Vor Fischereischein Erfahrung sammeln durch Schwarzangeln ?

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Beitragvon reverend » 22.02.2004 - 23:41

Da ist Dir aber bisher was sehr Schönes entgangen!
Manches sollte man halt doch aus der Theorie wissen, um es in die Praxis umzusetzen.

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Beitragvon andal » 22.02.2004 - 23:48

Es wäre mit Sicherheit eine feine Sache, den ganzen Prüfungsbrimborium in Form eines praktischen Angellehrganges anbieten zu können. Dann hätten vollkommen unbeleckte Einsteiger gleich die Chance, schon mal erste Erfahrungen zu machen. Leider stehen dem die geltenden rechtlichen Tatsachen entgegen. Ich hätte jedenfalls nichts dagegen, ließe man mich eine Angelschule gründen. Aber vielleicht tut sich ja mal was im vereinten Europa. Die Hoffnung stirbt, wie immer, zu Letzt.
Angler neigen sehr stark dazu, dort mit Lösungen aufzuwarten, wo gar keine Probleme bestehen.

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Beitragvon Mielchen » 23.02.2004 - 7:36

CPURaucher hat geschrieben:Aber wozu bitte schön muß ich wissen ,bei welcher Temp. Wasser seine höchste Dichte hat ?

Und welcher ph-Wert ist optimal .

Ehrlich ,gehst du mit Teststreifen ans Wasser um zu angeln und ermittelst den Sauerstoff und Säuregehalt des zu beangelnden Gewässers ?

mfg


hallo

wenn dich das alles nicht so interessiert frage ich mich warum du den Fischereischein überhaupt machen willst. Ein gewisses Grundwissen setzt auch die Jagd auf den Fisch voraus. Es ist doch nicht so das man nur Fische aus dem Wasser ziehen möchte. Das Grundwissen um den Fisch herum bildet doch in gewisser Weise die Taktik wie ich dem Fisch auf die Schliche komme oder sehe ich das falsch?

Mit ein wenig Fleiß und Ehrgeiz ist es eigentlich für jeden möglich den Schein zu erwerben. Denn so schwer ist die Prüfung nicht.

Und zum Thema schwarzangeln als Vorbereitung um Erfahrungen zu sammeln schlag dir diesen Gedanken mal schnell aus dem Kopf.

Petri Heil

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Beitragvon andal » 23.02.2004 - 9:18

@ CPURaucher:

Hast Du Dir schon mal überlegt, warum es Angler gibt, die eigentlich so gut wie immer erfolgreich am Wasser sind?

Das sind bestimmt nicht die Leute, die nur die Inhalte der Kataloge im Kopf haben. Eine ordentliche Ausrüstung spielt zwar auch eine gewisse Rolle, aber das Wissen um die Zusammenhänge rund ums Wasser macht das Kraut fett!

Was hilft Dir das beste Wobblersortiment zwischen Auer Mühlbach und Mississippi, wenn Du keinen blassen Schimmer von der Sprungschicht hast? Dann schleppst Du Deine Castaics & Co. meilenweit an den Freiwasserhechten vorbei!

Auch die besten Boilies (wenn es die denn gibt) sind verschwendet, wenn Du keinen Plan von Bodenstrukturen, Gewässergrund und Aufwuchs hast.

Und so geht es weiter. Quer durch die ganze Fauna und Flora. Ich gehe ja nun wirklich schon etwas länger zum Fischen und ich halte mich auch durchaus für einen einigermaßen erfahrenen Angler, aber das Lernen hat für mich noch lange kein Ende.
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Beitragvon Zanderschreck » 23.02.2004 - 10:01

Hallo Mielchen,

das selbe ging mir auch durch den Kopf als ich das Posting gelesen habe.
Ich denke auch das eine Sportfischereiprüfung nur der ablegen sollte, der auch mit Herz und Seele voll dabei ist.
Wer schon von Anfang an meckert, sollte vielleicht in einen Fußballverein eintreten.
Gruß
Volker

