Chatterbaits

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Fehmarn98
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Chatterbaits

Beitragvon Fehmarn98 » 03.07.2013 - 14:46

Da diese ja ziemlich neu sind, wollte ich jetzt hier aml das Thema anstoßen. HAt schonmal jemand mit Chatterbaits gefischt und kann mit seinen Erfahrungen berichten?

Heiner Hanenkamp
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Beitragvon Heiner Hanenkamp » 03.07.2013 - 19:46

Ja, mit großen Exemplaren (von Musky Innovations) auf Hecht. Nicht überwältigend, die Ergebnisse. Chatterbaits funktionieren unter Bedingungen, wenn auch andere flach laufende, schnell geführte Baittypen funktionieren, nämlich wenn die Viecher eh in ausgeprägter, aggressiver Fresslaune sind. Man muss Chatterbaits nicht unbedingt haben.

Besser sind Bucktailsspinner und Spinnerbaits, denn die stechen auch unter etwas weniger optimalen Bedingungen. In den USA, wo Chatterbaits schon ein bisschen länger in Gebrauch sind auf Muskie, werden sie eher unter ferner liefen verwendet. Andere flach laufende Baittypen sind erheblich populärer.

Aber wenn Du Lust auf die Dinger hast, kannst Du ja mal einen ausprobieren.

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Beitragvon Fehmarn98 » 03.07.2013 - 20:24

also lohnt sich der anschaffungspreis nicht,w eil man dafür auch Spinnerbaits bekommen kann, die genauso fängig sind?

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Beitragvon Heiner Hanenkamp » 03.07.2013 - 22:25

Ja, so sehe ich das. Spinnerbaits sind vielseitiger und bei knapper Kasse auf jeden Fall die bessere Wahl. Wenn's nicht so auf den Euro ankommt, kann man Chatterbaits kaufen, und in bestimmten Situationen fangen die auch was.

Aber eben nur in bestimmten Situationen. Und in denen fangen auch andere Baits.

Früher hatte ich eine Zeit lang auch wie ein Wilder neue Baits gekauft. Nichts spricht prinzipiell gegen neue Baits, denn es gibt etliche Gewässer, wo man mit Mepps 3 und Heintz-Blinker nicht mehr sehr viel werden kann, weil die total ausgelutscht sind. Es gibt auch Gewässer, wo bestimmte weit verbreitete Rapala-Baits nichts mehr bringen aus dem gleichen Grund - außer bei nachgesetzten Viechern, die aber auch nicht ewig lange strohdumm bleiben. Es wäre denn, sie landen in der Pfanne vor der Zeit.

Ein anderes Beispiel: Ist schon etliche Jährchen her, da war ich an meinen Vereinsgewässern so ziemlich der Einzige, der mit Minnows fischte. Die Dinger fingen wie verrückt. Das allerdings tun sie heute nicht mehr, weil inzwischen Viele damit fischen. Sie fangen zwar immer noch was, aber der Unterschied zu früher ist immens. Das konnte man buchstäblich von Saison zu Saison merken, wie es langsam, aber stetig bergab ging, bis die Dinger schließlich genauso gut oder schlecht waren wie andere häufig in den betreffenden Gewässern verwendete Baits auch.

Fish different ist in stärker befischten Gewässern - also den meisten - durchaus angesagt. Aber es macht wenig Sinn, verschiedene Baittypen zu kaufen, die im Wesentlichen die gleichen Anwendungsfälle bedienen. Davon genügt dann einer, und am besten wählt man denjenigen, der sich am breitbandigsten verwenden lässt, wenn man die Wahl hat.

Bei Chatterbaits und ebenso bei Spinnerbaits braucht man keine Angst haben gegenwärtig, dass Hinz und Kunz die in Bälde fischen werden. Die sind unpopulär und werden es auch noch ein ganzes Weilchen bleiben. Vor allem in den großen Formaten, denn die sind an herkömmlichem, verbreitetem Gerät nicht mehr wirklich fischbar, was fast schon ein Garant ist für anhaltende Unpopularität. Irgendwie "komisch" aussehen tun's außerdem, auch das schreckt Viele von vorn herein ab. Und da es sich obendrein um Baits handelt, die beileibe nicht "jeden Tag" und "immer" gehen, um so mehr.

