Hecht auf Fliege

  • wie geht das???


    wie muss ich den Streamer richtig führen?
    was für Streamer brauche ich eigentlich dafür?
    für welche Gewässer ist die Fliegenrute gut?


    ZAHLT ES SICH ÜBERHAUPT AUS????


    bitte um kurze info. DANKE


    MfG Marko

  • Große, bis zu 20cm lange Streamer werden zum Hechtfang benutzt, meist aus Kaninchenfellstreifen(auch gefärbt) hergestellt, als sogenannte "Halbe Hasen" bezeichnet.


    Halber Hase


    Hier findest Du noch mehr typische Hechtfliegen, teilweise mit Bindeanleitung.
    http://www.fliegenfischer-forum.de/hecht.htm


    Diese großen Fliegen lassen sich nicht ganz einfach werfen, sie sollten so aufgebaut sein,daß sie sich nicht zu sehr vollsaugen,sondern das Wasser schnell wieder verlieren, wen man sie aus dem Wasser abhebt.
    Der Vorteil dieser Streamer ist es gegeüber den meisten anderen Kunstködern, daß sie sich sehr langsam führen lassen und dabei ein starkes Eigenleben entfalten(Spiel der Haare und Fasern).
    Geführt werden sie in unregelmäßigen Sprüngen mit kurzen Pausen.
    Unbedingt ein Stahlvorfach oder mit gewissen Vorbehalten Hardmonovorfächer benutzen.
    Schnurklasse 6/7 ist das Minimum, besser noch schwereres Gerät benutzen, da sich die dicken Brummer kaum mit leichterem Gerät werfen lassen, beim Fliegenfischen ist es ja im Gegensatz zum Spinnfischen so, daß sich schwere Köder schlechter werfen lassen als leichte, auch läßt sich mit den höheren Geräteklassen mehr "Druck" auf den Fisch ausüben.
    Die absichtliche Benutzung von sehr feinem Gerät um den Drill künstlich zu verlängern, was man beim Fliegenfischen manchmal erleben kann, lehne ich ab.
    Modelle die auf einen kurzschenkligen Haken gebunden werden, haken meiner Meinung nach sicherer.
    Ob das Fliegenfischen auf Hecht "was bringt" ist reine Ansichtssache, in den meisten Fällen sind andere Methoden sicher einfacher zu bewerkstelligen und nicht minder erfolgreich, aber die Sache hat eben einen besonderen Reiz.

    Diese Nachricht entspricht dem deutschen Forenreinheitsgebot von 2005, besteht aus 100 % chlorfrei gebleichten, FCKW-freien, wiederverwendbaren, geschmacksneutralen, nicht genmanipulierten Bits und ist frei von jeglichen Editierungen!©

  • wolfgang



    Hast du denn schon mal mit der Fliege auf Hecht Erfolgreich gefischt? Oder kennst du jemanden unter deinen Kollegen der dies tut? Würde mich ja schon Interessieren ob sich so ein Aufwand lohnt, bzw. wie Hammermäßig der Drill dann sein muß? :?:

  • Hallo Deckert,


    ich bin zwar nicht Wolfgang, habe auch selber nur einen winzigen (so ca. 20 cm) Hecht mit der Fliege gefangen, kenne aber einen, der die Geschichte recht intensiv betreibt:


    Tendenziell fängt man mit dieser Methode aufgrund der sehr begrenzten Reichweite (auch weil man sich auf der Pirsch viel disziplinierter Verhalten muss) weniger. Abhilfe schafft hier z.B. ein Bellyboat, entsprechend beliebt sind die Dinger bei den Hecht-Fliegenfischern.
    Durch die extrem langsame Köderführung sind auch träge Hechte und Fische aus "verblinkerten" Gewässern gut zu überlisten.
    Den Drill finde ich weniger spektakulär. Mir erscheint er aufgrund des Einholens per Hand bzw. mit der Mini-Rolle eher umständlich als anregend.
    Aber jeder wie er mag.


    Das schwierigste ist die Werferei mit den Riesenfliegen.
    Evlt. kann dazu Wolfgang ein paar Tips geben.


