Methoden | Dropshot| 28.01.2010
Noch mehr Gummi
Ohne Gummi läuft beim Dropshot-Angeln gar nichts. Beim Bungee-Rig ist der Gummi nicht nur für den Köder, sondern sogar für die Köderführung verantwortlich. Amazing Spastic Action nennen das die detailverrückten US-Angler.
Dieser Zander war dem "Tanz auf der Stelle" nicht gewachsen und fasste entnervt zu.
Ohne Gummiköder geht bei den Finesse-Techniken gar nichts. Man kann aber auch Gummi – nämlich Gummiband –  bei der Montage von Dropshot-Rigs benutzen und erhält dadurch ein sogenanntes Bungee-Rig. Ähnlich wie das Bungee-Seil beim Bungee-Springen hat auch der Gummizug beim Bungee-Rig die Aufgabe, den Köder auf der Stelle tanzen zu lassen. Dabei wird das Blei nicht mitbewegt, selbst bei extremsten Aktionen nicht. Damit wird etwas möglich, was die Amerikaner als amazing spastic action bezeichnen. Zu deutsch wäre das eine "erstaunlich krampfige Bewegung".
 
Ein Rig für eng begrenzte Hotspots

Wie auch immer – es gibt tatsächlich Zeiten und Situationen, in denen dieses Rig dem klassischen Dropshot-Rig in all seinen Spielarten überlegen ist. Das ist zum einen der Fall, wenn sehr kleine, eng begrenzte Hotspots befischt werden sollen. Typische Beispiele für Angelplätze ohne Spielraum sind kleine Freiflächen zwischen Hindernissen wie versunkenem Holz, Pfählen und Booten, aber auch Lücken in Schilf und Seerosen.
Weitere Stellen, an denen der fangträchtige, fischhaltige Bereich nur sehr klein ist, findet man zum Beispiel im Strömungsschatten hinter Brückenpfeilern, in kleinen, tiefen Kolken oder in den eng begrenzten, tief ausgespülten Löchern hinter Buhnenköpfen.
Reste von Stippergummis ergeben hervorragendes Rohmaterial für Bungee-Rigs ab.
Schweres Blei bleibt am Platz

Der Vorteil des Bungee-Rigs liegt an solchen Plätzen darin begründet, dass das dann überschwer gewählte Blei den Köder am gewünschten Platz wie ein Bootsanker auf den Gewässergrund verankert. Der Gummizug gibt durch seine Dehnbarkeit den nötigen Spielraum, mit dem Köder zu arbeiten, ohne dabei die Position des Bleies zu verändern. Wird der Zug auf die Montage verringert, holt der Gummi den Köder automatisch in die Ausgangsposition zurück. Auf diese Weise kann man hartnäckig beißfaule Fische regelrecht kirre spielen – bis sie irgendwann genervt doch zuschnappen.

Auch beim Dropshotting vom Ufer stößt man schnell an Grenzen, wenn die Fische weit draußen stehen. Es werden so hohe Wurfgewichte notwendig, dass die Feinfühligkeit der Montage, die Sensibilität der Präsentation und die Erkennung der Bisse verschlechtert werden. Daneben leidet auch die Schnelligkeit des Anhiebs, wenn beispielsweise bei einem Biss erst 120 Gramm Blei angehoben werden müssen, bis sich das ganze Rig inklusive Haken ebenfalls bewegt. Selbst bei "Fallbissen" – wo sich der Fisch auf den Angler zu bewegt und dabei das volle Bleigewicht hinter sich her zieht – ist bei hohen Bleigewichten ohne Puffer die Fehlbissquote hoch.

Tanz auf der Stelle

All diese Probleme sind weg, wenn man zwischen Blei und Dropshot-Montage einen Gummi schaltet. Der Gummi puffert den harten Widerstand des Bleigewichtes dosiert ab. Der Fisch wird erst zu spät durch das Bleigewicht gewarnt, weil er zunächst den deutlich geringeren Widerstand des Gummis überwinden muss. Bis der Fisch das schafft, sollte der Angler schon den Anhieb gesetzt haben.

Mehr zum Angeln mit dem Bungee-Rig lesen Sie im Dropshot-Sonderheft, dass Sie über unseren Online-Shop bestellen können.
Bindeanleitung für das Bungee-Rig
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