Wenn Du einen Tipp willst für einen guten Barsch-Spinnerbait, der sich flach führen lässt: Der Illex Super Eruption in 7g (1/4oz). Das Ding fängt einigermaßen selektiv, die kleineren Viecher nehmen den nicht oder kaum, aber das ist ja nicht unbedingt schlecht. Hechte kann man auch damit fangen, obwohl er dafür eher nicht ausgelegt ist. Bisschen zu mickerig dafür, ein größerer Hecht kann ihn u.U. ziemlich ramponieren. Der Draht ist halt nicht sehr dick und verbiegt dann mehr oder weniger stark. Kann man aber wieder zurecht biegen hinterher. (Hecht-Spinnerbaits fangen bei etwa 15cm Länge an und sind wesentlich dickdrähtiger. Die kleineren Varianten kann man noch gut an üblichem Gerät fischen, die großen Brocken allerdings nicht mehr.)

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Beitragvon Fehmarn98 » 04.07.2013 - 11:11

Oh das passt ja ganz gut, ich habe mir den Illex Super Eruption Shad 10g vor zwei Tagen bestellt :D

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Beitragvon Heiner Hanenkamp » 05.07.2013 - 18:52

Die sind sehr gut für den Spinnerbait-Einstieg auf Barsch. Gibt noch zwei schwerere Varianten, aber die leichteste mit dem 1/4oz-Kopf genügt für den Anfang. Qualitativ sind die Super Eruption besser gemacht als die gängigen US-Spinnerbaits, dafür kosten sie allerdings auch mehr.

Spinnerbaits lassen sich gut an Baitcaster-Gerät fischen - in den USA werden sie fast ausschließlich damit gefischt, und ich persönlich ziehe das auch vor. Aber bei kleinen Spinnerbaits wie dem Super Eruption geht es natürlich auch mit Stationärgerät. Nur bei den großen Muskie-Versionen, 20cm und länger mit entsprechend großformatigen, zum Teil gewaltig druckvollen Blättchen, kommt man an Multirollen und speziellen Ruten kaum mehr vorbei, aber das ist ein anderes Thema.

Auf Barsch sollte man Spinnerbaits möglichst mit Mono (oder FC) fischen, bei Geflochtener zumindest aber eine Mono- oder FC-Schlagschnur vorknoten, um ein bisschen mehr Dehnung ins System zu bringen und Ausschlitzern und/oder Fehlbissen vorzubeugen. Denn die ganze Last liegt hier im Drill auf einem einzigen Einerhaken. Ein bisschen Nachgiebigkeit muss daher im System eingebaut sein. Aus diesem Grund sind auch Ruten mit semiparabolischer (medium fast taper) oder parabolischer Aktion (regular taper) besser als solche mit ausgeprägter Spitzenaktion (fast taper).

Anmerkung nebenbei, ein bisschen off topic:

Die englischen Bezeichnungen dahinter treffen es ungefähr, aber bei US- und vor allem Japan-Ruten gibt es bei der Bezeichnung der Aktion (taper) noch mehr Abstufungen als die genannten (slow, regular, medium fast, fast und extra fast taper). Beim Rutenkauf im Net erheblich besser als die in Deutschland gebräuchliche, ziemlich grobe Abstufung, da man beim Blindkauf eine viel genauere Vorstellung erhält, was man da eigentlich bestellt. Japanische und US-Hersteller geben dankenswerter Weise häufig auch gleich noch die Baittypen an, für die die betreffende Rute konstruiert wurde.

Auch wenn das manchen tradierten Anglern irgendwie "überkandidelt" vorkommt: Dem ist nicht so, das macht eine Menge Sinn. Denn beileibe nicht alle modernen Kunstköder lassen sich mit jeder x-beliebigen Rute (und Rolle) gut fischen. Um zwei extreme Beispiel zu nennen: Topwater-Baits der Walk-the-dog-Variante an einer 2,70m langen Spinnrute mit einer 4000er Stationärrolle dran zu fischen, ist so ungefähr das Allerletzte, was man empfehlenswert nennen kann - das würde man allerhöchstens seinem schlimmsten Feind raten. Und genauso wenig empfehlenswert ist es, tief laufende Crankbaits mit großer Tauchschaufel an einer 1,80m kurzen Jerke mit ausgeprägter Spitzenaktion und einer Rolle mit hoher Übersetzung zu fischen.

