Haken abschneiden-Sinnvoll oder nicht?

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reverend
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Beitragvon reverend » 13.02.2006 - 21:16

Diese Regelung ist in vielen Vereinen üblich.
Sie soll wohl verhindern, dass das Argument "zu tief geschluckt" als Totschlagargument im wahrsten Sinn des Wortes herhalten muss für solche, die grundsätzlich jeden Fisch abschädeln.
Und da es nun einmal ein Aneignungsverbot für durch Schonzeit oder Schonmaß geschonte Fische gibt, soll es auch nicht umgangen werden.

Nun ja, ALLRONDER, du hast ja recht: Auch das Zerstückeln und ins Wasser Entsorgen eines abgeschlagenen geschonten Fisches ist eine recht zweifelhafte Maßnahme.

Bei uns im Verein gibt es diese Maßnahme nicht. Lediglich ein fangbucheintrag ist vorgeschrieben. Und da können die Gewässerwarte und Vorstandsmitglieder ja auch gut zwischen den Zeilen lesen.
Bei einigen ANglern kommt es in der Saison halt nur einmal vor.
Bei anderen häuft es sich womoglich. Und da wird dann genau hingeschaut.

Ein Tip noch: Wenn ihr schon einmal einen untermaßigen Fisch abschlagen müsst, weil er halt so gierig war, dann ködert den Fisch nicht ab, sondern hängt das Vorfach ab und montiert ein neues.
So kann sich jeder Kontrolleur selber davon überzeugen, dass das Abschlagen des untermaßigen Fisches nicht zu umgehen war.
Es gilt beim Angeln wie überall: "Shit happens!"
Das heißt ja nicht: "Shit is done." - Der feine Unterschied.
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Beitragvon michael2005 » 14.02.2006 - 8:29

Hallo,

diese Regelung ist mir von vielen Vereinen bekannt - oder in ähnlicher Form.
Wie reverend das schon sagte, es gibt ja leider die "netten" Zeitgenossen, die
grundsätzlich alles abschlagen, was Flossen hat.
Solch ein Negativbeispiel gibt es in unserem Verein leider auch. Beim Hechtangeln z. B. ertönt bei jedem gefangenem Fisch "Oh, der hat aber tief geschluckt". Nur um später dann das gnadenlose Abschlagen eines 30 cm Hechtchens begründen zu können - So ein Idiot so einer...
Eine solche Regelung soll diesen Menschen den Wind aus den Segeln nehmen.
Das mit dem Vorfach aushängen mache ich auch so. Es passiert halt 1 oder 2 mal im JAhr, dass zu kleine Fische beissen und dabei verletzt werden und so kann dann auch jeder sehen, dass es ein "Unfall" war.
@ elektrofant, das so viele Fische nach dem Zurücksetzen verenden liegt, meiner Erfahrung nach, am ruppigen bzw. unsachgemässen Umgang vieler Angler mit den Fischen. Da werden dann oft Fische zu lange an Land gehalten und die Kiemen nehmen Schaden oder die Fische werden beim Abködern regelrecht plattgedrückt.... Fische können ja schon einiges ab, aber so viel nun wieder auch nicht.
Der Haken wird, wenn er nicht beim Fressen etc. massiv behindert keinen Fisch wirklich stören. Selbst ein rostender Haken macht erstaunlicherweise keine Sorgen. Der Fisch kapselt den Haken regelrecht ab. Ein Mensch würde hier böse Entzündungen davontragen und / oder eine Blutvergiftung.
Es gibt noch andere Beispiele aus der Tierwelt:
Bei Haien, denen ein Zahn rausbricht wächst zwar ein neuer Zahn nach, allerdings ist dort erstmal eine offene Wunde, die beim Fressen aber nicht stört und die sich auch nicht entzündet.
Bei Krokodilen gibt es keine Krebserkrankung, da im Blut der Tiere ein entsprechendes Antiserum vorhanden ist. Oder es werden Tiere mit abgetrennten Gliedmassen gefunden (Revierkämpfe), wo die Verletzung tadellos verheilt ist und das Krokodil putzmunter ist.
Denke auch mal an die Berichte englischer Hechtfischer, die eine ihrer Rekordhechtdamen sicher 10 mal oder öfter gefangen haben, ohne dass die Schaden nahm. Oder der 30 Pfund Vereinskarpfen, der jedes JAhr einige male "Landurlaub" bekommt.
Es ist halt immer eine Entscheidung für den jeweiligen Fall, bei der man halt gewissenhaft vorgehen muss.