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Beitragvon esox_lucius » 23.02.2004 - 10:25

Ich denke auch, dass ein solides Basiswissen in Fischkunde, Gewässerkunde etc. vorhanden sein sollte, schließlich umfasst das angeln neben dem eigentlich fischen auch das hegen und pflegen der Gewässer.
Angler die z.B. Tonnen an Anfütterungsmaterial ins Waser donnern haben keine Ahnung von pH Werten, Versäuerungsgefahren etc. ...
mfG. esox_lucius

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Beitragvon Silurus Glanis » 23.02.2004 - 10:52

Also CPURaucher, ich glaube, du hast nicht ganz verstanden, das es beim Angeln auf sehr viele Faktoren ankommt, die man auch grob in der Theorie wissen sollte.
Ausserdem ist es fakt, das Angler auch Naturschützer sind und es deshalb selstverständlich ist, das man sich auch mit der Natur rund ums gewässer auskennt.


[color=red]Wenn Dich also Gelbrandkäfer und Pflanzen etc. nicht interessieren, dann solltest Du das mit dem Fischereischein lassen. Es gibt leider schon genug Angler die nur sinnlos abschlagen wollen und die sich um nichts am oder im Gewässer scheren. Das sind dann meist auch diejenigen denen die anderen Angler ihren Müll hinterherräumen müssen.[/color]Petri

Werner
Der Schatz unserer Gewässer steht uns zur Verfügung.
Ihn zu hegen und zu pflegen ist die Pflicht jedes Anglers.
Nur dann sind wir würdig an diesem Schatz teilzuhaben.

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Beitragvon CPURaucher » 27.02.2004 - 9:13

Nun hakt mal bitte nicht alle auf mir herum .
Vieleicht sehe ich ja noch nicht richtig die Zusammenhänge ,wieso ich was wissen muß. Ihr Könntet mir ja auch mal erklären wie ihr die "Sprungschicht" für eure Zwecke "mißbraucht". Weil wie soll ich sie finden .Mit einem Boot übern See fahren und ein Thermometer zu Wasser lassen .Oder solange in den Tiefen herumprobieren bis was beißt ?Darüber schweigen sich die Bücher aus ;) !

Und mit Verlaub ,im nachhinein ,kann man immer behaupten das alles ganz einfach war.Weil sich mit der Zeit das Wissen wie man sich alles angeeignet hat einfach verwässert hat .
Wenn man meine Beiträge richtig gelesen hat ,stelle ich ja auch nicht alles in Frage ,nur eben DAS wo ich keine Zusammenhänge sehe .
Ich will das Wort Arrogant eigentlich nicht verwenden ,da es übertrieben ist aber etwas herablassende Antworten gibt es schon .

Helft mir doch einfach einen anständigen Angler aus mir zu machen der nicht nur zu 80% an der Sache interessiert ist sondern zu 100%.

@Silurus Glanis
"Das sind dann meist auch diejenigen denen die anderen Angler ihren Müll hinterherräumen müssen" :evil:
Vielen Dank :? !
Ich mag genau so wenig Dreck und Müll ,am sowie im Wasser oder sonstewo wie du !


Ich erlerne alles von Null auf ,ohne das ich jemanden kenne von dem ich schon etwas lernen konnte oder über die Schulter blicken konnte .
Und mit Verlaub dies ist hilfreicher als man denken mag wenn man sich nur noch auf das konzentrieren muß was man noch nicht weiss.
Ist es nicht verständlich ,das man sich etwas erschlagen fühlt von der Fülle der Wissensgebiete speziell jene ,welche nicht direkt etwas mit dem Angeln zu tun haben ? Nun bitte keine Antwort wie ,dann bist du nicht richtig bei der Sache und lass es sein .Ich glaube nicht ,das mir hier jeder alle Pflanzen benennen kann ,welche ich im Buch finde.

