Lachsangeln Victoria/Sooke, BC, Kanada

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Gruni
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Re: Lachsangeln Victoria/Sooke, BC, Kanada

Beitragvon Gruni » 29.10.2019 - 23:45

Wie üblich von cohosalmon ein Weltklasse-Bericht! :clap:
Und wie schon angemerkt juckt es mir auch in den Fingern wenn ich hier die Cormorane sehe...die weißgeschi... Bäume, teilweise sind hier ganze Baumgruppen und Inseln weiß und komplett Tod...Naturschutz ist absolut wichtig, da gibt es nix dran zu rütteln!
Aber ab und an sollte man die Auswirkungen auch mal hinterfragen und evtl. mal an einer Stellschraube drehen!
Thema aufsteigende Fische beangeln....ich persönlich war zwar noch nicht in BC, aber nachdem was ich von Freunden die vor Ort waren gehört habe geht es da augenscheinlich um ganz andere Mengen!
Wir hier freuen uns wenn mal eine MeFo oder am Ende sogar mal ein Lachs im Main ankommt!
Wenn da dann draufgehauen wird ist das`ne etwas andere Oper...
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26.10.2019; Cowichan River

Beitragvon cohosalmon » 30.10.2019 - 23:58

Fuer einen kurzen Augenblick hatte der Cowichan River seit fast einem Jahr mal wieder Wasserstaende die eine Befahrung mit dem Driftboot zuliessen. Es war ein unglaubliches Trockenheitsjahr fuer diesen Fluss speziell. Ende diesen Sommers mussten sogar gewaltige Pumpen in den Cowichan Lake eingesetzt werden um wenigstens einen Minimalabfluss ueber das Wehr zu gewaehrleisten. Sonst waere dieser tolle Fluss doch tatsaechlich trockengefallen. Am Pegel Lake Cowichan braucht man mindestens 1.2 m um ein Driftboot vernuenftig einsetzen zu koennen. Letzten Samstag war es soweit; gerade so 1,2 m. Meine eigene Anglerbrut hatte leider andere Verpflichtungen aber Alec und sein Vater Ian wollten gerne mit. Ich wollte nur ein paar der oberen Flusskilometer driften/rudern um erst einmal ein Gespuer fuer den Fluss zubekommen. Ich war ja trotz des diesjaehrigen Montanaausfluges immer noch ein Anfaenger wenn es um’s Flussrudern ging. Die lange, ca. 10-12 km Drift bis zu den Skutz Faellen war mir noch zu gross und ich hatte auch vor dem heiklen Ausstieg nur paar Meter oberhalb der Faelle noch gehoerigen Respekt.

Ich fragte den hiesigen Angelladenbesitzer ob ich sein Flussgrundstueck zum Herausholen benutzen konnte und bekam sein ok. Die vermieten da eine schoene Huette an Angler und Wildnisurlauber. Die Strecke von der Einlasstelle bis zur Anglerhuette war etwa 4 Kilometer. Da wir mit 2 Autos unterwegs waren, war die Logistik diesmal einfach. Fuer zukuenftige Trips werde ich ein altes Mountainbike an einen Baum ketten um damit wieder zum Auto/Anhaenger zurueckzupendeln. Trotz des rauen Gelaendes an der Einlasstelle bekamen wir das Boot gut ins Wasser. Wir sahen schon etliche Lachse im Wasser bei ihrem Laichgeschaeft. Zu dieser Zeit sind die Flussforellen besonders aktiv und eine Menge groesserer Forellen aus dem grossen See lassen sich nun auch in den Fluss treiben – alle wollen Lachseier stehlen. Mit der Fliegenrute und einem Eiimitat ist das ein Riesenspass um diese Zeit. Alles nur Catch&Release und im oberen Flussabschnitt auch nur mit Fliegenausruestung erlaubt.

