Steelheadangeln auf Vancouver Island, BC

  • Letztes Wochenende hatten wir die Qual der Wahl: wenig Wind, gute Lachsfangberichte im Meer, gute Heilbuttgezeiten und der Cowichan River hatte perfekten Wasserstand. Ich korrespondierte die Woche ueber mit Nelson, unserem gelegentlichen FLussguide auf dem Cowichan River. Ich fragte wie die Steelheadsaison ging. Er meinte schlecht; es wurden nur wenige gefangen, aber wenn dann grosse Brocken. Aber er haette sogar Schneidertage gehabt. Aber auf Forellen an den oberen Flusstrecken waere es gut. Hm, was sollte man da waehlen!? Ich fragte meine Jungs und Ricardo und sein Freund Alec waren eher zum Flussangeln geneigt. Sie wussten auch, dass das wohl bis zum Herbst die letzte Cowichanmoeglichkeit war mit mir, da ich mich demnaechst wieder unter’s Messer legen muss und danach einige Wochen ausser Gefecht sein werde und bis dahin der Flusspegel zu niedrig zum Driften sein wuerde. Lachs und Buttangeln koennen wir noch im Sommer. Also auf zum Fluss!


    Entgegen dem Wetterbericht wurde es ein herrlich sonniger Fruehlingstag. Wir waren halbwegs frueh unterwegs und daher um 9:00 Uhr auf dem Fluss. Ich legte mich in die Riemen und zog zur Flussmitte und ankerte gleich dort. Hier, ca, 1 km unterhalb des riessigen Cowichan Lakes, hielten sich normalerweise viele Forellen auf, die zeitweise vom See in den Fluss zogen. Wie zum Beispiel jetzt, kurz vor der Laichzeit. Wir sahen auch gleich Dutzende Forellen in Wurfweite um unser verankertes Boot. Das Wasser war sehr klar hier oben. Was wuerden die Forellen wohl fressen? Normalerweise liegt man mit Lachseiimitaten immer gut auch wenn es schon eine Weile keine natuerlichen Lachseier mehr gab im Fluss – die sind jetzt alle ausgeschluepft, als Lachslarven im Kies versteckt. Aber die Forellen erinnern sich noch gut an die Eiermast im Herbst und Winter. Aber auch grosse Insektenimitate wie Steinfliegenlarven koennen jetzt funktionieren.


    Wir fingen mit Eierfliegen an. Alec schlug auch bald zu und fing ein halbes Dutzend herrlich gezeichnete Regenbogner. Einige hatten schon ihr volles Laichkleid an. Ricardo und ich wechselten unsere Eier zu einer aehnlichen Farbe als Alec sie verwendete und danach hakten wir auch einige Forellen. Es waren einige richtige Brummer von 50-60 cm neben dem Boot im Wasser zu sehen aber irgendwie schnappte sich immer wieder eine kleinere den Koeder vor den Grossen. Die, die wir fingen waren alle so in der 30-40 cm Kategorie. Trotzdem ein toller Spass an den leichten Fliegenruten.


    Wir verbrachten vielleicht 1,5h auf dem ersten Flusskilometer, wo die Fischdichte am hoechsten war. Dann drifteten wir fast ohne Unterbrechung die restlichen 10km flussab. Nur hin und wieder hatte mal einer der Jungs dann noch einen Biss und ich glaube sie landeten auch nur noch eine Forelle. Ich war eh damit beschaeftigt das Boot durch die Stromschnellen und um die Hindernisse im Fluss zu manoevrieren. Ich machte nur noch ein paar Wuerfe wenn wir mal eine Pinkel- oder Essenpause einlegten. Aber trotz der nachlassenden Fischaktvitaet, genossen wir den wilden Fluss an diesem schoenen Fruehlingstag. In den unteren Flussabschnitten stiegen die Chance auf eine Steelheadforelle. Andere Angler wechselten nach der Fliegenstrecke auf Spinn- oder Posenmontage, um an die Steelheads besser heranzukommen. Wir hatten aber nur Fliegenzeug dabei. Ob das der Grund war, warum wir keine Steelheadbiss bekamen, bezweifelte ich, denn als wir einige andere Angelboote passierten, hoerten wir auch keine grossen Erfolgsnachrichten. Es waren einfach nur sehr wenig Steelheads unterwegs dieses Jahr. Schade. So einen fantastischen Fisch mal an die Fliegenrute zu bekommen, ist der Traum vieler Angler.


    Nun ja, wir hatten trotzdem Spass gehabt und waren zufrieden mit unserer Wahl. Ich werde jetzt das Flussboot soweit einmotten, es sei den man kann spaeter im Jahr wieder etwas herumreisen und wir entscheiden uns fuer einen Angeltrip an einen Fluss in den Rockies. Mal sehen wie sich die Situation so entwickelt.

  • Ich drücke dir für die OP ganz fest die Daumen,das alles gut verläuft und die Rehabilitationszeit kurz ist. Toi Toi Toi! Und danke für den wieder mal schönen Bericht mit den Bildern. :clap: :clap: :clap:

  • So, nach einigen Wochen Heilung und Schonung werde ich nun langsam wieder mobil. Darf noch nicht allzu grosse Spruenge machen aber die ersten vorsichtigen Wasserannaeherungen habe ich schon mal riskiert. An den lokalen Seen und Fluessen kann man auch hier und da vom Ufer aus angeln. Ausserdem hatte ich mich letztes Wochenende schon mal wieder in das Belly Boot gewagt waehrend meine beiden Jungs den See im Froschboot unsicher gemacht hatten. Die Forellen werden langsam munter und stopfen sich mit Chronomidenlarven voll. Gar nicht so einfach die neben so einem vollen Buffet zu einem Snack zu ueberreden. Ein paar konnten wir aber doch ueberlisten. Am Cowichan River war nicht viel los – der Fluss ist aber auch schwer vom Ufer aus zu befischen. Ricardo hatte trotzdem einen praechtige Regenbogenforelle am Streamer erwischt. War Spass mal wieder was an der Angel zappeln zu haben!

