Im Winter muss man oft stundenlang unter unangenehmen Bedingungen für einen Biss fischen, die Belohnungen sind aber meistens groß.
© V Wilde
Entscheidend ist die richtige Taktik. Veit Wilde: „Das Wichtigste beim Zanderangeln im Winter ist Ausdauer in Kombinationen mit Kenntnis der Standplätze. Natürlich spielen auch Gerät, Köder- und Köderführung eine wichtige Rolle. Wer aber meint, dass er mit teurem Tackle und einer prall gefüllten Köderbox mehr Fische fängt, der täuscht sich gewaltig.“
Die Standplätze der Winterzander zu finden, ist gar nicht so schwer. Die Fische ziehen jetzt aus der Hauptströmung heraus an beruhigte Zonen, wie tiefe Buhnen oder Hafenausfahrten. Die Hot Spots sind meistens mit bloßem Auge zu erkennen. Das Problem besteht aber darin, dass meistens nicht sofort einen Biss bekommt, selbst wenn man seinen Köder genau dort anbietet, wo sich die Zander aufhalten. Hier kommt nun die Geduld ins Spiel, denn durch den niedrigen Stoffwechsel sind die Fressphasen der Fische kurz. Sie hämmern nicht, so wie es nach der Schonzeit oft der Fall, schon nach wenigen Würfen gierig auf den Köder. Veit Wilde angelt die Stellen regelrecht aus: „Während ich im Sommer den Platz wechsle, wenn nicht binnen weniger Minuten ein Zander beißt, fische ich jetzt mehrere Stunden lang an einer Stelle, sofern ich überzeugt bin, dass sich die Räuber dort aufhalten. Irgendwann kommt dann fast immer der entscheidende Biss.“ Bleiben Sie also hartnäckig und konzentriert!
Oft liest und hört man, dass Zander sehr wetterfühlig seien. Wie er dazu steht, wollen wir von Veit wissen: „Sonnenschein mögen Winterzander eher nicht, was aber nur daran liegt, dass die Fische sehr lichtempfindlich sind und viele Flüsse im Winter vergleichsweise klares Wasser haben. An sonnigen Tagen verlagere ich meine Angelzeit dann einfach auf Dämmerung und Nacht. Der Rest ist nicht so bedeutend. Ob der Wind aus Osten oder Westen kommt, ob das Thermometer bei Plus oder Minus 5 Grad liegt, ob es neblig ist oder sogar schneit – mir ist das alles egal. Wenn ich Zeit habe, gehe ich ans Wasser und mit der besagten Ausdauer kommt dann auch fast jedes Mal ein Fisch. Für mich steht fest, dass der Luftdruck überhaupt keinen Einfluss auf die Beißwilligkeit der Zander hat. Auch Temperaturänderungen spielen höchstens eine geringfügige Rolle, wobei ich tendenziell an den letzten zwei bis drei Tagen vor Beginn einer Dauerfrostperiode die besonders großen Fische ans Band bekomme. Die Chance zu fangen, ist aber immer vorhanden, wenn der Köder im Wasser ist. Wer zu Hause bleibt, geht garantiert leer aus.“