Die Ruderei funktionierte prima. Ich kam gut zurecht mit Boot und Ladung. Auch der selbstgebaute Anker hielt einwandfrei in selbst sehr zuegiger Stroemung. Der Cowichan war schon ein bisschen anspruchsvoller und schneller stroemend als der Bighorn River in Montana. Einmal kamen ein paar Spritzer ueber uns als ich durch die 1 m hohen stehenden Wellen einer Stromschnelle fuhr. Ich fuchste mich aber gut ein und fand fast immer die Ideallinie. Einmal wurde es bisschen knapp an einer schnellen Aussenkurve als wir uns schon unter die ueberragenden Baumaeste ducken mussten bevor ich uns wieder vom Ufer wegbekam. Und einmal holperten wir an einer flachen Rieselstrecke ueber paar Steine was dem robusten Aluboot aber nicht viel ausmachte. Bezeugte aber, dass 1,2 m aber auch wirklich der Minimalwasserstand fuer eine vernuenftige Drift war. Alles weniger wuerde eine einzige Holperpiste sein. Wir fingen 11 oder 12 Regenbogenforellen; allerdings waren keine richtig Grossen dabei. Auch keine der beruehmten Cowichan Bachforellen schien zu Hause zu sein. Aber wir waren zufrieden mit diesem ersten Versuch auf eigene Faust!

Beim Herausholen mussten wir etwas improvisieren weil ich den Anhaenger nicht die steile Boeschung hinuntergeschoben bekam. Aber mit 3 kraeftigen Kerlen und einer V8 Zugmaschine kriegt man so einiges hin. War ein toller Spass bei herrlichem Herbstwetter. Wir brauchen nun mehr Regen!

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Re: Lachsangeln Victoria/Sooke, BC, Kanada

Beitragvon cohosalmon » 14.11.2019 - 22:08

Waehrend ich auf meine naechste Angelgelegenheit warte, bin ich auf dieses Video gestossen. Ich habe von dieser Art der Lachsfischerei nun schon ein paar Mal gehoert - das scheint sich so zu einer neuen Mode zu entwickeln: Chinooks mit Lebendkoeder an der Posenmontage. Dabei gab es schon sehr aehnliche Techniken in der Vergangenheit. Als es Heringe noch in rauen Mengen gab, war hier an der BC Kueste das Mooching mit Lebendhering das Mass aller Dinge. Aus dieser Zeit (50-80ger) stammen die Mooching-Rollen, die heute zur Downriggerfischerei eingesetzt werden. Viel Spass!

https://www.youtube.com/watch?v=UuIbhRM ... =emb_title

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Re: Lachsangeln Victoria/Sooke, BC, Kanada

Beitragvon Argail » 15.11.2019 - 7:03

Interessantes Video, danke fürs Teilen.
Ein Mann muss tun,was ein Mnommnommnommann tun muss!!!

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1.3.2020, Victoria

Beitragvon cohosalmon » 08.04.2020 - 1:56

Habe schon eine Weile nichts mehr berichtet aber ich glaube in der jetzigen weltweiten Situation ist ein klein wenig Ablenkung und Aufmunterung dringend angebracht. Den Fischen geht’s naemlich prima und die fressen noch wie immer; also sollte man sie auch beangeln wie immer – eine kleine Welt, die im Moment vielleicht noch etwas Normalitaet bieten kann. Ok, nicht ganz, Angeltrips mit Freunden und dicht zusammen auf einem Boot sind momentan tabu aber alleine oder mit den Kindern ist noch drin.

Am 1.3. wurde die Heilbuttschonzeit beendet und da Wind und Gezeiten gut aussahen an dem Tag, wollte ich auch gleich mal probieren was die 2020 Heilbuttsaison zu bieten hatte. Mein Sohn Alex kam mit und war auch gleich begeistert, als die Grundruten ruckzuck von den Dornhaien bearbeitet wurden. Aber der Spass wurde bald eine regelrechte Qual und nach 3 Stunden und vielleicht 50 hochgekurbelten Haien brachen wir ab. So wurde das nichts mit Butt. Leider waren die Berichte seitdem nicht sehr vielversprechend – nur vereinzelt wurde hier und da ein Butt gefangen. Aber die Saison ist noch lang – ich bin mir sicher, ich kriege noch paar gute Gelegenheiten.

Nachdem wir die Buttruten weggepackt hatten und den Anker eingeholt hatten, fuhr ich uns zur Constance Bank um vielleicht einen Winterlachs abzufassen. Auch hier waren die Berichte nicht sehr rosig – aber es waren auch nicht sehr viele Angler unterwegs. Wir haengten schlanke Blinker an die Ruten und liessen sie am Downrigger auf Bodennaehe runter. Ein Guideboot fischte neben uns – das war noch bevor die strengen Distanzierungsregeln ueber uns hereinbrachen und Gruppenangeln ok war – und die hatten ploetzlich Bewegung an Deck. Nur kleine, untermassige Lachse wie wir beobachten konnten und der Schwarm schien nun auch unsere Koeder gefunden zu haben. Erst Alex und dann auch ich hatten einen dieser kleinen Zuppler dran.

