Kunstköder | Spinner| 06.05.2009
Spinner gehen immer
Er ist der Kunstköder für alle Fälle - der Spinner. Die rotierende Metallscheibe arbeitet einfach und effektiv. Spinner sind sehr fängig, ihre Reize wirken sowohl auf kleine als auch auf ganz große Räuber.
Forellen sind leidenschaftliche Spinner-Fans.
Spinner sind komische Dinger: Ein Stück Draht mit einem beweglichen Stück Blech. Weder ihr Aussehen noch ihre Bewegung ähnelt im Entferntesten irgendeiner natürlichen Beute der Raubfische. Dennoch sind sie be­gnadete Fänger und die am weites­ten verbreiteten und am häu­figsten verkauften Kunstköder. Das hat zwei Gründe:
1. Spinner sind im Einsatz vollkommen unproblematisch. Auswerfen und einholen, mehr muss man nicht machen, damit sie fangen. Die erforderlichen Bewegungen entwickeln sie beim Einholen ganz von selbst.
2. Spinner haben einen nahezu un­eingeschränkten Einsatzbereich. Sie fangen in allen Gewässern und unter fast allen Bedingungen.
Ihre einfache Handhabung macht Spinner zu einem idealen Köder für den Einstieg ins Spinnfischen. Als zuverlässige Allround-Kunstköder sind sie vortrefflich geeignet, um den Raubfischbestand eines Gewässers kennen zu lernen, ehe man sich mit anderen Ködern spezialisiert. Aber Spinner sind durchaus nicht nur etwas für den Einstieg und den Anfang. Sie gehören ebenso in die Köderkiste von Fortgeschrittenen und Spezialisten. Denn auch in schwierigen Situationen ist nicht selten ein einfacher Köder der kürzeste Weg zum Erfolg.
Ein Anti-Drall-Blatt verhindert, dass die Schnur verdrallt. Meistens wirkt auch schon ein guter Karabinerwirbel.
Köderführung – der richtige Dreh
Auswerfen und kurbeln, so könnte man die Köderführung der Spinner be­schreiben. So einfach ist es, denn man muss nichts Besonderes leis­ten, damit der Spinner richtig läuft. Wenn sich sein Blatt dreht, dann tut er, was man von ihm erwarten kann, und übt seinen fängigen Reiz aus. Abstoppen, Absacken lassen, Anheben, Richtung ändern oder Tiefe variieren wie bei anderen Kunstködern hat kaum eine Wirkung oder ist gar nicht möglich. Etwas kann man aber doch machen, um die Fängigkeit eines Spinners noch zu erhöhen:

Beschleunigen
In klarem Wasser bekommt man nicht selten die Gelegenheit, Fische zu beobachten, die den Spinner verfolgen, aber nicht zubeißen. Der Propeller hat sie neugierig gemacht, ohne sie zum Anbiss zu verleiten. Da muss nachgeholfen werden, indem man den Spinner beschleunigt. Das wirkt auf die Verfolger wie ein Fluchtversuch. Auf einmal schwimmt die vermeintliche Beute schneller und dadurch automatisch auch weiter nach oben. Ein verändertes Verhalten, dass den Bissreflex der Räuber auslöst.
Am Fließgewässer wirft man stromauf und führt den Spinner mit der Strömung. Das zu beachten, ist umso wichtiger, je stärker die Strömung ist. Denn mit zunehmendem Strömungsdruck wird der Spinner beim Zug gegen die Strömung zu weit nach oben ge­drückt. 
Bei der Führung mit der Strömung läuft der Spinner nicht nur in der gewünschten Tiefe, er kommt für den Fisch auch von vorne. Der Räuber kann den Köder besser ins Visier nehmen und zielsicher attackieren. 

