Heilbuttangeln, Victoria, BC, Kanada

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16.6.2013; Victoria Banana Challenge

Beitragvon cohosalmon » 19.06.2013 - 21:34

Zweiter Tag des Banana Challenge Tourniers. Wir begutachteten schon am Samstag Abend die Windverhersage und die sah fuer Sonntag nicht gut aus. 30 – 40 km/h Wind aus West liess nicht viele Plaetze zum Angeln uebrig. Besonders die westlichen Gross-Lachsstellen wie Church Rock, Beechey Head, Otter Point etc. waren wohl fuer kleinere Boote ausser Frage. Auch unsere produktive Heilbuttstelle vor Victoria war sehr windanfaellig. Ausserdem rollte die Ebbflut noch entgegen dem Wind und wuerde es sehr ungemuetlich machen.

Ich schlief die Nacht sehr schlecht und als ich ca. 2:30 Uhr morgens mal zu den Toiletten schlich, merkte ich deutlich den aufkommenden Wind. Das wird haarig! Um 4:30 Uhr versammelte ich meine Crew am Boot und wir liefen aus. Direkt hinter uns Carl mit Jerrod und seinem 6 jaehrigen Sohn in der Jalopy. Aus der Pedder Bay herausgekommen drehten wir westwaerts durch die Race Passage. Dort erwarteten uns schon 1-2 m Wellen und es wurde ein arges Geschaukel. Wir konnten hoechstens 20-25 km/h schnell fahren. Am Church Rock angekommen, entschieden wir sofort weiter zufahren – unbefischbar unter diesen Umstaenden. Wir drehten etwas weiter westlich in die Becher Bay hinein. Dort waren die Wellen nur knapp einen Meter hoch.

Ricardo war total heiss, er wollte das Mountainbike, koste es was es wolle. Ich hatte auch keine Angst, dass er seekrank wuerde – er hat einen sehr festen Magen. Wir verzichteten auf Koederfisch und fischten mit Blinkern. Tatsaechlich zuppelte es schon kurz darauf an meinem Blinker. Ein untermassiger Baby-Chinook wurde wieder freigelassen. Carl funkte uns an und sagte er muesste umkehren da Jerrods Sohn gruen schimmerte und das Boot beschmutzte. Es blies jetzt mindestens 50 km/h – das war nur was fuer Hardcore-Angler.

Wir hielten es noch etwa eine Stunde ohne zaehlbaren Erfolg aus und beschlossen dann mit dem Wind wieder ostwaerts zu schleppen. Vielleicht ging etwas hinter Church Rock in Whirl Bay. Als wir ein paar Runden bei Church Rock drehten, hakte Dave noch zwei untermassige Chinooks an seinem Blinker. In Whirl Bay brachte ich noch einen knapp massigen Ling Cod zu Tage der aber auch wieder schwimmen durfte. Mittlerweile hatten die Gezeiten auf Flut gedreht und die Stroemung kam mit dem Wind. Das verursachte etwas kleinere Wellen. Ich schlug vor die Gunst der Minute zu nutzen und zu unserem Heilbuttplatz zu fahren und vielleicht noch schnell wenigstens 1 oder 2 Butte ins Boot zu hieven bis der Wind wohl wieder zunahm. Dave stimmte zu. Ricardo war es egal – er dachte Hauptsache was zum Einwiegen fuer sein Mountainbike.

Als wir nach 10 Minuten an der Stelle ankamen, sass dort schon ein Bekannter vor Anker. Ich fragte Jack kurz wie es aussah und er meinte es waere zwar ungemuetlich aber doch fischbar – ein kleiner Heilbutt hing schon an der Seite seines Bootes. Ich liess den Anker in sicherer Entfernung zu Jack raus und 5 Minuten spaeter saussten unseren Koeder in die Tiefe. Natuerlich kam auch der Duftsack wieder zum Einsatz. Wenn es in Jacks 24 Fuss Boot ungemuetlich war, war es auf Red Hot aeusserst ungemuetlich. Noch nicht gefaehrlich aber grenzwertig. Ich hoffte nur auf schnellen Erfolg. Die Ruten pilkten von alleine sehr ordentlich – obwohl ich glaube, dass das bei der Naturkoederfischerei gar nicht so vorteilhaft ist.

Nach kurzer Zeit sah ich meine Rutenspitze ausser Wellentakt rucken; ich wartete und paar Sekunden spaeter bog sich die Rute gewaltig nach unten durch und die Rolle kreischte kurz auf. Der hing! Ricardo stand schon bereit mit dem Gimbal umgeschnuert. Ich hielt ihn vorsichtshalber noch hinten an der Rettungsweste fest falls er bei einer der Wellen den Halt verlieren sollte. Der Fisch schien gar nicht zu klein zu sein; er zog Ricardo paar Mal die hart erarbeitet Schnur wieder von der Rolle ab. Nach und nach kam er dann aber nach oben. Das war harte Arbeit fuer einen 10 jaehrigen! Mit letzter Kraft brachte er den Fisch neben das Boot wo ich mit dem Gaff einen schoenen um die 20 Pfund Butt landete. Er hing ganz knapp nur an einem Haken vorn in der Lippe. Gluecklicherweise ist Heilbutthaut unheimlich zaeh und reisst nicht so schnell. Er wurde abgeschlagen, verschnuert und aussen an das Boot gehaengt.

Inzwischen vermeldete Dave einen Biss. Er schlug jedoch zu frueh an und verpasste den Fisch dadurch. Er liess schnell wieder hinab um einen erneuten Biss zu provozieren. Der aber kam an meiner Rute fast nur Sekunden nachdem ich neubekoedert wieder eingelassen hatte. Es ruckte 2 mal kraeftig an der Schnur aber ich wartete noch und liess die Rute im Halter. Dann tat sich erstmal nichts mehr – komisch. Ich kontrollierte meinen Koeder der arg zerfleddert war. Ich hakte aber das zerbissene Stueck nochmal neu an, schmierte reichlich Butt Juice dran und liess wieder hinab.

Kaum 10 Minuten spaeter sah ich meine Rutenspitze erstarren um dann ploetzlich wild nach unten zu rucken. Ich schnappte mir die Rute und war am Fisch. Problemlos drillte ich den Butt nach oben. Er war sicher nicht viel mehr als 15 Pfund aber heute konnte man nicht waehlerisch sein. Noch einen und wir waren fertig. Wieder sollte es meine Rute sein die den naechsten Butt verlockte. Dave sah die ersten verdaechtigen Rucke und ich warnte ihn vor verfruehter Reaktion. Erst als der Butt unmissverstaendlich wegzog, griff sich Dave die Rute und zog an. Auch der hing! Das ging wie das Bretzelbacken!

