Atmung

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fischer_neuling
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Atmung

Beitragvon fischer_neuling » 07.06.2010 - 18:41

Hi
schon mal im vornherein ein dickes petri!
Wollte mal fragn wie das is mit der atmung von fischen
nicht nur wegen biologie (schule) sondern auch weil es mich selber interessiert.
Warum können fische nicht im außerhalb überleben?
ist es wegen eines sauerstoffüberschusses?
weil fische filtern ja eigentlich nur den sauerstoff aus dem wasser heraus.
weiß jetz nur so vom lernen ;)
sauerstoffgehalt:
wasser 1%
luft 21%

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Beitragvon Barschprofi » 07.06.2010 - 19:19

Fische atmen mit Hilfe ihrer Kiemen. Diese liegen unter den schützenden Kiemendeckeln. Hebt man die Kiemendeckel an, kann man die tiefroten, blutdurchströmten Kiemen erkennen. Sie bestehen aus hauchdünnen, häutigen Bläuchen. Diese Kiemenblättchen stehen dicht beieinander auf einer haibrunden knöchernen Spange, dem Kiernenbogen. Auf jeder Kopfseite ragen 4 Kiemenbögen in den hinteren Raum der Mundhöhle. Diesen Raum nennt man Kiernenhöhe. Beim Atmen öffnet der Fisch das Maul. Dabei dringt Wasser in den Mundraum ein. Nun schließt er das Maul und presst das Wasser durch die Kiemen in die Kiemenhöhle. Durch die geöffneten Kiemendeckel strömt es dann nach außen. Schwebeteilchen könnten die feinen Kiemenblättchen verletzen. Wie in einem Kamm bleiben diese Teilchen in den "Zinken" der Kiemenreuse hängen.

Im Wasser, das an den Kiemenblättchen vorbeiströmt, ist Luft gelöst. Der Sauerstoff dieser Luft wird von den Blutgefäßen der Kiemenblättchen aufgenommen: Der Fisch atmet ein. Gleichzeitig tritt Kohlendioxid aus, löst sich im Wasser und wird so nach außen abgegeben: Der Fisch atmet aus. Die Kiemen müssen ständig mit Wasser durchspült werden; denn in einem Liter gut durchlüftetem Wasser sind nur etwa 10 ml Sauerstoff gelöst. Dagegen befinden sich in einen Liter Luft etwas 210 ml Sauerstoff.
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Beitragvon FehmarnAngler » 07.06.2010 - 19:26

Warum Fische nicht an Land überleben können?
Zum einen vertrocknen sie dort, sollte klar sein.
Dann, wie geschrieben muss immer Wasser durch die Kiemen strömen, damit der Fisch atmen kann. Trocken aufn Land, bzw. an einem feuchten Regentag kommt einfach nicht genug Wasser an die Kiemen, der Fisch erstickt.

Ausnahmen gibt es aber: In Australien gibt es sogenannte "Schlammspringer", sind kleine, Grundelförmige, schleimige Fische welche Luft über eine Lunge (ich glaube das Organ heißt Labyrinth) atmen, und durch die tropische Luftfeuchtigkeit nicht austrocknen. Die sollen sogar auf Bäume krabbeln, und dort "abhängen". :lol:
Ich habe sogar einen Fisch mit Lunge im Aquarium: Kampffische atmen auch Luft.


Gruß, Jochen

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Beitragvon Karpfen-Chris » 07.06.2010 - 19:53

@Barschprofi: Haste gut kopiert. :D

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Beitragvon Jørn » 08.06.2010 - 2:53

Karpfen-Chris hat geschrieben:@Barschprofi: Haste gut kopiert. :D


Shit, da warst Du schneller als ich! :lol:
Wer im Schlachthaus sitzt, sollte nicht mit Schweinen werfen...

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Beitragvon jolyjoker » 08.06.2010 - 8:15

das hat alles Deine Frage nicht vollständig beantwortet.
Warum kann der Fisch nicht so atmen wie Landlebewesen. Gaaaaaanz einfach: er hat keine Lunge. Kiemen können nur Sauerstoff aus Wasser aufnehmen. Mit der Lunge geht es nur mit Luft und immer ohne Wasser. Die GROßE Ausnahme bei den Fischen ist der Lungenfisch. Der hat Lungen die ihm das Überleben in der Trockenheit ermöglichen. Heisser Tip: Wiki!!!

