Krebsfischen NRW

Moderatoren: Derrik Figge, Onkel Tom, Moderatoren

Colamann
Brassen
Brassen
Beiträge: 81
Registriert: 04.12.2018 - 17:32
Wohnort: Düsseldorf

Krebsfischen NRW

Beitragvon Colamann » 08.12.2018 - 0:55

Hi Leute,

ich interessiere mich für das Krebsfischen. Offiziell gibt es in NRW den Kamberkrebs, der gefischt werden darf. Es gibt aber auch Signalkrebse z.B. in der Wupper und ihren Zuflüssen, und Rote Sumpfkrebse soll es auch geben. Reichlich invasive Krebsarten also, die gefangen werden dürfen.

Leider habe ich trotz einiger Recherche nicht viele Infos hierzu gefunden. Ich bin anscheinend ein Exot, was ich bei so etwas Leckerem echt nicht verstehe. :lol:

Irgendwo habe ich gelesen, daß nur gefischt werden darf, was auf der Angelkarte steht, und daß Krebse dort oft nicht dabei sind. Daß man sich die aber eventuell vom Fischereiberechtigten nachtragen lassen könne. Stimmt das so?

Des Weiteren nehme ich an, daß die spezielle Genehmigungspflicht des Reusenfischens sich auch auf Krebse erstreckt, also nur das Angeln mit dem Krebsteller erlaubt ist.

Hat jemand eine Idee, wo ich mich gezielter Informieren könnte? Oder eventuell sogar Erfahrung im Krebsfischen?

Benutzeravatar
Derrik Figge
Moderator
Moderator
Beiträge: 5130
Registriert: 22.08.2004 - 8:53

Re: Krebsfischen NRW

Beitragvon Derrik Figge » 08.12.2018 - 12:49

Die Untere Fischereibehörde und der jeweilige Pächter des Gewässer sind sicher die besten Ansprechpartner diesbezüglich. Ich fische in etlichen Gewässern mit sehr gutem Krebsbestand. Allerdings kenne ich keinen, der in diesen Gewässern gezielt Jagd darauf macht, obwohl es invasive Arten sind.
Ich suche immer alte ABU Angelrollen, Kartons und Papiere sowie Werbematerial.
Ich freue mich über Angebote aller Art per PN oder Mail. Danke

Colamann
Brassen
Brassen
Beiträge: 81
Registriert: 04.12.2018 - 17:32
Wohnort: Düsseldorf

Re: Krebsfischen NRW

Beitragvon Colamann » 08.12.2018 - 13:18

Komisch, eigentlich. Nach allem, was ich gehört habe, ist es nicht besonders aufwendig. Vielleicht ist diese Art zu angeln nicht so ansprechend, hat ja mehr etwas von KöFis fangen mit der Senke.

Ich bin sowieso die Tage auf dem Amt, um meinen Fischereischein zu holen. Da kann ich direkt fragen, die Behörde ist auch der Fischereiberechtigte für diverse städtische Gewässer.

Wenn es Krebse hat, verliert man doch beim Grundangeln sicher ab und zu mal einen Köder an die, oder?

Benutzeravatar
#Allround#Nachhaltig
Hecht
Hecht
Beiträge: 3270
Registriert: 18.08.2014 - 16:01
Wohnort: Heilbronn

Re: Krebsfischen NRW

Beitragvon #Allround#Nachhaltig » 08.12.2018 - 17:12

Ich hab auch schon Krebse gefangen und gegessen die sind wirklich sehr lecker
Lohnt sich allerdings erst in einer größeren Stückzahl
Ich habe die unter Steinen und vor allem in alten Muscheln gefunden
In einem wirklich alten Buch hab ich gelesen das man Groppen fangen kann indem man Dachziegel im Gewässer ausbringt
Da gehen sie dann drunter
So könnte ich mir das auch bei Krebsen vorstellen
Du könntest ja auch PVC Rohre versenken

Ich weis allerdings nicht ob man das alles überhaupt darf
Angeln :D

rhinefisher
Hecht
Hecht
Beiträge: 5571
Registriert: 05.09.2006 - 20:19
Wohnort: Krefeld

Re: Krebsfischen NRW

Beitragvon rhinefisher » 08.12.2018 - 17:36

Hi!
3 erfolreiche Methoden habe ich einige male ausgeübt: Krebsteller - man nimmt so 10-12 kleine Rahmennetze von ca. 50x50cm und montiert die wie ne Senke. In die Mitte des Netzes werden 2 Drähte eingeknotet an denen der Köder befestigt wird. Auswerfen und "Senkstange" ins Wasser legen und am "Griff" anbinden - so hat man den grössten Radius. Jede Stunde einmal umsetzen - da hat man mit 12 "Senken" einiges zu tun, fängt aber auch.
Reusen funktionieren eigentlich genauso, nur kann man sich die "Senkstange" und das stündliche Kontrollieren sparen, denn die Beute kann ja kaum entkommen.
Mit der Hand fangen - in klaren gewässern eigentlich die beste Methode. In Bächen Waten und in Seen schnorcheln... .
Petri
DEUS LO VULT !

