Methoden | Eisangeln| 09.02.2010
Kurz auf Eis
Kurze Ruten auf kurzen Rutenhaltern, eine kurze Posenantenne schaut aus dem Wasser, ein kurzer Zupfer... Eigentlich ist beim Eisangeln auf Rotaugen alles kurz. Ist man warm gekleidet, bleibt es, selbst bei einem längeren Aufenthalt, sehr kurzweilig.
Da, wo die meisten Angler sind, ist die richtige Tiefe. Mal freundlich fragen, ob man dazwischen darf.
Wenn Väterchen Frost das Land voll in seinem Griff hat, bedeutet dies nicht unbedingt, dass man sich einen warmen Platz hinter dem heimischen Ofen suchen sollte. Dort, wo es erlaubt ist, sollte man sogar die Gunst der Stunde nutzen und auf zuge­frorenen Talsperren, Teichen oder Baggerseen bei Minustemperaturen Rotaugen aufs Eis legen.

Was es hierbei zu beachten gilt? Als Erstes und Wichtigstes natürlich, dass das Eis dick genug ist. Bevor Sie es betreten, erkundigen Sie sich, welche Stärke es hat und ob man unbedenklich zum Angeln hinausgehen kann. Gehen sie nach Möglichkeit auch nicht allein. Sollte das Eis brechen, kann eine zweite Person auf dem Eis lebenswichtig werden.

Doch nun zum Angeln auf die Silberlinge. Natürlich sind die Rotaugen im Winter ­träger als in der warmen Jahreszeit. Das müssen wir beim Angeln, vor allen Dingen bei der Zusammenstellung des Gerätes beachten. Dünne Schnüre, feine Vorfächer, kleine Haken und sensible ­Posen bilden zusammen den Schlüssel zum Erfolg.

Bevor es losgeht, gilt es erst einmal, den richtigen Platz zu finden. Im Winter ziehen viele Fischarten in die tieferen Regionen der Gewässer, dem schließen sich in der Regel auch die Rotaugen an. Also sollte man die Köder auch dort durch das Eisloch in Richtung Grund schicken. In Talsperren können das durchaus Tiefen jenseits der 10 Meter sein, in denen jetzt die Fische in Schwärmen nach Nahrung suchen. Bei flachen Teichen sind es manchmal nur 1,5 oder 2 Meter Wassertiefe.
Mit einer bzw. zwei ­kurzen Spezialruten: So machen es die Eisangel-Profis.
Wo die anderen sind
Wenn Sie ein Gewässer nicht genau kennen, halten Sie Ausschau nach anderen Anglern, die dem eiskalten Vergnügen nachgehen. Meist bilden sich kleine Gruppen, die sich dicht zusammen ihre Löcher ins Eis gebohrt oder gehackt haben. Dort sind Sie in der Regel in einem Fanggebiet mit der richtigen Tiefe.

Kommen wir nun zu dem Zugang zum Wasser, dem Eisloch. Wie bereits erwähnt, kann man das Loch bohren oder hacken. Die beste Technik ist das nahezu lautlose Bohren. Das Hacken mit einer Axt oder einem Eispickel könnte die Fische nämlich vergrämen. Spezielle Eisbohrer sind im Fachhandel erhältlich.

Ist das Loch fertig, kann es losgehen mit dem Angeln. Wie schaut die Ausrüstung aus? Beginnen wir mit der Rute, die möglichst kurz sein sollte. Man kann mit kurzen Ruten besser am Eisloch hantieren als mit langen Gerten. Spezielle Ruten zum Eisangeln haben eine Länge zwischen 50 und 80 Zentimeter. In Skandinavien, der Heimat des Eisangelns, heißen solche ­Ruten übrigens Pimpel. Sie verfügen teilweise über fest angebaute Rollen.
Wer keine solche Rute besitzt, sollte leichte Spinnruten in Längen zwischen 1,60 und 2,10 Meter einsetzen. Auch damit ­lässt sich noch recht gut angeln. Als Rolle ist eine kleine Stationärrolle zu empfehlen mit einer 0,16 bis 0,18 Millimeter dicken monofilen Hauptschnur. 100 Meter Schnurfassung reichen völlig aus.
Eine normale kurze Rute mit ­Stationärrolle tut’s zur Not auch auf dem Eis.
Dünn und fein
Die Vorfachstärke sollte nicht über 0,12 Millimeter liegen, noch dünner ist noch besser. Das Vorfach braucht auch nicht länger als 40 Zentimeter zu sein. Oft sieht man vorsichtige Bisse an zu langen Vorfächern nämlich nicht. Je nach Köder liegt die Größe der möglichst dünndrähtigen Haken zwischen 16 und 22.

