Laichverhalten Regenbogenforelle

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Laichverhalten Regenbogenforelle

Beitragvon dorfener » 21.11.2008 - 11:58

Liebe Blinker-Redaktion,

im aktuellen Heft wurde im Rahmen der Expertenfragen das Thema Laichverhalten Regenbogenforelle angeschnitten. Die Antwort fiel meines Erachtens etwas kurz aus. Könnte man dem Thema nicht einmal gründlicher nachgehen? Seit mehr als 100 Jahren werden hierzulande Regenbogenforellen besetzt, die sich aber außerhalb von Zuchten fast nirgends vermehren konnten. Worin bestehen die maßgeblichen Unterschiede zwischen ihrer Heimat Nordamerika und unseren Flüssen und Bächen, die eine Reproduktion verhindern? Vielleicht könnten ein Fischbiologe und ein Züchter die Ursachen mal erläutern, denn man hört und liest zu diesem Thema viele Vermutungen, eine klare Antwort hatte jedoch auch ihr Experte nicht.

Mit freundlichen Grüßen
Tom

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Beitragvon til » 21.11.2008 - 13:48

Im Bodensee gibt es einen selbst reproduzierenden Bestand von Regenbogenforellen, die steigen in den Rhein auf zum Laichen.
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Beitragvon dorfener » 21.11.2008 - 15:40

Danke für den Hinweis, auch das wäre interessant zu erfahren, unter welchen Bedingungen sich solche Populationen dennoch entwickelt haben. Ich denke beim Nutzwert einer solchen Geschichte unter anderem an Vereine, die mit dem rätselhaften Bachforellensterben zu tun haben und reproduzierende Regenbogenforellen suchen.

Tom

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Beitragvon zandrog » 21.11.2008 - 16:39

Also die Forellen steigen nicht nur in den Rhein auf ich wohne am Rhein angle aber in einem Kanal der auch in den Bodensee fliesst .
und immer im Herbst kann mann bei uns Das ganz gut beobachten die Forellen Kommen so Ende September - Dezember aus dem Bodensee zu uns (meistens bei Hochwasser) Und verbringen dann eine Gewisse Zeit im Kanal biss Sie dann in Einen Seiten Bach gehen um dort zu laichen wenn ich jetzt in den Kanal schaue sehe ich mit garantie mind. 3e Forellen über 50
zur Schonung daarf bei uns Im august nicht mehr gefischt wrden auch nicht auf Äschen ich hoffe ich konnte dir etwas weiter helfen . wenn du
Fragen hast schick mir bitte ne PN
gruss Zandrog
wer rechtschreibfehler findet kann sie behalten :-)
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Beitragvon rhinefisher » 21.11.2008 - 18:02

Hi! Früher stiegen auch in die Bäche des "Bergischen Landes" Regenbogner zu laichen auf, so lange diese wirklich sauber waren. Die scheinen heuer verschwunden.. .
Petri!
DEUS LO VULT !

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Beitragvon wolfgang » 23.11.2008 - 11:21

Ich wills als Nichtbiologe mal versuchen.

Bei der Regenbogenforelle, wie sie hier bei uns in Mitteleuropa vorkommt handelt es sich nicht um eine reine Wildform, sondern um ein züchterisch bearbeitetes "Produkt", in das verschiedene Unterarten und Lebensformen eingekreuzt wurden, das reicht von der standorttreuen Shasta-Form über die meerwandernde Steelhead-Form bis hin zur wärmeverträglichen frühjahrslaichenden Kamloops-Form u.s.w.
Herausgekommen sind diverse Zuchtstämme, die sich in ihrer Standorttreue und ihrem Laichtermin sehr stark unterscheiden können, man findet sowohl Herbstlaicher, Winterlaicher und Frühjahrslaicher.
Es ist oft so, daß das verwendete Besatzmaterial zwar im Gewässer ganz gut leben kann, aber nicht die richtigen Grundlagen für die Vermehrung findet.
Wenn ich der mir zur Verfügung stehenden Literatur Glauben schenken darf kommt neben dem eventuell klimatisch unpassenden Laichtermin des besetzten Stamms noch die Tatsache hinzu, daß die Regenbogenforelle zwar mit schlechteren Lebensbedingungen auskommt als die Bachforelle, jedoch an die Laichbedingungen besondere Ansprüche stellt, so ist die Regenbogenforelle beziehungsweise ihre Brut, sehr empfindlich gegen niedrige PH-Werte, wie sie in Bereichen von Nadelholzwäldern und insbesondere in Gewässern mit sehr viel Schmelzwasser auftreten können, insbesondere wenn die Gewässer sehr kalkarm sind und ihr Wasser nur ein geringes Puffervermögen aufweist.
Dennoch gibt es sie, die selbstreproduzierenden Regenbogenforellenbestände, oft in Bereichen in denen sie Zeit hatten einen erbfesten angepassten Stamm zu entwickeln.
Das geschiet interessanterweise oft in Gewässern in denen der Massenbesatz mit Zuchtregenbognern eingestellt wurde, da der bereits existierende Bestand dann nicht mehr durch verschiedenartigstes genetisches Material "verwässert" wird und sich die angepasste Form durchsetzen kann. Es kann auch mit Besatz klappen, wenn Elterntiere aus dem Gewässer für die Erbrütung genutzt werden und die Brut unter natürlichen Bedingungen, zum Beispiel in kleinen Seitenbächen aufgezogen wird.
Diese Nachricht entspricht dem deutschen Forenreinheitsgebot von 2005, besteht aus 100 % chlorfrei gebleichten, FCKW-freien, wiederverwendbaren, geschmacksneutralen, nicht genmanipulierten Bits und ist frei von jeglichen Editierungen!©