Dann ruckte die linke Rute etwas kraeftiger und Alex meinte auch der koennte etwas groesser sein. Leider verlor er den Kontakt schon Sekunden nach dem Biss. Aber das machte Hoffnung. Ich zog unsere Bahn jetzt dicht an einer Kante entlang, an der das Wasser von 30 m auf 70 m abfiel. Da ruckte die rechte Rute los und ich ergriff die Rute zuerst. War auch nichts Grosses aber der Fisch war kraeftiger als das Kleingemuese vorher. Ich brachte einen vielleicht 50 cm Chinook ans Boot – hm, ok, weil es der erste Keeper in 2020 war, ging er mit. Vielleicht konnten wir ja noch was dazupacken damit es sich auch lohnte, das Filetiermesser einzusauen. Wir hatten noch 1 oder 2 Fischkontakte, die sich aber alle wieder wie Winzlinge anfuehlten bevor sie wieder verfrueht losliessen. Wir sahen auch auf den anderen Booten keine nennenswerte Aufregung.

So beschloss ich noch eine Runde vor Downtown Victoria und der Hafeneinfahrt zu drehen. Dort waren schon einige Boote in der bekannten hoch-und-runter-Schleife. Die meisten Angler konzentrierten sich auf die 40-50m Tiefenlinien. Wir reihten uns ein und schaukelten uns langsam Richtung Mole und Hafeneinfahrt. Ein Arbeitskollege und sein Vater kamen uns entgegen – sie zuckten nur mit den Schultern – hiess nichts Vorzeigbares. Auf dem Echolot war aber auch gar kein Leben zu sehen. Dann, direkt vor der Hafeneinfahrt, wo ich nicht gerne laenger herumhaenge weil hier die Schiffe und Wasserflugzeuge rein-und rauskamen und nicht gerade viel Ruecksicht auf Angelboote nahmen, war ploetzlich der Echoschirm voll! Ein riessiger Futterschwarm von 20m bis zum Grund bei 45m – und dass ueber eine Flaeche von einem halben Fussballfeld. Wir sahen auch eine Robbe – die wusste wohl auch was da unten los war, war allerdings auch fuer uns ein Risiko falls wir jetzt eine Biss bekamen. Ich drehte 2 scharfe Kreise durch und um die Futterwolke – allerdings konnten wir keine Bisse provozieren. Wir fokusierten unsere Koederpraesentation im unteren Tiefenbereich – hoffend, dass die Lachse von unten nach oben jagen wuerden. Soviel die klassische Theorie.

Unsere Zeit lief ab und ich mahnte zum Aufbruch. Ich holte eine Rute rein und fing an alles zu verstauen. Alex loeste seine Rute vom Downriggerclip aus und liess den Blinker nacho ben trudeln. Ploetzlich rief er “Biss! Fish On!” Ich dachte erst er will mich verarschen aber dann sah ich doch eine vielversprechende Biegung und Rucke in seiner Rute. Gibt’s ja nicht! Beim Hochholen. Hatten wir etwa zu tief geschleppt und die Lachse frassen weiter oben?

Alex brachte den mittelprachtigen Chinook ohne Robbenbelaestigung ans Boot und ich sackte ihn ein. 52 cm, unser Groesster heute – keine Material fuer die Blinker-Titelseite – aber mit dem anderen 50ger wenigstens etwas zum Verwerten in der Kueche. War gut mal wieder rauszukommen!

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Re: Lachsangeln Victoria/Sooke, BC, Kanada

Beitragvon Thorben » 08.04.2020 - 8:47

Petri! Und vielen Dank für den ausführlichen Bericht! :clap:

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Re: Lachsangeln Victoria/Sooke, BC, Kanada

Beitragvon Valestris » 08.04.2020 - 9:12

Dickes Petri und danke für den tollen Bericht :clap:
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28.3.2020; Victoria

