Wie geht Ihr gegen den Komoran vor?

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Wie geht Ihr gegen den Komoran vor?

Beitragvon TeamEichsfeldAngler » 29.11.2017 - 11:55

Petri in die Runde

Ich will keine neuerliche Diskussion über den Sinn oder Unsinn des Kormoranschutzes lostreten, da ich aus anglerischer Sicht der Meinung und festen Überzeugung bin, dass wir selbst etwas tun müssen. Vergrämen ist nicht zielführend. Was tut Ihr in euren Vereinen dagegen?
Hier ein Bild von einer Staumauer in Thüringen. Erst ein paar Wochen alt.
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Re: Wie geht Ihr gegen den Komoran vor?

Beitragvon Corazon » 29.11.2017 - 12:06

TeamEichsfeldAngler hat geschrieben: Was tut Ihr in euren Vereinen dagegen?


Was wir machen, dürfen wir leider nicht in der Öffentlichkeit schreiben ;)
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Re: Wie geht Ihr gegen den Komoran vor?

Beitragvon Gerd » 29.11.2017 - 13:22

Über unsere Vereinspfütze wurden Seile gespannt, an welche Streifen von rot-weisem Absperrband geknotet wurden. Hatte den 'Vorteil, dass die Vögel nicht mehr in großen Schwärmen einfliegen konnten, sie brauchen ja etwas Platz zum Landen.
Hatte allerdings auch den Nachteil, dass zum Ende des Winters immer etliche Montagen an den Leinen hingen von Leuten, die nicht mehr so firm im Umgang mit ihren Vollglasruten sind.
Inzwischen werden diese Seile nicht mehr gespannt, da die Arbeitskraft im Verein immer mehr veraltert und die jungen Kräfte, die den Job machen könnten immer mehr vom Verein wegbleiben. So werden halt einfach mehr Forellen besetzt um die Verluste auszugleichen.

Aber wie man das legal an einer Talsperre machen könnte...?
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Re: Wie geht Ihr gegen den Komoran vor?

Beitragvon #Allround#Nachhaltig » 29.11.2017 - 21:55

Wir haben einen im verein der die viecher mit einer lauten klatsche um 5 oder 6 uhr morgens vertreibt. solche leute hat nicht jeder verein das ist klar. aber es hat funktioniert. und es wird geschossen. ich habe lange keine kormorane mehr gesehen.
Angeln :D

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Re: Wie geht Ihr gegen den Komoran vor?

Beitragvon Maasplassen » 17.12.2017 - 19:10

Der Kormoran benötigt Fische zum Überleben. Angler gehen nur ihrem Hobby nach. Meiner Meinung nach sollte man den Vögeln ihren Raum lassen, auch wenn es bedeutet, dass man weniger fängt. In der Fischzucht sieht das wieder anders aus. Die Züchter leben eben auch von dem Fisch, da kann ich nachvollziehen, dass gehandelt werden muss. Aber wegen einem Hobby den Tieren ihren Lebensraum zu nehmen, geht meiner Meinung nach echt nicht klar.
Wenn es nicht der böse Russe ist, wegen dem man nichts fängt, dann ist es halt der Kormoran. Dabei sind WIR nur Gäste in deren Lebensraum und nicht Umgekehrt.
Der Mensch ist einfach ein ekelhaftes, besitzergreifendes Tier.
Und da wundert sich noch jemand, dass es Politiker gibt, die das Angeln verbieten wollen...

Corazon hat geschrieben:
TeamEichsfeldAngler hat geschrieben: Was tut Ihr in euren Vereinen dagegen?


Was wir machen, dürfen wir leider nicht in der Öffentlichkeit schreiben ;)

... hoffe dir ist klar, dass Vereine wie z.b. die PETA sich in solche Foren auch umschaut. Ich hoffe man erwischt euch dabei wie ihr die Tiere abschlachtet. Euch sollte der Angelschein auf Lebenszeit entzogen werden. AMEN
Zuletzt geändert von Maasplassen am 17.12.2017 - 19:30, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Wie geht Ihr gegen den Komoran vor?

Beitragvon Valestris » 17.12.2017 - 19:26

Ich les in dem von dir zitierten Satz kein Wort von abschlachten :-S
Das interpretierst du da nur rein und das is ne ganz andere Sache.
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Re: Wie geht Ihr gegen den Komoran vor?

Beitragvon Maasplassen » 17.12.2017 - 19:31

Komm... jeder weiß was er damit meint!

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Re: Wie geht Ihr gegen den Komoran vor?

Beitragvon Gerd » 17.12.2017 - 19:33

Wieso möchtest Du jemandem den Angelschein wegnehmen, wenn er ( vielleicht illegal) Vögel bejagt?
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Re: Wie geht Ihr gegen den Komoran vor?

Beitragvon Gerd » 17.12.2017 - 19:36

Und nebenbei- der ursprüngliche Lebensraum des Kormoran ist sicherlich nicht das Binnenland.
Hätte ich einen Weinberg, ich würde ihn 'Hang zum Alkohol' nennen

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Re: Wie geht Ihr gegen den Komoran vor?

