Echolot: So findet man Fische!

Echolote sind heutzutage unverzichtbare Hilfsmittel beim Angeln. Denn wie soll man Strukturen, Bodenhärten und Fische finden? Okay, die gute alte Lotrute oder das Tastblei sind im Notfall eine Alternative, in der Realität aber sparen moderne Echolote viel Zeit und bringen unglaubliche neue Einblicke in die Unterwasserwelt. von Thomas Schlageter

Mit dem Echolot zum Fisch

Wo früher nur drei oder vier Modelle von einem Hersteller für Bootsangler zur Verfügung standen, so hat man heutzutage eine riesige Auswahl von kleinen günstigen Echoloten bis hin zu absoluten High-End-Modellen für viele tausend Euros. Jedes dieser Geräte hat seine Berechtigung, nur muss der Käufer entscheiden, was er wirklich für seinen Einsatz und Angelmethode benötigt. Dazu muss man drei verschiedene Arten von „Fischfindern“ unterscheiden:

  • das normale 2D Echolot
  • das Down-Scan Echolot
  • und das Side-Scan System.
Echolot

Dank modernster Technik sind detailgetreue Bilder mit dem Echolot endlich möglich. Foto: T. Schlageter

Alle drei Gerätearten haben Vor- und leider auch Nachteile

Das 2D Gerät ist den meisten bereits aus der Vergangenheit bekannt. Es hat ein schwarz/weiß oder Farb-Display, wobei das Bild immer von rechts nach links scrollt und uns zuverlässig die grobe Struktur, die Bodenhärte und auch Fische anzeigen kann. Zwar nicht realistisch, aber mit ein wenig Erfahrung und in Kombination mit einer leistungsstarken Elektronik erkennt man die Fische anhand der Darstellung der Schwimmblase als Sichel, meistens als Punkt oder Strich.

Echolot

Die Qualität der Bilder hängt vom jeweiligen Gerät ab. Foto: T. Schlageter

Erfahrene Nutzer können zwar die Verhaltensweisen eines Fisches unterscheiden, wie z.B. ein Zander oder Hecht bestimmte Bodenhärten und Stellplätze bevorzugt. Größen und Fischarten sind, auch wenn immer wieder gegenteiliges berichtet wird, durch die Form der Sichel nicht möglich zu unterscheiden. Dazu braucht der Angler ein fotorealistisches Modell. Auch hier ist die Auswahl riesig. Erwarten wir die perfekte Darstellungsqualität, brauchen wir ein Side-Scan Sonar. Dieses erfasst unter dem Boot nicht nur einen kleinen Bereich, sondern die Breite ist nahezu frei einstellbar. Von 1 Meter zur jeweils rechten und linken Seite, bis hin zu unglaublichen 30 Meter jeweils seitlich sind fast fotorealistisch möglich. Zum Abtasten großer Seen ist das ein Traum und für das Finden von geeigneten Angelstellen geradezu ein Muss.

Echolot

Leider beginnen Side-Scan Fischfinder erst ab ca. 1300 EURO und liegen für viele außerhalb des Möglichen. Foto: T. Schlageter

Und damit bekommen günstigere Down-Scan DSI, also „ich schaue fotorealistisch direkt nach unten“ Modelle, an Bedeutung. Der Erfassungsbereich ist kleiner und nicht einstellbar, sodass wir bei sehr flachen Seen auch nur enge Erfassungsbereiche haben. Trotzdem ist das Bild nahezu plastisch und sorgt für eine perfekte Darstellung des Grundes. Fische werden aber nur bei guten Bedingungen ordentlich dargestellt. Das kann so weit gehen, dass ein Hecht an der länglichen Körperform zu erkennen ist, genauso wie der hochrückige Körper eines Karpfen einen typischen Schatten wirft. Sobald sich ein Fisch im Kegel des Echolotgebers zu stark bewegt, ist er aber nicht mehr zu erkennen. Auch die Bodenhärte wird im Normalfall nicht angezeigt.