Beitragvon cohosalmon » 08.04.2020 - 23:27

Am 28.3. hatte ich mich dann nochmal solo auf den Weg zu den Lachsgruenden gemacht. Eine gute Form der Selbstisolation auf meinem Boot. Merkwuerdig leere Strassen, die Marinagebaeude waren verschlossen, der RV Park verriegelt und still. Keiner da um die Rampengebuehr zu kassieren. Ein - zwei andere Boote machten sich auch auf’s Wasser. Man winkte sich still zu. Ein guter Bekannter, Roy, einer der Top Guides in Sooke/Victoria kam von seinem Boot am Dock zurueck und sah mich. Ich schaute ihn nur fragend an; “Was soll ich sagen? Ich bin ruiniert, muss wohl bald das Boot verkaufen. Willst Du es haben?”, fragte er. Kann nicht arbeiten, sitzt arbeitslos zu Hause und schaut ein-zweimal die Woche nach seinem stillgelegten Boot in der Marina. Ein traurige Welt an Land. Brrrr

Auf dem Wasser sah es dann wieder aus wie immer. Und hoffentlich hatten die Lachse auch Lust zum Spielen. Ich wollte eigentlich zur Whirl Bay vor Pedder Bay fahren aber Roy hatte mir Constance Bank ans Herz gelegt. Da wuerde er hinfahren, wenn er raus duerfte. Hm, den Tipp eines Top Guides kann man nicht so einfach in den Wind schiessen. Er hatte recht; bei Ebbe fischt sich die Westseite der Bank gut: die Stroemung schob allerlei Futter von der Oberseite der Bank ueber die Kante ins Tiefe im Westen. Da standen die Fische an der Kante und liessen sich das Futter in die Maeuler spuelen. Ok, ich war ueberzeugt. Musste sowieso den Motor etwas bewegen.

Ich dueste ueber das leicht gekraeuselte Wasser und nach 15 Minuten kam ich an der Bank an. Ein grosses Containerschiff ankerte genau oben im Flachen. Die Warenabfertigung im Vancouver Hafen war arg gedrosselt und so parkten die wartenden Frachtschiffe ueberall im kuestennahen Bereich an guenstigen Stellen. Zwei-drei andere Boote bearbeiteten schon die Kanten. Eines driftete lautlos in der Stroemung und Mann und Frau pilkten friedlich Seite and Seite. Das sah auch erholsam aus. Die anderen Boote schleppten – wie ueblicherweise mit Downriggern. Im Winter/Fruehling fischt man noch tief – mindestens 30m tief.

Ich liess wieder die gleichen schlanken Blinker wie letztes Mal runter nachdem ich die Glow-Streifen aufgeladen und die Blinker mit Heringsoel eingesprueht hatte. Kein Trick auslassen! Den Cohokillerblinker liess ich direkt auf den Grund ab, den anderen etwa 5 m darueber. Dann drehte ich die Bootsnase in die Stroemung und tuckerte stromauf gaaanz langsam an der Kante entlang. Manchmal zog ich ein bisschen weiter ins Flache wo ich dann die Koedertiefen nachstellen musste und hin und wieder schoss ich mal ueber die Kante ins Tiefe hinaus wo es schnell von 30 m auf fast 100m abfiel. Bequehmer war zwar genau die gleiche Tiefenlinie beizubehalten da man so die Ruten unveraendert lassen konnte aber wenn nun die Fische nicht genau bei 40 m standen? Ich wollte heute nicht faul sein.

Als ich nach einer halben Stunde mal wieder einen kleinen Abstecher ins Flache machte, sah ich die tiefe Rute auf dem Boden auftreffen aber gleich danach kam ein noch kraeftigerer Ruck, noch einer und dann loeste die Rute aus. Whoaaa, fish on! Ich schnappte mir die Rute und schlug an und fuehlte sofort guten Widerstand. Ich drehte die Bremse auf Drillstellung und liess den Fisch ersteinmal abziehen. Ich stellte den Downrigger auf hochkommen und machte schon den Kescher griffbereit – musste die Augenblicke nutzen um alles auf Sololandung vorzubreiten – ich konnte die ersten Sekunden eh nichts anderes machen als den Fisch sich austoben lassen. Das war ein guter Fisch, das war mir hier schon klar. Dann blieb der Fisch stehen und ich konnte Druck machen. Gelegentliche Kopfstoesse liessen mich wissen, dass der Fisch noch dran war. Wieder ein Ruck und….ich kurbelte schneller, und schneller…und konnte keinen Widerstand mehr finden. Mist! Losgekommen! Das schmeckte mir gar nicht – das war mein bester Fisch dieses Jahr – bis jetzt.

