Wie schädlich ist entengrütze?

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Wie schädlich ist entengrütze?

Beitragvon Snake » 30.05.2007 - 9:07

Ich habe mal eine allgemeine Frage. Wie problematisch ist es, wenn ein Gewässer (z. B. eine Altarm) komplett mit Entengrütze (Wasserlilien) bedeckt ist? Ich habe gelesen, dass Fische Entengrütze lieben, da es ihnen Nahrung und Versteckmöglichkeiten bietet. Was aber ist, wenn das komplette Gewässer bedeckt ist? In diesem Fall ist doch kein Leben mehr möglich, oder?

Danke für Eure Antworten schon einmal

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Beitragvon Tom Rustmeier » 30.05.2007 - 11:52

Das kommt auf die Fischarten in dem Gewässer an. Die Linsen entziehen dem Wasser Sauerstoff. Sind dort z.b. Salmoniden vorhanden mögen die das natürlich nicht so gerne. Ein Karpfen hingegen wird sich bis zu einer gewissen Grenze nicht weiter dran stören. ;)
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Beitragvon johannes » 30.05.2007 - 12:03

Joa, Wenig Licht kommt ins Wasser---weniger FS ----WEniger O2----weniger KLeinstlebewesen/Plankton--also nicht optimal aber wie Tom schon gesagt hat ist das für Karpfenartige meist kein Problem.
Je länger die Arme eines Anglers,

desto größer sind die von ihm gefangenen Fische!

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Beitragvon Barschkönig » 30.05.2007 - 12:07

Das Hauptproblem ist, dass die Wasserlinsen die gesamte Oberfläche abdecken und so submerse Wasserpflanzen kein Sonnenlicht abbekommen. Dies hat natürlich massiven Einfluss auf die Photosyntheserate dieser Pflanzen und damit auch auf den Sauerstoffgehalt im Waser. Weiterhin gibt es durch die fehlende Sonneneinstrahlung Auswirkungen auf die Wasseremperatur. Insgesamt betrachtet sinkt die Produktivität des Gewässers bei einer Vollbedeckung der Wasseroberfläche.
Erst wenn die letze Ölplattform versenkt ist, wenn die letzte Tankstelle geschlossen wurde, dann werdet ihr feststellen, dass man nachts um zwei bei Greenpeace kein Bier kaufen kann!

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Beitragvon Snake » 30.05.2007 - 12:59

Danke erst einmal für Eure Antworten! Ich selber habe auch den Eindruck, dass die Fischpopulation komplett zusammenbricht, wenn über einen längeren Zeitraum alles mit Wasserlinsen bedeckt ist. Dies ist zum Beispiel auch bei einigen Vereinsgewässern bei uns der Fall, nämlich Altarmen der Vechte. In diesen Gewässern war früher ein großer Fischbestand vorhanden. Heute sind diese Gewässer meiner Meinung nach leider oftmals komplett fischleer.

Gibt es denn da eigentlich Möglichkeiten, das Gewässer wieder für Fische bewohnbar zu machen?

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Beitragvon Tom Rustmeier » 30.05.2007 - 18:45

Snake hat geschrieben:Gibt es denn da eigentlich Möglichkeiten, das Gewässer wieder für Fische bewohnbar zu machen?





Die Linsen abschöpfen, am besten geht das z.b. mit einer Harke. Wathose an und dann ran an die Arbeit. :?


Wenn du dann einen Haufen am Ufer mit dem Zeug machst drauf achten das du viiiiiiel abstand zum Wasser einhälst. Wenn sonst der nächste Regen kommt wird es sofort wieder eingeschwemmt.

Keine Superlösung, aber da gibts außer Verbotenen Chemiekalien nix außer Muskelkraft und viel Nerven.
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Beitragvon Carp Gear » 30.05.2007 - 20:03

Snake hat geschrieben:Danke erst einmal für Eure Antworten! Ich selber habe auch den Eindruck, dass die Fischpopulation komplett zusammenbricht, wenn über einen längeren Zeitraum alles mit Wasserlinsen bedeckt ist. Dies ist zum Beispiel auch bei einigen Vereinsgewässern bei uns der Fall, nämlich Altarmen der Vechte. In diesen Gewässern war früher ein großer Fischbestand vorhanden. Heute sind diese Gewässer meiner Meinung nach leider oftmals komplett fischleer.

Gibt es denn da eigentlich Möglichkeiten, das Gewässer wieder für Fische bewohnbar zu machen?


Da hilft auch keine Muskelkraft den Altarm zu befreien! Wenn du sie an einem Tag abfischen würdest (alle schaffst du nicht, weil immer welche übrig bleiben), würde in einer Woche wieder alles da sein!

Mach dir mal um die Fische keine Sorgen, die müssten das gewohnt sein, die haben das vorher irgendwie überlebt und sie werden es auch weiter hin! ;)
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Beitragvon Tom Rustmeier » 30.05.2007 - 20:12

Natürlich kommt es nach dem Abfischen in zwei Wochen wieder. Ne richtige Lösung dafür gibts eben nicht. ;)
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Beitragvon Carp Gear » 30.05.2007 - 20:55

Tom Rustmeier hat geschrieben:Natürlich kommt es nach dem Abfischen in zwei Wochen wieder. Ne richtige Lösung dafür gibts eben nicht. ;)


Wie ich bereits sagte!!! ;)

Und angeln fällt dann dort wohl auf Dauer auch aus! Was wiederum heißt die Fische ziehen sich dahin zurück um ihre Ruhe zu genießen, sollte man sich mal überlegen was das bedeutet! ;)
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Beitragvon Snake » 31.05.2007 - 7:49

Danke für Eure Meinungen. Da kann man wohl wirklich nicht viel machen! Bedauerlich ist, dass diese Altarme teilweise keine richtige Verbindung mehr zum zum Fluss haben, da der Durchlass völlig verlandet ist. D. h., dass auch keine neuen Fsche nachkommen. Auf Dauer sind diese Altarme wohl leider verloren...

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Beitragvon Spinfisher » 01.06.2007 - 12:30

Servus,

abschöpfen macht echt keinen Sinn. Ich habe einen Teich ohne Fische, der nach dem Anschöpfen innerhalb weniger Tage genauso wieder aussieht. Die Linsen schöpfe ich in einen Teich mit sehr hohem Cyprinidenbesatz, dort überlebt keine Linse mehr als ne Stunde!

Richtig mit Rotaugen, Rotfedern, Karauschen und Karpfen besetzen und das Problem sollte gegessen sein, wenn dann der Sauerstoffgehalt keine Probleme bereitet. denn was vorne reingeht kommt hinten wieder raus ;-)

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Beitragvon z40t-schnorrer » 01.06.2007 - 14:54

oben wurde schon erwähnt, dass die fotosyntheseleistung der anderen pflanzen nachlässt bzw auf dauer aufhört... das bedeutet auch, dass solche bereiche von den meisten fischen gemieden werden.. auch von karpfen.