Breitbeinig, wegen der Wellen, eingestemmt genoss Dave so gut wie moeglich den Drill eines aufgeweckten Buttes. Ricardo gab ihm Updates bezueglich der verbleibenden Strecke anhand des Echolots. Ich schlug mit dem Gaff hart zu und landete auch diesen knapp unter 20 Pfuender. Wir waren fertig und arg gebeutelt und reif fuer das Ufer. Es war erst 10:00 Uhr und Wiegeschluss war 13:00 Uhr aber wir hatten genug von der Schaukelei und mit 3 Fischen musste man sich heute nicht schaemen!

Die Wellen waren auch wieder groesser geworden weil der Wind wieder zugelegt hatte. Ich sah Gary mit seinem grossen Dampfer, den wir gestern abgeschleppt hatten, unweit von uns ankern. Er musste also sein mechanisches Problem geloest haben und die Motoren wieder flottgekriegt haben. Heute koennte ich ihn auch unmoeglich wieder anschleppen! Wir wuenschten ihm und seiner Crew viel Glueck. Jack sass immer noch vor Anker und hatte nichts weitergefangen seit wir eintrafen. Er staunte nicht schlecht wie schnell wir unsere 3 Butte erwischt hatten. Ich weiss selber nicht an was es lag aber Red Hot war eben Red Hot – On Fire auf Heilbutt dieses Wochenende!

Zurueck an der Marina hatten wir nun etwas Zeit das Boot zu saeubern, uns zu saeubern und mit den Familien noch etwas Zeit zuverbringen nachdem wir unsere Fische eingewogen und filetiert hatten. Um 13:00 Uhr standen wir in der Menge und bestaunten die Fische die noch reinkamen. Noch weiter westwaerts als wir waren, an der Tap Shack, war wohl eine sehr gute Morgenbeisszeit gewesen und schoene Chinooks weit ueber 20 Pfund wurden eingewogen. Einer war zwar kurz aber unglaublich fett und kam bis auf ein paar Gramm an den fuehrenden Lachs heran. Insgesamt wurde aber wesentlich weniger gefangen heute. In der Buttkategorie waren unsere 3 bis auf einen weiteren die einzigen die in die Wertung kamen heute. Kaum einer hatte sich heute getraut zu ankern.

Dann fingen die Festlichkeiten an, Futter und Bier und Preisverleihung. Die Banana-Trophaee fuer den groessten Lachs ging an den Fuehrer vom Vortag, ein Chinook von 14 kg. Es waren mehrere noch ueber 13 kg die den Preis knapp verpassten! Die Heilbutttrophaee wurde von einem kleinen Jungen fuer seinen Vater abgeholt (der musste wohl frueher weg) fuer einen 28 kg Butt. Die Juniorenkategorie mit 13 Fischregistrierungen gewann Ricardo mit seinem 10.5 kg Heilbutt von heute! Er holte strahlend sein nagelneues Mountainbike ab! So ein Glueckspilz – ich goenne es ihm von ganzem Herzen! Er wollte es so doll und hat hart dafuer geangelt!

Und in der Kategorie der unterhaltsamsten Angelgeschichte des Tourniers gewann Ricardo eine Kuehltruhe fuer seinen Lachsverlust an die Robbe! Na dann ist ja alles wieder gut. Ich gewann noch eine neue Bootsbatterie in der Preislotterie und damit muss ich sagen waren wir schon fast unverschaemt gut belohnt worden fuer 2 schoene Angeltage. Es war ein tolles Wochenende und hat viel Spass gemacht und hat nebenbei noch viel Geld fuer die SVIAC Gesellschaft eingebracht.

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1.7.2013; Victoria

Beitragvon cohosalmon » 04.07.2013 - 1:40

Meine beiden Arbeitskollegen Rick und Larry fragten mich ob ich sie mal zum Heilbuttangeln mit raus nehmen koennte. Larry ist selbst ein erfahrener Lachsangler und hat sein eigenes Boot aber die Ankerei ist ihm zu gefaehrlich und er hat auch nicht das Geraet dazu. Rick ist ein regelmaessiger Gast auf meinem oder Larrys Boot und wir drei verstehen uns bestens.

Montag war Feiertag und das sommerliche Wetter lud zu einer Bootstour ein. Die Gezeiten waren auch sehr geeignet fuer eine Heilbuttjagd. Was sollte da noch schiefgehen? Als wir in Pedder Bay ca. 9:00 Uhr morgens ankamen, schaute ich schon bedenklich auf die schwankenden Pappelkronen. Es war wohl etwas windig heute. Was soll’s, dachten wir, jetzt sind wir einmal hier. Andere Boote liefen auch aus – so schlimm kann’s schon nicht werden.

Als wir aus dem geschuetzten Fjord herauskamen, bliess uns eine steife Brise von West an. Na das wird ungemuetlich, dachte ich mir. Wir arbeiteten uns zu meiner Lieblingsstelle, dem Mudhole, ca. 3 km vor der Kueste und liessen dort den Anker ab. Wir schaukelten heftig in den ca. 1 m hohen Wellen. Ich hiess die beiden sitzenbleiben und montierte die beiden Ruten auf Knien selber. Bald gingen zwei leckere Koeder bestehend jeweils aus Lachsresten und Hering zum Boden in 100 m Tiefe hinab. Auch den Duftsack mit Lachsskeletten liess ich am Downrigger ab.

Ich hatte die Hoffnung, dass in Kuerze die Stroemung von Ebbe auf Flut umschwingen wuerde und dann der Wind und die Stroemung aus der gleichen Richtung kommen wuerden und den Wellengang merklich verringern wuerden. Nach paar Minuten zuckelte schon etwas an der rechten Rute. Ich vermutete gleich das die Dornhaie uns schon gefunden hatten. Tatsaechlich waren wir nun regelmaessig genoetigt die Koeder zu kontrollieren, auszubessern und hin und wieder so einen verfressenen Hai vom Haken zu nehmen. Ich hatte einmal sogar zwei Haie gleichzeitig an dem Doppelhakenvorfach. Das war bei diesem Wetter und dieser Angeltiefe harte Arbeit.

