Ein Anti-Drall-Blatt verhindert, dass die Schnur verdrallt. Meistens wirkt auch schon ein guter Karabinerwirbel.
© Heinz Jagusch
Köderführung – der richtige Dreh
Auswerfen und kurbeln, so könnte man die Köderführung der Spinner beschreiben. So einfach ist es, denn man muss nichts Besonderes leisten, damit der Spinner richtig läuft. Wenn sich sein Blatt dreht, dann tut er, was man von ihm erwarten kann, und übt seinen fängigen Reiz aus. Abstoppen, Absacken lassen, Anheben, Richtung ändern oder Tiefe variieren wie bei anderen Kunstködern hat kaum eine Wirkung oder ist gar nicht möglich. Etwas kann man aber doch machen, um die Fängigkeit eines Spinners noch zu erhöhen:
Beschleunigen
In klarem Wasser bekommt man nicht selten die Gelegenheit, Fische zu beobachten, die den Spinner verfolgen, aber nicht zubeißen. Der Propeller hat sie neugierig gemacht, ohne sie zum Anbiss zu verleiten. Da muss nachgeholfen werden, indem man den Spinner beschleunigt. Das wirkt auf die Verfolger wie ein Fluchtversuch. Auf einmal schwimmt die vermeintliche Beute schneller und dadurch automatisch auch weiter nach oben. Ein verändertes Verhalten, dass den Bissreflex der Räuber auslöst.
Am Fließgewässer wirft man stromauf und führt den Spinner mit der Strömung. Das zu beachten, ist umso wichtiger, je stärker die Strömung ist. Denn mit zunehmendem Strömungsdruck wird der Spinner beim Zug gegen die Strömung zu weit nach oben gedrückt.
Bei der Führung mit der Strömung läuft der Spinner nicht nur in der gewünschten Tiefe, er kommt für den Fisch auch von vorne. Der Räuber kann den Köder besser ins Visier nehmen und zielsicher attackieren.
Spürbarkeit
Eine Eigenschaft, die einen guten Spinner auszeichnet, ist im Fluss noch mehr als im stehenden Gewässer gefragt: Leichtgängigkeit. Das Blatt muss leicht beweglich sein und beim geringsten Zug anfangen, um die Achse zu rotieren. Wenn das Blatt sich nicht dreht, gleitet der Spinner nur müde durchs Wasser und wirkt auch auf die Räuber ermüdend.
Ob sich das Blatt dreht oder nicht, muss der Spinnfischer selbstverständlich immer genau wissen. Deshalb ist die Abstimmung zwischen Köder und Gerät – vor allem der Rute – entscheidend. Wenn das Gerät sensibel auf den Spinner abgestimmt ist, spürt man in den Fingerspitzen, ob sich das Blatt dreht.
Drallfrei
Wenn die Drehungen des Spinners sich auf die Schnur übertragen, ist der Angeltag vor dem ersten Fang zu Ende. Eine unentwirrbar verdrallte Schnur wird zum Knäuel und lässt sich nicht mehr auswerfen. Soweit darf es nicht kommen. Deshalb wird der Spinner in einen gut beweglichen Karabinerwirbel gehängt, der die Drehungen auffängt und nicht an die Schnur weitergibt. Wenn das nicht hilft, wird eine Anti-Drall-Vorrichtung vorgeschaltet. In Form von Anti-Drall-Stangen, -Bleien oder -Blättern gibt es spezielle Hilfsmittel, um dem Drall den Garaus zu machen.