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Beitragvon FehmarnAngler » 08.06.2010 - 9:42

jolyjoker hat geschrieben:das hat alles Deine Frage nicht vollständig beantwortet.
Warum kann der Fisch nicht so atmen wie Landlebewesen. Gaaaaaanz einfach: er hat keine Lunge. Kiemen können nur Sauerstoff aus Wasser aufnehmen. Mit der Lunge geht es nur mit Luft und immer ohne Wasser. Die GROßE Ausnahme bei den Fischen ist der Lungenfisch. Der hat Lungen die ihm das Überleben in der Trockenheit ermöglichen. Heisser Tip: Wiki!!!



Schau mal meinen Post, hab ich da schon geschrieben! ;)
Und nicht kopiert, sondern selber geschrieben. :p

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Beitragvon wolfgang » 08.06.2010 - 21:52

Die Aufnahme von Luftsauerstoff über die Kiemen ist eigentlich kein Problem, problematisch ist das Abführen des Kohlendioxids, dies funktioniert bei Kiemen nur im Wasser.

Es gibt etliche Fischarten mit zusätzlicher Luftatmung, alle sind Doppelatmer, verfügen also auch noch über Kiemen, die jedoch in manchen Fällen nicht mehr die volle Leistungsfähigkeit besitzen, da Teile von ihnen zum den Atemhilfsorgan umgebaut wurden(Labyrinthfische, Büschelwelse, Kiemensackwelse u.s.w.).
Einige Arten verfügen als Atemhilforgan ein stark durchblutetes Darmstück, in welches die "geschluckte" Luft verpresst wird, sogenannte Darmatmung(Panzerwelse, Schlammpeitzger u.s.w.).

Diese Arten nehmen zwar alle Luftsauerstoff auf, geben aber das Kohlendioxid hauptsächlich über ihre noch vorhandenen Kiemen ab.

Lungenfische bilden da eine gewisse Ausnahme, da sie zu einer echten Luftatmung fähig sind.

mfg
Wolfgang
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Beitragvon fischer_neuling » 08.06.2010 - 21:55

naja das ein fisch austrocknet ohne wasser hab ich schon kapiert ;)
und dass es einigew fische gibt die lungenatmung haben auch
ok jetz versteh ich ungefähr dass fische nur durch kiemen atmen können und wenn sie an land leben wollen dann brauchen sie lungenatmung

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Beitragvon lelox » 08.06.2010 - 23:10

Schlammpeitzger haben Lungenepithelzellen im Darm.
Hautatmung wäre auch noch ein Faktor; funktioniert aber nur wenn diese feucht bleibt.

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Beitragvon welsflüsterer » 12.06.2010 - 20:19

Hi,

dennoch ist es nicht vergleichbar mit einem so schnellen Erstickungstod wie bei einem Menschen unter Wasser.

Solange bei den Fischen die Kiemen nass sind, löst sich auch ständig Sauerstoff nach und kann aufgenommen werden. Sicher ist die Aufnahme aber recht gering, sie reicht aber bei robusteren Arten um länger zu überleben.

Wie schnell das nicht abgeführte Kohlendioxid ein Problem wird, weiß ich nicht. Ob also eine zu geringe Sauerstoffaufnahme oder das nicht abgeführte CO2 letztendlich zum Tode fürht, keine Ahnung, ich würde aber eher auf den zu geringen Sauerstoff tippen.

Zu viel Sauerstoff tötet einen Fisch in der Natur nie. Der Sauerstoff muss erst im Wasser gelöst werden, um aufgenommen zu werden. Wenn das Maximum an Sauerstoff im Wasser gelöst ist, was aus der Luft aufgenommen werden kann, dann spricht man von 100 % Sättigung. Also kann man in einem Köderfischeimer mit Pumpen nie mehr wie diese 100 % erreichen (hab schonmal gehört, manche glauben sie hätten die Fische getötet, weil zu viel Sauerstoff drin wäre). Höhere Sättigungen von z.B. 120 % können durch die Sauerstoffproduktion von Wasserpflanzen erreicht werden...das finden die Fische aber auch gut ;)
www.karpfen-spezial.de

Gute Freunde und schöne Fische!
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Gruß Kai

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Beitragvon Jørn » 13.06.2010 - 18:59

welsflüsterer hat geschrieben:...Höhere Sättigungen von z.B. 120 % können durch die Sauerstoffproduktion von Wasserpflanzen erreicht werden...