Ich war jedoch sehr zuversichtlich, dass wir Butt fangen wuerden da ich bei der heutigen Gezeitenkonstellation bisher immer bestens Erfolg auf Butt an dieser Stelle gehabt hatte. Da riss es ploetzlich zweimal kraeftig an der rechten Rute! Das war definitiv kein Hai! Larry sprang hinzu aber als er die Rute in der Hand hielt schien der Widerstand erstmal weg zu sein. Ich riet ihm den Koeder sofort wieder zum Boden zu lassen. Er hatte kaum den Boden erreicht und legte gerade den Rollenhebel um als die Rutenspitze baden ging. Larry zog dagegen und fing an zu kurbeln und ploetzlich war der Widerstand wieder weg. Larry fluchte leise und liess wieder hinab. Nach ca. 10 Sekunden ruckte es noch zweimal kurz hintereinander und Larry war diesmal fest entschlossen den Fisch richtig schlucken zu lassen. Aber irgendetwas gefiel dem Fisch da nicht mehr denn es passierte nichts mehr.

Das war aergerlich. Larry holte nach einer Weile ein und fand seine Haken blank. Schlaues Vieh! Wir holten dann noch 2 kleine Dornhaie kurz ans Tageslicht bis es dann richtig ruhig wurde. Auch die Wellen liessen etwas nach denn die Stroemung hatte sich mittlerweile gedreht. Da zog es sichtlich an der linken Rute und die Rute blieb krumm stehen. Als ich mir die Rute schnappte, merkte ich erst gar nichts. Ich hob die Rute langsam an und da riss es ploetzlich hart nach unten. Ich ruckte dagegen und der Fisch hing diesmal. Ich uebergab Rick die Rute und er fing mit dem langen Drill aus 100 m Tiefe an. Er musste sich wegen der Wellen immer noch gut einstemmen und anlehnen um nicht umgeworfen zu werden. 2-3 mal machte der Fisch etwas Alarm und schickte sich an wieder zum Grund zu schiessen aber es blieb dann doch nur bei einer ganz kurzen Flucht. Rick pumpte den Fisch ganz ruhig und ohne grosses Reissen nach oben. Wahrscheinlich war der Fisch deswegen so friedlich und ich verschaetzte mich ein wenig mit der Groesse. Ich hatte einen kleinen Butt von unter 20 Pfund erwartet; eine Groesse, die ich meist nur gaffe statt zu harpunieren.

Als die Silhouette im Wasser auftauchte war ich ueberrascht einen stattlichen etwa 30 Pfuender zu sehen. Fuer diese Groesse war der Fisch zu ruhig und wahrscheinlich noch top fit. Ich wollte bei dem Geschaukele allerdings jetzt nicht mehr Harpune und Spitze auf dem Bootsbug hervorkramen und nahm entschlossen das Gaff, schlug es in den Kopf und hievte den Fisch ins Boot. Hier tobte er natuerlich wie erwartet erst einmal paar Minuten herum bis ich ihm ein paar ueber den Kopf zimmern konnte. Dann vertaeute ich ihn, durchstach die Kiemen und hing ihn aussen an das Boot.

So, Schneider waren wir schon mal nicht mehr – egal wie es weitergehen mochte! Rick freute sich ueber seinen ersten Butt seit langem und Larry gab eine Runde Bier aus zur Feier. Es tat sich dann aber leider nichts mehr und wurde mit zunehmendem Wind wieder ungemuetlicher. Ich schlug vor, zu einer naeher am Ufer liegenden und windgeschuetzten Stelle umzusetzen. Die beiden stimmten zu.

Wir suchten uns eine langgestreckte Erhebung am Grund in 50 m Tiefe unweit der Kueste. Die Bedingungen waren regelrecht gemuetlich im Vergleich zu weiter draussen. Ob es hier auch Butte gab? Hoffentlich. Nach kurzer Zeit hatten uns die Haie wieder gefunden. Dann zog es nochmal herzhaft an der rechten Rute und ich nahm Fuehlung auf. Als es wieder kraeftig abzog ruckte ich an – allerdings ins Leere. Und der Fisch kam nicht mehr wieder.

Es sollte bei einem Fisch bleiben fuer uns heute. Aber in Anbetracht der Bedingungen waren wir ganz zufrieden und wir hatten doch eine Menge Spass gehabt. Besonders als Larry Rick auf Knien den Gimbal um die Huefte legte – ein Anblick fuer griechische Goetter...lol


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6.7.2013; East Sooke

Beitragvon cohosalmon » 09.07.2013 - 0:28

Am Samstag hatte ich mich mal mit meinem Kleinen zum Angeln verabredet. Alexander ist kein wirklicher Angler und kommt eigentlich nur mit wenn es sich andeutet, dass viel Action ist und er mal Papas volle Aufmerksamkeit kriegen kann. So hatte ich eine kurze Heilbutt-Lachs-Kombotour geplant von 10:00 bis 14:00 Uhr. Richtige Touristenstunden, aber ich wusste, dass zumindest die Cohos mich bei Flut nicht im Stich lassen wuerden. Fuer die Heilbutte gab’s Samstag nur ein kurzes Zeitfenster von 1-2 Stunden in denen die Gezeitenstroemung Ankern und Grundangeln erlauben wuerde. Ob da was mit Butt ging wusste ich auch nicht so recht aber ich wollte es einfach mal kurz probieren; schon alleine weil die gleichen Gezeitenverhaeltnisse in 2 Wochen waehrend meines eigenen Fishing Derbies vorherrschen wuerden und ich wissen wollte ob sich ein Versuch auf Butt lohnen wuerde.

Ich kaufte noch einen 10er Pack gefrorene grosse Heringe an der Marina und dann duesten wir in den warmen und sonnigen Tag. Schnellfahren, das mag Alexander! Am Mudhole liessen wir den Anker ein und ich merkte gleich, dass die Stroemung noch richtig stark war. Wir drifteten noch ca. 500 m ab bis der Anker endlich fasste. Unter 1 kg Bebleiung brauchte man heute gar nicht anfangen; was das Angeln fuer Kinder in 100 m Tiefe nicht gerade einfach macht.

Im Nu hatten uns die Dornhaie gefunden und sobald ein Koeder den Grund erreicht hatte, ruckelte es an der Rutenspitze. Aber Alexander war es vollkommen egal – er hatte einen Riesenspass Hai auf Hai hochzukurbeln! Und das die Groesse der Haie immer etwas zunahm, spornte ihn noch mehr an. Er wollte unbedingt seinen persoenlichen Fischrekord von 6 Pfund brechen! Ich sah unseren Koedervorrat sehr schnell schwinden. Dann hatte er etwas Schwereres gehakt und ich musste ein paar Male die Rute uebernehmen. Da kamen doch glatt 2 Haie gleichzeitig hoch. Diese gierigen Biester! Alexander hatte seinen Spass und befuehlte vorsichtig ihre raue Haut bevor sie wieder schwimmen durften.

