Wann ist es genug??????

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blinkerbub
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Beitragvon blinkerbub » 05.10.2007 - 8:44

'Schuldigung, aber hier konnte ich den Mund nicht halten und der Thread brüllte quasi danach, von meinem Senf belästigt zu werden :D.

Mir langen 6 Ruten. Mit 2 Ruten darf man hier angeln, also brauch man schon mal alles doppelt. Entsprechend hab ich eine mittlere und eine leichte Spinnrute für Forelle und Hecht so im Groben (da können auch ruhig mal Döbel, Zander, Barsche und ähnliches der gleichen Größenordnung draufgehen). Zum Ansitzangeln hab ich dann noch eine Allroundrute und die mittlere Spinnrute, die man halt ab und zu ummontiert für Karpfen, Hecht und Aal. Zu guter letzt noch die 2 "Puffruten" von anno Dunnerkeil, die aber auch für Kleinfische geeignet sind (bedingt durch Länge, WG und Weichheit).

So, das wärs....nächstes kommen lediglich noch 2 Knüppel dazu, um den Welsen an unserem Vereinssee nachzustellen. Es wurden schon bis zu 1,50m diese Burschen gefangen und das wäre so das Einzige, was ich meinen bisherigen Ruten nicht zutrauen würde.

Eigentlich bin ich der Ansicht, dass man für Ruten nur ein Kriterium braucht: Stabilität. Also hält die Rute einen Fisch aus, den man beangeln will und federt er ggfs. Kopfstöße und wilde Sprünge ab? Gleiches betriffft die Rollen. Da sollte man beim Spinnfischen sicher Rollen der nicht ganz so billigen Sorte vorziehen, da sie extremeren Belastungen ausgesetzt sind als beim normalen Ansitz (siehe Gummifisch oder alleine durch die ständige Kurbelei, was beim Ansitz nicht der Fall ist). Den Fisch interessierts doch eh nur was ab dem Grundblei am Haken und Vorfach zappelt. Entsprechend stecke ich lieber mehr Geld in hochwertige (Vorfach-)schnur und Haken, anstatt da noch 5 Ruten dazuzukaufen, die mir auch nicht mehr Fische bringen würden....

Fazit: Mittelweg finden. Der alte Bambusstecken war bestimmt keine schlechte Rute, aber eben ein Knüppel, der nach 6 Stunden Blinkern wohl auch ganz schön im Arm schmerzte. In der Beziehung muss man doch sagen: Ein Hoch auf die Technik - Kohlefaser ist dafür ein klasse Material!!
Für die "mittlere Fischkategorie" wie Aal, Zander, Hecht und Karpfen muss man sich aber sicher nicht unbedingt spezialisieren, da es hier mittlerweile auch hochwertige Allroundruten gibt für jeden Bedarf und in jeder gewünschten Länge. Notfalls tuts solch ein Knüppel auch mal zum Köderfischfang :lol:.

Übrigens: Eine spezielle Rute zum Gummifisch-Angeln braucht man auch nicht. Die Bisserkennung ist immer eine Frage der Gewohnheit und eben jene erkennt man bei weichen UND harten Ruten, wenn man denn nur konzentriert genug angelt. Entsprechend verwende ich meine Grundruten auch zum Jiggen und hab damit nicht nur gut geworfen und den Köder geführt, sondern auch gefangen :D. So, und recht hat der, wo fängt :D :D :D. (Ich geh nun auch mal gerade in Deckung bei den Verfechtern des Spezikrams und bleib bei meinem Gelöbnis, niemals mehr als 70 EU für 'ne Rute auszugeben :lol:)

- Ende des Romans -

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Beitragvon andal » 05.10.2007 - 9:22

Man könnte beinahe den Eindruck gewinnen, dass man als Angler nur von der Vernunft geleiteten Technokraten umgeben ist, Menschen die immer genau Kosten und Nutzen abwägen und nichts dem Zufall überlassen.

Leute, das ist mir zu wenig! Angeln ist für mich und dann bin ich mit meinem Outing ganz sicher nicht alleine auf weiter Flur, mehr als einfach nur ein Hobby, wo man per Köpfchen ein paar Dinge zusammenstellt und dann halt mal loslegt. Angeln ist Passion, ist Leidenschaft. Da gehört mehr dazu, als mit einem Angelstock am Wasser zu sein und einen Fisch zu fangen!

Dabei meine ich jetzt nicht unbedingt den Kauf der fünften Rute, die sich nur minimal von den vier vorhandenen unterscheidet, oder die Rolle, die eher was für die Vitrine ist. Das muss es nicht nicht sein, darf es aber! Und es wäre enorm, wenn ich so könnte, wie mein Sammlerherz möchte!!!

Angeln ist nicht nur eine rationelle Sache, streng geordnet nach Kosten, Fakten und einem möglichen Nutzen. Beim passionierten Angler schwingt auch die Seele mit. Ein Umstand, der sich nun so gar nicht in Euro und Gramm Wurfgewicht bemessen lässt.
Angler neigen sehr stark dazu, dort mit Lösungen aufzuwarten, wo gar keine Probleme bestehen.

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Beitragvon Ulli3D » 05.10.2007 - 9:52

@ Andal

Super Posting, was wäre Angeln ohne die Lust, neues Tackle auszuprobieren, beim Dealer eine Rolle zu befummeln, die außerhalb des eigenen Budgets liegt, eine neue Gerte, die noch leichter ist, noch weiter wirft oder ähnliches am Wasser auszuprobieren.

