Västervik 2006

Alles began damit, daß uns die Frühjahrstour 2005 sensationelle Fangergebnisse beim Hechtangeln erbrachte. Dadurch ließen sich der ebenfalls schwedenerfahrene Jens

(@Yohooo) nach zwei und Timo nach einem Jahr Abstinenz wieder für einen Angeltrip nach Västervik begeistern. Aber drei Mann waren einer zu wenig, und so ließ sich meine angelnde Freundin Ivonne (@Ivi) zum Mitangeln überreden. Sie war zwar noch nie länger als 3 Tage am Stück zum Angeln auf einem Boot und hatte deshalb arge Bedenken, dass sie eine Woche am Stück aushalten würde, aber eines vorneweg: Sie hat sich wacker geschlagen, und sich auch durch eine stattliche Anzahl guter Hechte den Respekt ihrer Mitfahrer und der Campbetreiber Anders Forsberg und Daniel erangelt. „Vor einer Frau, die das hier durchzieht, ziehe ich den Hut“, verneigte sich unser Tourbetreuer Horst (@Bomber) schon im Vorfeld. Und wer seine Lieblings – Pelzmütze kennt, weiß um diese „gewichtige“ Anerkennung. Weiterer Vorteil für eine Männer – WG wenn eine Frau dabei ist: Das Essen geht nie aus….Abfahrt der gesamten Truppe war also am Karfreitag gegen 19 Uhr im Rhein-Main Gebiet. Da wir unser im Winter erworbenes Buster L im Schlepptau hatten dauerte die Fahrt etwas länger, dafür konnten wir aber am Anreisetag bereits im Laufe des Vormittags ein Warm-Up in der Old Bay starten. Wir überredeten dann zu viert gleich mal 7 Hechte zum Anbiss mit Gufis, Frogger und Zam, und der 93er „Einstandshecht“ von Jens versprach uns eine interessante Woche. Ab dem ersten offiziellen Angeltag am Sonntag trennten sich dann unsere Wege. Jens und Timo bildeten ein Team in einem Leihboot, während Ivonne und ich mit unserem Boot auf Tour gingen. Während wir uns in der Old Bay mit 3 Fischen zunächst ziemlich schwer taten, starteten die anderen beiden mit reichlich Hechten in den Schären. So blieb es weitgehend auch in den nächsten Tagen so, das die Schärenangler die größere Stückzahl fingen, während die Old Bay dafür immer wieder die stattlicheren Exemplare einbrachte. Wichtig hier wie dort war das Aufspüren der Hechte, die doch besonders in den Schären sehr geballt auf engem Raum standen. Für mich selbst war es diesmal Angeln im Schongang, da Ivonne etwas mehr Pausen und einen etwas kürzeren Angeltag einforderte. Die Pausen nutzen wir dann gelegentlich zum Feilen an der Köderführung, wenn Ivonne mal einen neuen Köder ausprobieren wollte. Beim Zalt hat es anscheinend keiner Einführung gebraucht, bereits beim „Übungswurf“ stieg gleich mal ein 82er Hecht ein: Der Zalt wurde aber trotzdem nicht ihr Lieblingsköder, das war unbestritten der kleine Buster Jerk. Von Uli Beyer auf der Ussat’schen Frühlingsmesse empfohlen bekommen, konnte sie damit in den Schären einen Hecht nach dem Anderen auf die Schuppen legen. Allerdings könnte er mal einen neuen Anstrichen gebrauchen, über zwanzig Hechte ihn ganz schön maltretiert. Timo und Jens konnten zwischenzeitlich ebenfalls ein paar schöne Fische fangen. Leider vergaß ich im Vorfeld, Jens seine heißgeliebten und extrem fängigen Frogger von besagter Messe mitzubringen. Wenig erfreut darüber, und nachdem auch sein letzter Frogger den permanenten Hechtattacken Tribut zollen musste, fischte er sich notgedrungen durch die Tiefen seiner Köderboxen. Nachdem Timo tags zuvor bereits einige Hechte in Beißflautephasen vor Jens seinen Augen fing, montierte er ebenfalls den von ihm verhassten Gummiaal. Noch während der ersten Versuche, durch gekonnte Rutenschläge dem Aal ein ansprechendes Leben einzuhauchen, fällt dem zuschauenden Timo plötzlich auf: „Wieso zieht deine Schnur denn auf einmal so schnell querab“?. Jens, noch ganz verwundert, schlägt an und kann es fast nicht glauben, als der 96er Hecht gelandet ist. Auch Timo konnte sich kurze Zeit später in den Klub der 90er eintragen. Jens erkannte natürlich gleich das es kein magischer Meterhecht war und riet Timo noch im Drill: „Ist eine Pumpe, kannst ihn gleich am Boot abschütteln…“!!! Timo war da natürlich ganz anderer Meinung und hat Jens wahrscheinlich unter Androhung von Schlägen gezwungen doch ein paar Fotos zu machen: Am Mittwoch war es dann wieder an uns, nach zwei Tagen recht erfolgreichem Schärenangeln in der Old Bay unser Glück auf die Hechtomas zu probieren. „Einmal pro Schwedentrip mache ich einen extra frühen Trip, bei dem wir bereits bei Sonnenaufgang an den guten Angelplätzen am oberen Ende der Old Bay sein müssen. Dies waren bereits bei meinen bisherigen zwei Schwedentouren die absolut besten Fangtage, also klingelt der Wecker morgen um 3:45 Uhr“ sagte ich zu meiner Freundin. „Du hast wohl einen Vogel!!! “ entgegnete Ivonne, aber schließlich setzte ich mich doch durch. Ob es dann einfach