Ich ersetzte an der einen Rute die Koederfischmontage mit einem grossen Blinker der fett mit Butt Juice eingeschmiert wurde. In der immer noch recht harten Stroemung duerfte der Blinker gut arbeiten und hoffentlich einen Butt ueberlisten. Den vorletzten Koederfisch montierte ich an der zweiten Rute. Ich konnte jetzt auf 500 g Bleie herunterschrauben denn der Stroemungswechsel setzte ein. Alexander machte mich wiedermal auf ein ungeduldiges Rucken an der Koederfischrute aufmerksam. Ich nahm die Rute einfach auf und zog hart an um den Koeder den Haien zu entreissen. Ha, der hing schon wieder fest. Alexander war schon an meiner Seite und war fest entschlossen diesmal seinen 7 Pfund Rekordfisch zu fangen.

Er pumpte und kurbelte und der Hai wehrte sich kraeftig. Vielleicht wieder 2 Haie? Ich fragte ob er Abloesung brauchte aber er war entschlossen seinen neuen Fischrekord alleine zu verdienen. Nun gut. Nach ca. 10 Minuten hatte er es endlich geschafft und ein.... Heilbutt tauchte hinter dem Boot auf! So eine Ueberraschung! Kein Wunder, dass Alexander so kaputt war! Nun war er ganz aus dem Haeuschen... “mein erster Heilbutt!!!” Ich gaffte den vielleicht 15 Pfuender und reichte ihn ihm am Gaff fuer ein Siegerfoto! Redlich verdient und seinen persoenlichen Rekord auf mehr als das Doppelte gesteigert! Faszieniert untersuchte er diesen urigen Fisch als er in der Fischkiste lag.

Ich bemerkte, wie Fische rund um das Boot herum an der Oberflaeche schnappten. Nicht viele, aber hier und da einer. Das konnten nur Lachse sein. Da sprang auch einer ca. 30 m entfernt. Das war das Startsignal. Wir hatten kaum noch Grundkoeder und die Stroemung wuerde auch gleich wieder zunehmen. So zogen wir den Anker und verbrachten die letzten 2 Stunden beim Lachsangeln. Ich fuhr etwas westlich vor die Becher Bay, East Sooke, und wir gesellten uns zu einer Menge anderer Boote. Das Meer war hier durch die harte Stroemung und etwas Wind etwas unruhig, aber machbar. Ich setzte 2 Ruten am Downrigger ein; eine mit purple haze Hootchie und eine mit einem 10 cm Coyote-Blinker mit Minischeibenflasher. Der Blinker ging auf 15 m Tiefe und der Hootchie auf Alexanders Verlangen auf 105 Fuss (35 m). Es dauerte keine 5 Minuten und der erste Coho rappelte an der tiefen Rute.

Alexander drillte ihn heran und ein langer Blick liess keine Fettflosse erkennen. Keeper! Er war zwar klein aber Alexander war aeusserst zufrieden ueber seinen silbrigen Fang und noch dazu das Glueck sofort einen Markierten erwischt zu haben. Es ging nun Schlag auf Schlag. Aber immer nur an der tiefen Rute. Wir verloren einige Fische im Drill und liessen 3 oder 4 unmarkierte wieder frei. Dann schleppten wir schon Richtung nach Hause und es wurde fuer paar Minuten ruhig. Ich setzte jetzt mal die Blinkerrute auf 30 m runter und sofort riss es die Rutenspitze nach unten. Aha, es lag also an der Tiefe, nicht an dem Koeder!

Ich war dran mit drillen und ich hatte einen feisten Coho erwischt. Der nahm richtig Schnur und wollte stur nicht zu Boot kommen. Kurz hinter dem Boot sprang er 2 mal voll aus dem Wasser und wir sahen dass das ein schoener fetter vielleicht 10 pfuendiger Coho war. Ich brachte ihn endlich neben das Boot und wir beide starrten ins Wasser um eine Markierung oder die Fettflosse zu erkennen. Ja, nein, ja doch.... wir waren uns noch nicht einig als der Fisch ploetzlich die zweite Luft bekam und sich wild ueberschlug und dabei den Haken loswurde. Nun ja, wir beschlossen, dass es ein unmarkierter gewesen sein musste...lol

Es kamen nun auch regelmaessig Bisse auf der Blinkerrute – ich meinte die waeren im Schnitt sogar groesser als die Fische an der Hootchierute. Ich erwischte auch tatsaechlich noch einen markierten – wenn auch nur um die 5 Pfund herum. Damit hatten wir genug und packten kurz vor 14:00 Uhr ein und duesten zu einer verdienten Eiscreme an der Marina.

Alexander entschied das Angeln doch nicht so langweilig ist und er viel Spass gehabt hatte. Stolz zeigte er zu Hause der Mama seinen Fang. Was will man mehr als Papa!

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14.7.2013; East Sooke

Beitragvon cohosalmon » 16.07.2013 - 23:22

Trotz allem Vorbereitungsstress fuer mein grosses Angelderby am 20.7. hatte ich mir doch letzten Sonntag freigemacht um mit meinem alten Freund Ron Grant eine Angeltour zu unternehmen. Ron ist ueber 70 und hat sein ganzes Leben in allen Regionen BCs geangelt. Er kann unglaubliche Geschichten aus den “guten, alten Zeiten” erzaehlen als man noch glaubte die Lachspopulationen waeren unerschoepflich und unendlich. Er besass selber bis vor ein paar Jahren ein herrliches Angelboot und war immer gerne bereit Freunde oder Bekannte auf Trips mitzunehmen. Als er vor paar Jahren in Rente ging und seine Frau gesundheitliche Probleme bekam, kauften sich die zwei eine Winterresidenz in Kalifornien und verbringen nun die 6 kaelteren and nasseren Monate hier dort unten im Warmen. Im Zuge dessen verschwand auch Ron’s Angelboot und er ist nun auf seine Freunde und Bekannte angewiesen, ihn hin und wieder mal mitzunehmen.

Ich mache das liebend gerne da Ron nicht nur Ahnung und Erfahrung hat, sondern auch ein unheimlich freundlicher, froehlicher und positiver Mensch ist, mit dem es einfach Spass macht Zeit zu verbringen. Da er naechstes Wochenende auch an meinem Derby teilnehmen wird, wollte er vorher gerne noch mal den Rost von seinem Angelgeraet polieren um alles eingespielt bereit zu haben.