Öööhm, da habe ich gerade ein leichtes mathematisches Problem, vielleicht kann mir da mal jemand auf die Sprünge helfen...

Wenn ich 100% Sauerstoff habe, dann ist kein Platz mehr für ein einziges Wasserstoffatom. Und mehr als 100 Prozent ist eh´ schwierig zu erreichen, außer im Steuerrecht... :lol:
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Beitragvon wolfgang » 14.06.2010 - 22:15

Jørn hat geschrieben:
welsflüsterer hat geschrieben:...Höhere Sättigungen von z.B. 120 % können durch die Sauerstoffproduktion von Wasserpflanzen erreicht werden...


Öööhm, da habe ich gerade ein leichtes mathematisches Problem, vielleicht kann mir da mal jemand auf die Sprünge helfen...

Wenn ich 100% Sauerstoff habe, dann ist kein Platz mehr für ein einziges Wasserstoffatom. Und mehr als 100 Prozent ist eh´ schwierig zu erreichen, außer im Steuerrecht... :lol:


ä...hm......

Also das ist soooo........(ich hoffe die Frage war ernst gemeint!)

Gemeint ist mit einem Sauerstoffgehalt von beispielsweise 100% die max. mögliche Sauerstoffsättigung des Wassers.
Dies ist abhängig von Wassertemperatur und Luftdruck.
Je höher die Wassertemperatur um so geringer ist das Sauerstoffbindevermögen.

Beispiel(ausgehend von Normaldruck):
bei 10°C Wassertemperatur werden max. 14,6 mg Sauerstoff je Liter Wasser gebunden - entspricht 100 % Sauerstoffgehalt(-sättigung)

bei 20°C Wassertemperatur werden nur noch 9,1 mg Sauerstoff je Liter Wasser gebunden - was jedoch ebenfalls 100 % Sauerstoffgehalt bedeutet.

In natürlichen Gewässern kommt als Einflussfaktor für den Sauerstoffgehalt noch die Menge an sauerstoffzehrenden Stoffen/Vorgängen dazu, z.B. bei der Verrottung organischen Materials durch Bakterien.

Zeitweilig befristete Übersättigungen sind bei starker Sonneneinstrahlung über Waserpflanzenpolstern möglich, ebenso in Korallenriffen mit Korallenarten die symbiontisch mit Grünalgen zusammenleben.
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Beitragvon welsflüsterer » 14.06.2010 - 22:52

Hi,

tja, im Wasser kommst du auf über 100%.

Anders erklärt: Egal wie warm das Wasser und welcher Luftdruck, du kannst über eine Belüftung mit Luft immer nur 100 % Sauerstoffsättigung erreichen. Die Sauerstoffsättigung bezieht sich eben auf den Luftsauerstoff, das ist das entscheidende. Als Absolutwert können das dann 5 mg O2/Liter oder auch 12 mg sein (abhängig von Wassertemperatur und Luftdruck).

In der Luft liegt der Sauerstoffgehalt nur bei 21%, deshalb ist auch das Lösevermögen dadurch begrenzt. Es gibt also ein Gleichgewicht von Lösen im Wasser und abgeben an die Umgebungsluft.....das entspricht dann eben der 100 % Sättigung.

Bei Sonnenschein geben die Pflanzen und Algen reinen Sauerstoff ab, der hat noch Lösevermögen, da ja 5x höher konzentriert als in der Luft und deshalb einem Lösegleichgewicht, das auch höher liegt. Deshalb kann man über die 100 % Sättigung kommen.

Diese höhere Sättigung hat man an der Oberfläche recht häufig bei Sonnenschein.
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Beitragvon Jørn » 14.06.2010 - 23:52

wolfgang hat geschrieben:...(ich hoffe die Frage war ernst gemeint!)...


Da kannst Du von ausgehen, Wolfgang. Und daher bedanke ich mich auch gerne für die ausführlichen Antworten, mit denen man mal etwas anfangen kann!
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