nur Schicksal oder das Glück des Tüchtigen ist weiß ich jetzt nicht, aber auch dieses Jahr war dies unser erfolgreichster Einsatz. Einige mittlere Hechte hatten wir bereits gefangen, als Ivonne dann einen heftigen Ruck beim Absinken des 16er Kopytos in der Rute spürte. Ihren Satz „Der kommt ja gar nicht hoch“ entgegnete ich mit „Jetzt weiß ich warum…“, nachdem die fette Hechtdame neben dem Boot auftauchte. Leider hatte Ivonne die „Rutenspitze ins Wasser“ – Technik noch nicht drauf, als der Fisch flach unter das Bootsheck flüchtete. Zu allem Unglück verwickelte sich die Schnur dann um den Schaft des Aussenborders, und der Fisch lag direkt hinter dem Bootsheck an der Wasseroberfläche. Blitzschnell griff ich ihm hinter die Kiemendeckel, und Ivonnes definitiv größter Hecht war sicher gelandet. 94 cm lang, das ist auch für eingefleischte Hechtangler ein sehr guter Fisch… „Da geht noch einer…“ sagte ich, und beim nächsten Wurf an die gleiche Stelle kam auch bei mir nach dem zweiten Zupfer ebenfalls ein Biß. „Das ist auch ein guter“, und nach kurzer Zeit kam ein 1,03 m langer Hecht an die Oberfläche. Der Tag war aber noch lange nicht zu Ende, und so konnten wir an diesem Tag neben mehreren „normalen“ Hechten zusätzlich den Meterhecht und drei Stück über 90 cm fangen. Während der bisherigen Tage hatten wir weitgehend sonniges Wetter, allerdings mit recht heftigem Wind. Am vorletzten Tag frischte es zusätzlich noch etwas auf, und hin und wieder regnete es dann auch. Die Fische störte das recht wenig, höchstens diejenigen Angler, die trotz Anker wenig halt an den gewünschten Angelplätzen fanden. So wurde von dem einen oder anderen Boot berichtet, das mehr im statt vor dem Schilf geankert hat… Am letzten Tag galt es noch mal für uns, den größeren Exemplaren der Old Bay auf den Zahn zu fühlen. Diesmal bei fast völliger Windstille, waren die Hechte immer noch in Beißlaune. Nach zähem Begin konnte ich bei einer langsamen Drift den ersten „Fuzzi“ verhaften. Beim nächsten Wurf an die gleiche Stelle war es dann kein kleiner Hecht mehr der sich für meinen Kopyto interessierte. Genau 1 Meter maß der Fisch, es ging also weiter wie am vorletzten Tag. Im Laufe des Vormittags wagten wir uns dann in auch für mich neues Gebiet am obersten Ende der Old Bay. Endlose Schilfbänke laden hier zum Genießen der Natur und zum traumhaften Angeln ein. Und wenn wir gewusst hätten das die Hechte dort oben so gut beißen hätten wir dieses Gebiet schon eher aufgesucht: Jens und Timo fischten ebenfalls in der Old Bay und sorgten mit ihrem speziellen „Fang“ für großes Erstaunen und Gelächter im Angelcamp. Timo montierte wegen aktueller Beißflaute zur Abwechslung mal einen etwas kleineren Gummifisch. Kurze Zeit später gab es einen großen Widerstand beim Jiggen, aber Timo war sich mangels Gezappel schnell im Klaren das er nur einen Ast oder ähnliches gehakt hatte. Als etwas rundes Großes zum Vorschein kam dachte er zunächst an einen Stein, was aber wegen dessen Masse definitiv nicht sein konnte. Dann drehte sich der ominöse „Stein“, und beide waren ganz baff als sie ein Gesicht anschaute!!! Timo hatte einen toten Waschbär gehakt, der wohl im Winter im Eis eingebrochen, ertrunken und eingefroren ist. „Wir haben hier beim Eisangeln schon in Eis eingefrorene Hasen gesehen“ bestätigte Campleiter Anders Forsberg, aber einen Waschbär hatte hier noch keiner an der Angel gehabt!!! Vielleicht beißt auch nie einer weil alle nur mit großen Gummiködern angeln und diese Spezies kein so großes Maul hat. Da kam der kleine Gufi gerade recht… Warum Timo letztlich nicht dazu bereit war sich mit dem gewichtigen Fang im Arm Ablichten zu lassen ist noch nicht geklärt. Ob es an der etwas aufgedunsenen Erscheinung oder am beißenden Geruch lag war ihm nicht zu entlocken. Jens schlug Timo vor, er könne sich beim Kürschner aus dem Fell eine wärmende Mütze alla Horst anfertigen lassen. Er verläßt sich aber lieber auf eine einfache Baseballkappe und hat den Waschbär mit ausgestrecktem Arm und Lösezange wieder „befreit“. Alles in allem war diese Woche eine recht erfolgreiche Tour. Beeindruckend vor allem die Bilanz von „Chaoten – Kay“ (siehe Bericht vom letzten Jahr), der dieses Jahr aber wohl den Chaot abstreifen konnte und ohne Verluste oder Defekte, dafür aber regelmäßig mit Top Fangergebnissen aufwarten konnte. Ivonne hat neben vielen kleineren mit zwei 90er und fünf Hechten über 80cm sowie ihrer schwedentauglichen Ausdauer ebenfalls unterstrichen, das solch eine Angelwoche keine reine Männersache ist. Auch die anderen Teilnehmer der Tourwoche konnten reichlich Hechte fangen. Hier werden aber wahrscheinlich noch separate Berichte folgen…. Bericht von Michael Schellong