Wir verabredeten uns zu einer Lachs-Heilbutt-Kombotour da die Gezeiten sehr gut fuer Heilbutt waren. Samstag Abend lass ich noch die fangfrischen Berichte in unserem hiesigen Angelforum und es verhiess ein erfolgreicher und windstiller Angeltag zu werden in East Sooke. Ich holte Ron um 4:30 Uhr frueh ab und wir fuhren zur Cheanuh Marina in East Sooke. Vor der Becher Bay Bucht sahen wir schon eine dicke Nebelbank haengen. Minuten spaeter legten wir ab und duesten die 10 Minuten zum Beechey Head. Dort war genau die Nebelgrenze und es zogen dicke Schwaden mal rein und wieder raus. Wir setzten unsere 2 Ruten am Downrigger ein; Ron ging auf 22 m und ich auf 15 m Tiefe. Wir fischten beide erst einmal mit Koederfischen.

Es war die letzte Stunde der Flut und ich wusste, dass die Flut normalerweise die grossen Coho und Pinklachsschulen dicht unter Land brachte. So dicht, dass sogar eine Menge Spinnangler auf den Felsenklippen von Beechey Head standen und ihre Pilker und Blinker bis dicht an unsere Boote warfen. Da musste man wirklich aufpassen, da die Werfer bei dem teilweise sehr dichten Nebel uns Bootsflotte gar nicht sehen konnten. Ich hoffte, dass die Cohos und Pinks uns erstmal in Ruhe lassen wuerden und uns eine faire Chance auf ein oder zwei fette Chinooks lassen wuerden.

Aber die kleinen Kerle hatten andere Plaene. Sie waren voll im Fressrausch und es dauerte nur wenige Minuten bis unsere Ruten im regelmaessigen Takt anfingen zu ruckeln. Ron war es vollkommen egal! Er hatte solange nicht mehr geangelt und er freute sich wie ein kleines Kind jedesmal wenn er einen Biss bekam und einen Pink oder kleineren Coho drillte. Ich goennte ihm seinen Spass von Herzen, hoffte aber doch, dass der schnell verschwindende Koederfischvorrat noch reichen wuerde bis zu dem Moment wo vielleicht ein Gross-Chinook einmal schneller war als die Kleinlachse. Wir liessen die meisten der Fische wieder frei und viele fielen auch im letzten Moment am Boot vom Haken. Auch wenn diese Lachse nur zwischen 4 und 7 Pfund sein mochten, so machten sie doch ein ordentliches Spektakel an der Rute und Ron hatte einen Spass daran! Wir suchten nur nach den groessten zum Mitnehmen weil ich vorhatte nach 3 Stunden Heilbutt nochmal auf Lachs umzustellen und erwartete dann um die Mittagszeit non-stop Coho- und Pinkaction. Jetzt sollte Chinookzeit sein!

Da riss es etwas haerter an Ron’s Rute und der Fisch loeste den Downriggerclip von alleine aus und zog sogar etwas Schnur von der Rolle bevor Ron auch nur zu seiner Rute hinkam. Das war definitiv etwas Groesseres. Ich drehte den Schleppmotor zurueck und holte Ron’s Downrigger hoch waehrend er drillte. Aber kurz darauf verlor Ron den Kontakt zum Fisch und die Schnur kam schlapp herein. Hmm. Liess zumindest hoffen, da sich doch einige groessere Lachse unter die Pinks und Cohos gemixt haben mussten.

Ich zog unsere Kreise dicht unter Land und liess meine Rute tiefer herab um vielleicht unter den Kleinlachsschwaermen eine bessere Chinookchance zu haben. Da hakte Ron wieder einen etwas kampfstaerkeren Fisch. Es konnte kein Riese sein aber Ron musste doch paar Male Schnur abgeben. Er genoss den Drill und yahoote als ich endlich einen vielleicht 8-9 pfuendigen Chinook kescherte. Schoener Fisch! Aber da muss doch noch mehr gehen....!? Wir behielten noch einen Pink um die 7 Pfund herum. Um 7:30 Uhr schlug ich vor auf Heilbutt umzustellen und dazu zum Mudhole vor Pedder Bay zu fahren. Ron war vollkommen einverstanden und aufgeregt, da er schon ewig keinen ordentlichen Heilbutt mehr gefangen hatte. Vor Jahren hatte er mal einen ganz kleinen unter 10 Pfund erwischt – mehr aus Versehen. Und dann vor paar Jahren auf einem Guideboot mal ein oder zwei.

Wir packten ein und fuhren bei nun sehr dichtem Nebel vorsichtig gen Osten. Es war vielleicht 50 m Sichtweite und ich wusste, dass wir ein paar heftig frequentierte Angelstellen passieren wuerden. Dementsprechend vorsichtig fuhr ich mit einem Auge am GPS Plotter und ein Auge an die Windschutzscheibe geklebt. Durch die Race Passage wurde es rauh und auch als wir an meiner Heilbuttstelle ankamen, war es nicht gerade schoen. Ca. 1 m Wellen liessen das Boot ganz schoen schaukeln. Der Wind bliess hier erstaunlicherweise sehr stark und baute sich gegen die Gezeitenstroemung auf. Noch ging es aber die Stroemung wuerde gegen Mittag zunehmen und dann wuerde es hier sehr ungemuetlich werden wenn der Wind sich nicht legte. Bis 11:00 Uhr duerfte es gehen, verriet ich Ron. Er hatte kein Problem damit und war ganz aufgeregt und hatte Buttfieber. Als der Anker endlich griff, liessen wir 2 Heringskoeder in die Tiefe. Der obligatorische Duftsack ging auch auf 100 m Tiefe.

Dann hiess es beten, dass die Dornhaie nicht gar zu arg wurden. Unter diesen rauhen Bedingungen war ich nicht scharf darauf Hai auf Hai aus 100 m Tiefe heraufzukurbeln. Aber die Fischgoetter hatten uns heute wohl das volle Programm aufgetischt. Es dauerte nur wenige Minuten bis die Rutenspitzen ruckelten und wir die Schwerstarbeit begannen. Abwechseln kurbelten wir die Ruten herauf, entliessen die gierigen Haie wieder, bekoederten neu usw. Manchmal waren sogar 2 Haie gleichzeitig ‘dran. Dann riss es einmal kurz recht heftig an der rechten Rute und ich rief “Butt” zu Ron. Der war gleich an der Rute die jetzt aber still blieb. Der musste irgendwie Lunte gerochen haben! Kurz darauf machte dann wieder ein Hai Garaus aus dem Koeder. Ich ermunterte Ron, dass wir einfach durch die Haie durchfischen mussten. Irgendwann wird dann mal ein Butt zuschnappen. Der Lohn sollte uns aber enthalten bleiben wie es schien. Es war schon 10:30 Uhr und die Stroemung hatte gedreht und lief nun genau gegen den Wind und baute die See auf. Ich sagte noch 15 Minuten zu Ron als es sehr ungemuetlich wurde. Auch liefen jetzt die Angelschnuere vom Heck unter das Boot nach vorne und es bestand staendig die Gefahr, dass sich die Schnuere in den Propellers oder Echolotgebern verfing. Ich steckte nun die eine Rute in den linken Heckhalter und hielt die andere in meinen Haenden um die Schnur so von den Hindernissen fernzuhalten.