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Beitragvon mikesch » 24.11.2008 - 8:30

Guenter Feuerstein hat zu diesem Thema eine sehr interessante Abhandlung auf seiner Homepage. :idea:
fishing isn't a sport, it's a passion!
Gruß
Michael

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Beitragvon rhinefisher » 24.11.2008 - 9:02

Hi! Der PH Wert ist in den Bächen des "Bergischen" seit 30 Jahren kontinuierlich gefallen - vielleicht erklärt sich so das verschwinden der Fische.. .
Petri!
DEUS LO VULT !

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Beitragvon Forellenfischerflo FFF 2 » 29.04.2010 - 15:39

Spannender Bericht Wolfgang.

Nicht schlecht für eine "Nichtbiologen"
Dazu könnten auch die Komorane beitragen.

Jedenfalls Petri Heil!
Was ich schreib hasst jeder also:
Reg dich ab man du verschwendest mit blöden Antworten nur deine Zeit Mann!!![/b[b]]Spar dir die Antwort wenn sie sinnlos ist.

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Beitragvon jolyjoker » 04.05.2010 - 11:04

Hallo miteinander,

ob wissenschaftlich oder nicht - Regenbogenforellen sind bei uns doch nur put and take Fische. Die kommen als Fangfisch/Pfannenfisch ins Wasser, schön hungrig - und gehen auf alles was fressbar ist oder so aussieht. Damit sind die Regenbogner innerhalb kurzer Zeit in unseren Mägen gelandet. Dort ist die Fortpflanzung nicht mehr möglich :D Unsere Politik favorisiert die Bachforelle. Wer von uns setzt denn Regenbogner zurück? Bachfoellen doch eher. Ich kann mir gut vorstellen, daß eine Wildform es im Rheinsystem leichter hätte als der Lachs. Das wäre sicherlich auch kostengünstiger. Ein weiterer Vorteil wäre, die mehrfache Rückkehr.
Joly

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Beitragvon til » 04.05.2010 - 14:20

Meinst du Meerforellen?
Warum sollen es die leichter haben im Rhein als Lachse?
Vorhanden sind übrigens beide (wieder) in kleinen Stückzahlen.
Und wie oben schon angemerkt, im Bodensee und Zuflüssen eine Art "Binnen-steelhead", die sich aus irgenwelchen Regenbogenbesätzem gebildet hat. Also auch die Regenbogenforelle kann, wenn man sie lässt heimisch werden, in welcher Form auch immer. In der Ostsee gibt es auch Regenbogenforellen, würde mich nicht wundern wenn die zum Laichen in die Flüsse aufsteigen.
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Beitragvon jolyjoker » 04.05.2010 - 16:41

Nein Meerforellen habe ich im Rhein schn am Haken gehabt.
Ich meine die Urstämme der Regenbogenforellen, Steelheads etc
keine hybriden oder irgendwelche Qualzuchten. Lachse sind one time Fische. Einmal zurück und dann tot. Meistens jedenfalls.
Kleinere Forellen sind für holländische Netzfischer schwieriger zu bekommen.
Ein Lachs bringt schon richtig Geld, ne Forelle deutlich weniger.
Die in der Ostsee vorkommenden Forelle sind doch meist ausgebüchste Mastfische.
Klar können sich solche genetisch vermatschte Fisch fortpflanzen - warum nicht.
Forellen und Saiblinge können es ja auch
Trotzdem würde ich gerne mehrere Arten im Rhein aufsteigen sehen
Joly

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Beitragvon til » 04.05.2010 - 18:18

Ausgebüchste Mastfische können sich Fortpflanzen und bilden dann relativ schnell wieder gut angepasste Formen. Das ist der Vorteil wenn man 10'000 mal mehr eier legt als nötig. Jedenfalls die im Bodensee sind mittlerweile echt schöne Tiere:
http://www.g-feuerstein.com/tl_files/ff ... 0Constance).jpg
und
http://www.g-feuerstein.com/tl_files/ff ... 0Constance).jpg
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Beitragvon til » 04.05.2010 - 18:23

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