Gruss
Michael

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Beitragvon Raubfischfan » 14.02.2006 - 9:36

Ich bin der Meinung, dass es Tierquälerei ist, einen Fisch, der den Haken richtig tief geschluckt hat inklusive abgeschnittenem Haken ins Wasser zurückzusetzen. Wenn wir als Mensch einen Haken im Magen oder in der Speiseröhre hängen hätten... :?
Petri Heil aus Wiesbaden!

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Beitragvon _-ALLROUNDER-_ » 14.02.2006 - 9:56

Menschen sind aber keine Fische!
Da gibt es entscheidende Unterschiede, im Körperbau und Nervensystem!

Deshalb sind Vergleiche solcher Art unangebracht!



Gruß

_-ALLROUNDER-_
'If the fish are feeding, one rod is enough. If they are not feeding, two rods are too many.' R.Walker

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Beitragvon michael2005 » 14.02.2006 - 10:06

Hallo

@ Raubfischfan, du darfst ja nicht Mensch und Fisch vergleichen. Ein Haken verursacht einem Menschen höllische Schmerzen.
Ein Fisch jedoch hat kein Schmerzempfinden (nachgewiesenermassen). Das macht einen grossen Unterschied.
Ich habe es ja schon beschrieben, der Organismus eines Fisches reagiert vollkommen anders auf Umweltreize und auch auf Verletzungen.
Ich denke mal, jeder vernünftige Angler wird keinen Fisch quälen wollen.
Wenn also ein Haken so sitzt, dass er den Fisch behindert (ernsthaft und nicht nur als windiges Argument zum Abschlagen) ist ein Abschlagen sinnvoll.

Gruss
Michael

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Beitragvon andal » 14.02.2006 - 10:23

Wenn man sich die hier genannten Bestimmung mal etwas genauer ansieht und hinterfragt, dann machen sie durchaus Sinn!

Mit dem Aneignungsverbot unter besonderem Schutz stehender Fische (Schonzeit, Schonmaß...) tritt man dem Argument "Der hat zu tief geschluckt!" einigermaßen wirksam entgegen. Der Fisch ist geschützt, also darf es auch keine Ausrede geben, warum er trotzdem im Angeleimer liegt. Das ist sicher keine besonders befriedigende Lösung, aber kennt jemand eine bessere, die auch praktikabel ist?

So lange es Plumpsangler gibt, die einen Biss erst erkennen, wenn die Rute schon halb im Wasser liegt, wird es auch verangelte Fische geben. Aber auch bei der höchsten Konzentration kann es hin und wieder vorkommen, dass ein untermaßiger, oder gerade unter Schonzeit stehender Fisch sehr gierig beisst. Dagegen werden wir niemals gefeit sein!

Wenn der sich dann nicht, ohne viel Gemurkse, lösen lässt, dann muss man ganz einfach kurz abschneiden und hoffen, dass er es packt. Eine andere Wahl haben wir z.Zt. nicht.

Man kann dem Dilemma nur entgegenwirken, in dem man keine rostfreien Haken verwendet und weitestgehend ohne Widerhaken fischt und lieber zehnmal zu früh, als einmal zu spät den Anhieb setzt!
Angler neigen sehr stark dazu, dort mit Lösungen aufzuwarten, wo gar keine Probleme bestehen.

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Beitragvon Didi » 14.02.2006 - 10:33

Raubfischfan hat geschrieben:Ich bin der Meinung, dass es Tierquälerei ist, einen Fisch, der den Haken richtig tief geschluckt hat inklusive abgeschnittenem Haken ins Wasser zurückzusetzen. Wenn wir als Mensch einen Haken im Magen oder in der Speiseröhre hängen hätten... :?



Ich glaube dann betreibst du das falsche Hobby oder??????Es ist alles ein Auslegungssache,Versuche,Beobachtung und Langzeitstudien auf die man sich stützen kann sind entscheident.Genauso wie der Jäger ein nicht 100% Schuss setzen kann, kann es uns durch aus passieren das man ein Fisch abreisst oder er zu tief geschluckt hat.Seid wann vergleichst du das Krankheitsbild bzw.leiden eines Menschen mit dem eines Fisches??????.