@Andal
hat meine Themenwahl NICHT falsch verstanden ,sondern sie richtig interpretiert .
Auch in der Fahrschule bekommt man in der Praxis und unter Anleitung mit wieso man was wissen muß .Nun gut da geht es auch um das eigene Leben bzw. der der anderen aber dies soll nur als Beispiel dienen .

So jetzt hab ich euch&s aber gegeben . :)

Erklärt mir doch einfach die Zusammenhänge anstatt dieses "Eingeschworene Gehabe".

mfg Stefan

PS.vieleicht ist es auch meine Ungeduld ,das ich entlich entspanned am Wasser sitzen darf mit einer Angel in der Hand :idea: (obwohl ich eigentlich ein geduldiger Mensch bin)

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Beitragvon andal » 27.02.2004 - 9:35

@ CPURaucher:

Als Einzelkämpfer in Sachen Angeln und Prüfung hast Du es allerdings nicht besonders leicht. Umso schöner, dass Du trotzdem einen Zugang zum Fischen gefunden hast.

Ich kann Dir nur raten folgendes zu tun:

Stelle Deine Fragen einfach hier ins Forum. Die Standpunkte sind ja jetzt geklärt. ;)

Besorge Dir Literatur. Sehr hilfreich und schlüssig ist z.B. das Buch:
"Süßwasserfische Europas" von Roland Gerstmeier und Thomas Romig, Kosmos-Verlag ISBN 3-440-07068-9
Weitere Empfehlungen findest Du hier in <Allgemein> unter "Rezensionen".

Suche doch Anschluß an einen Verein. Auch wenn Du vielleicht kein Kind mehr bist, so wird Dir da sicher trotzdem "gehelft".
Angler neigen sehr stark dazu, dort mit Lösungen aufzuwarten, wo gar keine Probleme bestehen.

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Beitragvon november » 27.02.2004 - 10:26

oh literatur is n gutes stichwort. ich hab die tage beim aufräumen das buch wiedergefunden das uns damals bei der prüfung empfohlen worden ist

"handbuch für den angelfischer" von edmund rehbronn - münchen:ehrenwirth

ISBN 3-431-02614-1

da stehen auch ne menge prüfungsfragen drin udn werden erklärt .. hat mir damals sehr geholfen

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Beitragvon Taxler » 27.02.2004 - 11:08

Hallo CPURaucher,

war denkbar schlecht ausgewählt der Titel für den Thread, da Du ja eigentlich Antworten auf Fragen gesucht hast, die Du leider nicht richtig rübergebracht hast.

Ich kann Dir auch ein Buch, gleichsam für Anfänger und Fortgeschrittene, empfehlen, aus dem ich in der Anfangsphase doch reichlich Infos geschöpft habe und das ich, dank der Bilder und Illustrationen auch heute noch gerne zur Hand nehme:

"So macht Angeln Spass" von Seifert/Kölbing
BLV-Verlag ISB N 3-405-13746-2

Wenn Du Fragen hast - heraus damit.
Hier wird Dir jeder gerne helfen (solange Du keine Tips fürs Schwarzangeln willst ;) )

Grüße aus München,
Peter
Also, wenn ich Du wäre ..... dann wäre ich, ehrlich gesagt, doch lieber ich

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Beitragvon reverend » 27.02.2004 - 14:49

Ihr Könntet mir ja auch mal erklären wie ihr die "Sprungschicht" für eure Zwecke "mißbraucht". Weil wie soll ich sie finden .Mit einem Boot übern See fahren und ein Thermometer zu Wasser lassen .Oder solange in den Tiefen herumprobieren bis was beißt ?Darüber schweigen sich die Bücher aus !