Ich erzaehlte Ron gerade von unserem anstehenden Malcolm Island Angeltrip als es ploetzlich einmal hart an der Rute in meiner Hand zog. Ich griff fester zu und war gerade im Begriff aufzustehen, als es mir fast die Rute aus der Hand riss! Aha, Heilbutt!!! Ich hielt dagegen und schaute erstmal nur zu wie ein paar Meter Schnur von der Rolle verschwanden. Ich rief Ron zu er solle sich den Gimbal umschnallen und reichte die Rute dann zu ihm. Er klemmte sich zwischen Bordwand und Hecksitz um von den nun recht hohen Wellen nicht umgeworfen zu werden und begann mit seinem Drill. Er hatte einen Riesenspass dabei und hatte auch einen munteren Gegner erwischt. Ein paar Male riss der Butt wieder aus und wollte zum Grund zurueck. Mensch, ich moechte mit 72 auch noch so fit sein und sowas erleben duerfen!

Nach vielleicht einer Viertelstunde tauchte der Butt dann zwischen den Wellen auf. Ich haette ehrlich geglaubt, dass er etwas groesser waere aber ich wollte Ron nicht den Spass verderben und bewunderte ihn mit ihm. Gaffen war bei dem Wellengang zu gewagt und so langte ich sicherheitshalber mit der Harpune zu. Ich schoss den Speer genau durch den Kopf und Kiemen um ihn moeglichst rasch zu toeten denn er musste ins Boot rein. Ich konnte mich bei dem Seegang nicht ueber Bord lehnen und den Butt ausserhalb des Bootes vertaeuen. Das war unmoeglich heute. Ich schlug ihm ein paar Male mit dem Knueppel ueber den Kopf und zog dann den Butt an der Harpunenschnur ins Boot. Da veranstaltete er den Heilbutttanz und machte wieder einmal klar warum man keinen Grossbutt lebendig in ein Kleinboot holt. Wir klatschten uns ab und freuten uns ueber den spaeten Erfolg unserer harten Arbeit. Ca. 25 Pfund schaetzte ich. Er passte schoen in meine Fischkiste unter Deck.

Dann packten wir ein und zogen den Anker. Wir hofften, das weiter westlich die Wellen nachlassen wuerden und wir dort nochmal die Chance auf Lachsfang bekommen wuerden. Ich wollte Ron unbedingt wenigsten mit seinem Fanglimit nach Hause schicken. Die anschliessende Fahrt gegen die Wellen spottet jeder Beschreibung. Ich konnte nicht mehr als 15 km/h fahren und an einigen Stellen bauten sich die Wellen 2 m hoch auf. Dreimal schlug eine Welle ueber den Bug gegen die Fenster und ueber das Dach. Jedesmal kam ein Schwall kaltes Salzwasser am Saum von Glasfenster zu Vinylfenster durch und Ron und ich waren beide absolut durchweicht! Ich schluckte sogar Salzwasser bei einer Gelegenheit als ich eine Sekunde nicht aufpasste und wieder ein Schwall gegen die Scheiben prallte. Ron lachte sich kaputt! Jetzt weiss ich warum man wasserdichte Elektronikgeraete auch innerhalb den Bootes installieren sollte! Alles war nass!

Wenn jetzt der Motor versagte, waeren wir in grosse Schwierigkeiten gekommen. Wir kaempften uns zurueck zur Becher Bay und hofften, dass wir vielleicht in der Bucht etwas Windschutz finden wuerden. Weit gefehlt, es kachelte voll in die Bucht hinein. Es war aber nicht nur der Wind, der vielleicht 30 km/h bliess. Es war die perfekte Kombination aus Stroemung und Wind an den unguestigen Stellen. Der Nebel war jetzt hier verschwunden und es war sonst ein herrlich sonniger und warmer Tag. Daher machten uns die Salzwasserduschen auch nicht viel aus. Ich war aber drauf und dran den Trip abzubrechen als ich die rauhe Bucht sah. Da zeigte Ron auf eine Reihe von Booten bei Beechey Head, ca. 500 m weiter westlich. Und einige der Boote sahen gar nicht gross aus. Sollte es dort schon wieder besser sein? Wir schauten uns an und entschieden es wenigstens mal zu erkunden.

So kaempften wir uns weiter gegen diesen hohen Wellengang am Buchtausgang voran und kamen nach ca. 20 Minuten am Beechey Head an. Viel besser! Vielleicht noch 50 cm Wellen. Aber bei der Trap Shack nochmal 500 m weiter schien es spiegelglatt zu sein!? Jetzt fuhren wir auch das Stueck noch weiter und was fuer ein Unterschied! Es war regelrecht lieblich hier und wir gratulierten uns zu dieser Entscheidung. Bei regelrecht heissem, sonnigem Wetter trockneten wir schnell waehrend wir wieder auf Lachs schleppten. Alle 5 – 10 Minuten rappelte es an einer unserer Ruten und Pink auf Pink kam in die Fischkiste. Wir schlossen den Tag mit einen Doppelbiss ab, bei dem ich meinen Fisch verlor aber Ron einen schoenen, fetten 6 pfuendigen Pink landete.

Wir hatten nun 6 Lachse und einen Heilbutt an Bord und das war vollkommen genug als Belohnung fuer unsere Anstrengungen heute. Die Fischgoetter hatten aber auch alle Hindernisse in unsere Wege geworfen: Nebel, Wind, Wellen, Haie... Aber wir hatten uns als richtig hartgesottene Angler bewiesen und unseren Lohn dafuer bekommen! Ich filetierte die Fische fuer Ron und sein grosses Familiengrillen in 2 Wochen war gut versorgt.

Zu Hause musste ich nicht nur das Boot und alles Geraet ausserhalb des Bootes sondern auch innerhalb des Bootes vom Salz abspuelen. Das war mir auch noch nicht passiert! Und das Wackeln vorm Spiegel hielt bis Dienstagmorgen an!


Liest noch jemand???