Und so weiter, diese No-Go-Liste ließe sich erheblich verlängern. "Eine Rute und Rolle für alles" war angängig, als es außer Mepps und Blinkern und allenfalls noch ein paar "Wobblern" kaum was anderes gab. Aber heute ist das nicht mehr so. Natürlich stecken dahinter auch Gewinnabsichten - allerdings: Wo, bitte sehr, stecken die heute nicht immer auch dahinter? Das ist ein Teilbefund, der aber längst nicht alles erklärt. Es gibt auch ganz praktische und handfeste technische Gründe. Sicher gibt es viel überflüssigen oder doppelt gemoppelten Kram. Aber um überhaupt zu wissen, warum der überflüssig oder doppelt gemoppelt ist, muss man eben erst einmal wissen, warum das längst nicht auf "Alles" zutrifft. Sonst landet man bei völlig undifferenzierten Vorurteilen aus dem Bauch.

Zum Beispiel ist es vollkommen verfehlt, einen Spinnerbait mit einem konventionellen Spinner gleichzusetzen - schon oft gehört, deswegen bringe ich das hier. Mit Spinnerbaits sind nämlich Dinge möglich, die mit Spinnern überhaupt nicht oder kaum machbar sind. Das kommt: Spinnerbaits sind eine überaus intelligente, durchdachte Weiterentwicklung des konventionellen Spinners; in ihnen steckt viel mehr Gehirnschmalz, als es auf den ersten Blick scheint. Spinnerbaits - und nicht bloß die - haben sich nicht die Marketingabteilungen ausgedacht, sondern ziemlich kreative Leute, die sich am Wasser vor bestimmte Probleme gestellt sahen, für die es keine konventionelle Lösung gab. Auf solch eine Konstruktion, die keinerlei natürliches Vorbild hat, muss man erst einmal kommen - die Allermeisten schaffen was Vergleichbares in drei Leben nicht.

Dass die "neueren" Entwicklungen - neu sind die allerdings bloß für uns - nicht aus Deutschland kamen, ist kein Zufall. Denn die deutsche Angelszene war über Jahrzehnte völlig isoliert von den internationalen Entwicklungen und stagnierte bloß noch onkelhaft selbstgefällig vor sich hin. Von da kam nichts mehr außer der Wiederholung des immer Gleichen. Gut, wenn das jetzt langsam sein Ende gefunden hat. Ein bisschen Respekt vor dem Erfindungsgeist anderer Leute aus anderer Herren Länder könnte dem Einen oder Anderen nicht schaden. Der Nabel der Angelwelt ist Deutschland nämlich nicht gerade, sondern eher ein Entwicklungsland. Und ich kann mich noch gut erinnern an meinen eigenen Fall aus allen selbstgefälligen Wolken anlässlich eines mehrjährigen USA-Aufenthaltes. Das war ein ziemlicher Schock, aber ein lehrreicher.

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Beitragvon Fehmarn98 » 05.07.2013 - 22:17

okay vielen Dank für die sehr ausführliche Antwort, du hast mich ja richtig heiß gemacht, so dass ich es gar nicht erwarten kann, bis der Spinnerbait endlich ankommt ;) Durch deine erläuterungen sehe ich diese Köderart jetzt in einem ganz anderen Licht und werde mich in nächster Zeit auch intensiver mit ihr beschäftigen, um das bestmögliche in der Köderführung rauszuholen!

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Beitragvon Heiner Hanenkamp » 05.07.2013 - 22:25

Keine Wunderköder auch die, denn die gibt es nicht. Was es stattdessen gibt, sind Baits, die in Hinblick auf bestimmte praktische Probleme am Wasser konstruiert wurden. So auch Spinnerbaits.

Kunstköder, ich wiederhole das noch einmal, sind Werkzeuge und nicht Selbstzweck. Und so, wie nicht jeder beliebige Schraubenschlüssel auf jede beliebige Mutter passt, passt auch nicht jeder Bait auf jede beliebige Situation.

Allerdings gibt es Kombi-Schraubenschlüssel, die sich auf verschiedene Größen einstellen lassen. Sie sind im Einzelfalle vielleicht nicht so gut wie ein spezieller Schlüssel, der nur eine einzige Größe bedient. Aber wenn man nicht weiß, was der richtige Schlüssel ist, sind solche Werkzeuge große Klasse.