Colamann
Brassen
Brassen
Beiträge: 81
Registriert: 04.12.2018 - 17:32
Wohnort: Düsseldorf

Re: Krebsfischen NRW

Beitragvon Colamann » 09.12.2018 - 0:41

Ein Dutzend Krebsteller auf einmal, darf man das? :)

Colamann
Brassen
Brassen
Beiträge: 81
Registriert: 04.12.2018 - 17:32
Wohnort: Düsseldorf

Re: Krebsfischen NRW

Beitragvon Colamann » 16.12.2018 - 9:44

Leider war meine Anfrage bei der Unteren FIschereibehörde nicht ergiebig. Man sagte mir, ich könne mal das Edelkrebsprojekt kontaktieren und mich zum Krebskartierer ausbilden lassen. Allerdings sei die Datenlage im Bezug auf die Krebsbestände gut, daher hätte man nicht wirklich Bedarf.

Ich habe dann versucht, klar zu machen, daß ich Krebse fangen will, um sie dann zu essen. Aber irgendwie ist mir das nicht gelungen.

Dreamworker
Zander
Zander
Beiträge: 1341
Registriert: 14.06.2016 - 21:57

Re: Krebsfischen NRW

Beitragvon Dreamworker » 16.12.2018 - 11:19

Bei uns in Bayern hat es in dem von mir beangelten Fluß soviel Krebse, das die von meinen Köfis auf Grund oft die Eingeweide herausfressen! Was für Krebsarten das sind, keine Ahnung. Auf Anfrage wegen Krebsfang wurde mir mitgeteilt, das diese ganzjährig geschützt seien.
Scheinbar hat jedes Bundesland da individuell andere Vorschriften bzw. Gesetzgebungen.
Ich bin mal in der Schnaittach beim gleichnamigen Ort geschnorchelt, dabei habe ich Krebsscheren entdeckt, groß wie die eines Helgoländer Kniepers (Taschenkrebses). Die Viecher müssen groß wie eine Hand sein!

Im Hechtsee in Österreich Nähe Kufstein gibt es Krebse groß wie kleine Hummer, laut Aussagen von Tauchern hunderte! Auch die dürfen nicht gefangen werden, wegen ganzjährigem Schutz. Sonst drohen drakonische Geldstrafen!
Angler haben mir erzählt, das auf Grund angebotene Köder wie Wurm, Köfis usw. innerhalb kürzester Zeit von den Krebsen abgefressen werden, es sei denn, man nimmt diese selbst als Köder.... So viele gibt es dort, fast mehr wie Fische....

Benutzeravatar
mikesch
Hecht
Hecht
Beiträge: 2100
Registriert: 09.04.2003 - 12:31
Wohnort: Lkrs. Traunstein (Oberbayern)

Re: Krebsfischen NRW

Beitragvon mikesch » 17.12.2018 - 1:11

Dreamworker hat geschrieben:Bei uns in Bayern hat es in dem von mir beangelten Fluß soviel Krebse, das die von meinen Köfis auf Grund oft die Eingeweide herausfressen! Was für Krebsarten das sind, keine Ahnung. Auf Anfrage wegen Krebsfang wurde mir mitgeteilt, das diese ganzjährig geschützt seien.
...
HIer hast du wohl eine Fehlinformation bekommen. Edelkrebs u. Steinkrebs haben in Bayern Schonmaß u. Schonzeit gem. AVFig, siehe z. B. hier: https://lfvbayern.de/fischen/angelfisch ... e-740.html
Also ist es rechtlich erlaubt Sie zu fangen.
Die Neozoen aus Amerika sollten eigentlich nicht geschützt werden.
Allerdings solltest du dich an deinen Erlaubnisschein halten, wenn dort der Krebsfang untersagt ist, Krebsteller od. Reuse, Pech gehabt. Wahrscheinlich ist bei euch, genau so wie bei uns, die Fischerei wie üblich auf 2 Handangeln beschränkt, oder?
Dreamworker hat geschrieben:… Scheinbar hat jedes Bundesland da individuell andere Vorschriften bzw. Gesetzgebungen. ...
Dir sollte eigentlich bekannt sein, das es in der Bundesrepublik Deutschland 16 Fischereigesetze mit entsprechenden Ausführungsverordnungen, in denen die Schonmaße u. -zeiten geregelt sind, gibt.
fishing isn't a sport, it's a passion!
Gruß
Michael

Colamann
Brassen
Brassen
Beiträge: 81
Registriert: 04.12.2018 - 17:32
Wohnort: Düsseldorf

Re: Krebsfischen NRW

Beitragvon Colamann » 17.12.2018 - 19:00

Dreamworker hat geschrieben:Ich bin mal in der Schnaittach beim gleichnamigen Ort geschnorchelt, dabei habe ich Krebsscheren entdeckt, groß wie die eines Helgoländer Kniepers (Taschenkrebses). Die Viecher müssen groß wie eine Hand sein!