Spürbarkeit
Eine Eigenschaft, die einen guten Spinner auszeichnet, ist im Fluss noch mehr als im stehenden Gewässer gefragt: Leichtgängigkeit. Das Blatt muss leicht beweglich sein und beim geringsten Zug anfangen, um die Achse zu rotieren. Wenn das Blatt sich nicht dreht, gleitet der Spinner nur müde durchs Wasser und wirkt auch auf die Räuber ermüdend.
Ob sich das Blatt dreht oder nicht, muss der Spinnfischer selbstverständlich immer genau wissen. Deshalb ist die Abstimmung zwischen Köder und Gerät – vor allem der Rute – entscheidend. Wenn das Gerät sensibel auf den Spinner abgestimmt ist, spürt man in den Fingerspitzen, ob sich das Blatt dreht. 

Drallfrei
Wenn die Drehungen des Spinners sich auf die Schnur übertragen, ist der Angeltag vor dem ersten Fang zu Ende. Eine unentwirrbar verdrallte Schnur wird zum Knäuel und lässt sich nicht mehr auswerfen. Soweit darf es nicht kommen. Deshalb wird der Spinner in einen gut beweglichen Karabinerwirbel gehängt, der die Drehungen auffängt und nicht an die Schnur weitergibt. Wenn das nicht hilft, wird eine Anti-Drall-Vorrichtung vorgeschaltet. In Form von Anti-Drall-Stangen, -Bleien oder -Blättern gibt es spezielle Hilfsmittel, um dem Drall den Garaus zu machen.
Neben der Forelle ist auch der Barsch ein Top-Kandidat für den Spinnerfang.
Zielfische
Es gibt wohl kaum einen Fisch mit Zähnen im Maul, der nicht mit dem Spinner zu fangen wäre. Und sogar ein paar der Zahnlosen klemmen sich gerne einmal einen Spinner zwischen die knorpeligen Lippen. 

Die Kleinen und Mittleren
Die normalen Spinner sind keine allzu großen Köder, und sie sind Köder, die in der Regel in höheren Wasserschichten laufen und attackiert werden. Daher zählen die Jäger dieser Regionen, die auf kleine Beutefische aus sind, zu den Zielfischen ersten Ranges. Für die Forelle, ob Bach-, Regenbogen- oder sonstige Forelle dieser Welt ist der Spinner immer und über­all ein Top-Köder. 
Ein zuverlässiger Spinner-Beißer ist auch der Barsch. Vorausgesetzt, er raubt in entsprechender Höhe. Ziehen Barsche durchs Flache, rauben sie an der Ober­fläche, dann hängen sie schon so gut wie sicher am Spinner.
Ein klarer Kandidat für den Spinner ist auch der Rapfen. Er raubt hoch und schnell. Rast der Spinner ebenfall durchs Wasser, dann entwickelt er eine große Fangkraft auf den Weißfisch.

Die Großen
Zwar hört man immer wieder von großen Hechten, die auf kleine Spinner gefangen wurden. Aber das sind nur Zufallsfänge. Auf kleine Spinner wird man in der Regel nur kleine und mittlere Hechte fangen. Die lassen sich aber gerne von dem rotierenden Blatt verführen.
Auf Zander wird man den Spinner nicht zu den Top-Ködern zählen, solange sie am Boden stehen und auf Beute am Gewässergrund fixiert sind. Erst wenn die Zander im Schutz der Dämmerung auf die Jagd nach Brutfischen Richtung Oberfläche ziehen, wird auch der Spinner zu einem guten Zander-Köder. 

Die Gernegroßen
Äschen sind kein seltener ­Spinnerfang. Selbst Rotfedern schnappen nach den kleinen Propellern. Aber zwei andere nicht ganz friedfertige Weißfische ge­hören noch eher zu den Spinner-Fängen. Der Döbel, bekannt als Gelegenheitsräuber attackiert Spinner besonders, wenn er sich auf Brutfische als Hauptnahrung eingestellt hat. Im fortgeschrittenen Alter entwickelt sich auch der Aland zu einem bissigen Gesellen und gewinnt dann oft gegen Forelle und Barsch das Rennen um den Spinner.
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