Also: Im Sommer herrscht auf Grund der physikalischen Eigenschaften des Wassers (maximale Massendichte bei 4°C) im stehenden Gewässer eine relativ konstante Temperaturschichtung.
Das vom Sonnenlicht durchflutete und erwärmte Wasser unterhalb der Oberfläche mit einer mittleren Sommertemperatur von ca 18-22°C nennt man die Oberflächenschicht oder Epilimnion.
Hier gedeihen in der Uferzone (Litoral) bis zur Sprungschicht die Unterwasserpflanzen, und sowohl in der Uferzone wie auch im Freiwasser (Pelagial) das Phytoplankton (Schwebealgen), die beide das Gewässer durch Photosynthese mit Sauerstoff anreichern . Außerdem findet durch Windbewegung in der Oberflächenschicht eine gewisse Zirkulation statt, d.h. sauerstoffreiches Wasser gelangt von der Oberfläche in tiefere Schichten, sauerstoffarmes und nährstoffhaltiges Wasser gelangt an die Oberfläche.
Da die Fische möglichst viel Sauerstoff zum Leben benötigen, halten sie sich im Sommer eben im Epilimnion auf, also oberhalb der Sprungschicht, einige Arten weit darüber, andere (z.B. Waller) dicht darüber.

Die Sprungschicht oder Mesolimnion beginnt an der Lichtgrenze, also genau da, wo kein Sonnenlicht mehr ins Wasser dringt. Je nach Gewässertrübung (Schwebstoffe) und Nährstoffgehalt (oligotroph - mesotroph - eutroph), von dem das Algenwachstum abhängt, befindet sich die Sprungschicht in unterschiedlicher Tiefe. Feststellbar ist sie nur im Freiwasser, da im flachen Uferbereich meist der Gewässergrund oberhalb der Lichtgrenze liegt, und zwar durch einen rapiden Abfall der Wassertemperatur von 18°C auf 6° C innerhalb einer sehr geringen Tiefendifferenz. Unterhalb der Sprungschicht bis zum Gewässergrund der Freiwasserzone (also in der Tiefenschicht bzw. Hypolimnion) liegt die Temperatur dann - gleich wie tief das Gewässer ist - relativ konstant bei 6-4°C. (Aufgrund der Dichteanomalie des Wassers: maximale Massendichte bei 4°C).
Zwar könnte das Wasser bei dieser Temperatur weit mehr Sauerstoff binden als in der warmen Oberflächenschicht, aber es bekommt ihn von nirgendwo her: durch das fehlende Sonnenlicht gibt es keine Unterwassenpflanzen und keine Schwebealgen, die ihn produzieren könnten. Und aufgrund der konstanten Temperaturschichtung findet kein Austausch mit sauerstoffhaltigem Oberflächenwasser statt. Hinzu kommt in der Tiefenschicht noch die Sauerstoffzehrung durch die sogenannten Destruenten (Bakterien, Pilze), die abgestorbene organische Stoffe in anorganische Stoffe umsetzen.
Also: Im Sommer hält sich in der Tiefenzone des Gewässers kein Fisch auf!

Anders ist es im Frühjahr und im Herbst, solange innerhalb des gesamten Wasserkörpers eine gleiche Temperatur von 6-4°C herrscht. Dann gibt es keine Temperaturschichtung und somit Sprungschicht, vielmehr findet eine Vollzirkulation des gesamten Wasserkörpers statt. Sauerstoffreiches Oberflächenwasser gelangt bis in die Tiefenzone des Freiwassers und das nährstoffreiche aber sauerstoffarme Tiefenwasser gelangt bis an die Oberfläche. Infolgedessen halten sich im Frühjahr und im Herbst die Fische auch an den tiefsten Stellen des Gewässers auf.