Echolot

So genau können Strukturen erkannt –und auch gezielt beangelt werden! Foto: T. Schlageter

Ausblick

Kombiniert die verschiedenen Techniken miteinander und profitiert von deren Stärken. Viele Angler besitzen bereits ein hochwertiges 2D Echolot. Statt dieses zu ersetzen, erwerbt einfach zusätzlich ein Down-Scan Echolot. Ihr werdet von den tollen Bildern begeistert sein und verpasst gleichzeitig keinerlei Details im Wasser. Auch wenn zwei Echolote befestigt werden müssen, so überwiegen eindeutig die Vorteile dieser Zusammenstellung. Viel Spaß und Erfolg beim umsetzen wünscht Euch, Thomas Schlageter.

Thomas Schlageter ist Fachmann in Sachen Echolot-Technik.

Thomas Schlageter ist Fachmann in Sachen Echolot-Technik.

10 goldenen Echolot-Tipps

Echolote sind Hightech-Geräte, die richtig eingesetzt werden müssen, damit sie uns wirklich helfen beim Angeln. Thomas Schlageter gibt 10 Tipps, die ihr beim Kauf und auf dem Wasser beherzigen solltet.

  1. Spare nicht am Echolot! Je billiger das Echolot, desto unrealistischer sind die Bilder. Eine gute Faustregel ist es: Das beste Echolot kaufen, was man sich leisten kann!

  2. Eine gute Darstellung von Fischen in Bodennähe ist nur mit leistungsstarken Echoloten möglich.

  3. Fahre immer mit einer konstanten Geschwindigkeit! Das Graphtempo/Scrollgeschwindigkeit auf dem Echolot-Bildschirm muss der Fahrtgeschwindigkeit des Bootes perfekt angepasst sein, damit man eine gute Anzeige von dem bekommt, was sich unter Wasser befindet.

  4. Traue niemals der Fisch-ID! Die Fisch-ID versucht anhand der Größe der Schwimmblase, den Fisch zu orten und als Symbol darzustellen. 99 Prozent dieser Fischsymbole sind aber in Wirklichkeit KEINE Fische!

  5. Einfache Echolote zeigen dir mehr Fisch an, als wirklich vorhanden ist. So viele Fische, wie manches billige Echolot anzeigt, gibt es nicht! Je hochwertiger, desto realistischer (und fischleerer) wird die Anzeige.

  6. Analoge Echolote erzeugen immer nur „Durchschnittswerte“. Erwarte am Gewässergrund keine genauen Strukturabzeichnungen. Dafür braucht man digitale oder fotorealistische Echolote.

  7. Digitale Echolote zeigen uns deutlich reinere und detailliertere Bilder als Analog-Geräte.

  8. Sendeleistung ist wichtig! Sendeleistung sorgt für eine bessere Darstellung der Unterwasserwelt. Wenig Sendeleistung = schlechtes Bild / Hohe Sendeleistung = gutes Bild. Diese Faustregel ist unabhängig von der Wassertiefe.

  9. Nur sogenannte Side Imaging / Structure Scan / Side Scan Echolote zeigen uns den Grund und eventuelle vorhandene Fische fotorealistisch an!

  10. Wer mit dem Echolot nach „fischigen“ Strukturen am Grund sucht, muss mit einem normalen Echolot immer kreuzweise fahren! Normale Echolote arbeiten nur zweidimensional. Sie schauen nicht nach rechts und links zur Seite, sondern nur gerade nach unten. Deswegen können sie nicht sehen, was sich rechts und links des Bootes befindet – und man fährt dran vorbei. Nur QuadraBeam- oder SideScan-Echolote schauen auch zur Seite.

Echolot analog

Ein Baum im analogen Echolot. Er ist kaum als Baum erkennbar, weil das Gerät von den empfangenen Signalen nur Durchschnittswerte abbildet. Foto: T. Schlageter

SideScan Echolot

Der Baum im SideScan-Echolot. Nur diese Geräte bilden wirklich realistisch ab, was sich unter Wasser befindet. Foto: T. Schlageter

Echolot digital

Der gleiche Baum im digitalen Gerät. Mit entsprechender Übung ist der Baum bereits als Struktur erkennbar. Foto: T. Schlageter

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