"Modriger" Karpfengeschmack

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hias2
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"Modriger" Karpfengeschmack

Beitragvon hias2 » 19.04.2007 - 14:21

Hallo,
ich wollte euch mal fragen was man beim/vor dem Kochen tun kann um den modrigen Karpfengeschmack wegzubekommen. Ich habe bisher das Fleisch immer nur filiert, und meine Mutter dann paniert und in die Pfanne gehaun. Vielleicht vorher noch in etwas Salz und Zitronensaft eingelegt.
Aber irgendwie ist hat man da dann immer so einen komischen, bitteren Nachgeschmack wenn man den isst. Wisst ihr was dagegen hilft?
Ein Freund hat mir gesagt man müsste den Fisch noch 1 bis 2 Tage in Frischem Leitungswasser schwimmen lassen. Aber das ist ja kaum möglich wenn die Angelstelle weiter als 10km entfernt ist und man nicht groß in Sauerstoffpumpen oder so investieren mag.
Ich hoffe ihr habt ein paar gute Tipps auf Lager.

P.S.
Ich habe schon gesucht , aber nichts gefunden. Also seid nich gleich böse wenn die Frage schonmal gestellt wurde

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andal
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Re: "Modriger" Karpfengeschmack

Beitragvon andal » 19.04.2007 - 14:56

hias2 hat geschrieben:Hallo,
ich wollte euch mal fragen was man beim/vor dem Kochen tun kann um den modrigen Karpfengeschmack wegzubekommen.


Es gibt einige Hausmittelchen, wie Einlegen in Buttermilch, oder andere Beizen. Das mildert aber nur den Muff.

Das einzige, was wirklich hilft, ist Karpfen aus bekannt muffigen Gewässern erst gar nicht mehr zu entnehmen!
Angler neigen sehr stark dazu, dort mit Lösungen aufzuwarten, wo gar keine Probleme bestehen.

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Beitragvon hias2 » 19.04.2007 - 15:07

Also der Stausee an dem ich Angle hat um die 100ha.
Da kann ich mir eigentlich nicht vorstellen dass das am schlechten Wasser liegt. Denn das Wasser ist überall äußerst sauber.
Ich bin auch schon öfters mal drin Schnorcheln gegangen und da war das Wasser eigentlich wie in einem Freibad (ok...fast....)

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Beitragvon andal » 19.04.2007 - 15:35

Klares Wasser muss ja nicht gleichbedeutend auch sauberes Wasser im Sinne von frei von Blaualgen und diversen Bodenschlämmen mit entsprechenden Algenkulturen heißen.

Der Modrgeschmack bildet sich ja nicht von alleine im Fisch, sondern wird durch eben solche Algen mit der Nahrung in ihn gebracht. Dann mooselt der Fisch auch, wenn das Wasser scheinbar sauber erscheint. Andersherum können aber auch Fische aus endtrüben Weihern einwandfrei schmecken, weil da diese Algen eben nicht in der kritischen Menge vorhanden sind.
Angler neigen sehr stark dazu, dort mit Lösungen aufzuwarten, wo gar keine Probleme bestehen.

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Beitragvon Friedfischschreck » 19.04.2007 - 16:46

Also ich hab mal gehört das man den Karpfen einfach nur "Wässern" muss. D.h. du nimmst ne Regentonne, füllst sie mit Wasser auf und dann steckste noch ne Pumpe rein (für den Sauerstoff im Wasser) Wenn du jetzt nen Karpfen fängst nimmst du ihn lebend mit nach Hause und lässt ihn in dem "Becken" noch einige Tage schwimmen.

WICHTIG! Es dürfen kein Schlamm oder Pflanzen in die Tonne.
mfg


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Re: "Modriger" Karpfengeschmack

Beitragvon Barschkönig » 19.04.2007 - 20:21

hias2 hat geschrieben:Aber irgendwie ist hat man da dann immer so einen komischen, bitteren Nachgeschmack wenn man den isst. Wisst ihr was dagegen hilft?