Angeln ist etwas sinnliches! Wer erzählt, er angelt nur um des Fanges willen, der lügt entweder oder kommt wahrscheinlich aus den weiter östlich gelegenen Teilen Europas :badgrin:

Ich kann mich noch an meinen ersten Hecht erinnern, gefangen vor 50 Jahren mit Vater und Opa, beides begeisterte Fischer, die immer wieder sagten, das es das nicht gibt, Hecht auf Wurm. Da wurde noch mit Bambusstecken geangelt und beide waren keine Kochtoppangler sondern angelten schon damals aus der reinen Freude am Angeln.

Wenn die meinen heutigen Rutenwald sehen könnten, sie würden mich für verrück erklären, 2 Ruten reichen, aber wahrscheinlich auch jede einzelne ausprobieren wollen.

Meine Frau, sie angelt selber, fragt auch immer wieder mal, was willst Du denn mit DER Rute/ Rolle/ etc. Wieder zu hause angekommen kommt dann der Spruch: "Die xyz-Rute, die ich da in der Hand hatte, die hat mir sehr gut gefallen, schau doch mal morgen nochmal vorbei und schau, ob die noch da ist und bring sie mir mit." :lol:

Ich hab mich damit abgefunden und, ich kann damit leben und ich genieße es, mir mal etwas zu gönnen.
Petri aus Sankt Augustin
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Beitragvon andal » 05.10.2007 - 10:07

Ulli3D hat geschrieben:Angeln ist etwas sinnliches!


Das dürfte mit ziemlicher Sicherheit der Knackpunkt sein! Warum so viele Angler ein Problem damit haben, sich das selbst und anderen einzugestehen, kann ich nur vermuten. Traut euch einfach, es tut wirklich nicht weh und es bereitet große Freude!
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Beitragvon blinkerbub » 05.10.2007 - 10:11

...Klar ist angeln sinnlich und man angelt nicht nur des Fanges halber, aber deswegen braucht man doch bspw. keine 20 Ruten, hm?

Ok ok, hab ja nix gegen Euch :D. Lasst uns gemeinsam angeln und gut is'!! Ob alt oder neu, spezialisiert oder traditionell...fangen tuts ja doch früher oder später mal 8).

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Beitragvon andal » 05.10.2007 - 10:18

@ blinkerbub:

Du kommst der Sache langsam auf den Grund.

Nur solltest du dich in dem Zusammenhang von der Vokabel "brauchen" lösen, die blockiert es.

Kein Mensch braucht in seiner Wohnung wirklich Bilder, Blumen und andere schöne Dinge. Zum leben reichen ganz wenige Dinge vollkommen aus. Aber es ist dann auch mehr ein Überleben, denn ein freudiges Leben.

Das überträgst du nun aufs Angeln und dann ist klar, wovon ich rede und wie ich es meine. ;)
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Beitragvon blinkerbub » 05.10.2007 - 13:31

@andal: Deine Beiträge lösen doch immer wieder den "Aha"-Effekt aus :D. Trotzdem BRAUCH ich nicht viel Equipment, um angeln zu können. Du vielleicht schon und andere....naja, und da kann ich bestens mit leben. Freundschaft? 8)

Aber mal was anderes: Da gibts diese Kerlchens, die tatsächlich nur noch Fox und Hardy kaufen, nur um eine Rolle mit Goldbügel im Schrank stehen zu haben. Oder eine "Special Edition"... Jawohl! UM SIE IM SCHRANK STEHEN ZU HABEN! Das ist dann so Kram, den ich wirklich nicht verstehe.....mann, ist die Welt auch schwer zu verstehn... :lol: - aber das wäre so meine Grenze, über die ich nicht hinauskomm. Bauernjunge, Hillbilly, ...nennts wie ihr wollt, aber was bringt das teuerste Zeug, das dann im Schrank verstaubt?

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Beitragvon Ulli3D » 05.10.2007 - 13:45

Zum in den Schrank stellen hab ich auch kein Tackle. Meine Teile werden definitiv, je nach meiner Lust, benutzt. Dabei muss ich ganz ehrlich gestehen, ich bewege mich nicht im Hochpreissegment, aber 250 EUR für eine Rute bzw. 170 EUR für eine Rolle kommen dann doch schon vor. Aber das sind dann keine Frust- sondern Lustkäufe. Weil ich es mir gönne. Weil ich es geil finde, diese oder jene Rute oder Rolle zu fischen. Und, ich fische auch noch mit meinen 70 oder 80 EUR Rollen und Ruten, weil sie mir auch Spaß machen oder gerade zu der Gelegenheit passen. Wichtig für mich ist, ich muss mich auf die Sachen verlassen können, das ist wie in der Liebe, Frust zerstört jede Beziehung und ich muss, auch nach zigmal fischen immer noch Freude am Fischen und meinem Tackle haben.

Wahrscheinlich hat man auch mehrere 8) Ruten und Rollen, weil, Wer isst schon jeden Tag Erbsensuppe :badgrin:
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Beitragvon andal » 05.10.2007 - 16:10

@ blinkerbub:

Ich wüßte nicht, dass wir Streit hatten. :)

Und du würdest dich wundern, wie wenig Tackel ich beim Fischen mit dabei habe. Erstens weil ich Schleppereien hasse. Zweitens weil alles auf meinen Roller passen muss. Und drittens weil mir zu viel Plunder am Wasser eher im Weg umgeht, als nützlich ist.

Trotzdem lebe ich quasi in meinem eigenen Angelladen. Keiner schreibt mir vor, wo was zu stehen und zu liegen hat. Es ist herrlich, so in mitten der Dinge zu wohnen, die einem lieb und teuer sind. Besucher sind bisweilen etwas irritiert, aber das legt sich bei ihnen recht schnell wieder. Ich habe Freunde, die sind nicht minder excentrisch, wie ich und die wissen ganz genau um ihre eigenen Spleens und Vögel.

Das Leben ist schön. :)
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