vorheriger beitrag

12x BLINKER

+ BLACK MAGIC FEEDERSET

Die neue AngelWoche 20/2021 – ab sofort im Handel und online erhältlich!

AngelWoche

AngelWoche ist die aktuellste und meist verkaufte Angelzeitung auf dem deutschen Markt. News aus der Industrie, aktuelles von den Angelgewässern, reich bebilderte, kurz und verständlich gehaltene Artikel, verbunden mit einer großen Themenvielfalt charakterisieren die AngelWoche.

Ihre FliegenFischen Ausgaben

in einem einzigartigen Nachschlagewerk

JETZT SAMMELN!

 

Sammeln Sie Ihre Ausgaben zu einem einzigartigen Nachschlagewerk!

Der neue KARPFEN 03/2021 – ab 28. April im Handel und schon jetzt online erhältlich! Bild: KARPFEN

Internationales Karpfenmagazin

Die neue ANGELSEE aktuell 07/2021 – ab sofort am Kiosk und in unserem Online-Shop!

Das Magazin für Forellenangler

ANGELSEE aktuell ist das einzige Magazin im deutschsprachigen Raum für die stetig wachsende Zahl der Angler, die an Angelseen, auch Forellenteiche genannt, ihre Köder auswerfen.
Next Prev
Blinker
AngelWoche
FliegenFischen
Kutter & Küste
karpfen
ANGELSEE aktuell