganze wie folgt aus:

Die Rute ist 2,15 m lang und hat eine Spitzenaktion. Die Rolle ist eine 2500er Shimano Fireblood und als Schnur verwende ich ein 14er Geflecht (Tragkraft ~10 kg -12 kg ???).
Bei dieser Gerätezusammenstellung schafft es bereits ein gut genährter Hecht zwischen 60 und 70 cm kurzzeitig Schnur von der Rolle zu nehmen und das bei fast vollständig geschlossener Bremse. Er bringt demnach (kurzzeitig) eine Zugkraft von wenigstens 2,5 kg - 3,0 kg auf. Berücksichtigt man nun noch die Federwirkung der Rute, könnte diese Kraft auch noch ein wenig höher liegen. Das hier niemals die Gefahr eines Schnurabrisses durch den Hecht gestellt werden muss sollte klar sein, denn bevor die Schnur reist, geht ehr die Rolle oder die Rute kaputt.

Der größte Hecht den, ich mit dieser Ausrüstung gefangen habe, war 114cm lang und 24 Pfund schwer. Dieser Fisch konnte mühelos und auch mehrfach große Mengen Schnur von der Rolle nehmen. Auch in diesem Fall war die Bremse "sehr stark" geschlossen. Als erfahrender Angler kennt man ja sein Gerät und dessen Grenzen. Dieser Fisch muss also eine Zugkraft entwickelt haben, die weit über den 3 kg der maximalen Bremsleistung liegt. Eine erkennbare Ermüdung des Fisches setzte erst nach ca. 8 Minuten ein.

Ein anderes Beispiel:

Die Rute war 2,70 m lang und hat eine parabolische Aktion. Die Rolle war eine 4000er Shimano Stradic und als Schnur verwendete ich ein 17er Geflecht (Tragkraft ~12 kg -14 kg ???).

Der Fang war ein 105 cm Hecht im leicht strömenden Buhnenfeld eines großen Flusses. Auch hier war die Bremse stark geschlossen. Dei der äußerst stabilen Rolle kann ich ruhig von einer maximalen Bremsleistung von ~ 6 kg bis 7 kg ausgehen. Trotz dieser stärkeren Bremsleistung und der stärkeren Rute gelang es dem Fisch 4 oder 5 mal Schnur von der Rolle zu reißen. Der Drill war hier allerdings viel kürzer (~ 4 Minuten), da der Fisch leichter, die Bremse und die Rute Stärker waren. Ein Schnurbruch war auch hier nicht zu befürchten.

Schlusswort:

Mit einer "normalen" Spinnausrüstung ist es also unmöglich, mehr als 6 - 7 kg Zugkraft auf einen Fisch auszuüben. Der Hecht hingegen kann, ab einer bestimmen Größe, diese Kraft aufbringen und kann gegen Rolle & Rute flüchten. Mal ganz davon abgesehen, dass kein menschlicher Arm der Welt, eine permanente Zugkraft von 6 kg - 7 kg halten würde, wenn dem Zug nicht auf irgendeine Weise (Bremse) nachgegeben werden würde. Würden Schnur Rute und Rolle das aushalten, wäre mit Sicherheit schnell der Arm am Ende.


Das sind aber nur meine Gedanken, ich erhebe wie immer keinen Anspruch auf Richtigkeit.
virtueller Schankwirt der Blinker-Onlinekneipe
Onkel Tom's Hütte

Benutzeravatar
jolyjoker
Barsch
Barsch
Beiträge: 155
Registriert: 03.04.2010 - 17:47

Beitragvon jolyjoker » 06.05.2010 - 14:25

Hallo,
das ist doch was!!!! Danke für die Daten. Ich hatte solche hechte noch nicht an der Leine, weil ich unter berufdbedingter Freizeitlosigkeit leide. Ich bin so ne Art AntiHarzer :) :) :)
Also haben unsere Geflochtenen ab ca 0,20 ausreichend Kraft um jeden Hecht an die kurze Leine zu nehmen, wenn es nötig ist auch ohne Rute oder Rolle zu riskieren. Mit anderen Worten: Vergeßt Eure Hechtprügel und genießt das leichtere Equipment.
Joly

PS das mit dem Arm ist Spasssssssssss, denkt mal daran dass man ein Auto mit solch einer Leine ziehen kann, ohne dass der Arm abfällt