Eine normale kurze Rute mit Stationärrolle tut’s zur Not auch auf dem Eis.
Dünn und fein
Die Vorfachstärke sollte nicht über 0,12 Millimeter liegen, noch dünner
ist noch besser. Das Vorfach braucht auch nicht länger als 40
Zentimeter zu sein. Oft sieht man vorsichtige Bisse an zu langen
Vorfächern nämlich nicht. Je nach Köder liegt die Größe der möglichst
dünndrähtigen Haken zwischen 16 und 22.
Kommen wir zur Pose. Sie muss uns die oft extrem feinen Bisse anzeigen,
entsprechend sensibel sollte sie deshalb sein. Für Tiefen bis zu 2
Meter reicht eine Tragkraft bis zu 1 Gramm, bei 10 Meter sind 2 Gramm
Tragkraft völlig ausreichend. Ist das Gewässer tiefer als die Ruten
lang, greift man am besten zur Laufpose.
Wichtig ist das richtige Ausbleien der Pose. Sie sollte wirklich schon
beim kleinsten Zupfer reagieren. Gut geeignet sind Posen mit einer
dünnen Antenne, die so bebleit werden, dass nur noch die Antennenspitze
aus dem Wasser schaut. So lassen sich auch Hebebisse gut erkennen.
Nächster Punkt ist das Ausloten. Im Eisloch stellt dieses eigentlich
kein Problem dar, da man ja genau an dem Platz lotet, an dem man auch
angelt. Da die Fische in Grundnähe stehen, heißt es hier den Köder
anbieten. Die Tiefe wird so eingestellt, dass der Köder 3 bis 5 cm über
Grund schwebt. Bleiben die Bisse aus, so sollte man die Tiefe des
Köders etwas verändern. Man kann ihn bis zu 15 Zentimeter über Grund
anbieten. Aber es gibt auch Tage, an denen die Fische auf einen am
Grund aufliegenden Köder beißen.
Welche Köder eignen sich für die kalte Jahreszeit? Die Antwort ist
eigentlich recht einfach: möglichst kleine! So sind die Standardköder
bei Eis und Schnee Pinkies und 1 bis 2 Maden. Auch pflanzliche Kost wird
nicht verachtet. Sehr fängig sind neben kleinen Maiskörnern gequollene
Hanf- und Weizenkörner. Besonders beim Angeln mit diesen Ködern sind
die bereits erwähnten dünndrahtigen Haken von Vorteil.
Etwas herber
Im Winter mögen die Rotaugen gerne herbe Futtermischungen. Geeignetes
Futter kann man fertig kaufen oder selber mischen. Die Grundlage des
Futters bildet Panier- oder Brotmehl, dem noch Maismehl hinzugefügt
werden kann. Gute Aroma- und Lockstoffe sind Koriander und
Lebkuchengewürz. Auf 3 Liter Futter kommen 2 Esslöffel Gewürz.
Achten Sie aber darauf, dass das Futter nicht zu hell gewählt wird. Das
könnte die Fische verschrecken. Feuchten Sie ihr Futter so an, dass sie
fest klebende Bälle erhalten, die gerade durch das Eisloch zum Grund
sinken. Treiben das Futter auch nur einen Meter ab, hat man die Fische
nicht da, wo der Köder liegt.
Dem Futter können ruhig geringe Mengen des jeweiligen Köders beigefügt
werden. Füttern Sie aber keine zu großen Bälle und nicht zu oft. Alle
10 bis 15 Minuten ein Futterball in der Größe eines Tischtennisballs
reicht völlig aus.
Noch ein paar Worte zu einigen weiteren Gegenständen, die Sie mit auf
das Eis nehmen sollten. Ein Rutenhalter ist aus folgendem Grund
wichtig: Wenn Sie die Rute einfach auf das Eis legen, kann die nasse
Schnur schnell anfrieren. Sie können keinen ordentlichen Anhieb
setzen, und die dünne Schnur wird schnell beschädigt. Ich benutze ein
kleines Dreibeine als Rutenablage.
Eine Schöpfkelle sollte man dabei haben, um mit ihr das Eisloch von
Eisstücken zu befreien und neue dünne Eisdecken zu entfernen. Auch
dünnes Eis kann der Schnur schaden. Oft bilden sich am Rande des
Eisloches durch das erneute Zufrieren scharfe Kanten. Entfernen Sie
diese im Interesse Ihrer Schnur.
Dass man als Angler warm gekleidet ist, dürfte eigentlich eine
Selbstverständlichkeit sein. Eine Kanne mit heißem Tee schadet zum
Aufwärmen bei Minusgraden ebenfalls nicht.