Lachsangeln Victoria/Sooke, BC, Kanada

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Gruni
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Re: Lachsangeln Victoria/Sooke, BC, Kanada

Beitragvon Gruni » 29.10.2019 - 23:45

Wie üblich von cohosalmon ein Weltklasse-Bericht! :clap:
Und wie schon angemerkt juckt es mir auch in den Fingern wenn ich hier die Cormorane sehe...die weißgeschi... Bäume, teilweise sind hier ganze Baumgruppen und Inseln weiß und komplett Tod...Naturschutz ist absolut wichtig, da gibt es nix dran zu rütteln!
Aber ab und an sollte man die Auswirkungen auch mal hinterfragen und evtl. mal an einer Stellschraube drehen!
Thema aufsteigende Fische beangeln....ich persönlich war zwar noch nicht in BC, aber nachdem was ich von Freunden die vor Ort waren gehört habe geht es da augenscheinlich um ganz andere Mengen!
Wir hier freuen uns wenn mal eine MeFo oder am Ende sogar mal ein Lachs im Main ankommt!
Wenn da dann draufgehauen wird ist das`ne etwas andere Oper...
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Gruni

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26.10.2019; Cowichan River

Beitragvon cohosalmon » 30.10.2019 - 23:58

Fuer einen kurzen Augenblick hatte der Cowichan River seit fast einem Jahr mal wieder Wasserstaende die eine Befahrung mit dem Driftboot zuliessen. Es war ein unglaubliches Trockenheitsjahr fuer diesen Fluss speziell. Ende diesen Sommers mussten sogar gewaltige Pumpen in den Cowichan Lake eingesetzt werden um wenigstens einen Minimalabfluss ueber das Wehr zu gewaehrleisten. Sonst waere dieser tolle Fluss doch tatsaechlich trockengefallen. Am Pegel Lake Cowichan braucht man mindestens 1.2 m um ein Driftboot vernuenftig einsetzen zu koennen. Letzten Samstag war es soweit; gerade so 1,2 m. Meine eigene Anglerbrut hatte leider andere Verpflichtungen aber Alec und sein Vater Ian wollten gerne mit. Ich wollte nur ein paar der oberen Flusskilometer driften/rudern um erst einmal ein Gespuer fuer den Fluss zubekommen. Ich war ja trotz des diesjaehrigen Montanaausfluges immer noch ein Anfaenger wenn es um’s Flussrudern ging. Die lange, ca. 10-12 km Drift bis zu den Skutz Faellen war mir noch zu gross und ich hatte auch vor dem heiklen Ausstieg nur paar Meter oberhalb der Faelle noch gehoerigen Respekt.

Ich fragte den hiesigen Angelladenbesitzer ob ich sein Flussgrundstueck zum Herausholen benutzen konnte und bekam sein ok. Die vermieten da eine schoene Huette an Angler und Wildnisurlauber. Die Strecke von der Einlasstelle bis zur Anglerhuette war etwa 4 Kilometer. Da wir mit 2 Autos unterwegs waren, war die Logistik diesmal einfach. Fuer zukuenftige Trips werde ich ein altes Mountainbike an einen Baum ketten um damit wieder zum Auto/Anhaenger zurueckzupendeln. Trotz des rauen Gelaendes an der Einlasstelle bekamen wir das Boot gut ins Wasser. Wir sahen schon etliche Lachse im Wasser bei ihrem Laichgeschaeft. Zu dieser Zeit sind die Flussforellen besonders aktiv und eine Menge groesserer Forellen aus dem grossen See lassen sich nun auch in den Fluss treiben – alle wollen Lachseier stehlen. Mit der Fliegenrute und einem Eiimitat ist das ein Riesenspass um diese Zeit. Alles nur Catch&Release und im oberen Flussabschnitt auch nur mit Fliegenausruestung erlaubt.

Die Ruderei funktionierte prima. Ich kam gut zurecht mit Boot und Ladung. Auch der selbstgebaute Anker hielt einwandfrei in selbst sehr zuegiger Stroemung. Der Cowichan war schon ein bisschen anspruchsvoller und schneller stroemend als der Bighorn River in Montana. Einmal kamen ein paar Spritzer ueber uns als ich durch die 1 m hohen stehenden Wellen einer Stromschnelle fuhr. Ich fuchste mich aber gut ein und fand fast immer die Ideallinie. Einmal wurde es bisschen knapp an einer schnellen Aussenkurve als wir uns schon unter die ueberragenden Baumaeste ducken mussten bevor ich uns wieder vom Ufer wegbekam. Und einmal holperten wir an einer flachen Rieselstrecke ueber paar Steine was dem robusten Aluboot aber nicht viel ausmachte. Bezeugte aber, dass 1,2 m aber auch wirklich der Minimalwasserstand fuer eine vernuenftige Drift war. Alles weniger wuerde eine einzige Holperpiste sein. Wir fingen 11 oder 12 Regenbogenforellen; allerdings waren keine richtig Grossen dabei. Auch keine der beruehmten Cowichan Bachforellen schien zu Hause zu sein. Aber wir waren zufrieden mit diesem ersten Versuch auf eigene Faust!

Beim Herausholen mussten wir etwas improvisieren weil ich den Anhaenger nicht die steile Boeschung hinuntergeschoben bekam. Aber mit 3 kraeftigen Kerlen und einer V8 Zugmaschine kriegt man so einiges hin. War ein toller Spass bei herrlichem Herbstwetter. Wir brauchen nun mehr Regen!

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Re: Lachsangeln Victoria/Sooke, BC, Kanada

Beitragvon cohosalmon » 14.11.2019 - 22:08

Waehrend ich auf meine naechste Angelgelegenheit warte, bin ich auf dieses Video gestossen. Ich habe von dieser Art der Lachsfischerei nun schon ein paar Mal gehoert - das scheint sich so zu einer neuen Mode zu entwickeln: Chinooks mit Lebendkoeder an der Posenmontage. Dabei gab es schon sehr aehnliche Techniken in der Vergangenheit. Als es Heringe noch in rauen Mengen gab, war hier an der BC Kueste das Mooching mit Lebendhering das Mass aller Dinge. Aus dieser Zeit (50-80ger) stammen die Mooching-Rollen, die heute zur Downriggerfischerei eingesetzt werden. Viel Spass!

https://www.youtube.com/watch?v=UuIbhRM ... =emb_title

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Re: Lachsangeln Victoria/Sooke, BC, Kanada

Beitragvon Argail » 15.11.2019 - 7:03

Interessantes Video, danke fürs Teilen.
Ein Mann muss tun,was ein Mnommnommnommann tun muss!!!