Im Winter, wenn die stehenden Gewässer zufrieren, entsteht wieder eine stabile Temperaturschichtung, wenn auch mit entgegengesetzem Gefälle als im Sommer. Dicht unter dem Eis beträgt die Temperatur nun 1°C und in der Tiefenschicht 4°C. Eine Sprungschicht allerdings bildet sich nicht heraus, da der Lichteinfall durch das Oberflächeneis ohnedies stark geschwächt ist und da andererseits das Temperaturgefälle weit geringer ist. Das Wasser des gesamten Gewässerkörpers ist im Winter meist sauerstoffarm, da die Unterwasserpflanzen und das Phytoplankton abgestorben sind und durch den Abschluss des Oberflächeneises auch kein Sauerstoffeintrag aus der Luft erfolgen kann.
Die Fische halten sich darum da auf, wo es am wärmsten ist: möglichst in Grundnähe im Freiwasser oder direkt in der tiefen Bodenzone (Profundal) unter dem Freiwasser . Einige Fischarten wie Waller und Aal halten eine richtige Winterruhe. Zurückgezogen in ihre Schlupflöcher bzw. eingegraben in den Bodenschlamm dösen sie bewegungslos vor sich hin.
Ihren Stoffwechsel schrauben alle Fische auf ein Minimum zurück, Räuber wie Zander und Hecht machen nur dann Beute, wenn es sich richtig lohnt, wenn also ein minimaler Energieaufwand zu einem möglichst maximalen Ernährungserfolg führt.
Darum fängt man im Spätherbst und Winter z.B. Hechte und Zander eher mit großen Köderfischen, während man in den wärmeren Monaten die Ködergröße der sich entwickelnden Fischbrut anpasst.

Noch einmal zur Sprungschicht:
Wer im Sommer z.B. gezielt auf Waller fischen will und weiß, dass sich dieser Grundfisch tagsüber dicht oberhalb der Sprungschicht am Übergang von Uferzone zum Freiwasser aufhält, der wird durch Temperaturmessung und Loten (ja, es wird dabei durchaus ein Thermometer an einer Lotrute abgelassen und in unterschiedlicher Tiefe gemessen) genau die Sprungschicht ermitteln, um zu wissen, in welcher Tiefe er seinen Köder anbieten muss.
Bei Andals Beispiel vom Schleppen auf Großhechte ist es ähnlich. Denn diese halten sich tagsüber ebenfalls gerne etwas oberhalb der Sprungschicht im Übergang von Uferzone zum Freiwasser auf und lauern, in Wasserpflanzen oder unter abgestorbenem Gehölz versteckt, auf ihre Beute. Schleppst Du nun an diesem Übergang (Scharkante) entlang und weißt nicht, in welcher Tiefe die Sprungschicht liegt, dann kann es Dir passieren, dass Du den sinkenden Wobbler zu tief anbietest oder den Downrigger zu tief einstellst, so dass Du "meilenweit an einem Hecht vorbeischleppst".

Der langen Rede kurzer Sinn: ich habe letztes Jahr den ganzen Wust für die Prüfung gelernt. Und welchen Sinn das Ganze hat, das hat sich mir teilweise erschlossen durch die Zusammenhänge mit dem Verhalten der Fische und den unterschiedlichen Angeltechniken. Ich habe erst angefangen, das theoretisch Erlernte in die Praxis umzusetzen. Aber ich weiß auf Grund der Theorie, wo ich in der Praxis ansetzen muss, und kann meine Praxis (warum habe ich nichts gefangen? warum haben sie heute so gut gebissen?) anhand der Theorie reflektieren.

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Beitragvon andal » 27.02.2004 - 15:01

Respektable Erläuterung. Chappeau! :D
Angler neigen sehr stark dazu, dort mit Lösungen aufzuwarten, wo gar keine Probleme bestehen.

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Beitragvon CPURaucher » 27.02.2004 - 15:57

@ reverend Dein Nick macht Dir alle Ehre

Vielen Dank, sehr ausführlich und gut erklärt .

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Beitragvon reverend » 28.02.2004 - 21:09

Danke für die Blumen.

"reverend" hat aber nichts zu tun mit dem Referenten, sondern ist in den Kirchen im angelsächsischen Sprachraum die Anrede von Leuten meines Berufsstandes. Es entspricht in etwa dem nicht mehr gebräuchlichen deutschen Wort "Hochwürden".