So ähnlich ist das auch mit Spinnerbaits. Hat schon Tage gegeben, wo ich nichts anderes mitgenommen habe als zwei oder drei Spinnerbaits. Manchmal mit Erfolg, manchmal auch nicht. Im letztgenannten Falle: Falsch kalkuliert halt, das kommt vor. Aber ich behaupte: Das ist besser, als zwanzig Kisten Baits mit ans Wasser zu schleppen und ohne jeden Gedanken wahllos Lotterie zu spielen. Denn mit bloßer Lotterie lernt man niemals die immer vorhandenen Stärken und Schwächen eines bestimmten Baittypen wirklich kennen.

Also beguck Dir im praktischen Betrieb die Eigenschaften von Spinnerbaits für ein Weilchen und ziehe daraus Deine Schlüsse, wann sie passen könnten und wann nicht. Und wenn sie nicht sofort fangen, heißt das nicht, dass sie Mist sind. Denn dass sie fangen, ist zig-tausendfach belegt.

Wenn Du mit Vorfach und Snaps arbeitest, ist die offene Öse des Super Eruption nicht so gut, denn dann kann der Spinnerbait verrutschen beim Wurf. Am einfachsten ein Stückchen Kunststoffschlauch über die Öse ziehen, so dass sie nach hinten geschlossen wird. Übrigens neben der Größe ein charakteristischer konstruktiver Unterschied zwischen Barsch- und Muskie-Spinnerbaits: Letztgenannte haben grundsätzlich eine geschlossene Öse.

Bei sehr großen Spinnerbaits kann man sogar ganz auf ein Stahlvorfach verzichten. Denn große Spinnerbaits fungieren sozusagen selbst als Vorfach und können aufgrund des vertikalen Drahtstückes nicht überbissen werden, nicht einmal von Meterviechern. Aber das gilt, wie gesagt, nur für die wirklich großen Dinger. Kleine und mittlere Spinnerbaits unter 20cm können überbissen werden und werden es auch bisweilen. Da also unbedingt Stahl oder Titan verwenden. Möglichst starres, eindrähtiges Vorfachmaterial ist für Spinnerbaits besser als mehrdrähtiges weicheres. Denn einige (nicht alle) Spinnerbaits neigen beim Wurf zum Verheddern im Vorfach, und flexible Vorfächer befördern das nur noch.

Off Topic ein:

Übrigens auch ein Grund, warum Baitcaster-Gerät besser ist als Stationärgerät für Spinnerbaits (und nicht bloß für die). Denn bei Stationärrollen kommt es aufgrund der Art und Weise, wie die Schnur von der Rolle läuft, eher zu Verhedderungen beim Wurf. Das gilt allerdings auch für andere Baits, zum Beispiel gewisse lang gestreckte Crankbaits, die einen wahnsinnig machen können an Stationärrollen, weil sie ständig im Vorfach hängen bei jedem dritten Wurf. Da hilft dann auch kein Abstoppen mit dem Finger beim Auftreffen auf dem Wasser, weil der Bait sich schon im Flug ins Vorfach hängt.

Nebenbei: Das war der ursprüngliche Grund, warum ich überhaupt mit Baitcaster-Rollen anfing eines Tages. (Andere Gründe: Schwere Baits mit Wurfgewichten jenseits von 100g sind an Stationärgerät eine Strafe Gottes. Und die Führung so einiger moderner Baittypen auch, wenn man es erst einmal anders kennengelernt hat.) Inzwischen habe ich, außer einer Combo zum Zander jiggen und einer weiteren für ultraleichtes Zeug unter 5g WG, keinerlei Stationärgerät mehr. Das ist alles längst rausgeflogen, und ich weine dem auch keine Träne mehr nach, nicht beim Kunstköderfischen. Zu Stationärrollen wollte ich so wenig zurück wie zu Mepps 3 und Heintz-Blinker oder vorsintflutlichen, miserabel werfbaren Crankbaits aus Balsaholz.

Kleiner Tipp für später also: Wenn Du gedenkst, in Zukunft viel oder sogar ausschließlich mit Kunstködern zu arbeiten, solltest Du mittelfristig das Thema Baitcaster ins Auge fassen. Muss nicht sofort sein, aber tiefer im Hinterkopf vielleicht schon mal ein bisschen wälzen. Und dann hervorkramen, wenn die Kassenlage üppiger geworden ist. Denn einiges von dem, was Du gekauft hast bislang, lässt sich besser an BC-Gerät verarzten.

