Pro + Kontra

Angeln soll Schule machen!

Bert Schröder meint, dass Kinder alles Mögliche in der Schule lernen. Warum eigentlich nicht das Angeln?
Schule des Lebens: Beim Angeln lernen Schüler, wie man Ausdauer entwickelt – und Respekt vor der Natur.
©E. Hartwich

Es war für mich ein Schock, als ich Eric (9), den Nachbarjungen, mit ans Wasser nahm. Die Haubentaucher redete er als „Enten“ an, die Möwen waren für ihn „junge Schwäne“. Und als ich ihm sagte, dass sich unter jedem Ring an der Oberfläche ein Fisch verbirgt, starrte er mich ungläubig an.

Ist es in Ordnung, dass Kinder heute in der Schule höhere Mathematik, mehrere Fremdsprachen und den Umgang mit Computern lernen, ohne nur einen Grundbegriff von der Natur zu bekommen? Dass sie wissen, was „Fisch“ auf Französisch heißt, ohne je einen Fisch mit eigenen Händen berührt zu haben? Dass sie wissen, was physikalisch bei einem Sonnenaufgang passiert, ohne jemals gesehen zu haben, wie die Sonne am See über dem Morgennebel aufgeht?

Umso mehr freue ich mich, wenn ich von Lehrern höre, die ihre Schüler zum Angeln mitnehmen. Solche Projektwochen entwickeln sich oft zu großen Erfolgen: Die Schüler begeistern sich für die Natur, können endlich einen Barsch von einer Forelle unterscheiden und kommen gar nicht selten auf die Idee, selbst mit dem Angeln zu beginnen – und das gilt auch für Mädchen.

Angeln schützt vor Dummheiten und lehrt viel Positives

Ich selbst fing als Vorschüler mit dem Angeln an. Viele Dummheiten sind mir dadurch in meiner Jugend erspart geblieben. Während Altersgenossen zu tief ins Glas schauten, habe ich ins Wasser geschaut, um ja keinen Biss beim Forellenangeln auf Sicht zu verpassen. Und während andere Halbstarke nachts über die Straße bretterten – und einer leider am Baum landete – saß ich mucksmäuschenstill am Ufer meines Aal-Sees.

Was ein junger Mensch beim Angeln lernt, kann er im Leben gut gebrauchen. Er lernt Geduld, denn die Fische lassen auf sich warten. Er lernt Demut, denn das Glück liegt nicht nur in seiner Hand. Und er lernt Respekt vor der Natur und der Kreatur, was ihm durch den Anblick von Fischstäbchen in der Pfanne kaum gelänge.

Angeln tut Schülern gut. Und Schüler tun dem Angeln gut, denn unser Hobby braucht Nachwuchs. Angelvereine sollten öfter Kooperationen mit Schülern suchen. Sie sollten Lehrer in ihren Reihen ermutigen, Angelprojekte anzubieten. Und wie wäre es, wenn es für Schüler im Verein „Angelpaten“ gäbe, mit denen sie ans Wasser fahren könnten, um einmal an unserem Hobby zu schnuppern?

Mein Angeltag mit Eric nahm ein gutes Ende: Er fing ein Dutzend Weißfische und konnte schließlich sogar Rotfedern von Rotaugen unterscheiden. Von Möwe und Schwan ganz zu schweigen. „Angeln ist ja richtig spannend“, sagte er verblüfft. „Wann gehen wir wieder los?“

18.03.2015
 
Kommentar von Werner
Man sollte dazu vielleicht mal einen Blick nach Skandinavien werfen.
Dort gibt es jagen und Angeln als Schulfach. Das ist mit ein Grund, warum man dort auch keinen Fischereischein braucht. Das Grundwissen wird den Kindern in der Schule vermittelt. Man sollte das auch nicht nur auf's Angeln beschränken, sondern sich generell Gedanken machen, wie man den Kindern die natur vermittelt. Es gibt genug Stadtkinder, die keine Kuh kennen und meinen, die Milch kommt aus dem Supermarkt.
16.03.2015
 
Kommentar von Mayr Günter M.
Toller Beitrag,
kann ich nur bestätigen. Wir machen dies mit unserem FV Oberrot seit Jahren. Die Kooperation mit der Schule klappt gut u. wir haben bereits daraus mehrere Jungangler gewonnen. MfG
Karpfenrute@arcor.de  14.03.2015
 
Kommentar von Maximilian Herrig
Hey, ich bin selber noch in der schule (10. Klasse) und ich angle schon seit zehn Jahren. Letzten hab ich ein Hecht gefangen und in meiner klasse ein foto gezeigt und da meinte einer schöner Zander. Die schüler wissen gar nicht über fische und der natur. Ich bin dafür das Angeln ein anerkanntes schulfach wird.(Auch wenn ich bald nicht mehr in der schule bin )
14.03.2015
 