Beitragvon Maasplassen » 17.12.2017 - 19:44

Weil wir als Angler verantwortungsvoll mit der Natur umzugehen haben und nicht das Recht haben, mit Kormoranen um Fische zu konkurieren und aus diesem Grund anfangen die Tiere zu töten oder zu vertreiben.
In Deutschland ist der Tierschutz groß geschrieben, nicht ohne Grund. Und jemand der das nicht akzeptiert, sollte meiner Meinung nach nicht Angeln dürfen.

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Re: Wie geht Ihr gegen den Komoran vor?

Beitragvon Corazon » 17.12.2017 - 20:05

Wieder einer der überhaupt keine Ahnung hat wovon er redet. Die Kormorane (über 300 Stück) sind auf unsere Vereinsgewässer gefallen. Der Fischbestand den wir auf zig Jahren aufgebaut hatten wurde innerhalb 2-3 Wochen total verschluckt. Und da sollte man einfach zuschauen :no: :no: :no:

PS : ich war lange Naturfotograf, und habe ein wenig Ahnung was Tierschutz ist.
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Re: Wie geht Ihr gegen den Komoran vor?

Beitragvon Maasplassen » 17.12.2017 - 20:13

Jau, jeder Hobbyfotograf ist sachkundig in Sachen tierschutz. Aber mal davon ab, wenn du echt sachkundig bist, ist dein Post noch verwerflicher!!!

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Re: Wie geht Ihr gegen den Komoran vor?

Beitragvon TeamEichsfeldAngler » 18.12.2017 - 7:37

Maasplassen hat geschrieben:Weil wir als Angler verantwortungsvoll mit der Natur umzugehen haben und nicht das Recht haben, mit Kormoranen um Fische zu konkurieren und aus diesem Grund anfangen die Tiere zu töten oder zu vertreiben.
In Deutschland ist der Tierschutz groß geschrieben, nicht ohne Grund. Und jemand der das nicht akzeptiert, sollte meiner Meinung nach nicht Angeln dürfen.


Eingangspost nicht gelesen wa?
Ich möchte nicht über den Schutz oder die Schönheit vom Kormoran reden, sondern über Methoden, diesem nicht heimischen Binnenvogel Herr zu werden. Eine Methode wäre die Lockjagd, wie sie bereits am Chiemsee erfolgreich betrieben wird.
300 oder mehr Kormorane auf einer Wasserfläche von wenigen ha wie in unserem Fall sind zu viel und das verkraftet das Gewässer einfach nicht.
Dieser Denkweise steht zum Glück der Großteil der Anglerschaft dahinter, auch in den Verbänden.
Das ist für mich ein verantwortungsvoller Umgang mit der Natur.
Und jeder der das nicht akzeptiert, sollte nicht angeln gehen dürfen.
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Re: Wie geht Ihr gegen den Komoran vor?

Beitragvon Argail » 18.12.2017 - 7:47

Maasplassen hat geschrieben:Weil wir als Angler verantwortungsvoll mit der Natur umzugehen haben und nicht das Recht haben, mit Kormoranen um Fische zu konkurieren und aus diesem Grund anfangen die Tiere zu töten oder zu vertreiben.
In Deutschland ist der Tierschutz groß geschrieben, nicht ohne Grund. Und jemand der das nicht akzeptiert, sollte meiner Meinung nach nicht Angeln dürfen.


Bei uns fließt ein Zufluss der Elbe,die Ilmenau. Ich kann mich noch gut an die Schwärme der großen und mittelgroßen Äschen erinnern,die hier in den späten 80ern/frühen 90ern von jeder Brücke zu sehen waren. Mein erster selbstgefangener Fisch im Fluss war eine 38er Äsche. Da war ich 12 und benutzte eine Rolle Schnur mit einer darangeknoteten Schraubenmutter als Gewicht. Dann explodierten durch intensiven Schutz die Kormoranbestände.....

.....heute findest du kaum noch eine Äsche im Fluss. Im Jahr 2016 wurden ganz ZWEI im Angelverein gefangen.Und das obwohl die Wasserqualität sogar besser wurde,der Fluss unverbaut ist und Nahrung in Massen vorhanden. Die Durchschnittsgröße der Forellen ist arg gesunken,denn das ,was im Frühjahr eingesetzt wird und nicht durch Angler rauskommt,das holt sich im Winter der Kormoran. Teilweise sind bis zu 30 Vögel in einem ca. 12 Meter breiten und 100 Meter langen Flussabschnitt zu finden. Da überlebt kein Fisch.

