Brassen angeln – Grundlagen & Die 4 besten Methoden

Brassen angeln mit der Feederrute

Manche behaupten, Brassen lassen sich einfach fangen. Doch in größeren Stückzahlen und guten Größen ist der Fang der schleimigen Gesellen gar nicht so einfach. Brassen kommen in den meisten unserer Flüsse und Seen vor. Sie mögen leicht schlammigen Grund und ziehen meist im Schwarm umher. Daher gilt: Wo man einen Brassen fängt, folgen meist weitere Fische. von Michael Schlögl

Michael mit einem fetten Brassen. Solche Fische gehen am häufigsten direkt vor der Laichzeit an den Haken. Foto: M.Schlögl

Michael mit einem fetten Brassen. Solche Fische gehen am häufigsten direkt vor der Laichzeit an den Haken. Foto: M.Schlögl

Körbe für Stillwasser und Strom

Wer ins Brassen angeln einsteigen will, beginnt am besten mit dem Futterkorb­angeln. Als Rute braucht man eine mittelschwere Feederrute, die Gewichte zwischen 80 und 100 Gramm wirft. Eine solche Rute hat meist eine Länge zwischen 3,60 und 3,90 Meter und lässt sich im Stillwasser aber auch im Fluss gleichermaßen einsetzen. Durch die meist mitgelieferten unterschiedlich starken Wechselspitzen kann man die Sensibilität der Bissanzeige variieren.

Der Blick sollte gerade bei kaltem Wasser nie von der Spitze der Feederrute gewendet werden – Die Bisse fallen oft sehr vorsichtig aus. Foto: M.Schlögl

Der Blick sollte gerade bei kaltem Wasser nie von der Spitze der Feederrute gewendet werden – Die Bisse fallen oft sehr vorsichtig aus. Foto: M.Schlögl

Als Rolle braucht man ein Modell, das mindestens 150 Meter 0,25er Schnur fassen sollte, um gute Wurfweiten zu erreichen. Bespult wird die Rolle mit 0,22er oder 0,25er monofiler Schnur. Eine noch direktere Bissanzeige bekommt man bei geflochtener Schnur. Weil diese keine Dehnung aufweist, wird der Biss direkt auf die Feederspitze übertragen und diese schlägt deutlich aus. Eine 0,10er oder 0,12er Geflochene ist beim Feedern Standard. Eine Geflochtene wird meist im Stillwasser eingesetzt.

Brassen angeln mit der Feederrute: Anhieb! Ein weiterer Brassen ist gehakt und wird über die Rute ans Ufer gedrillt.

Anhieb! Ein weiterer Brassen ist gehakt und wird über die Rute ans Ufer gedrillt.

An Futterkörben nimmt man als Anfänger am besten einen Drahtfutterkorb mit Bleischlitten an der Seite, dessen Gewicht man je nach Strömungsbedingung wählt. Aus dem Drahtkorb wird das Futter schnell ausgespült, und hinterlässt am Grund eine verführerische Futterspur, die die Fische anlockt.

Wassertemperatur beim Füttern beachten

Die Futtermenge, die per Korb ausgebracht wird, richtet sich nach der Wassertemperatur und Fischvorkommen. Der Stoffwechsel der Fische als wechselwarme Tiere wird nämlich auch von der Wassertemperatur bestimmt. Im Winter reicht eine erste Fütterung von vier gefüllten Körben aus, um das Interesse der Fische zu wecken. Dann wird alle 20 Minuten ein Korb nachgelegt. Im Sommer, wenn der Stoffwechsel der Brassen seinen Höhepunkt erreicht, darf man ruhig alle drei Minuten einen Korb nachlegen.

Wurmbombe: Einen Futterkorb gelegentlich mit vielen Würmern oder Maden befüllen sorgt für ordentlich Leben am Futterplatz. Foto: M.Schlögl

Wurmbombe: Einen Futterkorb gelegentlich mit vielen Würmern oder Maden befüllen sorgt für ordentlich Leben am Futterplatz. Foto: M.Schlögl

Damit das Gewicht der gefüllten Körbe beim Wurf nicht die Hauptschnur sprengt, muss man eine Schlagschnur vor der Hauptschnur montieren. Das geschieht am besten mit dem Albright-Knoten. Die Schlagschnur (0,30er Maxima Chamäleaon) sollte etwa 10 Meter lang sein. Ins Ende der Schlagschnur knüpft man eine Minischlaufe, in die später das Vorfach eingehängt wird. Rund 20 Zentimeter oberhalb der Minischlaufe bindet man mit dem Achterknoten ein ca. 30 Zentimeter langes Schnurstück an die Schlagschnur. Auf dieses zieht man einen Doppelkarabiner, in den später der Futterkorb eingehängt wird. Dann bindet man mit einem zweiten Achterknoten das Schnurstück weiter oben an die Schlagschnur, so dass der Wirbel einer Schlaufe läuft. An das nach unten abstehende freie Ende mit der Minischlaufe, bindet man nun das 80 Zentimeter lange Vorfach (0,16 bis 0,18 Millimeter je nach Größe der vorkommenden Fische).

