Lowrance Echolote 2017: Die neueste Technik für Angler

Wer nicht im Trüben fischen möchte, braucht ein klares und aussagekräftiges Bild der Unterwasserwelt. Lars Berding hat sich vor der französischen Atlantikküste und auf der Elbe über den Stand der Technik am Beispiel der Lowrance Echolote 2017 informiert.

Der Bildschirm am Steuerstand des 300-PS-Boliden hat mit 12 Zoll Bilddiagonale in etwa die Größe meines Laptops. Auf dem Achterdeck liefert – komplett mit der Haupteinheit vernetzt – die „kleineren“ 9-Zoll-Lowrance Echolote alle benötigten Infos: Wassertiefe, Temperatur, Driftgeschwindigkeit, Bodenbeschaffenheit, und ab und an zieht eine kleine Schwimmblase über den Bildschirm.  Tatort: Barracuda Tour, Frankreich. Mission: Wolfsbarsch. Ich bin zu Gast auf dem Acht-Meter-Boot der Firma Lowrance, Co-Sponsor der Veranstaltung. Die beiden Außenborder katapultieren uns aus dem Hafen von Port de Crouesty direkt auf den Atlantik vor der Küste der Süd-Bretagne. Ich grinse im Kreis und muss meine BLINKER-Kappe gut festhalten. Tolle Crew, tolle Boote, tolles Wetter. Mehr geht nicht!

Besonders entlang der Küsten und auf größeren Gewässern wagt sich heute kaum noch jemand ohne ein Echolot-/GPS-Kombigerät  aufs Wasser. Basisgeräte sind mittlerweile erschwinglich und liefern nicht nur nützliche Informationen, sondern sind vor allem auch ein großes Sicherheitsplus. In den vergangenen Jahren hat sich in Sachen Bordtechnik allerdings so einiges getan und so bin ich gerne der Einladung von Navico (unter anderem Geräte der Marke Lowrance) gefolgt, mir im Rahmen der Barracuda-Tour einmal die neueste Bordtechnik am Beispiel der Lowrance Echolote 2017 präsentieren zu lassen.

Auf der Barracuda-Tour konnte Lars Berding die neuesten Lowrance Echolote 2017 einmal in Augenschein nehmen. Foto: BLINKER/A. Seiberlich

Auf der Barracuda-Tour konnte Lars Berding die neuesten Lowrance Echolote einmal in Augenschein nehmen. Foto: BLINKER

Lowrance Echolote 2017 auf dem Prüfstand

Neben der klassischen zweidimensionalen Echolotanzeige und einer Seekarte können die Geräte heute einiges mehr. Hinter Vokabeln wie „Sidescan“ beziehungsweise „Structure Scan“ verbirgt sich nicht anderes als eine nahezu fotorealistische Abbildung der Unterwasserwelt. War früher nur ein kegelförmiger Blick unter das Boot möglich, leisten die Geräte heute auch einen Blick zur Seite. 40 Meter links und rechts vom Boot? Kein Problem! Und das bei nur wenigen Metern Wasser unter dem Kiel. Erkennen, welcher Fisch sich genau dort hinten links vom Boot befindet? Durchaus möglich! Kurz aufs Display auf den Fisch getippt. Spot gemerkt. Später wieder anfahren? Kinderspiel!

Die Bedienerfreundlichkeit ist ähnlich eines Tablet-Computers, der sich übrigens auch problemlos einbinden lässt. Das Bild des Echolots kann jederzeit über das Netzwerk auch auf einem iPad/Tablet angezeigt werden. Alle Fenster können ganz nach Belieben auf dem Bildschirm kombiniert und angeordnet werden. Ein Wisch mit dem Finger und anstelle der Navigation sehe ich die komplette Motorsteuerung auf dem Bildschirm. Mir steht häufig das Staunen ins Gesicht geschrieben.

Nach der knapp einstündigen Präsentation dieses einen Gerätes raucht mir bereits der Kopf und am Ende der eintägigen Pressetour muss ich gestehen, dass ich zwar grundsätzlich begriffen habe, was die Geräte können, allerdings habe ich noch erheblichen Erklärungsbedarf.

Dieses Modell zeigt alle möglichen Darstellungen auf einen Blick: oben links: Seekarte mit markierten Wegpunkten; oben rechts: Downscan mit Fischsymbolen; unten links: Sidescan; unten rechts: Downscan mit Bodenstruktur.

Dieses Modell zeigt alle möglichen Darstellungen auf einen Blick: oben links: Seekarte mit markierten Wegpunkten; oben rechts: Downscan mit Fischsymbolen; unten links: Sidescan; unten rechts: Downscan mit Bodenstruktur.

Licht ins Dunkle bringen

Zurück in Hamburg schnappe ich mir direkt das Telefon und bitte den Experten für Bordtechnik Thomas Schlageter um seine Hilfe. Glücklicherweise ist er gerade für eine Schulung im hohen Norden und erklärt sich sofort bereit, Licht ins Dunkel zu bringen und so fahren wir wenige Tage später auf die Elbe hinaus – im Gepäck drei Geräte, die von der Einsteigerklasse bis zum High-End-Gerät die gesamte Bandbreite der heutigen Bordtechnik darstellen.

Thomas Schlageter ist Fachmann in Sachen Echolot-Technik.

Thomas Schlageter ist Fachmann in Sachen Echolot-Technik.