Aber eines hatte mir der Biss gezeigt, meine Strategie schien nicht ganz falsch zu sein. Also machte ich weiter. Vielleicht eine weitere halbe Stunde spaeter driftete ich mal ins Tiefe und ich war gerade dabei die bodennahe Rute etwas herabzulassen, als ich im Augenwinkel ploetzlich die andere Rute wie wild rucken sah. Es riss fast die Rute aus dem Halter! Ich hechtete zur anderen Bootsseite und riss die Rute raus. Anschlagen ging gar nicht mehr - ich konnte nur die Bremse lockern und die Schnur losrasen lassen. Wow, der hatte Power! Nach vielleicht 15 Sekunden stoppte der Fisch und ich begann zu kurbeln. Wurde aber gleich wieder unterbrochen von einer weiteren rasanten Flucht. Der war sicher ueber 10 Pfund; vielleicht so gar viel groesser. Dann drehte der Fisch ploetzlich und kam auf’s Boot zu geschossen.

Ich musste in diesem Moment aufpassen denn ich hatte vollkommen Kurs verloren und kam wieder ueber flacheres Wasser und meine erst kuerzlich tiefergestellte andere Rute schlug hart am Grund auf und es bestand die Gefahr, dass sich das Downriggergewicht irgendwo am Grund festhakte. So war ich kurz abgelenkt und brachte das Geraet in Sicherheit wahrend ich die fischlastige Rute einfach nur in der linken Hand hielt. Als ich mich wieder um meinen Fisch kuemmern konnte, war kein Druck mehr auf der Rute. So ein Sch….! Jetzt war ich aber wirklich aergerlich! 2 schoene Fische hintereinander zu verlieren? Was war denn nur mit meinen Haken los? Eine Kontrolle ergab – sauscharf und vollkommen ok. Bedienungsfehler? Pech? Coronaseuche?

Ich machte weiter wo ich unterbrochen worden war. Ich zog jetzt mal eine groessere Schleife ins Flache dicht an das Frachtschiff heran. Wenn man mal so dicht neben so einem Ozeanriesen steht, merkt man erstmal wie riessig so ein Schiff ist. 5m von dessen Ankerkette wuerde mein Boot warscheinlich schon ueberladen. Hungrige Lachse schien es hier aber nicht zu geben. Ich sah zwar hin und wieder mal vielversprechende Einzelechos in Bodennaehe, hatte aber keine Anfasser. So schwenkte ich schliesslich wieder zur Kante hin wo 2 andere Boote dicht hintereinander schleppten. Ich fuhr gerade wieder ueber die Kante als die flachere Rute wieder kurz ruckte, und dann sofort aus dem Clip ausloeste und wild zu reissen anfing.

Gibt’s ja nicht – heute kamen alle Bisse hammerhart. Kein Rumzuckeln und so – Biss und ab! Ich schlug ordentlich an und die Rute bog sich anstaendig durch. Der Fisch setzte zwar nicht zu einer laengeren Flucht an aber sausste hin und her – mal musste ich paar Meter Schnur geben, dann wieder einholen, dann stand er stur tief und schuettelte nur den Kopf. Nach und nach arbeitete ich den Fisch hoch. Die anderen beiden nahen Boote machten einen Bogen um mich und feuerten mich an. Diesmal hielt ich mein Boot im tiefen Wasser und ich musste mich nicht um die zweite noch eingesetzte Rute sorgen. Mir war schon bisschen mulmig vor der Sololandung – den konnte ich einfach nicht vergeigen! Da der Lachs nicht viel gefluechtet war, kam er noch relativ frisch neben das Boot. Kein Riese aber ein schoener Kerl, dachte ich als ich ihn das erste Mal sah. Und nun tobte er kurz hinter oder neben dem Boot. Ich hatte die Kescherstange auf 1.5 m ausgefahren aber immer wenn ich den Kescher ueber den Bootsrand schob, erschrak der Lachs und raste wieder davon. Das ging 4 oder 5 Mal so und mir wurde schon bange, dass irgendwann bald mir der Haken um die Ohren fliegen wuerde und der Fisch verloren ginge. Jetzt, jetzt hielt er fuer eine Sekunde still und schnappte Luft. Ich kurbelte Schnur bis der Flasher fast am Spitzenring sass, zog die Rute steil hoch und zurueck und riss den Fisch so ans Boot heran. Mit meiner rechten Hand schob ich den Kescher blitzschnell dem Fisch entgegen – schaufelte Rahmen und Netz darunter und wippte die Stange an der Bordwand nach oben. Der Lachs war im Netz! Jawoll! Gewonnen!

