Wallensteingraben, wer weiß rat???


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BastiBelow
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Wallensteingraben, wer weiß rat???

Beitragvon BastiBelow » 07.03.2005 - 11:46

Ich möchte gerne den wallensteingraben bei wismar beangeln,bin aber noch ziemliches Greenhorn!!! :(
Wer also kennt das Gewässer und kann mir Tipps oder kleine hilfen geben?! :)

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wolfgang
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Beitragvon wolfgang » 07.03.2005 - 13:57

Kommt ganz darauf an welchen Bereich des Wallensteingrabens Du meinst, den Bereich vom Lostener See bis zur alten Papierfabrik in Wismar kenne ich sehr gut, weiter abwärts im Stadtgebiet von Wismar allerdings nicht mehr.
Der Wallensteingraben in dem von mir beschriebenen Bereich ist Salmonidengewässer, es ist also eine gesonderte Angelberechtigung notwendig, in dem Bereich ist nur die Spinnrute und das Fliegenfischen gestattet.
Das Gewässer ist schon sehr lange als Salmonidengewässer ausgeschrieben, mindestens 35 Jahre oder noch länger.
Früher gehörte es zu den besten Forellenbächen Mecklenburgs, mit Bachforellen oft über 2,5kg, verlor allerdings in den 70er Jahren seinen gesamten Fischbestand unterhalb der Brücke am Bahnhof Moidentin durch massive Gülleeinleitungen durch einen Schweinemastbetrieb in Losten, danach machte das Gewässer nur durch die Tatsache, daß es ein Salmonidengewässer ohne Salmoniden war Schlagzeilen, es kam zu Zeiten der DDR zu keinem Nachbesatz mit Bachforellen.
Mit der Zeit wurde der Bach wieder mit Fischen besiedelt, die aus dem oberen Bereich nachrückten, allerdings blieb der Salmonidenbestand verschwunden. Das Gewässer enhielt sehr viele Barsche, gute Aale und sehr viele, allerdings kleinere Hechte, einzelne Großhechte gab es aber auch, wie man nach der Wende bei einer Elekrobefischung(1990/91) feststellte. Wasserqualität und Nährtierbestand sind sehr gut, auch ist die früher oft unregelmäßige Wasserführung stabilisiert worden, einige Wehre sind auch durch Sohlgleiten entschärft worden(z.B.in Dorf Mecklenburg).
Vor einigen Jahren machte der Bach mal Schlagzeilen durch einen spontanen Lachsaufstieg, auch wurde der Bach versuchsweise mit von den Aufsteigern gewonnenem Besatzmaterial besetzt, die kleinen Lachse wuchsen auch gut ab und verließen den Bach bereits im Folgejahr mit etwa 17cm Länge. Der Lachsbesatz wurde aber wieder eingestellt, als sich herausstellte, daß die Aufsteiger entkommene Farmlachse waren.
In den ganzen Jahren vor dem Lachsbesatz kamen ab und an mal Regenbogenforellen im Bach vor, es handelte sich aber auch nur um Fische die den Käfiganlagen im Lostener See entkommen waren, teilweise waren recht gute Fische dabei, ich fing an einem Nachmittag innerhalb einer Stunde 3 Fische von jeweils genau 63cm Länge, 2 oberhalb der ehemaligen Mühle Brusenbeck und eine direkt in Petersdorf an der Straßenbrücke, eine verlor ich im Wehrkessel in Petersdorf.
Richtiger Bachforellenbesatz hat bis heute nicht stattgefunden, sondern das Gewässer wird als Aufwachsgewässer für Meerforellen benutzt, wozu es sich sehr gut eignet, allerdings ist ein Selbstaufstieg auf Grund der zahlreichen und hohen Querverbauungen nicht möglich.
Allerdings sind einige der Mefo-Setzlinge dazu übergegangen eine stationäre Lebensweise anzunehmen, so daß sich quasi ein Bachforellenbestand gebildet hat, der allerdings nicht sehr dicht ist.
Manchmal treiben sich auch mal größere Forellen im Bach herum, so fing ich am 1.4.2003 einen 68cm langen Milchner, den ich als Mefo einordnen würde.
Intensivere Befischungen 2003 brachte allerdings bis auf sehr zahlreiche Jungforellenfänge(10-20cm) und einige Barsche nichts zu Tage.
Ich habe dann von weiteren Befischungsversuchen Abstand genommen, da mir die Zahl der schonungsbedürftigen Mefo-Setzlinge zu hoch war die unweigerlich an den Haken gehen.
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Beitragvon nickaz1000 » 11.08.2013 - 12:11

Hallo, ich bin durch Zufall auf das Thema hier gestoßen.
Ich beangel den wallensteingraben bereits seid einigen Jahren fast regelmäßig vom lostener See abwärts bis zur Mündung. Seid letztes Jahr ist die Strecke komplett mit fischtreppen ausgestattet. Trotzdem habe ich bisher lediglich im Bereich alte Papierfabrik bis ehemaliger Kalihafen Wismar Forellen fangen können. Im Bereich ca. 3km vor und nach den lostener See hab ich lediglich viele gute Barsche und im Winter ein paar gute Hechte landen können. Vor 3 Jahren war ich dabei wie jemand an der ehemaligen lostener Sperre einen 53 Barsch gefangen hat.
Alles in allem kann ich den Graben trotz der Tatsache das ich in großen teilen nie einen einzigen salmoniden gesehen habe wärmstens empfehlen. Eben weil es viele interessante und erfolgversprechende Abschnitte gibt und in die Region ja nicht Grade vor Flüssen und Bächen strotzt.