Thomas Schlageter schult Profis wie Berufstaucher, Wasserschutzpolizei und Feuerwehren im Umgang mit den Geräten und kennt jede Funktion.

Grundsätzlich ist die technische Basis der Geräte immer gleich: Echolote senden Wellen mit bestimmten Frequenzen über den sogenannten Geber in Richtung Gewässergrund. Der Grund und alles, was auf dem Weg dorthin die Wellen reflektiert, ergibt dann ein Bild der Unterwasserwelt. Je nach Qualität und Entwicklungsstufe der Echolote sind dabei unterschiedliche Modi möglich.

 

  • Downscan

    Das einfache, zweidimensionale Abbild zeigt das, was gerade unter dem Boot passiert – der sogenannte Downscan (down=runter/unten). So können zum Beispiel die Tiefe, die Bodenhärte, Kanten und auch die Schwimmblase der Fische erkannt werden.

  • GPS-Modul

    Ist das Gerät mit einem GPS-Modul (GPS=Global Positioning System, ein satellitengestütztes Ortungssystem) ausgestattet, ist auch die Navigation per Seekarten möglich und es kann auch im Echolotmodus die Geschwindigkeit abgelesen werden, mit der sich das Boot über Grund bewegt.

  • Sidescan

    In der nächst höheren Kategorie werden dann bereits deutlich aufschlussreichere Bilder der Unterwasserwelt geliefert. Die Auflösung und Leistung der Geräte ist deutlich besser und beim sogenannten Sidescan – je nach Hersteller auch Structure Scan wird nicht nur erfasst, was sich direkt unter dem Boot befindet, sondern es wird die Unterwasserwelt links und rechts vom Boot dargestellt. Bei unserem Test auf der Elbe können wir so prompt ein versunkenes Auto in der Nähe des Fähranlegers ausmachen. Mit ein wenig Phantasie könnte man sogar auf das Modell des Wagens tippen. Für Thomas ist das nichts Neues: Er markiert die Fundstelle kurzerhand per Tippen mit dem Finger auf dem Touchscreen und übermittelt die Position später an die zuständige Wasserschutzpolizei. Für den Profi ist das Routine, ich hingegen komme aus dem Staunen nicht heraus.

Beim Test konnte dieses Autowrack auf dem Sidescan-Echolot ausfindig gemacht werden. Foto: Echolotzentrum Schlageter

Beim Test konnte dieses Autowrack auf dem Sidescan-Echolot ausfindig gemacht werden. Foto: Echolotzentrum Schlageter

Lowrance Echolote 2017 – Für jeden Angler das passende Gerät

Auch Thomas Schlageter kann mir an diesem Vormittag nur einen kleinen Einblick in die umfangreiche Technik der Geräte geben. Zu umfangreich sind mittlerweile die Funktionen der kleinen Technikwunder. Aus diesem Grunde sind seine Vorträge auf Messen gut besucht und seine Echolot-Schulungen nicht nur sinnvoll sondern auch beinahe ein Muss für jeden Besitzer eines High-Tech-Echolots. Alle Geräteklassen im Detail vorzustellen würde daher auch nicht nur ein Sonderheft, sondern wohl eher ein ganzes Buch füllen. Für jeden Angler und Gewässertyp gibt es ein passendes Gerät. Einzig limitierender Faktor: der Geldbeutel.

Bereits die Einsteigerklasse der Geräte liefert viele nützliche Informationen für uns Angler. Wer sich also an seinem Vereinssee einen Eindruck über die Bodenbeschaffenheit machen möchte, ist mit einem Gerät für wenige hundert Euro bereits bestens bedient. Eine Kante finden für das Ablegen der Karpfenmontage wird damit zum Kinderspiel. Für ein präziseres Bild der Unterwasserwelt empfiehlt sich dann eines der hochwertigeren Baureihen. Der Sidescan liefert bereits wirklich eindrucksvolle Bilder. Allerdings kratzt man schnell den vierstelligen Eurobereich.

Wer auf die neueste Echolot-Technik setzen möchte, gepaart mit dem bestmöglichen Bild, das selbst bei direkter Sonneneinstrahlung und aus jedem Blickwinkel perfekt ablesbar ist und alle Informationen benötigt, die man sich als Angler nur wünschen kann, muss schon deutlich tiefer in die Tasche greifen, zumal solche Geräte auch nur mit entsprechend hochwertigen Gebern funktionieren. Allerdings ist es dann auch problemlos möglich, eine eigene Gewässerkarte – zum Beispiel des Vereinssees – zu erstellen. Und so hat die Qualität – wie alles im Leben – auch ihren Preis.

Eine kleine Orientierungshilfe, was die aktuellen Geräte genau können, wo die Unterscheide liegen und für welchen Einsatzzweck sie geeignet sind, haben wir in der nachstehenden Tabelle dargestellt. Wir beschränken uns dabei auf drei Geräte unterschiedlicher Kategorien der Marke Lowrance. Wie genau die Geräte funktionieren, können Sie zudem im Video-Clip sehen, den wir mit Thomas Schlageter auf der Elbe gedreht haben. Und ein gut gemeinter Rat zum Schluss: Lasst Euch vor dem Kauf von Profis umfangreich beraten und bucht am besten eine Geräteschulung gleich mit!

Lowrance Echolote 2017 im Überblick

 

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