Pro&Contra
Voll dagegenhalten
Beim Drill eines Fisches macht Hans-Güunter Böttner keine Kompromisse. Er ist überzeugt: Wer voll dagegenhält, bekommt mehr Fische in den Kescher als ein Angler, der seinen Gegner gefühlvoll ermüden will.
Gleich hat der Angler seinen Karpfen sicher. Hans-Günter Böttner plädiert für kompromissloses Drillen.
©H.-G. Böttner
Letzte Wochenende besuchte ich meinen Angelkollegen Peter beim Karpfenangeln an unserem Vereinssee. Gerade hatte ich mich neben ihn gesetzt, da gab es einen Ruck in der Rutenspitze und die Rolle gab in rasendem Tempo Schnur frei. Ein Karpfen hatte Peters Maiskette eingesaugt. Nach dem obligatorischen Anhieb ließ er die Rollenbremse allerdings erst einmal ziemlich offen. „Der soll sich erst einmal austoben. Ich habe Angst, dass der Haken ausschlitzt, wenn ich jetzt zu viel Druck mache“, war Peters Erklärung. Und damit nahm das Unglück seinen Lauf. Mühelos nahm der Rüssler Kurs auf einen Krautfeld und saß wenige Sekunden später fest – und zwar bombenfest. Nach einigem Gezerre und ein paar nicht jugendfreien Flüchen riss die Schnur, und Peter stand da wie ein begossener Pudel. Während er neu montierte, lief schon die nächste Rute ab. Und wieder ließ Peter die Bremse ziemlich weit offen. Diesmal schwamm der Karpfen Gott sei Dank nicht in ein Hindernis, sondern ins Freiwasser. Der Drill zog sich in die Länge und nach 10 Minuten schlitzte der Haken schließlich aus.
Dieses Erlebnis hat mich wieder einmal gezeigt: Wer einen Drill erfolgreich beenden will, muss den Fisch richtig rannehmen. Und das gilt nicht nur fürs Karpfenangeln, sondern für alle Angeltechniken. Eine offene Bremse, bei der ein gehakter Fisch problemlos Schnur abziehen kann, gibt’s bei mir nicht. Verwendet man eine gute Montage oder einen qualitativ hochwertigen Köder mit scharfen Haken sowie angepasstes Gerät, ist die Gefahr des Ausschlitzens ziemlich gering. Die Bremse wird so eingestellt, dass sie erst unter großer Belastung Schnur frei gibt. So hat der Fisch kaum Gelegenheit, in ein Hindernis zu flüchten. Außerdem wird die Drillzeit mit dieser Strategie so kurz wie möglich gehalten. Dadurch verringert sich das Risiko des Ausschlitzens zusätzlich. Sollen sich die Anderen doch am Geräusch einer kreischenden Bremse erfreuen. Ich halte lieber voll dagegen und habe meinen Fisch schnell und sicher im Kescher. Denn ich kann mich nur über einen gefangenen Karpfen, Hecht oder Zander freuen.
28.01.2012
Kommentar von Jens Vojtech
Letztendlich soll dieser Beitrag
zur Diskussion anregen,jedoch
liegt das praxisbewährte Mittel natürlich jenseits von Pro und Contra.
Die Führung während eines Drills sollte sich im wesentlichen nach der Größe des Fisches, der Fischart und den örtlichen Gewässergegebenheiten richten,sowie die Wahl des Gerätes nach den zu erwartenden Fischen.Allein den Aal sollte man ohne Kompromiss landen !
27.01.2012
Kommentar von Gerhard P. (reverend)
Ich bin der Meinung, dass die Bremse grundsätzlich so eingestellt werden sollte, dass eine Belastung von Schnur und Rute über die lineare Tragkraft bzw. die maximale Durchbiegekurve (lbs-Angebe) hinaus vermieden werden soll.
Vor dem Auswerfen der Montage Hake ich also den Haken bei zugedrehter Bremse erst einmal an einer Wurzel ein und biege die Rute vorsichtig durch. Ist ein Durchbiegewinkel von knapp 90° erreicht, öffne ich langsam die Rollenbremse, bis kontrolliert gleichmäßig Schnur abläuft.
So erfüllt die Bremse den ihr zugedachten Zweck, das Angelgerät zu schonen.
Also: weder immer auf Gedeih und Verderb voll dagegenhalten, noch dem zu drillenden Fisch zuviel Spiel lassen.
23.01.2012
Kommentar von A.Franke
ansichtssache.gerade beim karpfen.in dem einen gewässer sind die mäuler butterweich, in unserem sind sie zäh wie leder, weil die karpfen randvoll mit (dreikant)muscheln sind.
also alles gewässerabhängig.
Grüße, A.Franke
22.01.2012
Kommentar von Matthias Lang
also ich bin voll der meinung die fischart bestimmt wie man drillt bzw. die bremse einstellt
mir persöhnlich ist es schon passiert das beim karpfenangeln
einem kapitalendas gesamte maul zerrissen wurde seitdem mach ich das mit feiner bremsun
19.01.2012
Kommentar von Eduard Gimbel
Meiner Meinung nach gibt es keine perfekte Bremseinstellung. Man sollte immer die Bremseinstellung variieren, so dass man jeder Gelegnheit angepasst ist. Am Liebsten stelle ich die Bremskraft sehr leicht ein, bremse dann aber größten Teils manuell, indem ich mit meiner Hand die Spule entsprechend stark festhalte. So kann ich einen Fisch mal von einem Hindernis abhalten, kann aber immernoch schnell reagieren, wenn der Fisch vor der Landung noch mal flüchtet.
18.01.2012
Kommentar von Dörner Roman
Ich bin der Meinung, wenn die Bremse beim Karpfenfischen zu fest eingestellt ist, geht man das Risiko ein den Fisch ernsthaft zu verletzen. Man schlitzt dem Fisch die Lippe auf oder geht das Risiko ein sein Gerät zu beschädigen. Zum Ausschlitzen, ich habe beim Karpfenfischen die Bremse weit offen und beim letzten Ansitz alle Bisse gekriegt.