Wir können nichts dagegen tun ohne uns in die Illegalität zu begeben. Genausowenig wie Geflügelzüchter etwas gegen die Raubvogelplage tun können und Hobby-Weidetierhalter gegen den Wolf.

große Teile des Umwelt-und Naturschutz kranken daran,dass man vorrangig die Arten schützt,welche die meiste Publicity bringen. Und das sind: Raubtiere. Die stehen uns Menschen näher,die haben Symphatiewerte,damit kann man Mitglieder und Spendengelder generieren. Dabei ist da sja grundverkahrt. man müsste wegkommen vom Schutz und Förderung einzelner Arten hin zu einem gesamtheitlichen Habitatschutz. Aber das ist teuer,aufwändig udn es bringt nicht viel öffentlichkeitswirksame Aufmerksamkeit. Wer interessiert sich schon für die Wachtel,die Otto Normalbürger kaum mal zu Gesicht bekommt? Es ist viele einfacher an eine Brücke einen kasten zu hängen mit Kamera drin und dann die BIlder der kleinen Falken bequem ins Wohnzimmer zu streamen. Und dann spenden die Leute mit einem wohlig-warmen Gefühl etwas für die Natur zu tun und müssen dafür nicht mal ihren Arsch aus dem warmen Wohnzimmer bequemen!

Im vorliegenden Fall ist es auch einfacher,der Öffnetlichkeit zu verkaufen,dass dieser "flinke und geschickte Fischjäger mit seinem schillernden Halsgefieder" schützenswerter als irgendso ein kalter,schleimiger Fisch ist,den man sowieso als Nicht-Angler nie sieht.

Aber was passiert,wenn man einzelne Arten protegiert,und dann noch Raubtiere,siehst du doch überall. Ganze Gewässer sind leergefischt,speziell Kleingewässer im Winter, Bodenbrüter und Singvögel nehmen immer mehr ab bei gleichbleibenden bzw. steigenden Raubvogel-und Rabenvogelpopulationen, Wölfe verlieren jede Scheu und reißen Haustiere mittlerweile sogar mitten im Dorf.

Der heutige Naturschutz hat zu großen Teilen dazu beigetragen. Nicht nur Bauern und Bauherren. Den Gesamthabitatschutz zugunsten des Schutzes einiger weniger Aushängeschild-Arten zu vernachlässigen ist in etwa so,als würde man ein Haus bauen wollen und dann mit dem Dach anfangen!!!

Raubtiere haben ihren Platz in der Natur. Sie bilden die Spitze der Nahrungskette. Wenn man also Raubtiere als schützenswert erachtet,dann muss man vorher alles dafür tun,dass sie in einem Habitat leben,welches sie das ganze Jahr ernährt und zwar auch in einer Anzahl,die dem natürlichen Räuber-Beute-Verhältnis entspricht. Alles Andere ist ein schlimmer Missgriff. Es reicht eben NICHT aus, eine Kormorankolonie zu bewachen,einen Falkenkasten aufzuhängen oder den Wolf zur unkontrollierten Vermehrung freizugeben.

Und deswegen,lieber Maasplaasen,glaube ich,dass diejenigen,die mit offenen Augen durch die Natur gehen und Misstände aktiv bekämpfen die besseren Naturschützer sind als diejenigen,die nur auf Werbung, Mitgleideraquirierung und Kohle achten ,denen aber die Natur an sich vollkommen schnurz ist.

Kormoran ausrotten? Nein. Kormoranbestände jagdlich kontrollieren? Ja! Unbedingt!

Letztlich kommt das auch den Raubtieren selbst zu Gute. denn wenn sich Räuber so stark vermehren,dass sie ihre Beute ausrotten,stirbt die Art am Ende selbst aus. Eine Selbstregulierung der Bestände ist durch den jahrhundertelangen Eingriff des Menschen in die Natur nicht mehr möglich. Wenn wir etwas anrichten,müssen wir auch den Arsch ind er Hose haben,es zu korrigieren und nicht drauf zu hoffen, "dass sich irgendwann mal ein Gleichgewicht einstellt".

Was meinst du wie viele der so schön mit Brieftauben aufgezogenen Wanderfalkenbabys im Winter elend verhungern,weil dort keine Tauben mehr fliegen? Bis zu 80%. Das aber scheint NABU und BUND nicht zu interessieren,denn die werbewirksame Aufzuchtzeit ist ja vorbei. Ist das denn gelebter Naturschutz?
Wenn ich Führungen zu den "intelligenten,schönen Rabenvögeln" mache,aber jedes Singvogelnest im Garten von ganzen Scharen von Elstern und Eichelhähern regelrecht abpatroulliert wird um es auszunehmen,ist das denn gelebter Naturschutz?

Wenn ich tolle BIlder einer Kormorankolonie mache,aber die Gewässer rundum leere Wüsten sind, ist das denn gelebter Naturschutz?

Und was macht ein echter Naturfreund,wenn er merkt,das von offizieller Seite NICHTS kommt und NICHTS erlaubt wird um diese Auswüchse zu beenden? Die Hände in den Schoß legen oder sich doch an die Bibel halten "denn wer sich selbst zu helfen weiß,dem wird geholfen?"

Denk doch mal drüber nach.
Ein Mann muss tun,was ein Mnommnommnommann tun muss!!!

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Re: Wie geht Ihr gegen den Komoran vor?

Beitragvon Corazon » 18.12.2017 - 8:42

Danke Argail !
Die Welt gehört denen die früh aufstehen ;)