Usedom-Heringsdorf-Seebrücke

Moderatoren: Valestris, Onkel Tom, Derrik Figge, Moderatoren

me65
ROOKIE
ROOKIE
Beiträge: 3
Registriert: 19.10.2003 - 14:57

Usedom-Heringsdorf-Seebrücke

Beitragvon me65 » 18.03.2007 - 18:46

Hallo...,

bin zurzeit auf Usedom in Heringsdorf direkt an der Seebrücke.

Würde hier gern fischen. Habe in der Anglerwoche gelesen, dass Meerforellen z.Zt. gut beissen. Habe keine Ahnung auf was ich hier achten muss.

Brauche ich einen Erlaubnisschein? Wo kriege ich den her? Gibt es hier in der Nähe einen Angelshop? Auf was lohnt es sich zu fischen? Welches Gerät sollte ich verwenden? Darf, Kann ich direkt von der Seebrücke aus Angeln? Gibt es Schonzeiten zu beachten usw.

Sind viele Fragen, aber ich bin aus dem Binnenland und angel eigentlich an der Weser. Mit der Küste habe ich keine Erfahrung. Muss hier noch leider 1 1/2 Wochen Kur absitzen (Kotz)

Danke für eure Hilfe im Voraus... :)

Benutzeravatar
lemiracell
Zander
Zander
Beiträge: 315
Registriert: 30.04.2003 - 19:20

Beitragvon lemiracell » 20.03.2007 - 20:47

Ja, du brauchst die sogenannte Kuestenangelberechtigung des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Die muesstest du (theoretisch) in der Kurverwaltung bekommen, wenn du im Besitz eines Fischereischeines deines Heimat- Bundeslandes bist. Das Land Mecklenburg-Vorpommern erkennt die Fischereischeine aller anderen Bundeslaender an.

In Heringsdorf selbst gibt es meines Wissens keinen Angelshop. Die naechste Moeglichkeit Angelgeraet zu erstehen, ist in Ahlbeck auf dem Markt vor dem Grenzuebergang und natuerlich in Swinemuende. In die andere Richtung ist der naechste Angelladen in Zinnowitz und es gibt mindestens 2 in Wolgast. In Zinnowitz und Wolgast bekommst du auf jeden Fall die Kuestenangelberechtigungen. (falls du sie in Heringsdorf nicht bekommst)

Aufgrund des starken Suesswasser-Eintrages durch die Oder kommen neben den typischen Salzwasser-Fischarten, wie Hering (muesste jetzt eigentlich richtig abgehen), Flunder, Dorsch, Meerforelle und Lachs auch Aal, Ploetzen, Barsche, Zander, Hecht und Brassen vor und sind dort gut zu fangen. Allerdings sind grosse Wurfweiten von Land aus zu erzielen um in die Naehe der Fische zu kommen. Usedom ist nicht umsonst bei Badeurlaubern so beliebt. Schoene flache Sandstraende soweit das Auge reicht. Kaum Kanten. Kaum Struktur.

In Heringsdorf ist das Angeln von der Seebruecke meines Wissens nicht gestattet. Aber ich denke in Ahlbeck und Bansin ist es erlaubt, von der Seebruecke zu fischen.

Die Schonzeiten und Mindestmasse stehen auf der Angelberechtigung drauf. Ich denke, dass im Moment nur Hecht und Zander "zu" sind.

Zum Geraet: Schau dir die Fischarten an, die dort vorkommen und du wirst feststellen, dass du fast alles wie Zuhause machen kannst.

Ich hoffe, ich konnte helfen.
Auch die Kleinen wollen überlistet sein!