Ich tanzte erstmal ein paar Huepfer um dem schoenen Lachs. Nicht sehr lang aber kraeftig war er! 66 cm und knapp 8 Pfund. Dafuer hatte er ganz schoen Betrieb gemacht oder ich hatte vergessen wie sportlich Lachse kaempfen! Nachdem ich den Fisch versorgt hatte, machte ich noch ein Weilchen weiter, konnte aber nichts mehr erwischen. Bald dueste ich wieder zurueck zur Pedder Bay aber anstatt direkt in den Fjord zur Marina zu fahren, machte ich noch einen Stopp an der Fljordmuendung und schleppte noch ein Stueck des Weges. Alles war ruhig bis das Echolot ploetzlich einen Stapel Fische an einem kleinen Unterwasserberg anzeigte. Bestimmt Felsenbarsche, dachte ich. Meine Koeder mussten bald direkt durch diesen Stapel durchgezogen werden. Und da ging es los – erst die rechte Rute die losruckelte und dann auch noch die zweite obwohl beide um die 10 m versetzt waren. Leider nur halbwuechsige Felsenbarsche die wieder schwimmen durften. Aber gut zu wissen, dass die Technik funktioniert! Ich packte dann aber zufrieden ein. Auch wenn es kein Action gepackter Tag gewesen war, die paar Bisse die ich gehabt hatte, waren alle ein kleiner Thriller gewesen. Mit einem Helfer an Bord waeren sicher ein oder sogar zwei Fische mehr in der Kiste gewesen. Aber 3 Stunden Ablenkung von der unschoenen Situation an Land waren eine angenehme Abwechslung fuer meine Seele gewesen. Bald wieder, hoffe ich!

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Re: Lachsangeln Victoria/Sooke, BC, Kanada

Beitragvon Thorben » 09.04.2020 - 9:53

Klasse! Petri! Ich finde es erstaunlich, dass du bei Fischkontakt angefeuert wirst! Als ich das letzte Mal gedrillt habe und endlich den fehlgehakten Brassen gelandet habe, durfte ich nur erleichtertes Lachen und ein fröhliches "Glück gehabt, ist nur ein Brassen" hören. Da habt ihr wohl eine andere Mentalität, die mir persönlich deutlich besser gefällt :D

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6.4.2020; East Sooke

Beitragvon cohosalmon » 16.04.2020 - 0:30

Habe zwar nichts weltbewegendes Neues zu berichten aber in diesen Zeiten der Corona-Tristesse kann ein bisschen Abwechslung nicht schaden. Da meine Bootsanhaengerbremsen mir wiedermal Probleme machten, musste der Haenger in die Werkstatt – aber ohne Boot. So hatte ich Max Waldi in der Cheanuh Marina in East Sooke einen Liegeplatz ueber das lange Osterwochenende gefunden. Die Marina war noch halb leer und hatte auch momentan den Slip-Betrieb eingestellt. Nur wer sein Boot in der Marina hat, durfte die Anlagen benutzen.

Ich mache das nicht oft, mein Boot in einem Hafen im Wasser lassen. So fuehlte ich mich verpflichtet jeden Tag mal nachzuschauen ob alles ok war. Ist natuerlich eine klasse Ausrede viel mehr Zeit am Boot und auf dem Wasser zu verbringen! Ich lasse teures Angelzeug nicht gerne sichtbar am oder im Boot waehrend ich nicht dabei bin. Ich kann zwar Zeug in der Kabine einschliessen und habe das auch mit Downriggern und Koederboxen etc. gemacht, aber GPS und Echolotgeraete baue ich nicht extra ab. Aber es ist auch mal schoen einfach zur Marina zu fahren, auf’s fast fertige Boot zu steigen und einfach loszufahren und das Boot danach ohne grosse Putzaktionen wieder abzustellen. Insgesamt spart man zwar nichts an Arbeit weil nach einem laengerem Salzwasserliegeplatz eine umso gruendlichere Putzaktion ansteht, aber fuer die paar Tage war es schoen einfach und bequehm.