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Beitragvon agjumper » 17.07.2013 - 7:38

ja natürlich, jeden Eintrag von dir.
Mit Wehmut im Herzen.
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Beitragvon Gerd » 17.07.2013 - 8:01

Aber sicher wird hier noch fleißig gelesen- ich freu mich schon auf die nächsten Berichte von Dir und drücke Dir die Daumen für das Turnier am 20.07..Bring uns wieder nen schönen Bericht und tolle Bilder mit :)
Hätte ich einen Weinberg, ich würde ihn 'Hang zum Alkohol' nennen

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Beitragvon Carp Gear » 17.07.2013 - 8:27

Jup ich lese auch noch mit! :-)
If you always do what you´ve always done, you will always get what you always got!

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Beitragvon Schimpi » 17.07.2013 - 12:19

Ich kann von deinen Berichten nicht genug kriegen. :D
Ich finde die Berichte einfach Klasse. :clap:

Allein schon weil es eine Angelei ist, die ich hier nicht betreibe / nicht betreiben kann. Immer wenn ich einen deiner Berichte lese überlege ich mir, mal ein paar EUR in die Hand zu nehmen und dich zu besuchen. :lol: :lol: :lol:
Wir müssen eindeutig aufhören so wenig zu angeln !!!

P.S.: Diese Info wurde auf 100% recycelten Datensätzen geschrieben und ist nach der Löschung sämtlicher Buchstaben und Zahlen erneut verwendbar.

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GreyShade
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Beitragvon GreyShade » 17.07.2013 - 17:49

Jedes Wort mit Hochgenuss....

Greetz,
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Beitragvon cohosalmon » 18.09.2013 - 19:05

Tag 6; Mi Sept 11, 2013:

Nachdem die Heilbuttour am 4. Tag ein Fangausfall war, wollten wir es unbedingt nochmal auf die Platten versuchen. Wenigstens jeder der drei sollte einen Heilbutt fangen und mitnehmen koennen – das war das Ziel. Martin hatte ja schon einen am 2. Tag gefangen. Die Gezeiten waren unbrauchbar fuer meine Lieblingsstelle – das Mudhole – aber die Westseite der Constance Bank war befischbar und faengig bei den vorherrschenden Verhaeltnissen. Da wir erst gegen 11:00 Uhr geeignete Stroemungsverhaeltnisse vorfinden wuerden, schleppten wir vorher noch ein bisschen auf Lachs an der Bank. Martin erwischte einen kleinen Chinook, der zwar massig war aber in dieser Kleine uninteressant fuer uns war. Sonst konnten wir nichts weiter an den Haken verfuehren auch wenn ein anderes Boot ueber Funk von besseren Fischen berichtete. Aber als wir diesen Funkspruch erhielten, war es schon kurz vor 11:00 Uhr.

Ich sah wie schon eine Anzahl anderer Boote ihre Anker auf dem westlichen Abhang der Bank ablegten. Tatsaechlich war die Stelle, die ich eigentlich anpeilte schon belegt. Ich hatte aber eine Ausweichstelle, an der ich zu den gegebenen Bedingungen schon einmal erfolgreich war. Zwar verpasste ich den kleinen Unterwasserberg als die Stroemung mich unerwartet schnell darueberhinwegtrieb und ich blieb in etwas tieferem Wasser haengen als geplant, jedoch beschloss ich da trotzdem auszuharren. Der Duftsack wuerde sie schon zu den Koedern fuehren!

Wir versuchten es erst mit 500g Bleien aber es bestand keine Chance den Boden in ueber 100m Tiefe so zu erreichen. So griffen wir zu den schwersten Geschuetzen, die wir an Bord hatten: 1 kg und 1.1 kg Bleie. Ich mag nicht so schwer fischen, besonders wenn es so tief ist und sich noch Dornhaie herumtreiben koennen, aber sobald die Stroemung nachliess, konnten wir ja auch leichteres Geraet umstellen.

Schnell waren die Heringe montiert und ausgelegt. Ich war ueberrascht wie stark die Stroemung noch zog und liess an dem 1 kg Blei immer wieder Schnur nach um sicher zu gehen, dass der Koeder in Grundnaehe war. Die Schnuere liefen in ca. 45 Grad Winkel hinten hinaus – dadurch war eine Menge Schnur von den Rollen und an der einen Rolle sah ich, dass die Schnur weiter unten nicht ganz sauber verlegt war. Ich liess jetzt eine Menge weitere Schnur von der Rolle um die Schnur dann gegen den Stroemungsdruck wieder sauber einzuholen. Als ich an den Punkt kam wo ich wieder direkten Kontakt zur Endmontage herstellte, hing der Koeder fest. Mist, dachte ich! Ich zog so hart das Geraet erlaubte und...siehe da es kam ein kleines Stueck!

Es war sauschwer aber es war kein lebendiger Widerstand fuehlbar. Altes Berufsfischerzeug? Kommerzielle Krabbenfalle? Oder altes verrostetes Ankergeschirr? Es war so schwer, dass es meine Rute und Schnur an die Belastungsgrenze brachte und ich manchmal fuerchtete die Rute wuerde brechen. Aber ES kam Zentimeter und Zentimeter. Die Aussicht bei ueber 100 m Tiefe war da nicht sehr rosig und nach 20 Minuten war ich kaputt vom Pumpen und bereit die Schnur zu kappen um wieder zum Angeln zurueckzukehren. Aber die drei Jungs waren nun neugierig was da dran hing und spornten mich weiter an. Es muss wohl eine halbe Stunde gedauert haben, bis etwas unfoermig Rotes weit hinter dem Boot in Oberflaechennaehe auftauchte: Oktopus! Und kein Kleiner!

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Na das war ja eine Ueberraschung und es herrschte Aufregung auf dem Boot. Ich zog das Biest nun ganz heran und hier lag nun ziemlich benommen ein vielleicht 30 – 50 kg Oktopus. Die 6 langen Fangarme waren jeder mindestens 1 m lang und der ballonartige Kopf vielleicht 60 cm im Durchmesser. So einen grossen Kerl hatte ich auch noch nicht lebendig gesehen. Die Haken hingen ganz in der Naehe der schnabelartigen Mundoeffnung – sollten sich aber leicht entfernen lassen wenn er nur still hielt. Wir hatten keine Ambition den Kerl zu toeten – manche esses wohl Oktopus aber es ist wohl ganz schoen viel Vorbereitungsarbeit noetig um das zaehe Lederfleisch geniessbar zu machen. Und fuer Heilbuttkoeder mochte ich so eine imposante Kreatur auch nicht toeten.