    Grüße,
    Manfred

  • Ich habe schon Hechte mit der Fliege gefangen, was der Manfred schreibt mit der beschränkten Reichweite ist völlig richtig.
    Ich fische mit der Fliege auf Hecht eigentlich nur vom Boot, mit einer Ausnahme.
    Die Methode ist recht gut für blinkermüde Fische.
    Die erwähnte Ausnahme ist der Forellenbach bei mir in der Nähe, dort sind die größten Abschnitte reine Fly-only - Strecken.
    Hauptsächlich wird dort natürlich auf Forellen gefischt, teilweise auch auf Döbel.
    Die Forellen werden zu einem großen Teil auch entnommen, die Döbel eher selten.
    Das Gewässer ist kein typisches Besatzgewässer sondern der Forellenbestand reproduziert sich selbst.
    Wie es in solchen Niederungsbächen nun mal so ist, gibt es jede Menge "Nebenfische", darunter natürlich auch Hechte.
    Diese werden nun kaum beangelt, da die Forellen eben für die meisten Angler attraktiver sind.
    Um dem entstehenden Ungleichgewicht etwas entgegenzuwirken fische dort zu bestimmten Jahreszeiten vermehrt auf Hecht.
    Die Hechte dort sind in Durchschnitt keine sonderlich kapitalen Fische, meist von 1200g bis 3000g(75-80cm).
    Das Gewässer ist mit der Fliege auf Grund seiner Dimension(Breite ca.6-8m) gut beherrschbar.
    Ich will ganz ehrlich sein,wenn es mir gestattet wäre würde ich die Spinnrute nehmen, das wäre sicher effektiver.
    Der Grund auch vom Boot mit der Fliege zu fischen, ist einfach der weil es mir Spaß macht, auch mal einen Hecht mit einem selbsgewickelten "Pinsel" zu fangen, also reine Neigungssache.
    Wenn ich ganz spezialisiert auf größere Hechte fischen will, dann greife ich zu anderen Methoden, hautsächlich zur Spinnrute.
    Ich bin zwar Fliegenfischer, aber kein Purist.
    Fliegenfischen ist eine Angelmethode wie jede Andere, allerdings eine sehr schöne, nichts weiter!
    Wie Manfred schon erwähnte ist das Hauptproblem beim Fischen mit derart großen Ködern das Werfen an sich.
    Beim Fliegenfischen bildet ja nicht der Köder sondern die sich dynamisch bewegende Fliegenschnur das Wurfgewicht, das hängt von der Schnurklasse, also von Gewicht des aktiven Teils der Schnur und ihrer Beschleunigung ab. Ein großer schwerer Köder beeinträchtigt diese Dynamik sehr wesentlich, so daß ein Werfen dieser Köder mit den unteren Schnurklassen(bis Klasse 4/5) eigentlich fast unmöglich ist.
    Hier ist also das Gerät und die Wurftechnik(insbesondere das Timing) entsprechend anzupassen, den Streckphasen zwischen den Beschleunigungen kommt eine große Bedeutung vor, auch sollte ein bisschen Kenntnis des Doppelzuges vorhanden sein um entsprechend beschleunigen zu können(Doppelzug = Zusatzbeschleunigung durch Zug mit der Schnurhand bei Vor - und Rückschwung).
    Auch die Köderkonstruktion ist zu beachten,die Fliegen dürfen sich nicht vollsaugen wie ein Schwamm, sie sollten sich zwar leicht durchnässen lassen aber das Wasser auch wieder hergeben, wenn man sie aushebt.
    Das Ganze lässt sich schwer mit Worten beschreiben, man muß es einfach üben.

    Diese Nachricht entspricht dem deutschen Forenreinheitsgebot von 2005, besteht aus 100 % chlorfrei gebleichten, FCKW-freien, wiederverwendbaren, geschmacksneutralen, nicht genmanipulierten Bits und ist frei von jeglichen Editierungen!©

  • Jo, das war doch mal Informativ. Danke Ihr beiden, jetzt bin ich ein bißl Schlauer. Dachte halt, das so ein Hecht an einer Sensiblen Fliegenrute einen Mordsmäßigen Rabatts machen muß beim Drill. Aber wenn ich denn mal dazu komme einen Kurs mitzumachen, dann Versuche ich es ganz bestimmt mal auf Hecht an ner Verblinkerten Stelle. Das ist bestimmt ein Supertipp. Danke nochmal. ;)

  • Vom Prinzip her selbstverständlich, ich weiß zwar nicht was Du als Forellenfliegenrute definierst(Geräteklasse).

    Diese Nachricht entspricht dem deutschen Forenreinheitsgebot von 2005, besteht aus 100 % chlorfrei gebleichten, FCKW-freien, wiederverwendbaren, geschmacksneutralen, nicht genmanipulierten Bits und ist frei von jeglichen Editierungen!©

  • Für alle die das Fliegenfischen nicht beherschen ein tipp. Fischt die Streamer ruckartig hinter einem Sbrio. Das ist sehr fängig. Wenn auch nicht so fängig wie wenn sie an einer richtigen Fliegenrute gefischt werden

Jetzt mitmachen!

Sie haben noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registrieren Sie sich kostenlos und nehmen Sie an unserer Community teil!