Dabei übersiehst Du aber einen sehr entscheidenden Punkt.
Wenn man herginge und würde leistungssteigernde Mittel und Verfahren bei den Profis zulassen, weil die auf eigene Verantwortung handeln, dann hat das unabsehbare und vor allem verheerende Folgen für den Amateur- und Freizeitsportbereich!
Im Spitzensport steht immerhin die Elite der Sportmedizin Gewehr bei Fuss und so ein erlaubtes Doping stünde dann wenigstens unter einer soliden ärztlich-wissenschaftlichen Überwachung. Wobei das natürlich auch höchst fragwürdig wäre, weil keiner weiß, wann Schluss ist, wann die Steigerung mit solchen Mitteln den finalen Ruin eines Körpers bewirkt! Radler, die einfach tot umfielen gab es bereits einige und niemand möchte auch nur einen einzigen mehr sehen!
Aber man stelle sich vor, was dann bei den Amateuren und den Hobbysportlern los wäre! Kaum auszudenken, wie es dann dort zuginge. Irgendwelche halbgebildeten Vereinsmaseure und völlige Laien hantierten dann, ohne jede medizinische Kenntnis und Überwachung, mit teilweise wirklich unabsehbar riskanten Mitteln herum. Völlig ohne Kontrolle...! Weil was den "Großen" Recht ist, das muss ja allen anderen billig sein.
Es ist ja nicht so, dass das nur eine Fiktion von mir ist. Man muss nur mal genauer hinsehen, dann erkennt man diesen Trend leider in einigen Sportarten schon sehr deutlich. Gerade die Kraftsportdisziplinen sind da ein schauerliches Beispiel, das auch schon nicht wenige Opfer gefordert hat.
Ich bin der Meinung, man muss gegen Doping vorgehen, so hart und direkt, wie nur immer möglich. Wenn das einen Tag vor einem Großereignis ist, oder, so wie bei den letzten olympischen Spielen, in Hausdurchsuchungen mündet, dann mag das für den Einzelfall drastisch, vielleicht sogar übertrieben wirken, aber es ist der richtige Weg.
Ein Sportler muss wissen, wenn er bescheisst, wenn er eine verbotene Leistungssteigerung anwendet, dann rechnet er automatisch und billigend damit, dass er seinen Sport im Falle des Erwischtwerdens, nur noch als Zuschauer ausüben wird; ohne Bewährung und ohne Amnestie!
Abschließend muss ich wieder auf die "ollen" Griechen zurückkommen. Selbst die wußten bereits, wo der Wettstreit stattfindet, da wird gemauschelt. Zu den Spielen der Olympiaden hatten sie dagegen auch ein probates Mittel gefunden, das in ihrer Zeit den Betrugsversuchen recht wirkungsvoll Einhalt geboten hat.
Alle Athleten wurden Wochen vor den Spielen im Gymnasion quasi kaserniert. Dort standen sie unter ständiger Beobachtung. Dabei kontrollierte man nicht nur ihre Disziplin, sondern auch ihre körperliche Verfassung, während sie sich, dem olympischen Frieden verpflichtet, in Wettkampfform brachten.
Sicher ist das in der Antike ausreichend gewesen und heute nicht mehr so ganz zeitgemäß, aber es ist prinzipiell ein Denkansatz, den man im Hinblick auf die Gleichheit der Voraussetzungen nicht außer Acht lassen sollte.
Ich möchte bei Sportwettkämpfen nicht wissen, wer den besseren Arzt hat!