Wir hatten ein herrlich sonniges und warmes Osterwochenende mit Temperature bis zu 20 Grad. Leider war es aber auch recht windig. Samstag hatte ich gar nicht erst den Dock verlassen wegen des Windes. Sonntag Vormittag ging noch und ich fuhr eine gute Strecke bis zur Trap Shack mit Lachsblinkern im Schlepptau. Hatte 2 untermassige Chinooks und ein paar kleine Felsenbarsche aber nichts zum Vorzeigen. Ab 14:00 Uhr kam dann ploetzlich eine Windfront vom Westen und jagte mich aber schleunigst wieder in den Stall.

Am Montag war ich wieder morgens beim Boot und diesmal sollte der Wind ruhig bleiben. Ich fuhr mal zur Whirl Bay um dort paar Lachse aufzustoebern und fand nach einiger Zeit auf der 45 m Tiefenlinie ein paar hungrige Winterlachse. Der erste war der Beste – so um die 6 Pfund und ich hatte ihn schon fast im Kescher als der Haken herausflog. Nach einer halben Stunde kam der naechste Biss in der gleichen Gegend und diesmal kam der Haken schon nach paar Sekunden los und ich hatte noch keine richtige Vorstellung wie gross der wohl gewesen sein koennte. Ich verpasste noch ein paar Bisse und brachte noch allerlei kleine Bodenfische nach oben wie Mini-Lingcods oder eine kleine Scholle. Zu meiner Ueberraschung hing ploetzlich auch ein kleiner Dorsch am Blinker. Von denen hatte ich schon lange keinen mehr gefangen. Es gab Jahre, da waren grosse Schwaerme der Jung-Dorsche hier vor Sooke und Victoria. Meistens nur so 30-40 cm lang und kaum lohnend zur Verwertung. Beim Heilbuttangeln hatte ich ueber die Jahre den einen oder anderen guten Dorsch erwischt – so 10 – 15 Pfund, aber das waren auch nur vereinzelte Zufallsfaenge. Wann und warum diese Dorschfaenge manchmal auftraten, weiss hier niemand so richtig. Ist kein Fisch auf den Angler hier in BC gezielt ansitzen.

Und so war die Angelei an diesem herrlichen sonnigen Ostermontag zwar abwechslungsreich aber kuechenmaessig brotlos und wegen der geringen Groessen auch ziemlich unsportlich. Als die Ebbstroemung nachliess und sich die Slack-Zeit anbahnte, holte ich mal die Pilkrute raus. Vielleicht ging ja da was und Pilkangeln war definitiv aktiver als Schleppangeln. Ich stoppte erst ueber den Stellen am Kiesplateau wo ich die Lachsbisse gehabt hatte und pilkte munter drauflos. Da tat sich aber gar nichts ausser noch einer kleineren Scholle. Dann fuhr ich dichter an die Church Rock Insel und liess den Pilker vor dem Felsriff hinab – und von da an war die Pilkrute non-stop krumm. Die ersten und gierigsten Abnehmer waren kleine und mittlere Gelbschwanz-Felsenbarsche, die fast wie Suesswasser Schwarzbarsche aussehen. Einige haetten sich vielleicht schon gelohnt mitzunehmen aber es war noch Felsenbarschschonzeit bis 1.5. Auch Lings waren noch geschuetzt. Von denen hatte ich auch einige im Mini-Format (~30 cm). Auch ein paar Kupferfelsenbarsche. Fast jeder Pilkablass provozierte innerhalb von Sekunden einen Biss oder Fang. Das war ein Spass! Und dann war ploetzlich die Rute voll-krumm! Eine Sekunde dachte ich noch Haenger aber dann kam etwas Schweres ein bisschen hoch. “Yeeesssss! Mal war Grosses!” freute ich mich. Mal sehen war das war. Hoffentlich ein Heilbutt. Die konnte man behalten. Aber ich vermutete eher ein ordentlicher Lingcod, was zwar Spass machte aber wieder zurueck musste. Langsam pumpte ich den Kerl Meter um Meter hoch. Die sensible Pilkrute mit der Stationaerolle und 15 Kg Schnur waren voll beansprucht und ich musste aufpassen um kommende Fluchten abzufedern. Die ersten Meter war es nur totes Gewicht aber vielleicht 10 m vom Grund weg zog der Fisch ploetzlich ab und nahm einige Meter Schnur zurueck. Das fuehlte sich ling-artig an, leider.