  • Endlich wieder Fangberichte von 'Überm Teich', schön von Dir zu lesen, dass Du wieder auf dem Weg der Besserung bist . Aber mit dem Jungen musst Du mal ein ernstes Wort reden. Eine rosa Kappe beim Angeln, das verjagt doch die Fische :D

  • Ich dachte ich berichte mal von einem kurzen Wildniscampingtrip mit meiner besseren Haelfte, auch wenn der Fokus sicherlich nicht auf dem Angel lag. Aber ein Wildnistrip ohne Angeln geht auch nicht; das weiss sogar meine nichtangelnde Frau. Ich schnallte mein Froschboot auf’s Autodach und eine kleine Allzweckangeltasche mit einer Fliegen- und einer Spinnrute. Damit war man fuer alle Faelle geruestet. Es ging die Insel hoch bis hinter Campbell River wo sich westlich vom Highway ein vielfaeltiges Seegebiet erstreckt. Darin liegt auch die bekannte Sayward-Kanuroute – eine mehrtaegige Paddelstrecke die mehrere miteinander verbundene Seen umfasst. Einer der darinliegenden Seen ist der Twin Lake, eigentlich 2 kleine Seen die mit einem flachen Sumpfgebiet verbunden sind. Der Twin Lake ist etwa 15 Minuten vom Highway auf einer befahrbaren Schotterpiste erreichbar. Weit genug um von allem Menschenlaerm weg zu sein aber nah genug um sich nicht mit stundenlangem Gepolter auf den Schotterpisten die Bandscheiben abzuarbeiten. Es gibt nur 5 Campingstellen an einer Seite des Twin Lakes aber um diese Jahreszeit und ohne nicht-Insel-Touristen war das kein Problem. Nur ein Rentnerpaerchen belegte schon einen Platz; ansonsten hatten wir den ganzen See fuer uns alleine. Himmlische Ruhe – nur die Loons und Froesche machten Geraeusche. Am ersten Abend kamen spaet noch ein paar Paddler an und verkrochen sich schnell unter ihre Planen.


    Leider war das Wetter sehr launisch so dass wir nicht zu allzugrossen Unternehmungen kamen. Wir fuhren mit dem Froschboot den See ab und durch die flache und verkrautete Verbindung in den zweiten See. Der hatte ueberhaupt keinen Uferzugang und so war man dort total alleine mit der Wildnis. Es liess sich herrlich schwimmen im See – das Wasser war klar und weil nicht zu tief auch schon etwas angewaermt. In einigen Regenpausen nahm ich auch mal die Angelruten mit auf’s Boot – hatte ich doch schon am ersten Abend eine Menge Ringe auf dem Wasser beobachtet. Fische musste es also geben. Und sie bissen auch gut auf Fliege; aber es waren leider nur kleinwuechsige Kehlschnittforellen. Herrlich gepunktet und farblich praechtig aber kaum mal eine bis 25 cm lang. Der auslaufende Bach sah auch nach Forellengewaesser aus, aber es war schwer an vernueftig zubeangelnde Stellen heranzukommen und so liess ich das sein. Der naechste See auf der Kanuroute musste das Boot tragend erreicht werden (ca. 1km durch den Wald am Bach entlang) und der war einiges groesser als der Twin Lake und roch nach groesseren Fischen. Ich fand aber keine Gelegenheit mal mein Boot dahinzubringen.


    So blieb mir zum Angeln auf der Rueckreise nur noch eine Gelegenheit: die letzte Nacht verbrachten wir in einem Bed & Breakfast in Port Alberni und etwa 15 Minuten davor befand sich der bekannte Loon Lake – so ziemlich auf dem Gipfel der Passstrasse. Auch ein kleiner See, aber tief und produktiv und auch besetzt mit Forellen da der See gut beangelt ist. Hier bekam ich ein 2-3 stuendiges Angelfenster und ich machte mich mit dem Froschboot auf die Jagd. Und hier rappelte es auch regelmaessig an allerlei Fliegen. Ich bekam nicht heraus was und ob die Forellen ein Lieblingsmuster hatten – ich bekam Bisse auf alles was ich versuchte. Kraeftige und sprunggewaltige Regenbogner! Die eine sprang zweimal hintereinander etwa 2 m aus dem Wasser. Das war eine klasse Angelei. Ich fing vielleicht 7 Forellen in den 2-3h und verlor bestimmt nochmal so viel. Alle waren um die knapp 40 cm lang. Als es schon zu dunkeln anfing, biss auch die Groesste an. Bei der merkte man gleich das extra Gewicht. Der Fisch blieb tief und wuppte die Fliegenrute hart. Nach ein paar langen Fluchten wusste ich, dass ich einen besonderen Fisch an der Angel hatte und ich liess mir Zeit ihn auszudrillen. Nach einigen Minuten hatte ich einen breiten Ruecken neben dem Boot und bekam den Brocken kaum in den Kescher. 49cm lang und kraeftig gebaut. 2kg werden wohl kaum gereicht haben fuer diesen Prachtfisch. Voll zufrieden packte ich danach ein. Ein schoener Trip auch trotz des maessigen Wetters.


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