Kommen wir zur Pose. Sie muss uns die oft extrem feinen Bisse anzeigen, entsprechend sensibel sollte sie deshalb sein. Für Tiefen bis zu 2 Meter reicht eine Tragkraft bis zu 1 Gramm, bei 10 Meter sind 2 Gramm Tragkraft völlig ausreichend. Ist das Gewässer tiefer als die Ruten lang, greift man am besten zur Laufpose.

Wichtig ist das richtige Ausbleien der ­Pose. Sie sollte wirklich schon beim ­kleinsten Zupfer reagieren. Gut geeignet sind Posen mit einer dünnen Antenne, die so bebleit werden, dass nur noch die Antennenspitze aus dem Wasser schaut. So lassen sich auch Hebebisse gut erkennen.

Nächster Punkt ist das Ausloten. Im Eisloch stellt dieses eigentlich kein Problem dar, da man ja genau an dem Platz lotet, an dem man auch angelt. Da die Fische in Grundnähe stehen, heißt es hier den Köder anbieten. Die Tiefe wird so eingestellt, dass der Köder 3 bis 5 cm über Grund schwebt. Bleiben die Bisse aus, so sollte man die Tiefe des Köders etwas verändern. Man kann ihn bis zu 15 Zentimeter über Grund anbieten. Aber es gibt auch Tage, an denen die Fische auf einen am Grund aufliegenden Köder beißen.

Welche Köder eignen sich für die kalte Jahreszeit? Die Antwort ist eigentlich recht einfach: möglichst kleine! So sind die Standardköder bei Eis und Schnee Pinkies und 1 bis 2 Maden. Auch pflanzliche Kost wird nicht verachtet. Sehr fängig sind ­neben kleinen Maiskörnern gequollene Hanf- und Weizenkörner. Besonders beim Angeln mit diesen Ködern sind die bereits erwähnten dünndrahtigen Haken von Vorteil.

Etwas herber
Im Winter mögen die Rotaugen gerne herbe Futtermischungen. Geeignetes Futter kann man fertig kaufen oder selber mischen. Die Grundlage des Futters bildet Panier- oder Brotmehl, dem noch Maismehl hinzugefügt werden kann. Gute Aroma- und Lockstoffe sind Koriander und Lebkuchengewürz. Auf 3 Liter Futter kommen 2 Esslöffel Gewürz.

Achten Sie aber darauf, dass das Futter nicht zu hell gewählt wird. Das könnte die Fische verschrecken. Feuchten Sie ihr Futter so an, dass sie fest klebende Bälle erhalten, die gerade durch das Eisloch zum Grund sinken. Treiben das Futter auch nur einen Meter ab, hat man die Fische nicht da, wo der Köder liegt.

Dem Futter können ruhig geringe Mengen des jeweiligen Köders beigefügt werden. Füttern Sie aber keine zu großen Bälle und nicht zu oft. Alle 10 bis 15 Minuten ein Futterball in der Größe eines Tischtennisballs reicht völlig aus.

Noch ein paar Worte zu einigen weiteren Gegenständen, die Sie mit auf das Eis nehmen sollten. Ein Rutenhalter ist aus folgendem Grund wichtig: Wenn Sie die Rute einfach auf das Eis legen, kann die nasse Schnur schnell anfrieren. Sie kön­­nen keinen ordentlichen Anhieb setzen, und die dünne Schnur wird schnell beschädigt. Ich benutze ein kleines Dreibeine als Rutenablage.

Eine Sch­öpfkelle sollte man dabei haben, um mit ihr das Eisloch von Eisstücken zu befreien und neue dünne Eisdecken zu entfernen. Auch dünnes Eis kann der Schnur schaden. Oft bilden sich am Rande des Eisloches durch das ­erneute Zufrieren scharfe Kanten. Entfernen Sie diese im Interesse Ihrer Schnur.

Dass man als Angler warm gekleidet ist, dürfte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein. Eine Kanne mit heißem Tee schadet zum Aufwärmen bei Minusgraden ebenfalls nicht.
Tipps zum Eisangeln
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