Gefuehlvoll pumpte ich den Burschen hoch. 2-3 Mal zog der Fisch nochmal kraeftig dagegen. Als ich dann eine Silhouette im Wasser sah, fuehlte ich mich bestaetigt – das sah nach einem Ling aus. Ein bisschen enttaeuscht brachte ich den Fisch ganz zur Oberflaeche. Zu meiner Ueberraschung entpuppte sich mein Widersacher aber als ein ziemlich seltener Cabezon. Ein uriger Fisch der zur Familie der Seeskorpione dazugehoert. Aber ein toller Speisefisch war – aehnlich wie ein Seeteufel im Atlantik. Der hier war wohl so um die 10 Pfund was ein ordentliches Kaliber fuer die Art war aber noch keine kapitale Groesse. Leider blieb beim Filletieren nicht sehr viel Fleisch uebrig, aber was, das war finger-licking-good!

Ich versorgte den Fisch und packte dann auch gleich ein. Das war eine abwechlungsreiche und letztlich sogar auch erfolgreiche Pilkerei gewesen. Das passiert so auch nicht immer aber ich hatte wohl den perfekten Stroemungsstillstand erwischt der zwischen den momentan starken Gezeitenstroemungszeiten eine ideale Fresszeit fuer die Fische ergab. Heilbutt wuerde ich hoffentlich bald bei den naechsten kleineren Gezeiten fangen koennen.

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Re: Lachsangeln Victoria/Sooke, BC, Kanada

Beitragvon Argail » 16.04.2020 - 8:04

Danke für den tollen Bericht. :clap: Und wieder habe ich eine neue Fischart kennengelernt. Diese bläuliche Einfärbung finde ich schon bei den Lingcods sehr hübsch. Der hat sie auch. Schöner Fisch!
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Re: Lachsangeln Victoria/Sooke, BC, Kanada

Beitragvon Valestris » 16.04.2020 - 9:36

:clap: danke für den tollen Bericht. Das blau sieht echt klasse aus.
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Re: Lachsangeln Victoria/Sooke, BC, Kanada

Beitragvon Gerd » 17.04.2020 - 7:13

Fettes Petri und vielen Dank fürs Teilhaben lassen :clap:
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Re: Lachsangeln Victoria/Sooke, BC, Kanada

Beitragvon rhinefisher » 17.04.2020 - 13:41

Vielen Dank für den klasse Bericht - toll dass Du dir diese Mühen machst.
Dafür hättest Du eigentlich die Blinker Forum Ehrennadel in Gold mit Eichenlaub verdient... :clap: :lol: :clap:
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2.5.2020; East Sooke

Beitragvon cohosalmon » 12.05.2020 - 21:08

Etwas Neues hatte ich mir fuer diese Angelsaison auch vorgenommen und meine Jungs waren von der Idee begeistert: ich wollte mehr Pilken dieses Jahr und hoffentlich auch ein paar schoene Lachse am Pilker erwischen. Zwar sind die Erfolgschances wesentlich geringer als beim Schleppen aber wenn dann doch mal ein fetter Lachs am Pilker einsteigt, dann ist Alarm los! Und der Drill an Geflochtener und ohne Flasher ist nochmal eine andere Klasse wenn dabei auch mit mehr Verlusten zu rechnen ist. Ausserdem, und das ist was die Jugend so faszinierend daran findet, faengt man beim Pilkern die ganze Vielzahl der Boden-und Riffbewohner und man weiss nie was als naechstes am Haken haengt.

Ein unerwarteter Nebeneffekt war, dass meine Frau nun auch haeufiger mit auf’s Boot kam. Konnten sich die gewoehnlichen Lachsschlepptouren schon mal 8 oder gar 10 Stunden hinziehen, so waren die Pilktouren mit 2-3 Stunden recht kurz und daher eher verdaulich fuer Nichtangler. Laenger als 2-3 Stunden pilken haelt ja auch kein Arm aus. Einmal Anfang Mai fuhren wir vor East Sooke an die Riffe und Klippen und Alexander und ich pilkten bis uns die Arme schmerzten. Und wir fingen eine Menge Fisch: Greenling, Irish Lord, verschiedene Felsenbarscharten und Baby-Ling Cods. Leider war nichts kapitales dabei aber wir nahmen 4 der Greenlings mit – sind mit Ling Cod verwandt und daher auch lecker auf dem Teller. Bei tollem Wetter war das ein kurzweiliger Spass auf dem Wasser. Leider wollte kein Lachs an den Pilker.

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