Sicherlich wird auch mal der ein oder andere Fisch dran verenden und ganz klar ist es nicht das Ziel eines jeden, das es dazu kommt.(die Schlächter und Fleischmacher mal nicht mit ein bezogen)
In erster Linie sollte man das Risiko veruschen so gering wie möglich zu halten,das wieder rum mit Erfahrung verbunden ist,wenn jemand meint 10minuten und länger zu warten bis der 10cm Köderfisch inhaliert wurde,ist sich selbst schuld,wenn der Köder bereits sich samt Haken im Magen befindet.Gibts zig Beispiele wie man das Risiko als Angler gering halten kann und wenn es doch mal passiert gibt keine langwirigen prexisbezogen Studien die hier irgend etwas untermauern.Sowohl die Meinung den Fischen gehe es gut,noch das Sie gleich ne Schaden nehmen und verenden.

Ich halte es für übertrieben,Vergleiche an zu stellen,die hier mit dem Menschen gemacht werden.Während ich wahrscheinlich den Tot finden würde durch den Angriff mit einem Schwert oder Messer,gibt es zig Fische die nach einem Angriff durch einen Räuber oder Vogel weiterhin leben und kein Schaden nehmen.

Man bedenk für solche Regelungen sind in erster Linie die Menschen verantwortlich und damit meine ich nicht die die hier die Regelung aufgestellt haben,sondern die die Sie verursacht haben und die gilt es aus dem Verkehr zu ziehen.
Ich würde mir manchmal wünschen statt sich hier in der Theorie drüber zu unterhalten,mehr in der Praxis um zu setzen.Ich habe schon mit vielen mich am Wasser auseinander gesetzt und wenn der Dialog nicht hilft,der man im Grün hilft immer.Ich esse auch gerne Fisch und entnehme welche,aber in massen und denn auch solche die das Mass haben.Kotzen könnte ich,wenn ich den neben mir sehe wie er bereits den sechsten untermassigen Zander tot kloppt,im Gespräch aber der jenige ist der sich über den schlechten Fischbestand äussert und in der Regel den Fischern die Schuld gibt.........solchen Leute fehlt es eindeutig an Verstand!!!!!
Einsicht ist der Weg zu Besserung.

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Beitragvon Raubfischfan » 14.02.2006 - 11:12

Ja Diddi, nach 6 verangelten Zandern sollte man wirklich mal seine Montage überdenken.

Der Vergleich mag nicht ganz passen, ok, aber ob abschlagen oder zurücksetzen, man sollte immer von Fall zu Fall abwägen und nicht eines kategorisch ausschließen.

Bevor ein Fisch langsam verhungert schlag' ich ihn lieber kurz und schmerzlos ab - obwohl man das vorher eigentlich gar nicht wissen kann... :-S

Der Angler kann, wie bereits erwähnt, mit einem zeitigen Anhieb und seinen gewählten Montagen etc. schon viel zur Vorbeugung beitragen - und sollte das auch tun :!:
Petri Heil aus Wiesbaden!

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Beitragvon Joscha » 07.03.2006 - 15:33

Moin moin
Soweit ich weiß musss man in bestimmten Bundesländer ja auf Drillinge und Zweilinge verzichten ( Ausnahme:Spinner,Wobbler...).Da kann so etwas mit 'ich krieg den Haken nicht raus' bei Untermaßigen Fischen eigendlich nicht passieren :-#
Außnahmen gibt es allerdings schon!!!
josé

PS: Das letzte Wort da unten sollte eigendlich Tagen ( nicht Fragen) heißen.

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Beitragvon stefanvlbg » 09.03.2006 - 15:21

Also bei uns ist es Pflicht, einen tief geschluckten Haken abzuschneiden.
So hat der Fisch in aller Regel die höhere Überlebenschance.
Zu beachten ist aber, dass keine Gold/ Silberhaken verwendet werden, denn diese rosten nicht.Ich halte diese Regelung (vorausgesetzt, es werden Haken verwendet, die sich somit selbst "auflösen") für alle mal sinnvoller als am Wasser herumzumurksen und den Fisch gerade dadurch schwer zu verletzen... so nach dem Motto Operation gelungen, Patient Fisch tot...

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Beitragvon Luckyy » 09.03.2006 - 17:02

Kommt jedoch immer auf dier Art Fisch an, die Magensäure der hechte löst dn Haken sws nach einiger zeit...

Bei Aalen ist es so dass diese den haken auswürgen was andere fische betrifft hab ich keine Ahnung jedoch ist es immer besser, sich nicht zvueil Zeit mit dem anschlagen zu lassen...

Petri 8)
$^^Nur der frühe Angler fängt den Fisch.^^$