Kommentar von schmaiki
ja genau... hier noch weitere vorschläge: "smartphones und verträge" oder "socialmedia unterricht"... also schule bleibt schule und angeln freizeit.
14.03.2015
 
Kommentar von anton
Ich finde die Idee eig gut , aber man muss ja auch sehen, dass nicht jeder angeln mag..wenn dann müsste man das als neigungskurs oder GTA machen..
14.03.2015
 
Kommentar von Andre Kwasny
Angeln kann man an der Schule anbieten,aber nur in einer Hobbygruppe.Es sind nicht alle Kinder begeistert, was das Angeln betrifft, wie Fische töten, anködern von Würmern, bei Wind und Wetter draußen sein, u.s.w. Da gibt es wichtigeres, was die Kinder lernen sollten. Leider wird da aber schon zu modern gearbeitet, so das das wichtigste den Kindern nicht mehr beigebracht wird. Es wird mit Computern hantiert, Kopien verteilt, Ankreuztest geschrieben. Was die Kinder dadurch nicht lernen, Texte erfassen und verstehen und dadurch selbstständig zu werden sowie eigenständig sinnvolle Entscheidungen zu treffen.
14.03.2015
 
Kommentar von Chris Gluth
Petri Heil .
Also ich muss sagen ich bin ebenfalls ein sehr starker Befürworter dafür das die Kinder von heutzutage das Angeln in der Schule beigebracht bekommen würden aber ich würde es dann als ein Wahlfach zur Verfügung stellen und niemanden dazu zwingen.
Ich selber Angel seit ich 12 Jahre alt bin ich hatte Glück das ich alles was ich heute weiß zum Großteil von meinem Vater mitbekommen habe.
Heute bin ich 25 und habe am Wasser eine Menge gesehen und erlebt aber Rückblickend wäre es sicherlich toll gewesen das Angeln auch in der Schule beigebracht zu bekommen.
Ich Drück die Daumen das dass Fach Angeln in die Schule kommt oder zumindest als Zweig der Naturkunde näher erläutert wird.
14.03.2015
 
Kommentar von Marcus Luepke
In unserer Region laufen so Projekte schon seit mehreren Jahren. Alles in Koop. mit dem Landesfischereiverband und einen Angelsporthersteller. Den Kids, auch den Maedchen, gefallen die Ausfluege super gut. Man muss bedenken, dass viele Kinder gar nicht mehr an die Natur herangefuehrt werden (elternseitig). Wie sollen diese Kinder ein vernuenftiges Verhaeltnis zu Natur & co aufbauen und sensibel werden fuer Naturschutz und Gewaesserschutz? Da Angeln gottlob nicht nur aus Fisch-toeten besteht, gibt es viele wertvolle zu vermittelnde Kompetenzen. Hier ein Eindruck vom letzten Jahr:http://asv-hillerse.de/biologieunterricht-am-wasser/
13.03.2015
 
Kommentar von Johannes
Angeln an Schulen ist absolut machbar. Ich bin selber Lehrer und unterrichte seit Jahren Angeln an Schulen. Ab dem kommenden Schuljahr bin ich offiziell Beratungslehrer für Kollegen, die das ebenfalls anbieten möchten. Infos gibt es unter WWW.HSTE-fishing.de. Meldet euch gerne!
13.03.2015
 
Kommentar von Markus Gerth
Ich bin ein Befürworter, Angel als Fach mit an den Schulen aufzunehmen. Zum einen, wie schon erwähnt, kommen Kinder nicht auf dumme Gedanken und zum anderen lernen sie auch mal was anderes. ich hatte damals leider statt angeln nur Gärtnern als Nebenfach...aber selbst das bringt einem doch für die Zukunft auch was. Heutzutage werden den kindern aber eher Dinge beigebracht, die nicht zum Wohle der kinder und deren Zukunft sind, sondern nur dem einen Zwecke dienen...als gutes Maschinenteil in der industrialisierten Zukunft ihren Teil dazu beizutragen, das unser Land ein besseres Bruttosozialprodukt zeugen kann!
Ich selber halte auch Seminare ab und bin jedesmal begeistert, wenn kleine Kinder, die noch nicht einmal Dank unserer Gesetze alleine Angeld dürfen, fast schon mehr wissen wie die Erwachsenen, die förmlich die Worte aufsaugen und am liebsten gleich in die Tat umsetzen wollen. Um es kurz zu fassen: Ich bin für das Schulfach Angeln, bzw. Naturkunde Hautnah und ich bin auch für eine Gesetzesänderung, dass Kinder schon früher alleine angeln dürfen, denn mit 12 Jahren(in Berlin zumindest) haben die Kinder schon ganz andere Hobbys!
moritz.heinen@gmx.de   13.03.2015
 
Kommentar von Moritz
Hey ich bin selbst schüler einer 8. Und angel für mein leben gern ich fändst richtig geil wenn es ein Fach fürs angeln gibt also fals ihr es schafft bitte bei der GLS anfangen