Aber fürs Erste ist das nicht so wichtig, das kann dann später immer noch dazu kommen. Jetzt hast Du erst einmal ein paar andere Nüsslein zu knacken, das genügt für ein Weilchen. Und mach Dir den Weihnachtsteller nicht zu voll damit, denn Weniger, aber dafür mit Konzentration und Ausdauer gefischt, ist meistens mehr. Ob noch was fehlt und was genau, ergibt sich später automatisch aus ganz praktischen Problemen, die sich so einstellen am Wasser. Und wenn man erst so weit ist, kauft man nach und nach auch gezielter und begründeter.

Am Anfang eiert man halt ein bisschen wahllos herum, das ist ganz normal bei der Fülle des Angebotes. Kann man bis zu einem gewissen Grad unter der Rubrik Lehrgeld abbuchen. Aber pass auf, dass sich das nicht unkontrolliert verselbständigt, sonst kann daraus auch ganz schnell eine Kaufsucht werden, und das wäre nicht gut.

Kleiner vorbeugender Extratipp noch: Wenn Du in Dich gehst und merkst, dass es keinen einzigen sachlichen Grund gibt, warum Du überhaupt was kaufen willst, sollten die Alarmglocken klingeln. Sieht gut aus, ist zum Beispiel kein hinreichender Kaufgrund. Ein sachlicher Kaufgrund wäre hingegen: Ich habe zwar Baits, die in 1,50m Tiefe laufen, aber noch nichts, um tiefer zu fischen. Irgendeinen sachlichen Grund oder zumindest eine sachliche Annahme muss es jedenfalls geben. Wenn es davon nichts gibt, ist das ein sicheres Zeichen, dass man anfängt, unkontrolliert zu kaufen.

Kein hinreichender Grund ist auch: Ich fange nichts, also renne ich mal eben in den Laden und kaufe irgendwas. Wenn, dann versuche zunächst, Dir ein paar Gründe vorzustellen, warum nichts läuft. Das muss nicht unbedingt am Bait liegen. Es kann auch daran liegen, dass Du zur falschen Zeit an der falschen Stelle oder in der falschen Tiefe geangelt hast.

Für solche Fälle ist es gut, wenn man Baits hat, die sich bezüglich Lauftiefe und Führungsgeschwindigkeit möglichst variabel fischen lassen. Denn damit kann man erst einmal probieren, was gehen könnte. Baittypen, die mehr oder weniger auf eine einzige Tiefe festgelegt sind, etwa Crankbaits, sind dafür offensichtlich nicht geeignet. Aber ein stinknormaler Blinker schon sehr viel eher. Vorausgesetzt, das Gewässer ist nicht 50 Jahre lang mit eben diesem oder einem ähnlichen Blinker dauerbeharkt worden.

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Beitragvon whesenius » 09.07.2013 - 16:17

Eine aehliche Variante die wir bei uns mit gutem Erfolg in Thailand benutzen sind hier im Foto.
Gefuehrt werden sie ueber Kraut und Seerosenfelder und es geht von Snakeheads bis Wels alles drauf.
Bei uns heissen die Buzzerbaits.
Alle Baits sind wie ueberall nur gut wenn auch die Beisslaune der Fische stimmt. Ich persoenlich beurteile keinen Kunstkoeder als schlecht auch wenn ich eine Woche erfolglos damit hantiere, ich habe es schon erlebt, dass dann Tage dazwischen kamen wo es rund ging. Es gibt eben nicht den ultimativen Kunstkoeder der immer faengt. Ich versuche neue Koeder in einem Rotationsverfahren zu nutzen. Mal Morgens, dann abends immer wieder mal ein oder zwei Stunden.
Dadurch hab ich schon einige Fische an Land gezogen, die zwar oft beim Jagen gesehen wurden, aber nie an den Haken gingen weil die fast jeden herkoemmlichen Koeder mit Hersteller und Einkaufspreis benennen konnten. Ja und wenn dann da was zwischen Seerosen und Kraut durchs Wasser 'surrt', was noch nie da war und dazu noch der Hunger sich meldet. Dann kann auch der erfahrenste Hecht (oder wie bei uns Snakeheads, Asiatische Hechte oder andere Raubfische) mal leichtsinnig werden..

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If not at Home: "Gone Fishing"