Hmm... bitterer Nachgeschmack... Mooselt er vielleicht gar nicht und du hast beim ausnehmen die Galle verletzt?
Erst wenn die letze Ölplattform versenkt ist, wenn die letzte Tankstelle geschlossen wurde, dann werdet ihr feststellen, dass man nachts um zwei bei Greenpeace kein Bier kaufen kann!

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Beitragvon hias2 » 19.04.2007 - 20:45

Oh :oops: :oops:
Daran hab ich noch gar nicht gedacht @Barschkönig

Woran merk ich das denn ob die noch heil geblieben ist?

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Beitragvon Udo » 20.04.2007 - 1:45

Das riechst Du eigentlich schon beim ausnehmen, es riecht bitter und evtl. kannst du etwas gelbliche Flüssigkeit in der Nähe des Herzens sehen.
Du solltest beim Stich ins Herz immer die Messerschneide Richtung Kopf richten, damit du das Risiko verringerst das sowas passiert.

Gruß... Udo

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Beitragvon Taxler » 20.04.2007 - 8:26

Udolf hat geschrieben:Du solltest beim Stich ins Herz immer die Messerschneide Richtung Kopf richten,
damit du das Risiko verringerst das sowas passiert.


Mit Kiemenrundschnitt wäre das nicht passiert ;)

Gruß,
Peter
Also, wenn ich Du wäre ..... dann wäre ich, ehrlich gesagt, doch lieber ich

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Beitragvon til » 20.04.2007 - 8:59

Die Gallenblase hängt direkt an der Leber dran und ist ziemlich klein. Wenn man die erwischt, ist der Fisch so gut wie ungeniesssbar.
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Beitragvon Gerd » 20.04.2007 - 9:20

deshalb passiert die Verletzung der Galle meist beim Ausnehmen, nicht beim Abtöten. Dann siehst Du aber sofort die gelbliche Flüssigkeit und kannst den Fisch durch umgehendes Ausspülen noch retten.
Deshalb beim Ausnehmen immer ein scharfes Messer benutzen und die Bauchhöhle vom Waidloch her so aufschneiden, dass Du fast die gesamte Klinge nutzt, d.h. die Spitze immer in spitzem Winkel zum Kopf zeigt. Und beim Qbtöten nicht im Fisch "herumstochern".

Den Moddergeschmack beim Kaprpfen bekommst Du jedoch fast nicht entfernt, außer - wie Andal schon geschrieben hat- durch einlegen in Buttermilch. Ansonsten hast Du noch die Möglichkeit, den Geschmack zu übertünchen mit starken Gewürzen oder anderen Zugaben, z.B. Knoblauch. Nachteil ist, dass dann der Fisch nicht nach Fisch sondern eher nach Döner schmeckt.
Deshalb solltest Du Dir doch-wenn Du öfter Karpfen entnimmst- ein anderes Gewässer suchen.
Humor ist der Knopf der verhindert, daß einem der Kragen platzt

*Joachim Ringelnatz*

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Beitragvon Mcuwe » 01.08.2007 - 23:05

beim filetieren schneide einfach das etwas dünklere Fleisch das unter der Seitenlinie liegt auch weg... das weiße Fleisch was überbleibt sollte eigentlich nicht nach "Moder" schmecken wenn der See eine gute Wasserqualität hat..

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Beitragvon til » 02.08.2007 - 9:34

Das stimmt allerdings, der Modergeruch konzentriert sich in diesem Streifen. Auch bei Forellen ist mir das schon aufgefallen, die je nach Gewässer auch recht unangenehm schmecken können (wobei ich da wohl auch empfindlicher als andere Leute bin)
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Beitragvon z40t-schnorrer » 02.08.2007 - 19:09

Karpfen nur in Monaten die mit "r" enden entnehmen.
:)
So kenn ich das.

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Beitragvon Udo » 03.08.2007 - 1:44

Warum nur in Monaten die mit R enden, das ist doch sicherlich wieder so ein Aberglaube, oder kennt das hier noch jemand?

Gruß... Udo