Kann gut sein. Allerdings haben z.B. Edelkrebse im Vergleich zu vielen anderen Flußkrebsen ganz schön große und vor allem Dicke Scheren. Kann also sein, daß der Träger kleiner war, als du glaubst. :)

Dreamworker hat geschrieben:Im Hechtsee in Österreich Nähe Kufstein gibt es Krebse groß wie kleine Hummer, laut Aussagen von Tauchern hunderte! Auch die dürfen nicht gefangen werden, wegen ganzjährigem Schutz. Sonst drohen drakonische Geldstrafen!
Angler haben mir erzählt, das auf Grund angebotene Köder wie Wurm, Köfis usw. innerhalb kürzester Zeit von den Krebsen abgefressen werden, es sei denn, man nimmt diese selbst als Köder.... So viele gibt es dort, fast mehr wie Fische....

Ich halte Krebse im Aquarium, und aus Erfahrung kann ich sagen: Die haben immer Hunger und fressen so gut wie alles. Dazu finden sie Nahrung vor allem über ihren extrem gut ausgeprägten Geruchssinn, was sie vermutlich Stücke vom Köderfisch schneller finden läßt, als viele Fische.
Sämtliche Krebse sind außerdem begeisterte Kannibalen, daher wird es nicht helfen, Krebse als Köder zu benutzen.

Eine Verständnisfrage zu der Sache mit den zwei Handangeln: Wenn dort nix von sonstigem Fanggerät steht, dann sind Krebsteller, Senke etc. ausgeschlossen?

Dreamworker
Zander
Zander
Beiträge: 1341
Registriert: 14.06.2016 - 21:57

Re: Krebsfischen NRW

Beitragvon Dreamworker » 17.12.2018 - 19:39

Ja, so sehe ich das, was nicht ausdrücklich schriftlich erlaubt, ist vielleicht verboten. Wenn du in einem Verein Mitglied bist, lese die Satzung. Wenn da nichts von Krebsfang steht, kannst du dich immer noch mit den Fischereigesetzen von NRW befassen, da müsste stehen, welche Krebsart von wann bis wann Schonzeit hat, welche Mindestmaße sie haben müssen und welche Arten ganzjährig geschützt sind.

So würde ich es es machen. Immer im Einklang mit dem Gesetz handeln, dann ist man auf der sicheren Seite. Falls eine bestimmte Art gefangen werden darf: Auch sich über Fanglimits informieren!

Colamann
Brassen
Brassen
Beiträge: 81
Registriert: 04.12.2018 - 17:32
Wohnort: Düsseldorf

Re: Krebsfischen NRW

Beitragvon Colamann » 17.12.2018 - 21:47

Stein- und Edelkrebs sind bei uns ganzjährig geschützt, ansonsten gibt es keine NRW-weiten Regelungen. Ich bin etwas verwirrt, ich habe im Vorbereitungskurs gelernt, daß der Kamberkrebs ein Mindestmaß hätte. Steht aber nix davon im Fischereigesetz oder der Fischereiverordnung. Vielleicht sind das in Düsseldorf gängige Regelungen auf Gewässerebene. Allerdings sagte man mir auf dem Amt, daß der Kamberkrebs sowieso weitgehend vom Signalkrebs verdrängt worden sei, insofern egal.

Dreamworker
Zander
Zander
Beiträge: 1341
Registriert: 14.06.2016 - 21:57

Re: Krebsfischen NRW

Beitragvon Dreamworker » 18.12.2018 - 12:20

Eine Behörde gibt es vielleicht, die evtl. das letzte Wort in Sachen Krebsfischerei hat: Die untere Naturschutzbehörde! Die dürfte bei euch im Rathaus ansässig sein. Wenn du da eine offizielle Fanglizenz für eine bestimmte Krebsart bekommen könntest, mußt du die wahrscheinlich dort beantragen.

MrCrabS
ROOKIE
ROOKIE
Beiträge: 1
Registriert: 16.03.2019 - 13:09

Re: Krebsfischen NRW

Beitragvon MrCrabS » 16.03.2019 - 13:22

Moin

Hat schon einer näheres in Erfahrung bringen können?

Darf man im Rhein Signalkrebse fangen in NRW?

Oder kennt ihr Gewässer an denen das möglich ist?

Besten gruß MrCrab$

Colamann
Brassen
Brassen
Beiträge: 81
Registriert: 04.12.2018 - 17:32
Wohnort: Düsseldorf

Re: Krebsfischen NRW

Beitragvon Colamann » 16.03.2019 - 17:01

Ich wie gesagt nicht. Ich nehme allerdings im April an einem Krebskartierlehrgang teil, und werde danach voraussichtlich einen offiziellen Auftrag bekommen, Krebse zu fangen und die vorkommenden Arten zu melden. Ich werde bei der Gelegenheit noch mal nachhaken, was ich dann eigentlich mit gefangenen invasiven Arten zu tun habe, ins Wasser dürfen sie ja eigentlich nicht zurück...

Nach wie vor habe ich den Eindruck, daß das Thema unerwünscht ist.