Die Schlaufenmontage im Einsatz. Zum Brassenangeln gibt es nichts Besseres. Foto: M.Schlögl

Die Schlaufenmontage im Einsatz. Zum Brassenangeln gibt es nichts Besseres. Foto: M.Schlögl

Ans Vorfachende kommt ein Haken, dessen Größe sich nach der Ködergröße orientiert. Für zwei Maden reicht ein 16er oder 14er Haken. Für ein Maiskorn oder einen Rotwurm darf es schon ein 10er oder 12er Haken sein. Der Vorteil der Schlaufenmontage liegt darin, dass der Fisch zuerst frei mit dem Köder abziehen kann und man den Anhieb setzen kann. Der Brassen kann sich aber auch selber haken, wenn der Futterkorb vom oberen Schlaufenende gestoppt wird, was meist in der Strömung der Fall ist.

Punktgenau füttern mit Markierung

Ganz wichtig beim Futterkorbangeln oder Feedern ist es, dass das Futter nicht irgendwo im Wasser verteilt wird, sondern möglichst genau auf einen Punkt gefüttert wird. Dass erreicht man, indem man die Schnur auf die Distanz bis zum Futterplatz in den schnurschonenden Clip an der Rolle einhängt. Nun muss man sich noch eine Zielmarkierung am gegenüberliegenden Ufer suchen, die man beim Wurf jedes Mal anpeilt. Auf diese Weise landet das Futter immer gleichmäßig auf dem Futterplatz. Man sollte darauf achten, dass der Wurf so stark ausgeführt wird, dass man immer in den Clip wirft, sonst kann es auch zu Verwicklungen kommen. Kommen auch Karpfen im Gewässer vor, würden diese bei ihrer ersten Flucht die Schnur sprengen. Dann markiere ich meine Schnur wie folgt:

  • Mit einem Fettstift bringe ich eine Markierung direkt oberhalb der Rolle auf der Schnur an.
  • Dann klemme ich die Schnur in den Clip und werfe aus.
  • Ich entferne sie aus dem Clip und kann nun einen großen Fisch sicher ausdrillen.
  • Über die Schnurmarkierung finde ich aber beim nächsten Wurf schnell die Distanz zum Futterplatz wieder.
Um die richtige Entfernung zum Futterplatz wiederzufinden, wird die Schnur an entsprechender Stelle mit einem Fettstift markiert. Foto: M.Schlögl

Um die richtige Entfernung zum Futterplatz wiederzufinden, wird die Schnur an entsprechender Stelle mit einem Fettstift markiert. Foto: M.Schlögl

Das Futter selbst sollte auf Brassen nicht zu fein sein und gröbere Partikel enthalten, die dafür sorgen, dass die Fische möglichst lange am Platz bleiben und dabei auf den Köder stoßen. Außerdem braucht man unbedingt Lebendköder (Maden, Würmer, Caster).

In mehreren Schritten das Brassenfutter anfeuchten

  1. Ganz wichtig ist es, dass das Futter immer in mehreren Schritten angefeuchtet wird. Nach dem ersten Anfeuchten, lässt man das Futter ca. 10 bis 15 Minuten ziehen, damit das Futter das Wasser komplett absorbieren kann.

    Wer es richtig ernst meint, siebt sein Futter nach dem Befeuchten nochmals, um Klumpen zu vermeiden.

    Wer es richtig ernst meint, siebt sein Futter nach dem Befeuchten nochmals, um Klumpen zu vermeiden. Foto: M. Schlögl

  2. Danach wird das Futter ein zweites Mal nachgefeuchtet. Damit das Futter keine Klumpen aufweist, die die Fische nur sättigen würden, wird das fertige Futter durch ein Futtersieb passiert. Es sollte eine solche Konsistenz haben, dass es sich durch Drücken mit der Hand zu einem zusammenhängenden Ballen formen lässt, der aber leicht auseinanderfällt. Auch im Wasser soll das Futter den Wurf im Korb überstehen und sich dann am Grund schnell aus dem Korb ­lösen.

    Großer Brassen im Drill an der Feederrute. Foto: M.Schlögl

    Großer Brassen im Drill an der Feederrute. Foto: M.Schlögl

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