Blinker: Herr Djordjevic, wie waren die genauen Umstände des Fanges, haben Sie gezielt auf diesen Fisch geangelt?
Djordjevic:
Ja, das ist richtig, ich habe den Fisch gezielt beangelt, weil ich ihn schon
seit Jahren sehr oft beim Rauben beobachten konnte. Der Wels jagte an der
Oberfläche die Satzforellen. Dieses Jahr fische ich schon seit drei Monaten mit
unterschiedlichen Ködern –Tauwurm, Leber, Blutegel – auf den Giganten, aber
zuerst ohne Erfolg.
Mit
welchem Köder konnten sie den Wels zum Biss bringen?
Als
ich an diesem Tag ans Wasser kam, war der Wels erneut beim Rauben. Ich
montierte schnell meine Rute mit einem 8/0er Rundkopf-Jig und einem 23
Zentimeter langen Gummifisch im Forellendekor und warf den Fisch direkt an.
Beim dritten Wurf hatte ich einen gewaltigen Biss und schlug an. Ich wusste
sofort, dass ich ein starkes Exemplar gehakt hatte.
Wie
war der Drill des Fisches,
und welche Gedanken schossen Ihnen durch den Kopf?
Der
Drill dauerte für mich nahezu eine Ewigkeit, ich kann nicht genau sagen, wie
lange ich die gewaltigen Fluchten des Fisches parieren musste. Ich habe nur
gehofft, dass mein Gerät hält und der Fisch nicht in ein Unterwasserhindernis
flüchtet.
Wie
konnten Sie den Giganten landen? Hatten Sie dabei Hilfe?
Nachdem
ich den Wels ausgedrillt hatte und der Fisch vermutlich noch müder war als ich,
dirigierte ich ihn in die Uferzone. Beim zweiten Landeversuch konnte ich ihn
mit dem Wallergriff fassen und Stück für Stück unter großer Kraftanstrengung
ans Ufer bringen. Danach war ich mehr als kaputt. Hilfe durch einen Kollegen
hatte ich leider keine. Aber als ich den Fisch am Ufer hatte, kam ein anderer
Angler. Danach verständigte ich per Handy weitere Kollegen, die mir halfen, den
Fisch zu versorgen.
Welches
Gerät haben Sie verwendet?
Ich
verwendete eine Spinnrute von Sänger, die Warlock Uni-Cat, 330 cm, Wurfgewicht
100 bis 400 Gramm und eine Shimano Baitrunner 4500, die mit einer 0,24er
Whiplash Pro von Berkley bespult war.
Der
Drill war also eine richtige Meisterleistung?
Vermutlich
schon, aber ich hatte auch ein wenig Glück, dass der Waller nicht in einen
Unterstand geflüchtet ist. Aber Glück gehört zum Angeln eben auch dazu.
Haben
Sie schon einmal einen großen Waller gefangen?
Ja,
allerdings noch keinen so großen. Doch kleinere Waller um die 60 Pfund hatte
ich schon viele. Außerdem einen Fisch von rund 100 Pfund. Der biss aber in der
Schonzeit und wurde wieder zurückgesetzt.
Auf
was für einer Waage konnte ein solcher Fisch gewogen werden?
Der
Fisch wurde im Beisein mehrerer Zeugen am Großmarkt Inzersdorf auf einer
geeichten Brückenwaage gewogen.
Wie
fühlt man sich als Fänger des vermutlich größten Wallers im deutschsprachigen
Raum?
Einfach
großartig!
Quappenknaller durchbricht "Schallmauer"
Sieben Jahre lang hielt der Quappen-Hitparaden-Rekord von 8 Pfund 450 Gramm.
Doch der
Rekord war am 30. September 2007 Geschichte. Am Inn bei Rosenheim saß an
diesem Abend Robert Strein auf Rutten an, denn so heißen Quappen im Süden. Von
einem Freund hatte er sich einen guten Platz empfehlen lassen. Dort waren im
Sommer einige Fische gefangen worden. Nach anderthalb Stunden kam ein mächtiger
Biss: „Zuerst dachte ich, ein Wels hätte den Köderfisch genommen, eine Laube.
Doch der Drill verlief überraschend schnell, und nach zehn Minuten hatte ich
den Prachtfisch an Land.“ Dieser Knaller durchbrach die Quappen-Schallmauer, er wog unglaubliche 10 Pfund 256 Gramm
bei 91 Zentimetern – und ist der neue neue Hitparaden-Rekord!
Sie werden merken, dass in der Galerie sechs Fischarten
fehlen. Das liegt daran, dass die Unterlagen in unseren Archiven leider
unvollständig sind. Aber vielleicht können Sie uns ja helfen? Wenn Sie
einen der unten aufgelisteten Rekordfisch-Fänger kennen, teilen Sie uns doch
bitte dessen Anschrift mit, damit wir unsere Rekordfisch-Galerie komplettieren
können.
1.
Aal - Georg Cadora, Krefeld
2. Döbel - Günter Mather, Freiburg
3. Nase - C. Jenewein, Mannheim
4. Rotauge - Hansjürgen Zakrzewski, Oldenburg
5. Rotfeder - Chr. Mecjr, Wien
6. Schleie - H. Welter, Mönchengladbach