Sven Halletz
Redakteur
Redakteur
Beiträge: 315
Registriert: 17.01.2006 - 17:54

Beitragvon Sven Halletz » 02.04.2007 - 13:02

Zur Ergänzung, für alle, die jetzt gerade da zur Kur sind - me65 dürfte ja schon wieder zu Hause sein: Die einzige Ecke mit Struktur ist das Riff vor dem Streckelsberg (bei Koserow). Wenn also beim Meerforellenangeln Struktur unter Wasser gut für die eigene Moral ist, sollte man es vielleicht dort probieren - ist in der Tat der einzige Platz mit Strücktür, wie der Franzose sagt. Wem der blanke Sandstrand reicht (die Meerforellen haben's ja auch nicht besser), der kann ja wie am Fluss Wurf für Wurf an den Stränden spazieren gehen - Strandspaziergänge sind sowieso kurmäßiger als herumstehen und angeln. :)
Last, but not least: Im Mai sind auch Hornhechte da - also das Angelgerät bei der Kur nicht vergessen! Außerdem gibt's Flundern, Steinbutt, Aalmutter, Aal, Barsch, Zander, Plötze (Rotauge), Blei (Brassen) - je nach Windrichtung und Wassertemperatur sowie Köder, Können und Fortune in wechselnden Mengenverhältnisse. Wenn man sich zu dämlich anstellt oder einfach nur Pech hat, ist auch supereinfach mal 'n Schneidertag fabriziert. Deswegen sind die Einheimischen (in der Regel Bootsbesitzer und daher verwöhnt) viel lieber mit dem Boot auf Bodden, Achterwasser oder Haff zugange als in der Brandung oder auf den Seebrücken. Immerhin EIN Vorteil für Kurgäste, denn ihnen macht dadurch kaum jemand den Platz auf der Seebrücke streitig...

Rapalla
ROOKIE
ROOKIE
Beiträge: 1
Registriert: 08.10.2012 - 20:44

Beitragvon Rapalla » 08.10.2012 - 20:45

Hallo Gemeinde!

Ich habe mich angemeldet um meine Erfahrungen für Anfang Oktober 2012 an der Seebrücke Ahlbeck zu schildern.

Also, angeln in Heringsdorf von der Seebücke war nicht gewünscht! :shock: Am Ende der Brücke ist ein Restaurant und da hat man das nicht so gerne ... Der Anlegesteg ist leider ab Abends abgeschlossen sodass man dort nicht Abends/Nachts angeln kann. Dort am Tag zu angeln würde ich nicht empfehlen, auch wenn das Wetter nicht gerade gut war sind die Seebrücken von Menschen überlaufen die halt viel fragen ... wenn dann braucht man ein dickes Fell!

So zurück an der Seebrücke Ahlbeck (das war ein 35min Fußmarsch) ist es dort wesentlich einfacher zu angeln. Man hat auch gute Ablegemöglichkeiten für die Ruten. Das Wasser ist dort etwa 5 Meter tief und wenn man es auf 20cm lange Barsche angelegt hat wird man dort richtig belohnt ..... Naja, eigentlich nerven die nur denn sie fressen die Köder in Windeseile ab.

Ich hatte eine Brandungsrute und eine Bootsrute mit. Ich kam recht weit raus aber an einen "Seefisch" war kein rankommen, die Spitze der Rute zuckt aber es verbeißen sich die kleinen Barsche an dem Brandungspaternoster. Die Bootsrute habe ich quasie direkt von dem Brückenkopf ausgelegt, natürlich beißen auch dort nur Barsche. Der Mangel an Anglern ist ein Indiz dass dort nichts geht ....

Die Einheimischen, also der eine den ich fragen konnte , angeln dort auch nur mit normalen Binnenruten mit 20gr Blei und Wurm. Es soll auch größere Barsche geben, aber das war wohl nur Anglerlatein.

Die Genehmigung bekommt man an der Kurverwaltung für 20 euro im Jahr. Leider haben die dort wenig Ahnung. Mir sagte man es gäbe nur einen Angelladen dort (der hatte gerade zu!) es soll aber einen zweiten geben.

Wattwürmer und Sandaal kann man sich übrigens sparen, man riecht kein Meerwasser, das Wasser schmeckt nichtmal salzig ... die Ostsee ist dort nur ein großer Binnensee. Schade eigentlich, ich hatte es auf Platten versuchen wollen im Urlaub.

Wichtig: Wer nach Usedom fährt und nebenbei angeln sollte, lasst die Seebrücken den Touris. Achterwasser oder Penestrom. Ach ja, der Polenmarkt lohnt sich übrigens für Angelzeug und Zigaretten. Bei ersterem sollte man handeln, bei zweiterem auf die Steuerbanderole achten.

Randnote: Wer auf schöne Villen steht kommt vor allem in Heeringsdorf auf der Strandpromenade auf seine Kosten.

Das Essen, wie fast alles dort, ist preislich gehoben! Qualität is in Ordnung, wobei ich zb, in Heiligen Hafen direkt an einer kleinen Bratfischbude frischen Fisch gegessen habe der Galaxien von dem in Ahlbeck entfernt war. Die in Ahlbeck bekommen ihren Fisch wohl auch von der Nordsee geliefert.

Hoffe ich konnte einigen Petrijüngern helfen BEVOR Ihr nach Usedom fahrt.

Für mich gehts bald auf die Insel Poel, falls ihr da Erfaungen habt ;)