Gluecklicherweise war der Oktopus wohl vom Druckunterschied etwas benommen und wedelte nur leicht mit den Fangarmen so dass ich die Haken recht muehelos entfernen konnte. Die einzige Gegenwehr waren einige Schuebe Tinte die Gott sei Dank im Wasser blieben und nur das Wasser ein paar Male einnebelten. Die Jungs schossen eine Menge Fotos und dann liess ich den Kerl wieder frei und er schoss elegant in grossen Pumpzuegen wieder in die Tiefe. Na dass war ja mal ein nichtalltaegliches Abenteuer! Aber ich war nach diesem Gewichtheben kaputt und sagte den Jungs, dass ich heute nichts mehr hochkurbelte!

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Nach einiger Zeit Wartens liess die Stroemung ploetzlich nach und wie auf Kommando zog es die linke Rutenspitze etwas nach unten – dort blieb sie fuer 2 Sekunden stehen bis sie sich dann stetig immer tiefer verneigte. Herbi war gleich dran und schnappte sich die Rute und zog dagegen. Hing! Der Fisch war gleich von Anfang an sehr munter und zog ordentlich Schnur von der Rolle. Ich liess Fred die andere Rute einholen, falls es sich um ein wirklich grossen Butt handeln sollte. Nach und nach bekam Herbi den Fisch unter Kontrolle und gewann Hoehe. Ein paar Mal fiel es dem Fisch nochmal ein Richtung Grund zu steuern aber dann liessen seine Kraeft nach und Herbi pumpte den Butt nach oben. Nach dem beherzten Drill hatte ich etwas mehr erwartet aber mit ca. 20 Pfund war ich auch nicht unzufrieden.

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Harpuniert und aussen am Boot festgezurrt und abgestochen – war schon wie Routine. So um die 30 Heilbutte mussten wohl dieses Jahr schon auf Red Hots Rechnung gegangen sein. Leider kaum einer von wirklich nennenswerter Groesse. Masse statt Klasse dieses Jahr! Aber ich freute mich mit den Jungs – der Schneider war schon verhindert und alles was jetzt noch kam war nur noch Sahne obendrauf!

Die Stroemung ging nun fast auf Null zurueck und wir montierten leichtere Gewichte. Es tat sich aber erst einmal nichts mehr. Wir doesten in der Sonne und das Boot schaukelte leicht in den seichten Wellen. Ein paar Whalewatcherboote hielten nicht weit von uns Richtung Amerika und wir konnten auch die Rueckenflossen und die Atemfontaenen einiger Orcas erkennen. Leider kamen die Wale nicht dichter an unser Boot heran. Ich nickte etwas ein und wurde durch ein Gepolter geweckt als Fred zu seiner Rute sprang weil er einen Biss gesehen hatte. Als er anzog, hing allerdings nichts dran. Ich riet sofort wieder herabzulassen – was er auch tat und tatsaechlich schien sich wieder etwas fuer den Koeder zu interessieren.

Nach ein paar Rucken zog Fred erneut an und schien den Fisch wieder verpasst zu haben. Er kurbelte nun ein um den Koeder zu kontrollieren. Ich doeste wieder ein als Fred ploetzlich rief: “Butt!”. Ich sprang auf und es lag wirklich ein kleiner Butt neben dem Boot. Fred hatte gar nicht gesagt, dass er was am Haken hatte. Er war wirklich nicht viel groesser als vielleicht 12 Pfund aber wir wollten einen Butt fuer jeden und da kann man nicht so waehlerisch sein. Gaff und zack war die Sache erledigt. Nummer zwei.

Dann hatten uns augenscheinlich ein paar Dornhaie gefunden denn beide Rutenspitzen zuckten nun in regelmaessigen Abstaenden. Martin erwischte wohl auch einen und liess ihn wieder frei. Dann sah ich wieder die linke Rutenspitze verdaechtig stehenbleiben – ich warnte Herbi – als sich die Rute ploetzlich tief verneigte. Fred rief Herbi zu erst einmal in den Fisch hineinzukurbeln bevor er die Rute aufnehmen sollte. Gesagt, getan und schon war Herbi wieder im Buttdrill. Der machte diesmal nicht so viel Alarm und nach paar Minuten hatte Herbi einen vielleicht 15 Pfuender an der Oberflaeche. Gaff, abschlagen, festzurren und ausbluten waren nun schon geuebte Handgriffe.

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Kurz darauf nahm die Stroemung wieder zu und es war auch Zeit heimzukehren. Da war uns doch eine ordentliche Revenge fuer unseren vorherigen Schneidertag gelungen! Jeder der drei konnte sich ein paar schoene Filets in das Gefriergepaeck fuer zu Hause einpacken! Und die Oktopusgeschichte obendrein! Toller Tag!

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Beitragvon Schimpi » 18.09.2013 - 22:46

Krass !!!! :shock:
Was für ein Krake. ;)
ich hätte schiss den einfach mal so anzupacken. :lol:

Ansonsten natürlich Petri zu den Butts und selbstverständlich vielen Dank für den schönen Bericht. :D
Wir müssen eindeutig aufhören so wenig zu angeln !!!

P.S.: Diese Info wurde auf 100% recycelten Datensätzen geschrieben und ist nach der Löschung sämtlicher Buchstaben und Zahlen erneut verwendbar.

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Beitragvon rhinefisher » 19.09.2013 - 6:41

Hi! Was hat der Mann da für einen lustigen Griff an seiner Rute??
Ansonsten klasse Bericht!
Aber das kennen wir ja nicht anders von Dir.... :D .
Petri
DEUS LO VULT !

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Beitragvon cohosalmon » 19.09.2013 - 17:50

rhinefisher: Scotty macht die Griffe die man an die Rute anbringen kann:
http://scotty.com/fishing-gear-equipmen ... Handle.htm

Wenn man mit groesseren Multirollen lange und Schweres pumpen muss, dann ist es recht muehsam die Rute vom Hin-und Herkippeln durch die Kurbelaktion zu bewahren. Mit diesem Griff kann man die Rute viel besser ruhig halten waehrend man pumpt und kurbelt. Kann ich nur empfehlen fuer z.B. Norwegenangler.

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Beitragvon rhinefisher » 20.09.2013 - 6:48

Yo - nicht schlecht.
Ich mußte mir soetwas selber bauen.
Werde ich gleich mal bestellen.
Petri
DEUS LO VULT !

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Beitragvon cohosalmon » 31.10.2013 - 0:39

Auch ich muss mich momentan an Erfolgen anderer erfreuen. Hier mal ein cooles Video von um die Ecke:

http://www.youtube.com/watch?v=XV6m2iNEazk&app=desktop